I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis III
Symbolverzeichnis IV
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 1
1.3 Die Untersuchungsgegenstände. 2
1.3.1 Realinvestitionsobjekte 2
1.3.2 Zinsszenarien 3
2 Das Kapitalwertmodell unter Berücksichtigung von Steuern 4
2.1 Prämissen 4
2.2 Abschreibungsverfahren 5
2.2.1 Lineare Abschreibung 5
2.2.2 Arithmetisch-degressive (digitale) Abschreibung 7
2.2.3 Geometrisch-degressive Abschreibung 9
2.2.4 Wert der Abschreibungsverfahren 10
2.3 Verlustbehandlungsverfahren 14
2.3.1 Sofortiger Verlustausgleich 15
2.3.2 Verlustvortrag. 16
2.3.3 Keine Verlustverrechnung 18
2.3.4 Wert der Verlustbehandlungsverfahren 18
3 Diskontierungsfaktoren nach Steuern 20
II
3.1 Die theoretisch korrekte Ermittlung von Diskontierungsfaktoren
nach Steuern 20
3.2 Die pauschale Ermittlung von Diskontierungsfaktoren nach
Steuern 21
3.3 Ergebnisvergleich 22
4 Fazit 24
Anhang 26
Literaturverzeichnis 28
III
Abkürzungsverzeichnis
c.p. ceteris paribus p.a. per annum S. Seite vgl. vergleiche
1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
„Sinn und Zweck einer jeden Steuerreform in Deutschland sollten investiti-
onsfreundliche steuerliche Rahmenbedingungen sein.“ 1 Mit diesem Kommentar aus einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002 wird deutlich, dass jede Investitionsentscheidung eines Unternehmens in einem direkten Zusammenhang mit dem Steuersystem steht. Unklar bleibt jedoch, welche steuerlichen Rahmenbedingungen eher investitionsfreundlich und welche es eher nicht sind. Hierzu soll in einem ersten Schwerpunkt dieser Arbeit der Wert verschiedener Abschreibungs- und Verlustbehandlungsverfahren anhand von konkreten Beispielrechnungen untersucht werden. Das Ziel hierbei ist, Aussagen darüber treffen zu können, welche der Verfahren die Vorteilhaftigkeit von Realinvestitionen am stärksten positiv beeinflussen und daher als investitionsfreundlich betrachtet werden können.
Der zweite Schwerpunkt der Arbeit widmet sich der Fragestellung, auf welche Weise die alternative Finanzanlage zur Realinvestition, die ebenfalls der Besteuerung unterliegt, im Kapitalwertkalkül modelliert werden sollte, um das Modell möglichst realitätsnah zu gestalten. Hierzu sollen zwei verschiedene Ansätze anhand von Beispielrechnungen miteinander verglichen und kritisch gewürdigt werden.
1.2 Gang der Untersuchung
Im letzten Teil der Einleitung werden zunächst die Untersuchungsgegenstände vorgestellt, anhand derer alle weiteren Berechnungen erfolgen.
Das zweite Kapitel dient der Ermittlung der Werte verschiedener Abschreibungs- und Verlustbehandlungsverfahren anhand von konkreten Beispielrechnungen. Hierzu werden zunächst die Modellprämissen für die Steuerbe-
1 Frankfurter Allgemeine Zeitung (1999).
2
rücksichtigung im Kapitalwertkalkül erläutert, bevor eine Wirkungsanalyse für die einzelnen Gestaltungsmöglichkeiten der Abschreibungs- und Verlustbe-handlungsmethoden zum Ergebnis - dem Wert der einzelnen Verfahren - führensoll.
In Kapitel 3 schließt sich der zweite Schwerpunkt der Arbeit - die Ermittlung von Diskontierungsfaktoren nach Steuern - an. Hierzu werden zwei unterschiedliche Verfahren in den Kapiteln 3.1 und 3.2 vorgestellt, die dann in Kapitel 3.3 anhand von Beispielrechnungen verglichen und gewürdigt werden.
In Kapitel 4 wird schließlich das Fazit der Arbeit gezogen und es erfolgt eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse.
1.3 Die Untersuchungsgegenstände
1.3.1 Realinvestitionsobjekte
Um die Wirkung von Ertragssteuern auf das Kapitalwertmodell beispielhaft darzustellen wird in den nachfolgenden Rechnungen auf acht - in ihren Charakteristika unterschiedliche - Realinvestitionsobjekte (RIO) Bezug genommen. Allgemein unterscheiden sich Realinvestitionsobjekte in der Höhe ihrer
Anschaffungsauszahlungen 0 , in den Nutzungsdauern und in der Höhe und dem zeitlichen Anfall der Einzahlungsüberschüsse . 2 Um die Effekte der Steuerberücksichtigung auf verschiedenartige Zahlungsströme untersuchen zu können, besitzen die Investitionsobjekte sowohl positive, konstante Einzahlungsüberschüsse mit unterschiedlichen Laufzeiten (RIO 1, 2 und 3), als auch mit dem Zeitverlauf steigende (RIO 4), sowie fallende (RIO 5) oder auch alternierende (RIO 6) Einzahlungsüberschüsse. Die Einzahlungsüberschüsse des Realinvestitionsobjekts 7 sind zum Teil bereits schon vor Abschreibungen und Steuern negativ. Für das RIO 8 gilt die Besonderheit, dass die Summe der Einzahlungsüberschüsse genau der Anfangsauszahlung entspricht. Die jeweiligen Charakteristika der einzelnen Realinvestitionsobjekte können der Tabelle A-1 im Anhang entnommen werden.
