Inhaltsverzeichnis
1 Fallbeispiel C 3
1.1 Um welche Art von Störung(en) handelt es sich? 3
1.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Störung geschlossen werden?
3
1.3 Welche Ursachen müssten grundsätzlich bei dieser psychischen Störung in
Erw ägung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten? 5
1.4 Sozialarbeiterische Empfehlung 5
2 Fallbeispiel D 6
2.1 Um welche Art von Störung(en) handelt es sich? 6
2.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Störung geschlossen
werden ? 7
2.3 Welche Ursachen müssten grundsätzlich bei dieser psychischen Störung in
Erw ägung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten? 8
2.4 Sozialarbeiterische Empfehlung 9
3 Fallbeispiel F 10
3.1 Um welche Art von Störung(en) handelt es sich? 10
3.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Störung geschlossen
werden ? 10
3.3 Welche Ursachen müssten grundsätzlich bei dieser psychischen Störung in
Erw ägung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten? 12
3.3.1 Soziale Faktoren und das biologische Paradigma 12
3.3.2 Das psychoanalytische Paradigma 13
3.3.3 Lerntheoretische Ansätze 14
3.4 Sozialarbeiterische Empfehlung 14
4 Quellenverzeichnis und Fallbeschreibungen 15
2
1 Fallbeispiel C
1.1 Um welche Art von Störung(en) handelt es sich?
Anhand des dargestellten Fallbeispiels lässt sich vermuten, dass Herr C. an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.
1.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Störung geschlossen werden?
Nach einem einmonatigen Klinikaufenthalt des Herrn C. in der Verbrennungsstation, wird dieser bei einer Nachuntersuchung bei einem Chirurgen das erste Mal auffällig. Herr C. sei „zittrig und stottert und reagiert nicht auf die Ausführungen des Chirurgen“.
Dieses Verhalten lässt auf eine Angststörung hindeuten, jedoch ist es noch zu wage, um diese einer genauen Krankheit zuzuordnen.
Beim anschließenden Gespräch mit einem Psychiater wirkt Herr C. sehr nervös und bricht in Tränen aus. Den Grund für sein Verhalten erklärt er so: „er müsse unaufhörlich darüber nachdenken, dass er zum ersten Mal in seiner glänzenden Karriere ein brennendes Gebäude alleine betreten hat, und zwar in einer Art, die den Sicherheitsrichtlinien widersprach, für die er in der Ausbildung verantwortlich war und dass er dabei fast tödliche Verbrennungen erlitt.“
Wiederkehrende, eindringliche und belastende Erinnerungen sind ein typisches Symptom für eine posttraumatische Belastungsstörung (Vgl. Grande, 2004, S.4).
Desweiteren äußert Herr C. „Er fühlt sich zutiefst beschämt wegen seines Fehlverhaltens bei dem Brand und kann nicht damit aufhören, es sich in Gedanken immer wieder vorzustellen. Seine wiederkehrenden Albträume, in denen er den Brand immer und immer wieder neu durchmacht, sind schlimmer geworden, seit er wieder zu Hause ist, und er hat große Schwierigkeiten, schlafen zu gehen - um vielleicht zu träumen.“
Die wiederkehrenden, belastenden Träume und die daraus entstandenen Schwierigkeiten ein-oder durchzuschlafen sind weitere Symptome, die auf eine posttraumatische Belastungsstörung hindeuten (Vgl. Grande, 2004, S.4,5)
3
Im Anschluss an das Gespräch besuchte Herr C. seine alte Feuerwache. Als dort eine Feueralarm ertöne „sprang er fast aus dem, was noch von seiner Haut übrig geblieben war heraus und begann zu zittern und zu schwitzen. Er brach überstürzt auf, indem er sich mit Unwohlsein entschuldigte“.
