Inhaltsverzeichnis
1)Einleitung________________________________________________________________ 3
2) Sprach/- Bedeutungswandel 4
3) Aspekte des Dialekts 6
3.1) Abgrenzung vom Begriff Slang 10
3.2) Abgrenzung vom Begriff Umgangssprache 10
3.3) Abgrenzung vom Begriff Mundart 11
3.4) Abgrenzung vom Begriff Regiolekt 12
3.5) Abgrenzung vom Begriff Ortssprache 13
3.6) Abgrenzung vom Begriff Akzent 14
3.7) Sprachsoziologische Gliederung 14
4) Exkurs: Dialekt mit Zukunft? 15
4.1) Entwicklungen bis heute 15
4.2) Leistung des Dialekts im Vergleich zur Hochsprache 21
5) Fazit 24
6) Literaturverzeichnis 27
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1)Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich der Begriffsbestimmung des Dialekts zuwenden. Um die Entstehung und Weiterentwicklungen von Dialekten besser verstehen zu können, werde ich dabei zuerst auf den Sprach- und Bedeutungswandel eingehen. Danach werde ich mich intensiv dem Begriff Dialekt zuwenden, da dieser wirklich nicht leicht zu fassen ist. Die Mehrzahl der Menschen würde den Begriff Dialekt nicht von zum Beispiel dem der Umgangssprache unterscheiden, obwohl es doch gravierende Unterschiede gibt. Diese Abgrenzung werde ich versuchen genauestens vorzunehmen und werde deswegen den Dialekt außerdem von der Mundart, dem Slang, dem Regiolekt, der Ortssprache und dem Akzent abgrenzen. Um meine Ergebnisse, die ich dann folglich zu dem Begriff Dialekt gesammelt habe, zu ordnen, werde ich noch eine kurze sprachsoziologische Gliederung vornehmen. Danach werde ich in einem Exkurs die Frage klären, welchen Status Dialekte warum genießen und welche Zukunftschancen für Dialekte überhaupt bestehen. Denn heutzutage hört man immer öfter Dialekte seien vom Aussterben bedroht und würden demnach gänzlich verschwinden. Um diese Frage zu klären, werde ich letztlich noch auf die Leistungen des Dialekts eingehen und deutlich aufzeigen, dass sich Standardsprache und Dialekt gegenseitig bedingen und es zukünftig nicht zu einem völligen Aussterben der Dialekte kommen wird.
In unserem Alltag sehen wir uns ständig mit neuen Situationen und Problemen konfrontiert, die es allesamt irgendwie zu bewältigen gilt. Dabei ist die Sprache ein Mittel sich die Umwelt zu Eigen zu machen und sich mit ihr in Verbindung zu setzen.
Doch wenn wir von Sprache sprechen, meinen wir primär die gesprochene Sprache und nicht ihre geschriebene Form. Denn diese ist im Allgemeinen eigentlich nur eine später vollzogene und weitaus ungenauere Darstellung der gesprochenen Form. Es fehlen Gestik, Mimik und andere Symbole, die die gesprochene Sprache kennzeichnen und sie im Gegensatz zu der Geschriebenen zu so etwas Besonderem und Wertvollem machen. Auch wenn die Schriftkultur heutzutage eine sehr wichtige Rolle als Mittel der Kommunikation, dem eigentlich primären Zweck von Sprache, einnimmt, so dürfen wir doch die Leistung der gesprochenen Sprache nicht unterschätzen. Es ist wichtig sich seinem Wissen über die Sprachsysteme, die man beherrscht bewusst zu sein und sie auch entsprechend seiner Intention anwenden zu können.
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Dabei ist es stets wichtig aus seinem Repertoire die richtige Varietät auszuwählen. Größtenteils verwenden wir die Standardsprache für formelle Situationen während wir uns im privaten Bereich eher in der Umgangssprache oder dem Dialekt verständigen. Doch wo liegen die Unterschiede? Gibt es überhaupt welche? Wenn ja, wie sehen diese aus und wie lassen sich die verschiedenen Begriffe kategorisieren?
