Inhalt
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1. Einleitung 2
2. Lernen. 3
2.1 Was ist Lernen? 3
2.2 Bedingungen für das Lernen 4
3. Behaviorismus 5
3.1 Allgemein 5
3.2 I. P. Pawlow 6
3.2.1 Klassisches Konditionieren 6
3.2.2 Beispiel Pawlow ´scher Hund 7
3.3 J. Watson 9
3.3.1 Klassischer Behaviorismus 10
3.3.2 Beispiel: Little Albert. 10
3.4 B.F. Skinner. 11
3.4.1 Konditionieren. 12
3.4.2 Beispiel: Skinner-Box 14
3.4.3 Radikaler Behaviorismus 15
3.5 E.L. Thorndike 15
3.5.1 Das Gesetz des Effekts. 16
3.5.2 Beispiel: Puzzle-Box 16
4. Kognitivismus 17
4.1 Allgemein 17
4.2 Jean Piaget. 18
4.3 Entwicklungstheorie. 19
4.3.1 Schema/Assimilation/Akkommodation/Äquilibration. 20
4.3.2 Entwicklungsstufenmodell 22
5. Fazit. 26
6. Anhang 28
7. Literaturverzeichnis 30
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1. Einleitung
Ein Kind fasst auf die heiße Herdplatte und verbrennt sich die Finger. Ein Vorgang den es wahrscheinlich nie wieder wiederholen wird. Der Vater kauft für die Mutter Blumen und stellt beim Floristen fest, dass es außer Rosen und Nelken noch mehr Schnittblumen gibt. Eine Erfahrung die er vorher nie gemacht hat. Die Großmutter hat einmal in der Woche einen Brief an ihren Enkel geschrieben, bis ihr Mann ihr das Internet erklärt hat. Jetzt schreibt sie jeden Tag eine E-Mail.
Es geht hier um das Lernen, als ein Vorgang, der uns mit der Geburt, ein Leben lang nicht mehr loslässt. Mithilfe des Lernens, werden wir Teil unserer Kultur, indem wir Sprachen erlernen, sowie Sitten und Gebräuche verinnerlichen. Wissen generiert sich aus dem Prozess des Lernens. Wissen, um auf sozio-kultureller und ökonomischer Basis überlebensfähig zu sein. Lernen in jeglicher Art und Weise wird somit zu einer Notwendigkeit. Unter diesem Aspekt ist es nur verständlich, dass die Beschäftigung mit dem Begriff des Lernens innerhalb der Pädagogik respektive der Erziehungswissenschaften einer der Grundbausteine ist und die Anzahl der wissenschaftlichen Schulen die sich mit diesem Thema beschäftigen, horrend.
In dieser Ausarbeitung soll es um den Lernbegriff gehen und um zwei spezielle Lerntheorien. Nachdem im anschließenden Punkt das Lernen näher definiert und die Voraussetzungen betrachtet wurden, folgt im Punkt drei die erste Lerntheorie. Der Behaviorismus wird näher erklärt, unter anderem mit der Hilfe von treffenden Beispielen und einige wichtige Vertreter wie Watson und Skinner aufgeführt. Danach schließt sich die zweite Lerntheorie, in der Form des Kognitivismus, an. Hier soll lediglich eine bedeutende Person vorgestellt werden. Es handelt sich dabei um Jean Piaget, dem ‚Vater‘ der kognitiven Entwicklungspsychologie. Abschließend soll das Fazit die gewonnen Erkenntnisse dieser Arbeit zusammenfassen. Wie bereits zu Anfang erwähnt ist es von grundlegender Bedeutung, zu wissen was ‚Lernen‘ ist, wenn man sich mit Lerntheorien beschäftigen will. Den Versuch einer Definition beziehungsweise einer näheren Erklärung, unternimmt der folgende Abschnitt.