Intensive psychische Belastung und/oder körperliche Reaktionen bei Konfrontation mit „Hinweisreizen“, die Aspekte des Ereignisses symbolisieren oder daran erinnern sind weitere Symptome die für diese Angststörung sprechen (Vgl. Grande, 2004, S.4)
Die für Herr C. vorgesehene Rückkehr in seinen Beruf auf Teilzeitbasis, schließt er kategorisch aus „er kann sich nicht vorstellen, jemals wieder in die Feuerwache zu gehen oder gar einen Brand zu bekämpfen.“
Das Vermeiden von Aktivitäten, Orten oder Menschen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen, sind ebenfalls Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.
Herr C. schildert außerdem, dass er angefangen habe zuhause Alkohol zu trinken, „dass er sich selbst fremd vorkommt und mit niemandem sprechen möchte.“
Das bewusste Vermeiden von Gedanken, Gefühlen oder Gesprächen, die mit Traum in Verbindung stehen zählen auch zu den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (Vgl. Grande, 2004, S.4)
Herr C. äußerte ein Gefühl der Hilflosigkeit und Entsetzten über sein momentanes Aussehen, desweiteren hat er angefangen am „Sinn des Lebens zu zweifeln“.
Die Gefühle einer eingeschränkten Zukunft, wie sie Herr C geäußert hat, ist ein weiteres Symptom einer posttraumatischen Belastungsstörung. (Vgl. Grande, 2004, S.4)
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1.3 Welche Ursachen müssten grundsätzlich bei dieser psychischen Störung in Erwägung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten?
Die posttraumatische Belastungsstörung ist eine Reaktion auf ein traumatisches Ereignis, die eine Person erlebt hat, beobachtet, oder anderweitig damit konfrontiert wurde.
Der drohende Tod, eine ernsthafte Verletzung, oder eine Gefahr der körperlichen Unversehrtheit der eigenen Person oder eine anderen, können ebenso als Ursache zählen, um eine posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln. (Vgl. Grande, 2004, S.4)
Aus der Falldarstellung lässt sich die Ursache für die psychische Erkrankung aus dem Arbeitsunfall bei dem Herr C. schwere Verbrennung erlitten hatte, zurückführen. Dieses traumatische Ereignis, bei dem Herr C. fast sein Leben gelassen hat, prägte ihn nach seiner Schilderung zur folge sehr. Daher lässt sich vermuten, dass die Ursache für die posttraumatische Belastungsstörung bei diesem Arbeitsunfall seinen Ursprung findet.
1.4 Sozialarbeiterische Empfehlung
Eine posttraumatische Belastungsstörung ist behandelbar, deshalb wäre meine erste Empfehlung an Herr C sich einer geeigneten Therapie zu unterziehen. Man könnte ihm Hilfe anbieten einen geeigneten Therapeuten zu finden und ihm gegebenenfalls sogar bei der ersten Therapiesitzung begleiten. Desweiteren wäre es wichtig einen Kontakt zur Familie herzustellen und diese dann über die Krankheit aufzuklären, damit sie dem Herr C. bei seiner Genesung unterstützen können. Vor allem braucht es Geduld und Verständnis, denn eine Genesung kann sich lange hinziehen.
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2 Fallbeispiel D
2.1 Um welche Art von Störung(en) handelt es sich?
Der Betroffene, im Fall D, leidet unter einer somatoformen Störung. Diese Art von Störungen (griech. „soma“ = „Körper“) sind dadurch gekennzeichnet, dass psychische Probleme durch körperliche Symptome zum Ausdruck gebracht werden, für die es anscheinend keine physiologische Erklärung gibt und die nicht willentlich durch den Patienten kontrollierbar sind (Vgl. Davison/Neale/Hautzinger (Hrsg.), 2007, S. 201). Es wird angenommen, dass sie psychische Ursachen haben und insbesondere mit Angst zusammenhängen.