Des Weiteren kommen heutzutage ständig neue Herausforderungen bezüglich der Globalisierung und der damit verbundenen Massenmedien auf uns zu. Die dabei vorherrschende Standardsprache breitet sich dabei auf Kosten der Dialekte immer weiter aus. Sind diese deshalb vom Aussterben bedroht oder ist es eher so, dass sie sich vielleicht eher nur in neuen Gewändern zeigen? Hat der Dialekt, als Mittel der gesprochenen Kommunikation, im Vergleich zu der Standardsprache vielleicht Eigenschaften, die ihn für uns unentbehrlich machen, sowohl der Tradition wie auch seiner Leistung wegen? All diese Fragen werde ich in der vorliegenden Arbeit versuchen zu klären. Es wird sowohl der Begriff Dialekt genau hinterfragt werden, wie auch der jetzige Status der Dialekte, wie es dazu kam und wie es zukünftig um ihn gestellt sein wird.
2) Sprach/- Bedeutungswandel
Nach KELLER/ KIRSCHBAUM (2003: 8) unterliegen Sprachen einem kontinuierlichen Wandel. Sowohl die Standardsprache, wie auch die Dialekte sind also alles andere als starre Gebilde. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich auch die Bedürfnisse der Menschen ändern und die Umstände, in denen die Sprache aktiv gebraucht wird. Deshalb gibt es auch Zeiten, in denen sich eine Sprache mehr oder weniger schnell entwickelt oder in welchen sie sich gar nicht wandelt. Von diesem Sprachwandel sind demzufolge alle Aspekte einer Sprache betroffen, außer natürlich die biologisch determinierten. Es können sich sowohl die Struktur und die Regeln einer Sprache verändern, wie auch der Wortschatz dieser. Deswegen kann man sagen, dass die vom Sprachwandel betroffenen veränderbaren, kulturell bedingten Aspekte nicht nur den sprachlichen Bereich, sondern auch deren Semantik betreffen. Kurz: Alle sprachlichen Ebenen sind vom Sprachwandel betroffen oder können betroffen sein. Sowohl die phonologische Ebene, also der Lautwandel, wie auch die morphologische Ebene, wobei sich Veränderungen im Bereich der Wortbildung und der Wortentstehung ergeben. Des Weiteren die Ebene der Satzgliedstellung, die Ebene der lexikalischen Veränderungen und wie bereits gesagt die der Semantik, also der Bedeutungswandel von Wörtern. Es ist nicht
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schwer einzusehen, dass diese Sprachwandlungen nicht isoliert betrachtet werden können von den allgemeinen, sie umfassenden Kommunikationsstrukturen. Denn diese werden ihrerseits wieder von den Sprachwandlungsprozessen mit beeinflusst und mitgeprägt, weswegen sie also in einem untrennbaren Wechselverhältnis zu einander stehen. Dieser Sprachwandel ist allerdings nichts, was wir Menschen absichtlich oder gar bewusst betreiben. Wir können den Sprachwandel weder anhalten noch beschleunigen. Denn wie bereits oben aufgeführt, gibt es gewisse Faktoren wie gesellschaftliche Umstände oder unterschiedliche Bedürfnisse der Menschen, die diesen beeinflussen und weitertragen. Niemand interessiert sich in dem Moment, in dem er spricht für das Schicksal der Sprache, sondern er versucht lediglich seine kommunikativen Ziele zu verwirklichen. Das Sprachhandeln ist hier also kein festgelegtes Reaktionsmuster, sondern eine praxisorientierte Darstellung seines Willens und eine intendierte Gestaltung seiner Umwelt (vgl. BRANDHOVEN 1997: 24). Deswegen hat jeder Sprachwandel letztlich auch seinen Ursprung darin, dass sprachliche Zeichen in gewissen Kommunikationssituationen auf neue Art benutzt werden und auch benutzt werden müssen, um eben die eigene kommunikative Intention möglichst optimal erfüllen zu können.
Folglich kann man sagen, dass der Sprach- wie auch der Bedeutungswandel ein unbeabsichtigter Nebeneffekt in unserer alltäglichen Kommunikation ist, denn wie bereits oben erwähnt, ist das Sprachhandeln eines Sprechers ein aktives Verhalten, dass sich seiner Umwelt anpasst und deswegen wie jedes Sozialverhalten einem ständigen Veränderungsprozess unterlegen ist.