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2. Lernen
2.1 Was ist Lernen?
„Man lernt nie aus: Aus diesem Satz sollte man lernen.“ (Uhlenbruck, 1999, S. 159) „Das Lernen hat kein Narr erfunden.“ (Sprichwort) „Lerne was, so kannst du was.“ (Sprichwort) „Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“ (Sprichwort nach Seneca, Epistulae 106,12) Lernen ist ein „Sammelname für verschiedene komplexe Prozesse, die zur «latenten Verhaltensänderung durch Erfahrung» führen.“(Häcker & Stapf, 2009, S. 579) „Lernen ist ein Vorgang, durch den eine Aktivität im Gefolge von Reaktionen des Organismus auf eine Umweltsituation entsteht oder verändert wird.“(Ipfling, 1974, S. 182),,Lernen ist der Prozeß, durch den Verhalten aufgrund von Interaktionen mit der Umwelt oder Reaktionen auf seine Situation relativ dauerhaft entsteht oder verändert wird, wobei auszuschließen ist, daß diese Änderung durch angeborene Reaktionsweisen, Reifungsvorgänge oder vorübergehende Zustände des Organismus (Ermüdung, Rausch oder ähnliches) bedingt sind."(Skowronek, 1969, S. 11)
Der Begriff ‚Lernen‘ ist von einer solchen Komplexität, dass lediglich nur eine universelle Definition nicht existiert. Allgemeinhin wird Lernen als Aneignung von Wissen und Fertigkeiten gesehen. Diese Auslegung wird häufig mit der Institution Schule in Verbindung gebracht. Lehrer oder Schüler setzen einen Lernprozess in Bewegung, der zielorientiert ist. Im Bereich der Psychologie erfährt der Begriff des Lernens eine wesentlich vielseitigere Auslegung. Es geht um eine relativ beständige Aneignung von neuen oder um den Wandel bereits existenter Fähigkeiten/Fertigkeiten. Die Grundlage für diesen Erwerb respektive Modifikation bildet die Erfahrung. Die Genese und Modulation von Ängsten, inneren Haltungen und Vorlieben, wird ebenfalls mit dem Terminus des Lernens in Verbindung gebracht, nur um ein Beispiel für die breit gefächerte Anwendung zu geben. Nicht dem Lernen zuzuordnen sind Veränderungen, die dem natürlichen Reifungsprozess entspringen, sprich genetischer Natur sind, die aufgrund von Krankheit eintreten oder ihren Ursprung im Konsum von Drogen haben (vgl. Keck, Sandfuchs, & Feige, 2004, S. 283; Mayer, 2000, S. 99).
„Der Lernprozess selbst kann jedoch nicht beobachtet werden, wir schließen auf ihn durch Beobachtung des Verhaltens bzw. der Verhaltensänderung bei den Lernenden.“ (Mayer, 2000, S. 99) Der Zusammenhang zwischen Lernprozess und Verhaltensänderung, bzw. die Verhaltensänderung im Sinne eines Lernprozesses, lässt sich durch Lerntheorien beschreiben. Maßgeblich sind hier zwei verschiedene Ansätze. Zum einen gibt es die Reiz-Reaktions-Theorien (Behaviorismus). Deren Ursprung liegt in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Es wird davon ausgegangen, „dass Verhaltensänderungen dadurch entstehen, dass Menschen es lernen, eine bestimmte Reizsituation (Stimulus=S) mit einer bestimmten Reaktion
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(Response=R) zu beantworten.“ (Keck, Sandfuchs, & Feige, 2004, S. 284) Beispielhaft für diese Theorie sind das ‚klassische Konditionieren‘ nach Pawlow und Watson (Pawlow ’scher Hund) und das ‚operante Konditionieren‘ nach Skinner (Skinner-Ratte). 1 Eine nähere Betrachtung des Behaviorismus und seiner Vertreter erfolgt im Punkt drei dieser Ausarbeitung. Zum anderen gibt es die kognitiven Lerntheorien. Hierbei geht es vornehmlich um die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen im Bereich des Bewusstseins respektive der Kognition. Lernen wird verstanden als ein aktiver Vorgang, bei dem das lernende Individuum auf Grundlage des immanenten Vorwissens, bestehende Fakten aufnimmt, um sie anschließend in eigene, bedeutungshaltige Informationen zu transferieren. Ein detailliertes Bild über den Bereich des Kognitivismus bietet der vierte Punkt. (vgl. Mayer, 2000, S. 99f; Keck, Sandfuchs, & Feige, 2004, S. 283ff)
2.2 Bedingungen für das Lernen
Im Hinblick auf die Voraussetzungen für das Lernen, ist eine grundsätzliche Unterscheidung der Variablen in zwei Kategorien nötig, nämlich den inneren Einflüssen (Variablen des Organismus/physisch-psychologische Voraussetzungen/biologische Grundlagen) und den äußeren Einflüssen (Umweltvariablen/externe Voraussetzungen). Die nachfolgende Tabelle 1 der verschiedenen Einflüsse, kann und will keinen Anspruch auf Vollständigkeit stellen. Viel mehr geht es darum einen Überblick über entsprechende Faktoren zu geben. (vgl. Randler, 2004, S. 5ff; Scheunpflug, 2001, S. 63ff; Bodenmann, et al., 2004, S. 24ff; Roth, 2010, S. 237ff; Seel, 2000, S. 35, 76ff)
• Alter • Qualität und Quantität des Unterrichts • Fähigkeiten (Entwicklungsstand) • Lehrkörper
1 siehe auch Baumgart, 1998; S. 107ff. Lernen als Aufbau von Reiz-Reaktions-Verbindungen.