Eine spezielle Form der somatoformen Störungsbilder ist die Hypochondrie, von der der angesprochene Patient betroffen ist. Menschen mit dieser Art von psychischer Erkrankung beschäftigen sich in übertriebener Form mit der Furcht vor einer schwerwiegenden Krankheit, trotz gegenteiliger Beteuerung durch den Arzt (Vgl. Davison/Neale/Hautzinger (Hrsg., 2007, S. 203). In der Regel geht man davon aus, dass diese Störung im frühen Erwachsenenalter einsetzt. Ihr Verlauf ist meist chronisch. Den Beleg dafür lieferte eine Studie, in der über 60 Prozent der diagnostizierten Fälle die Störung vier bis fünf Jahre später immer noch aufwiesen (Barsky et al., 1998). Betroffene suchen übermäßig oft medizinische Hilfe auf und haben häufig auch affektive Störungen oder Angststörungen. Sie reagieren sehr paranoid auf normale körperliche Empfindungen und geringe Abnormitäten, wie z.B. unregelmäßigen Herzschlag, heftiges Schwitzen, gelegentliches Husten oder Magenschmerzen, die sie als Bestätigung ihrer Befürchtungen sehen (Vgl. Davison/Neale/Hautzinger (Hrsg.), 2007, S. 203). Symptome werden sehr schnell als verhängnisvoll interpretiert und so könnte z.B. schon ein leichter Reizhusten schon als Asthma angesehen werden. Da Hypochondrie oft zusammen mit Angststörungen und affektiven Störungen auftritt, ist es sehr schwierig, dieses Krankheitsbild als separat diagnostizierbar anzuerkennen und sie nicht nur als Begleitsymptom anderer psychischer Erkrankungen zu sehen. Die klare Abgrenzung zur Somatisierungsstörung gestaltet sich auch als sehr grenzwertig.
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2.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Störung geschlossen werden?
Der Patient ist seit mindestens sechs Monaten (hier seit 8 Jahren) der anhaltenden Überzeugung, an einer schweren körperlichen Krankheit (Koronare Herzkrankheit mit erhöhtem Herzinfarktrisiko) zu leiden und benennt diese Sorge auch explizit (F 45.2 A.1.). Die ständige Sorge um diese Überzeugung (Angst: „Was ist los mit meinem Herz?“, „Werde ich verrückt?“) und um die Symptome (täglich Schwindelgefühle, Hitzewallungen, Herzrasen, Gefühl der Kurzatmigkeit, bis hin zu Beklemmung in der Herzgegend, unregelmäßiger Herzschlag, Brustschmerzen, massives Schwitzen, Taubheitsgefühl in den Händen) verursacht dauerhaftes Leiden und eine Störung des alltäglichen Lebens des Betroffenen (Beklemmungen beim Einkaufen, Bus fahren etc., im Speziellen immer Wasserflasche und Handy zur Hand, setzt sich z.B. im Kino direkt neben den Ausgang). Außerdem legt er Vermeidungsstrategien an den Tag, um keinen Gefahren ausgesetzt zu sein (sozialer Rückzug aus dem Freundeskreis). Aus den genannten Gründen sucht der Patient ständig medizinische Behandlung und Untersuchungen auf (F45.2 B.).
Der Betroffene weigert sich hartnäckig, die medizinischen Feststellungen („Natürlich war ich schon bei vielen Ärzten. Von der Schilddrüse bis zum Herz alles in Ordnung.“) zu akzeptieren, dass keine ausreichenden körperliche Ursachen (erhöhter Puls, im Krankenhaus festgestellt und lediglich Ausdrucksform von erhöhtem Stress) für die körperlichen Symptome vorliegen (F45.2 C.).
Unter dem letzten Diagnosekriterium (F45.2 D) für eine hypochondrische Störung nach dem ICD-10 Kapitel V(F), ist ein Ausschlussvorbehalt benannt der besagt, dass diese Erkrankung nicht ausschließlich während einer Schizophrenie oder einer verwandten Störung (F2, insbesondere F22) oder einer affektiven Störung (F3) auftritt. So kann in dem besprochenen Fall festgestellt werden, dass die Hypochondrie hier als Haupterkrankung diagnostiziert werden kann und die Angst (vor Herzinfarkt) als auch die depressive Symptomatik (sozialer Rückzug) lediglich als Begleitsymptomatik zu verstehen sind.
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Arbeit zitieren:
O. Zetsche, B. Bartling, M. Krämer, J. Grudzinski, 2010, Psychopathologie - Fallarbeit Patienten, München, GRIN Verlag GmbH
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