In Europa hat es über viele Jahrhunderte hinweg keinerlei großen Wanderungsbewegungen gegeben. So blieben die einzelnen Territorien seit langem besiedelt ohne dass die Bevölkerung größeren Wandlungseinflüssen von außen unterlegen gewesen wäre. Deswegen waren die Bedingungen für die Herausbildung von Dialekten hier hervorragend, denn sie konnten sich anfangs komplett frei, später durch den Einfluss der Standardsprache immer noch frei genug, entwickeln und auch weiterentwickeln. Zwar war die Entwicklung an Grenzsäumen von Dialektmischungen beeinflusst, die allerdings nie so stark waren, dass sie die lange Tradition des jeweiligen lokalen Dialekts ernsthaft bedroht hätten.
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3) Aspekte des Dialekts
Sprache wird von verschiedenen Individuen genutzt und weist daher auch unterschiedliche Strukturen auf. Es gibt keine Menschen, die beide exakt genau die gleiche Sprache verwenden und wenn es auch nur minimale Unterschiede in der Sprachpraxis sind. Noch hinzukommt, dass Sprache sich, wie oben aufgeführt, ständig wandelt. Dieser Sprachwandel spielt eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Dialekten. Denn dadurch, dass sich die Sprache abhängig von Ort und Zeit unaufhaltsam ändert, kommt es an unterschiedlichen Orten zu festgefahrenen Strukturen, die, wenn auch nur minimal, von der Standardsprache, der idealen Norm, abweichen. „Ideal“ ist diese Norm allerdings nur aus der Sicht, dass es sich eben um den Sprachgebrauch handelt, dem man als Mitglied einer Sprachgemeinschaft automatisch folgt. Die Norm erfasst also, was man sagen sollte, nicht jedoch Vorschriften eines richtigen Sprachgebrauchs (vgl. HARDER 1981: 53). Dadurch, dass es keine bewahrenden Tendenzen in Deutschland gab, wie sie sich zum Beispiel zu stark zentralistischen Zeiten in Frankreich entwickelten, war es der Sprache auch vergönnt, sich weiter zu entwickeln und zu verändern, weshalb die deutsche Standardsprache keine festgelegte und unfehlbare Norm ist.
Demnach gibt es in der deutschen Standardsprache konkurrierende Varietäten, wie das untere Schaubild deutlich aufzeigt. Hier spricht man laut VEITH (2005: 189) von der Multifunktionalität einer Sprache.
Der Ursprung der Sprachvarietäten ist, wie auf dem Schaubild ersichtlich, der gleiche, nämlich die Standardsprache. Diese Varietäten variieren im Hinblick auf die individuellen Unterschiede von Ort zu Ort und wirken daher eher gekünstelt (VEITH: 2005: 189). Merkmale dieser Sprache, auch Hochsprache genannt, sind nach VEITH (2005: 196) die folgenden:
Erst einmal weicht sie natürlich stark von den Dialekten ab, da diese ja aus der Standardsprache resultieren und die Dialekte den „niederen“ Sprachvarianten angehören. Deshalb ist die Standardsprache folglich auch grammatisch komplexer als diese und hat eine größere kommunikative Reichweite. Denn Dialekte sind natürliche Abwandlungen der Standardsprache, die man außerhalb des Ortes, an welchem man sie praktiziert, bereits schon nur schwer oder sogar gar nicht mehr verstehen kann. Es sind nach SHELDON (1890: 31) unterschiedliche „lokale Formen der Sprache“. Also sprachliche Sonderformen, die örtlich oder regional begrenzt sind (DUDEN 1997: 187). Deswegen ist ein Dialekt auch eine Form des Lokalkolorits, also ein Teil der örtlich typischen Eigenarten der jeweiligen Gegend, in der er praktiziert wird.