2 vgl. Heinhold (1996), S. 27.
3
1.3.2 Zinsszenarien
Über eine Zinsstrukturkurve kann die Terminstruktur der Zinssätze - also die Renditen in Abhängigkeit von der Endfälligkeit - zum Ausdruck gebracht
werden. 3 Man unterscheidet zwischen drei Zinsstrukturen: Liegt eine normale Zinsstruktur vor, so nehmen die Zinsen per annum (p.a.) 0, mit ansteigender Kapitalbindungsdauer zu. 4 Liegen die Zinssätze für eine kürzere Kapitalbindungsdauer dagegen höher als für längere Fristen, so spricht man von einer
inversen Zinsstruktur. 5 Ist die Terminstruktur der Zinssätze kaum ausgeprägt, so liegt eine flache Zinsstruktur vor. 6 Alle nachfolgenden Berechnungen stützen sich auf die drei in Abbildung 1-1 dargestellten Zinsszenarien vor Steuern mit einem identischen Durchschnittszinssatz in Höhe von 2%. Das erste Zinsszenario wird durch eine normale Zinsstruktur dargestellt, während dem zweiten Zinsszenario eine flache und dem dritten Zinsszenario eine inverse Zinsstruktur zugrunde liegt. Die genauen Werte der Spotzinssätze sind in der Tabelle A-2 im Anhang aufgeführt.
Abbildung 1-1: Zinsszenarien (Quelle: eigene Berechnung auf Grundlage der Zinsstrukturkur-
7 ) ven der Deutschen Bundesbank für börsennotierte Bundeswertpapiere
3 vgl. Perridon/Steiner (2007), S. 167.
4 vgl. Perridon/Steiner (2007), S. 168.
5 vgl. Schierenbeck/Wöhle (2008), S. 432.
6 vgl. Perridon/Steiner (2007), S. 168.
7 siehe http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_zeitreihen.php?lang=de&open=
zinsen&func=list&tr=www_s300_it03a (Zugriff am 27.04.2010)
4
2 Das Kapitalwertmodell unter Berücksichtigung von
Steuern
2.1 Prämissen
Im Folgenden erfolgt die Berücksichtigung von Steuern im Kapitalwertkalkül ausschließlich durch eine Modifikation der ursprünglichen Zahlungsreihe. Die positiven oder negativen Einzahlungsüberschüsse werden durch den Abschreibungsbetrag der entsprechenden Periode gemindert und anschließend der Besteuerung unterzogen. 8 Die Tatsache, dass die Gewinne einer alternativen Finanzanlage ebenfalls besteuert werden, und aus diesem Grund auch der Kalkulationszinssatz 0, modifiziert werden müsste, soll in
diesem Kapitel zunächst nicht berücksichtigt werden.
Für die Besteuerung wird eine Einheitsertragssteuer vorausgesetzt, der alle Gewinne gleichermaßen unterliegen. Dies impliziert einen proportionalen Tarif ohne Freibeträge, der sich im Zeitablauf nicht ändert. Für die nachfolgenden Berechnungen wird daher ein konstanter Grenzsteuersatz von 35% angenommen. Ist der zu versteuernde Gewinn positiv, so wird eine Steuerzahlung ausgelöst, während bei einem negativen Gewinn ein sofortiger Ver-
lustausgleich - also eine Steuerrückerstattung - erfolgt. 9 In Kapitel 2.3 wird zudem auf zwei Alternativen zum sofortigen Verlustausgleich, nämlich die Möglichkeit keiner Verlustverrechnung sowie des Verlustvortrags, eingegangen. Weiterhin wird vorausgesetzt, dass sowohl die Steuerzahlung als auch der Einzahlungsüberschuss jeder Periode immer am Periodenende anfallen. 10
Der Kapitalwert nach Steuern .. eines Realinvestitionsobjekts lässt sich letztlich nach folgender Formel ermitteln: 11
8 vgl. Heinhold (1996), S. 32.
9 vgl. zu diesem Absatz Blohm/Lüder/Schaefer (2006), S.109.
10 vgl. Olfert/Reichel (2009), S. 92.
11 vgl. Heinhold (1996), S. 43.
Arbeit zitieren:
Philipp Fink, 2010, Investitionsbeurteilung unter Steuern, München, GRIN Verlag GmbH
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