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3. Behaviorismus
3.1 Allgemein
Der Behaviorismus ist eine Theorie, die das menschliche Verhalten naturwissenschaftlich für untersuchbar und erklärbar hält (vgl. Göhlich/Zirfas, Lernen- Ein pädagogischer Grundbegriff, 2007, S. 19). Dabei zerlegt der Behaviorismus das menschliche Verhalten in sogenannte Reiz-Reaktions-Mechanismen.
Ableiten lässt sich Behaviorismus von dem englischen Wort „behavior“, was so viel heißt wie Verhalten. Den Forschern des Behaviorismus geht es vorrangig darum das Verhalten des Menschen exakt und objektiv zu beschreiben, auch mit Hilfe von Untersuchungen betreffend das Verhalten von Tieren (vgl. Reuter, 2005, S. 4). Der Behaviorist beabsichtigt damit, dass was er beobachtet zum eigentlichen Thema der Psychologie zu machen. Für ihn ist nur das relevant, was er tatsächlich ganz objektiv beobachten kann.
„Psychologie, wie sie der Behaviorist sieht, ist ein vollkommen objektiver, experimenteller Zweig der Naturwissenschaft. Ihr theoretisches Ziel ist die Vorhersage und Kontrolle von Verhalten. […]. Bei seinem Bemühen, ein einheitliches Schema der Reaktionen von Lebewesen zu gewinnen, erkennt der Behaviorist keine Trennungslinie zwischen Mensch und Tier an. Das Verhalten des Menschen in all seiner Feinheit und Komplexität macht nur einen Teil der behavioristischen Forschung aus“, (zit. John Watson, vgl.
Friedrich/Noack/Bönisch/Bisky, 1979, S. 66). Dies ist ein Ausschnitt aus Watsons Aufsatz „ Psychologie, wie sie der Behaviorist sieht“. John Broadus Watson gilt als Begründer des Behaviorismus im 20. Jahrhundert. Mit dem Zitat von Watson wird nochmal herausgestellt, wie wichtig dem Behavioristen die Objektivität während ihrer Forschungen ist. Ebendieser Sachverhalt führt auch zur eindeutigen Abgrenzung des Behaviorismus zur Bewusstseinspsychologie (vgl. Reuter, 2005, S. 4). Die Behavioristen vertreten die Meinung, dass geistige Phänomene nicht messbar sind, und sie sich somit auf das rein beobachtbare beschränken. Im Behaviorismus wird der Mensch als ein Art „black-box“ angesehen, d.h. die Gefühle und das Bewusstsein des Menschen werden bei den Untersuchungen nicht berücksichtigt (vgl. Reuter, 2005, S. 4). Der Mensch wird nicht mehr wirklich als Lebewesen angesehen, sondern eher als eine Maschine, bei der bestimmte Abläufe zu beobachten sind.
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Das Ziel dieser Theorie ist, dass man das Lernen steuern und kontrollieren kann, indem man einen Reiz initiiert, damit eine erwünschte Reaktion erfolgt.
3.2 I. P. Pawlow
Ivan Pawlow war ein russischer Physiologe, der am 14. September 1849 in Rjasan geboren wurde. Er war der älteste von zehn Kindern. Da seine Eltern streng religiös waren, wurde Ivan Pawlow mit elf Jahren auf ein Priesterseminar geschickt (vgl.
