Überbehütung - Missbrauch?
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 3
1. Behütung - Allgemein 3
2. Überbehütung „Overprotectnes“ 4
2.1. Die Eltern 5
2.2. Die Kinder 7
2.2.1. Behinderte Kinder - am Beispiel Epilepsie 8
2.3. Mögliche Folgen 11
2.4. Auswege 12
3. Überbehütet der Profi? 13
4. Fazit 14
5. Literaturliste: 15
2
Überbehütung - Missbrauch? Vorwort
In der folgenden Arbeit möchte ich der Frage nachgehen, inwiefern Überbehütung schädlich, vielleicht sogar Misshandlung ist. Ich werde den Focus hauptsächlich auf die Familie legen, da dort die meisten behütenden Tätigkeiten stattfinden. Zum Schluss werde ich versuchen zu erörtern, inwieweit dieses Problem in der professionellen Erziehung (Pädagogik) von Bedeutung ist.
1. Behütung - Allgemein
Der Begriff „Behüten“ ist negativ besetzt, da er mit Autonomieverlust, Einschränkungen und Enge in Verbindung gebracht wird. Behüten geht Hand in Hand mit der Zustandsbeschreibung der „heilen Welt“, die eigentlich in der Politik geprägt wurde, inzwischen aber auch im Alltag.
Behüten im eigentlichen Sinn bedeutet aber gerade nicht, den Kindern eine heile Welt in Fassaden aufzubauen, alle Gefahren herunterzuspielen und ihnen alles Problematische vorzuenthalten. Es bedeutet vielmehr, ihnen Probleme in einer Art und Weise klarzumachen, die sie verarbeiten können, ihnen Schutz vor Eindrücken zu bieten, die sie wirklich überfordern, sie erschrecken oder ihnen Angst machen, ihnen, wenn das nicht möglich ist, bestmöglich bei der Verarbeitung einer problematischen Situation zu helfen und ihnen die Sicherheit zu bieten, die sie brauchen, um sich die Welt nach und nach selbst zu erobern. 1 Das Fischer-Lexikon ‚Pädagogik’ 2 spricht davon, dass die junge Generation auf die ältere Generation vertrauen kann, anders könne sie nicht zu sich selbst kommen.
Ich finde hier den neu entstandenen Begriff der Behütung „Entschärfen negativer Umwelteinflüsse“ sehr treffend und sich selbst beschreibend. In neuerer pädagogischer Literatur hat diese Begrifflichkeit das „Behüten“ abgelöst.
1 vgl. Flitner 1996, S.83ff
2 vgl. Groothoff 1971, S. 75
3
Überbehütung - Missbrauch?
Zusammenfassend bedeutet das Behüten, Kindern eine Auswahl unserer Welt, die sie „verstehen und in der sie sich zurechtfinden können“ 3 , zusammenzustellen.
Als Aktionsraum für diese Art der Erziehung kommt vor allem die Familie in Frage, weil ein Großteil der Behütungsaufgaben in der frühen Kindheit zum Tragen kommt.
2. Überbehütung „Overprotectnes“
Nach Meinung von Fachleuten ist Überbehütung und andauernde Verwöhnung ein gravierender Fehler bei der Erziehung von Kindern. Greifen Eltern vorzeitig in brenzlige Situationen ein, so lernen Kinder nicht, mit Gefahren umzugehen und Gefahrsituationen einzuschätzen. Es ist z.B. vorteilhaft, wenn Kinder Konflikte unter sich austragen. Solange nicht mit scharfen Gegenständen wie Messer, Steinen o.ä. dabei hantiert wird, sollte man die Kinder ruhig erst einmal sich selbst überlassen, sie Erfahrungen sammeln lassen. Dies gilt selbstverständlich für alle Kinder. Bei chronisch kranken oder behinderten Kindern nimmt die richtige Erziehung einen besonderen Stellenwert ein, da bei Kindern mit besonderen Defiziten das Helfen, Beschützen und Behüten eher Anwendung findet.
Eine klare Definition und Beschreibung zur Überbehütung gibt Bärbel Wardetzki, die ich daher im Wortlaut übernommen habe: „Überbehütung ist eine klassisch weibliche Form von
Kindesmisshandlung. Sie fällt mit der gesellschaftlichen Zuweisung der Zuständigkeit von Müttern für die Betreuung und Pflege der Kinder zusammen. Jungen und Mädchen sind also um so gefährdeter, umso geringer die Einbindung der Mutter in außerfamiliäre Zusammenhänge ist.
3 Flitner 1996, S.85
4
Überbehütung - Missbrauch?
Kinder allein erziehender Mütter sind stärker gefährdet als die Kinder, bei denen der Vater präsent ist. Overprotectnes wird von Außenstehenden häufig nicht als solche wahrgenommen, weil sie im Gewand einer guten und fürsorglichen Betreuung des Kindes durch die ‚gute Mutter’ daher kommt.“ 4
An dieser Stelle ist zu sagen, dass Überbehütung kein reines Mutter-Problem ist, obwohl, wie eben erwähnt, die Häufigkeit dafür spricht.
Das Bundesfamilienministerium setzt die möglichen Folgen der Überbehütung von Kindern auf eine Stufe mit den möglichen Folgen von Kindesvernachlässigung. 5
An diesem Vergleich wird die Misshandlung deutlich.
Resultierend kann man sagen, dass die Problematik der Überbehütung zunimmt, da die Alleinerziehung ebenfalls wächst.
2.1. Die Eltern
Überbehütende Eltern richten sich in Wirklichkeit nicht nach den Bedürfnissen des Kindes, sondern nach ihren eigenen. Hinter der ständigen Furcht, dem Kind könnte etwas passieren, stecken in der Regel Angst und
4 Wardetzki 1991, S. 104f
5 vgl. bmfsfj „Kindesmisshandlung, Erkennen und Helfen“ 2000
5
Arbeit zitieren:
Felix Frobel, 1999, Überbehütung - eine Art von Misshandlung?, München, GRIN Verlag GmbH
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