Inhaltsverzeichnis: Seite
1. Einleitung 2
2. Die Vorgeschichte 2
3. Der Studentenprotest 3
4. Der Zeitraum der 60er und 70er Jahre 5
5. Bewertung der Mittel 6
6. Wahrnehmung der Gewalt 7
6.1. Einfluss der Massenmedien 8
den Springer Verlag 10
6.3. Attentate 11
6.4. Die Wahrnehmung innerhalb der Studentenbewegung 12
6.5. Die aktuelle Forschung 14
7. Nachfolger der Studentenproteste 18
8. Fazit 20
Literatur
1
1. Einleitung
der Aspekt thematisiert, inwieweit die Medien die öffentliche Wahrnehmung und mögliche Reaktionen beeinflussen können. Dabei wird im Umfeld eines von der Studentenbewegung ausgehenden kollektiven öffentlichen Protestes auch im Laufe der Zeit ein klares Feindbild neben der zum Teil diffusen Zielvorstellungen etabliert und hinsichtlich der Mittel-Zweck-Relation im Bezug auf die Gewalt debattiert.
eingegliedert und behandelt hier insbesondere die Fragestellung, inwieweit der Einsatz der Gewalt durch den Einfluss der Medien konzeptualisiert wurde. Wichtige Grundlagenliteratur bieten Langguth und Fels, welche auf die Vielseitigkeit der Gewaltdebatte um und innerhalb der Studentenbewegung eingehen und sie insbesondere im Kontext der Mediennutzung spezifizieren.
Die dabei resultierende Form der Mischkonflikte wird auf Grund der Themeneingrenzung zumeist nur auf die Gewaltfrage zugespitzt behandelt. Die Ausarbeitung versucht eingangs die Entstehung des sozialen Konfliktes auf Basis der anfänglichen Studentenbewegung zu skizzieren und den zunehmenden kollektiven Wandel in der Öffentlichkeit zu einer gemischten Bewegung zu thematisieren. Die ansteigende Radikalisierung wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln argumentativ ausgearbeitet und schließt mit einem Ausblick auf die folgenden Ereignisse der Studentenproteste.
2. Die Vorgeschichte
Gerhard Fels verbindet mit den Studentenprotesten der 60er und 70er in Westdeutschland und der Wende bezüglich der DDR eine Entwicklung, welche zuvor nicht erwartet worden war 1 . Hierbei wird insbesondere auf den ereignishaften Charakter der Bewegung verwiesen, welche zunächst
1 Fels, Gerhard: Der Aufruhr der 68er. Zu den geistigen Grundlagen der
Studentenbewegung und der RAF, Bonn 1998, S. 9, (im Folgenden zitiert als: Fels, Aufruhr
der 86er).
2
räumlich innerhalb der Hochschulen initiiert worden war und sich dann öffentlich verselbstständigte, um letztlich in einer zunehmenden Radikalisierung und ihrer Auflösung zu münden. Der Studentenprotest assoziiert in seinem begrifflichen Aufbau neben dem Protest, welcher sich in unterschiedlichen Formen materialisierte und im Rahmen dieser Ausarbeitung schwerpunktmäßig auf den Faktor der Gewalt reduziert betrachtet wird, ebenso den Begriff Student, welches zugleich die anfänglichen Akteure, die Trägerschaft und damit auch den Aktionsraum der Hochschulen beschreibt. Nachdem sich diese Proteste vom
verschreckt hinter die Gardinen ihrer Fenster zurückgetreten und haben die Aufrührer als undankbare Kinder des Wirtschaftswunders geschmäht, dessen Früchte sie doch ge 2 . Dies beschreibt eine Unverständnis gegenüber den Akteuren der Demonstrationen, da ihr Aktionsrepertoire von der Öffentlichkeit nicht unbedingt als notwendig für ihre Ziele angesehen wurden. Durch die Rezeption innerhalb der Medien wurden die Aktionen unterschiedlich je nach sozialer und politischer Ausrichtung aufgearbeitet, wodurch sich unter der Bevölkerung verschiedene Meinungsbilder ausprägten.
Die sich hierbei entwickelnden Sympathien gegenüber den Protestierern und die ebenfalls etablierte Gegenposition werden insbesondere in der Medienreflektion veranschaulicht und sind Gegenstand eines weiteren Kapitels. Die Trägerschaft der Sympathisanten lichtete sich jedoch während der zunehmenden Radikalisierung der Protestaktionen, welche schließlich im Terrorismus ihren Höhepunkt fand.