Bodenmann/Perrez/Schär/Trepp, 2004, S. 44). Durch dieses Seminar wurde Pawlows Interesse an den Wissenschaften immer größer und er besuchte ab 1870 die Universität von St. Petersburg. Zunächst studierte er dort Jura und Naturwissenschaften, entschied sich aber dann doch für die medizinische Laufbahn (vgl. Bodenmann/Perrez/Schär/Trepp, 2004, S. 44). Im Alter von 31 Jahren wurde Pawlow zum Leiter der physiologischen Abteilung im Institut für Experimentelle Medizin ernannt, und er hielt zumal noch mit 36 Jahren die Leitung der Professur für Physiologie (vgl. Bodenmann/Perrez/Schär/Trepp, 2004, S. 44). Der russische Physiologe musste seine Versuche selbst finanzieren, da die damaligen Zaren kein Interesse an solchen Versuchungen hatten. Durch seine Untersuchungen am Verdauungssystem von Hunden wurde Pawlow berühmt. Er erhielt dadurch auch 1904 den Nobelpreis für Medizin. Unvergessen bleibt Pawlow auch durch die Demonstration des bedingten Reflex (vgl. Bodenmann/Perrez/Schär/Trepp, 2004, S. 45). Ivan Pawlow war es wichtig, dass auch in Zukunft immer weiter geforscht wird, somit wandte er sich kurz vor seinem Tod an die Jugendlichen Russlands, dass sie auch nach seinem Tod noch weiter mit Freude forschen. Er starb am 27. Februar 1936 in Leningrad.
3.2.1 Klassisches Konditionieren
Bei dem klassischen Konditionieren wird ein anfänglich neutraler Stimulus, auch Reiz genannt, mit einem nachfolgenden Reiz, der eine angeborene Reaktion auslöst, gekoppelt. Der neutrale Reiz wird neu als Hinweisreiz für den nachfolgenden Reiz interpretiert. Durch diese Koppelung kann die angeborene Reaktion nun nicht mehr durch den ursprünglichen Reiz, sondern auch durch den ehemals neutralen Stimulus ausgelöst werden (vgl. Bodenmann/Perrez/Schär/Trepp, 2004, S. 47). Eine weitere Definition ist die, dass die klassische Konditionierung eine Grundform des Lernens ist, wobei ein Stimulus, also ein Reiz, oder ein Ereignis das Auftreten eines anderen Stimulus oder Ereignisses vorhersagt.
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Dabei lernt der Organismus eine neue Assoziation zwischen zwei Stimuli, d.h. es gibt einen Stimulus, der die Reaktion zuvor nicht hervorrief, und einen Stimulus, der die Reaktion natürlicherweise hervorruft (vgl. Zimbardo/Gerrig, Psychologie, 2008, S. 195). Als Beispiel dafür kann man die Angst vor dem Zahnarzt nehmen. Bei vielen Menschen reicht es schon aus das Geräusch des Bohrers nur zu hören, und ihnen stellen sich buchstäblich die Nackenhaare auf und der Puls beschleunigt sich. Diese Menschen verbinden oftmals das Bohrgeräusch bereits mit Schmerzen. D.h. der Körper hat gelernt auf einen bestimmten Umwelteinfluss, wie in diesem Fall das Geräusch des Bohrers, eine Reaktion zu produzieren, der schneller werdende Puls.
3.2.2 Beispiel Pawlow ´scher Hund
„ Könnte man nicht eine so elementare psychische Erscheinung finden, die man auch für eine rein physiologische Erscheinung halten dürfte, um von ihr ausgehend eine streng objektive Untersuchung der Bedingungen ihrer Entstehung, ihrer verschiedenartigen Komplikationen und ihres Verschwindens von Anfang an ein objektives physiologisches Bild der gesamten höheren Nerventätigkeit der Tiere zu erhalten?“, (zit. Ivan Pawlow, vgl. Leonhard, 1978, S. 19 f.). Genau dieser Wunsch von Pawlow sollte in Erfüllung gehen, doch eher durch einen Zufall, als durch Berechnung. Eigentlich wollte der russische Physiologe Untersuchungen zur Verdauung an Hunden durchführen. Für seine Forschungen implantierte Pawlow Schläuche in die Drüsen und Verdauungsorgane des Hundes, und konnte somit die Körpersekrete auffangen und jene messbar machen (vgl. Zimbardo/Gerrig, Psychologie, 2008, S. 195). Ein Assistent des Physiologen gab dem Hund eine Art Fleischpulver in das Maul, um somit die Produktion von den Verdauungssekreten anzuregen. Nach einer Weile konnte man bei dem Hund beobachten, dass er bereits vor der Eingabe des Pulvers begann zu speicheln. Allein die Sicht auf das Pulver, später die Schritte des Assistenten, reichte aus, um den Hund zum Speicheln zu bringen. Diese Erscheinung konnte Pawlow nicht so stehen lassen. Er widmete sich also der Untersuchung eben dieser Erscheinung.