Des Weiteren ist die Standardsprache die Grundlage eines großen und geachteten Schrifttums, welche durch formale Erziehung erlernt wird. Sie wird eher nicht in der familiären Unterhaltung genutzt - hier würden Dialekte zum Tragen kommen - und ist fast ausschließlich Situationen vorbehalten mit einem hohen Öffentlichkeitsgrad. Natürlich gibt es jedoch auch Familien, in denen großen Wert darauf gelegt wird, sich auch innerhalb der Familie gehobener und eventuell auch nur in der Standardsprache auszudrücken. Beim Dialekt ist die Lautlehre das ausschlaggebendste Kriterium zur Abgrenzung von Dialekten von der Norm, weshalb sie auch als Grundlage bei der Dialektforschung dient, weil sie das zugänglichste und verlässlichste Kriterium darstellt (vgl. SHELDON 1890: 34). Jeder Mensch ist dem Einfluss Anderer insofern unterworfen, weil permanent unterschiedliche Faktoren und Gruppen von außen auf ihn einwirken. Somit lernt jeder Mensch von Kind auf die Standardsprache und den Dialekt der Umgebung, in welcher er sich befindet, automatisch kennen. Denn nach SHELDON (1890: 35) ergibt „sich nur aus der Beobachtung von Individuen, daß wir eine genaue Vorstellung erhalten von dem, was nicht individuell ist“.
Die Verschiedenheiten zwischen den Dialekten, nennt man Dialektunterschiede. Diese betreffen allerdings nicht nur die Aussprache. So verwenden unterschiedliche Individuen,
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entsprechend ihrer Bedürfnisse, auch einen anderen Wortschatz, also ein vielleicht völlig anderes Vokabular. Des Weiteren werden die Wörter bei mehreren Individuen mit einer unterschiedlichen Häufigkeit gebraucht und es lassen sich auch geschlechtsspezifische Unterschiede feststellen. Hier kommt auch wieder der Bedeutungswandel der Wörter zum Tragen, der nach SHELDON (1890: 34) einen noch größeren Stellenwert innerhalb dieser dialektalen Unterschiede hat.
Bei dieser Weiterentwicklung und Individualisierung einer jeden Sprache spricht man von sogenannten Idiolekten. Sie stellen die Gesamtheit des Sprachbesitzes eines Individuums dar. Also das individuelle Sprachverhalten, das den Wortschatz, die Wortwahl, die Ausdrucksweise, etc. betrifft (www.enzyklo.de 19.09.2010).
Eine genaue Abgrenzung der Dialekte ist nicht möglich, wenn man sie, wie oben erwähnt, als lokale Formen der Sprache ansieht. Wenn man sich jedoch die individuellen Charakteristika ansieht, die jede Sprachvarietät - so auch den Dialekt, prägen, wird eine Abgrenzung möglich. Sprachliche Varietät kann sich nach der Soziolinguistik auf vier verschiedenen Ebenen abspielen: Die diastratische Ebene bezeichnet die Sprache im schichtenspezifischen Gebrauch. Denn innerhalb verschiedener Gruppen werden logischerweise auch andere Sprachvarianten verwendet, sogenannte Soziolekte. So sprechen Handwerker anders als Professoren und Anwälte anders als Gärtner. Dies rührt daher, dass die Sprachbenutzer die Sprache abhängig von verschiedenen Zeiten und verschiedenen Umständen unterschiedlich gebrauchen müssen, um eben ihren Bedürfnissen adäquat Ausdruck verleihen zu können. Es sind also gruppeneigene Dialekte mit den ihnen eigenen lingualen Merkmalen, zum Beispiel einem eigenen Wort- oder Sprachschatz, die nur in den jeweiligen Gruppen so vorkommen. Die Grammatik bleibt im Normalfall korrekt. Allerdings gibt es auch Sprachen innerhalb von bestimmten Gruppen, wie zum Beispiel bei ausländischen Gastarbeitern hierzulande, bei denen die grammatischen Strukturen der übergeordneten Sprache, in diesem Fall des Standarddeutsch, erheblich vereinfacht werden. Diese sogenannten Pidgin-Sprachen resultieren aus dem Kontakt zwischen über- und untergeordneten Sprachen in Kolonialgebieten und dienen der eingeschränkten Kommunikation in bestimmten Situationen. Das Vokabular ist größtenteils der kolonialen oder dominanten Sprache entlehnt während Elemente der nun herrschenden Superstratsprache integriert werden. Es ist also ein restringierter Sprachcode, weswegen die Verständigung stets primitiv bleibt. Ein typisches Beispiel einer Pidgin-Aussage wäre zum Beispiel:
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Arbeit zitieren:
Lena Istel, 2010, Dialekte, München, GRIN Verlag GmbH
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