3. Der Studentenprotest
Innerhalb des Zeitraumes von 1967 bis 1986 hatte der Sozialistische Deutsche Studentenbund das Führungszentrum über die Proteste inne, wobei sich nach und nach eine steigende Radikalisierung
2 Fels, Aufruhr der 86er, S. 10.
3
einnahm 3 . Die Verschiebung von friedlichem Protest zu radikalen Aktionen wird in den folgenden Abschnitten detaillierter behandelt und lässt mehrere Ursachen vermuteten. Zum einen ergibt sich eine Radikalisierung durch eine anwachsende Gruppe von Akteuren, welche durch heterogene Trägergruppen untereinander nur lose gebunden sind. Ferner die Rezeption innerhalb der Medienformate, sowie eine Abwägung der Mittel-Zweck-Relation um ein zuvor festgelegtes Ziel zu erreichen, wenn das vorherige Aktionspotential nicht ausreicht hatte.
Gerhard Fels führt in einem Definitionsversuch der 68er die Problematik auf, dass die Vielschichtigkeit der Bewegungen und Proteste kein ideologisch geschlossenes Konzept hätten, yndrome des
gru
4 . In diesem Kontext greift er auch in Feldzug im Kalten Krieg, , wobei
diese Aspekte zwar insgesamt alle zutreffend waren und die Akteure unterschiedlich gewichtet eingeordnet worden waren 5 . Dies verdeutlicht, dass zwar eine gemeinsame Basis in Form einer Protestaktion vorlag, die hintergründigen Motivationen der Akteure jedoch teilweise unterschiedlich waren, so dass Debatten innerhalb der Bewegung, wie zum Beispiel um die Mittel zur Erreichung eines Zieles, erheblich voneinander abwichen. Die Studentenproteste richteten sich neben der Kritik am Hochschulsystem gegen die Notstandsgesetzgebung der Großen Koalition, dem Vietnam Krieg, gegen den Schah-Besuch und den Einfluss der Massenmedien, insbesondere gegen den Springer Verlag. Nachdem der Bundestag am 30. Mai 1968 mit einer großen Mehrheit die Notstandsgesetzte verabschiedet hatte, welche Einschränkungen der demokratischen Grundrechte
3 Langguth, Gerd: Mythos ´68. Die Gewaltphilosophie von Rudi Dutschke Ursachen und
Folgen der Studentenbewegung, München 2001, S. 11 (im Folgenden zitiert als: Langguth,
Gewaltphilosophie).
4 Fels, Aufruhr der 86er, S. 13.
5 Fels, Aufruhr der 86er, S. 13.
4
ermöglichten, konnten die Studentenproteste unter anderem bei den Journalisten, welche ihre Pressefreiheit gefährdet sahen, Sympathisanten erlangen. Insbesondere die beiden erstgenannten anfänglichen Zielsetzungen fanden noch durch ihren Inhalt eine breite Akzeptanz innerhalb der Öffentlichkeit. Dies steigerte sich bei der Schah-Demonstration und den Gewalttaten gegen die Protestierenden sowie insbesondere bei den beiden später zu behandelnden Attentaten, wobei die Mobilisierung hier eher auf Basis der unnötigen Härte der Gewalt entstand und sich bei der zunehmenden Gegengewalt auf Seiten der Protestierenden eben gegen diese selbst wendete.
4. Der Zeitraum der 60er und 70er Jahre 6
Während nach Fels die Studentenproteste in der DDR als kleinbürgerlichrevolutionistisch wahrgenommen worden waren, versuchten sich die westlichen Studenten ihren Kampf von der äußeren Wahrnehmung eines weiteren Generationskonflikts zu distanzieren. Für einen
Generationskonflikt spricht jedoch die nur wenige Jahre andauernde Mobilisierung hinsichtlich der öffentlichen Proteste. Wichtige Initiatoren für die aufflammenden Massenaktionen waren weniger die zugrundeliegenden Ideen und Theorien, als vielmehr auch die radikalen Ereignisse, wie zum Beispiel durch den Tod des Studenten Benno Ohnesorg am 02. Juni 1967 und des anschließenden Freispruches für den Schützen, wodurch sich immer stärker radikalisierende Gegenmaßnahmen anschlossen. Die Möglichkeit einer eskalierenden Gewalt wird in den folgenden Kapiteln charakterisiert und detaillierter behandelt.
Die Verbindung von einem Generationskonflikt und einer politischen Zielsetzung zeigt sich insbesondere im vergleichenden Rahmen der 60er und 70er Jahre, da sich die Studentenbewegung im Ursprung relativ nah an einem Generationskonflikt beschreiben lässt und sich bei der zunehmenden öffentlichen Präsentation und wachsender Anzahl der Akteure eine Vielzahl
6 Erster Absatz nach: Fels, Aufruhr der 86er,S. 13-16.
5
Arbeit zitieren:
Damian Tylla, 2010, Die Debatte über Gewalt im studentischen Protest an der Wende der 1960er / 1970er Jahre, München, GRIN Verlag GmbH
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