Ivan Pawlow verließ seine Forschungen zur Untersuchung der Verdauungsprozesse und befasste sich nach der Zufallsentdeckung mit dem klassischen Konditionieren. Da Pawlow die wichtigsten Phänomene des Konditionierens entdeckte, bezeichnet man das klassische Konditionieren auch als Pawlow’sche Konditionierung (vgl. Zimbardo/Gerrig, Psychologie, 2008, S. 195).
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Sein Untersuchungsaufbau war recht einfach, aber dennoch genial. Als Versuchsobjekt diente weiterhin ein Hund. Dieser Hund wurde in ein Geschirr gespannt, siehe Abbildung 1 (vgl. Anhang). In regelmäßigen Abständen wurde dem Hund ein neutraler Stimulus präsentiert, wie das Läuten einer Glocke zum Beispiel. Direkt im Anschluss wurde dem Hund Futter vorgesetzt. Die erste Reaktion des Hundes darauf war eine Orientierungsreaktion, d.h. er versuchte herauszufinden woher der Ton kam. Durch das Wiederholen des Versuchs, also der Paarung von Ton und Futter, nahm die Orientierungsreaktion des Hundes ab. An dessen Stelle trat das Auftreten von Speichel (vgl. Zimbardo/ Gerrig, Psychologie, 2008, S. 195 ff.). Indem der russische Physiologe den Reiz, also den Glockenton, änderte in Lichtsignale oder ein tickendes Metronom, zeigte er die Generalisierbarkeit des Konditionierens. Wichtig bei der Auswahl des Reizes war es einen Reiz auszuwählen der vollkommen neutral war für den Hund.
In der Abbildung 2 (vgl. Anhang) werden die Hauptmerkmale des klassischen Konditionierens erläutert und grafisch dargestellt. Im Mittelpunkt der Pawlow´schen Konditionierung stehen Reflexe. Reflexe sind ungelernte Reaktionen, wie Speichelfluss, Pupillenkontraktion, Kniesehnen- oder Lidschlagreflex, die in natürlicher Weise durch spezifische Stimuli hervorgerufen werden, die für den Organismus biologisch relevant sind (vgl. Zimbardo/ Gerrig, Psychologie, 2008, S.197). Ein solcher Stimulus, wie das Futter in den Untersuchungen von Pawlow, wird als unkonditionierter Stimulus bezeichnet, auch UCS genannt. Der unkonditionierte Stimulus löst eine unkonditionierte Reaktion aus, die UCR. Der neutrale Stimulus, NS, wie der Glockenton löst normalerweise keine Reaktion bei dem Hund aus. Wird der neutrale Stimulus jedoch im Laufe des Experiments wiederholt mit dem unkonditionierten Stimulus gepaart, kommt es zur Umformung des neutralen Stimulus zum konditionierten Stimulus, CS (vgl. Zimbardo/ Gerrig, Psychologie, 2008, S.197). In Verbindung mit dem UCS, löst der CS vorerst eine UCR aus bei dem Hund, d.h. der Hund beginnt vermehrt zu speicheln. Nach mehreren Versuchsdurchgängen löst der CS allein, ohne Verbindung mit dem UCS, eine konditionierte Reaktion aus, CR genannt (vgl. Zimbardo/ Gerrig, Psychologie, 2008, S.197).
Als konditionierte Reaktion ist jede Reaktion, die der konditionierte Stimulus als Ergebnis des Lernens hervorruft (vgl. Zimbardo/ Gerrig, Psychologie, 2008, S.197). Bei der klassischen Konditionierung gibt es vier Varianten der zeitlichen Anordnung von CS und UCS, wie man auch in Abbildung 3 sehen kann (vgl. Anhang). Zum einen gibt es die verzögerte Konditionierung. Bei dieser Variante geht dem UCS unmittelbar ein CS voraus. Bei der Spurenkonditionierung geht dem UCS ebenfalls ein CS voraus, aber nicht
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Tobias Engfer, Christiane Grunewald, 2010, Lernen - Zwischen Behaviorismus und Kognitivismus, München, GRIN Verlag GmbH
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