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zweiten Auflage nur deutlicher, prägnanter, entschiedener, gründlicher und nachhaltiger war und das darstellt, was in der ersten Auflage auch schon thematisiert wurde.
Kants Stellung zur Logik und wie er sie in seiner Zeit einschätzt ist ein Lob auf die Logik. Wichtig ist, dass Kant auf die Beschränkung Wert legt, denn dies ist für ihn sehr wichtig in Bezug auf die transzendentale Logik. Einschränkungen müssen stattfinden.
Kritik heißt zunächst einmal Beurteilung oder ein Urteil fällen und es bedeutet für Kant in zweiter Sicht auch Grenzen setzen, Schranken aufzeigen. Demnach aufzeigen, in welchem engen Bereich etwas aufgefasst werden muss, damit es sinnvoll vorangehen kann. Demnach heißt auch „Kritik der reinen Vernunft“ für Kant, dass man der reinen Vernunft in ihren Ansprüchen Grenzen setzen muss, denn nur wenn man ihr Grenzen setzt, dann ist erst reine Erkenntnis oder metaphysische Kenntnis möglich. Kant gebraucht Vernunft und Verstand auf eine komplizierte Weise. Vernunft bedeutet gelegentlich das Ganze unseres theoretischen Erkenntnisvermögens, jedoch kann Vernunft auch einen engeren Sinn haben und im Gegensatz zu Verstand stehen. Vernunft oder Ratio ist also das Vermögen des Schlussfolgerns und der Verstand ist das Vermögen der Begriffsverwendung. Das heißt, dass der Verstand das Vermögen ist, Begriffe zu verwenden. Die Vernunft ist das Vermögen, Schlüsse zu ziehen. Kant schränkt die Vernunft in ihren Möglichkeiten, etwas zu erkennen, ein, aber lässt dem Verstand volle Gerechtigkeit wiederfahren.
Dies ist also Kants Lob auf die Logik, aber auch Kants Einschränkung der Brauchbarkeit der Logik. Im weiteren Verlauf führt Kant in der Kritik der reinen Vernunft eine Einteilung der Logik vor: Das Verständnis der transzendentalen Logik, die den wesentlichen Bestand der Kritik der reinen Vernunft überhaupt ausmacht und von Bedeutung ist. Transzendentale Logik ist der wesentliche Bestand der Kritik der reinen Vernunft. Für das Verständnis der transzendentalen Logik muss man erkennen, was Kant unter Logik allgemein versteht und wie in der Einteilung der Logik diejenige Art von Logik ins Auge gefasst wird, die für die transzendentale Logik von Bedeutung sein wird. Logik untersucht insgesamt den
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Gebrauch unseres theoretischen Vermögens. Im weiteren Verlauf des Buches unterscheidet Kant eine allgemeine Logik von einer besonderen oder speziellen Logik. Die besondere Logik lehrt wie über bestimmte Arten von Gegenständen richtig zu denken ist. Der Begriff der Gegenstände taucht hier erstmals auf, und zwar nicht als individuelle, sondern als unterstützende Arten gehörig, die wir bezüglich dieser Gegenstände zu denken haben. Dies lehrt die spezielle Logik. Die allgemeine Logik hat es mit den Formen des Denkens zu tun, ohne Rücksicht auf die Unterschiede der jeweiligen Gegenstände, also ohne Rücksicht auf die Differenz der Gegenstände. Kant sagt hier aber nicht, dass sie es nicht mit Gegenständen zu tun hat, sondern er sagt nur, dass sie keine Rücksicht auf die Unterschiede der Gegenstände nimmt. Die allgemeine Logik ist eine Logik, bei der es gleichgültig ist ob wir von Göttern, Engeln, Spiegeln, Zahlen oder Türen sprechen, darauf nimmt diese Logik keine Rücksicht. Kant nennt sie auch Elementarlogik. Diese elementare Logik, die keine Rücksicht auf die Unterschiede der Gegenstände nimmt, unterscheidet Kant in eine reine und eine angewandte Logik. Die angewandte Logik ist diejenige, die sich mit dem Subjekt und seiner Seele, seinen Fähigkeiten und Mühen beschäftigt. Dazu gehören auch Müdigkeit, Aufmerksamkeit, Ablenkung und Konzentrationsfähigkeit. Demnach beschäftigt sie sich mit den empirischen, psychologischen und subjektiven Bedingungen des Denkens. Heute würden wir uns fragen, ob dies überhaupt zur Logik gehört. Man kann dies auch mit guten Gründen verneinen und es in die Kategorie der Psychologie des Denkens verschieben. Seit 200 Jahren haben sich in einer Tradition, die sich mit der Logik als Wissenschaft beschäftigt, auch Wandlungen ereignet, die dazu geführt haben, dass wir die Logik im Wesentlichen als eine Formenlehre des Denkens und des Erkennens betrachten, nämlich als reine Logik. Die angewandte Logik bei Kant gehört zur Psychologie des Denkens, während die reine Logik dasjenige ist, auf die es Kant ankommt. Sie beschäftigt sich mit den Formen des Verstandes. Formalisierung heißt, alles Inhaltliche ausblenden, dies ist mit dem Wort „rein“ gemeint, und bedeutet, wie Kant es formuliert, keine Rücksicht auf die Differenz zu nehmen, die zwischen den Gegenständen besteht. Weiterhin sagt er, dass es apriorische Formen sind. Diese sind nicht von Erfahrung abhängig. Für uns müssen demnach logische Gesetzte a priori gelten, das heißt unabhängig von Erfahrung und auch davon, ob
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von allen immer so gedacht wird. Die logischen Gesetze denken immer und überall. Die Logik wiederum ist eine empirische Wissenschaft. Kant teilt die allgemeine Logik in Analytik und Dialektik ein. In dieser Gestalt nimmt Kant auch die transzendentale Logik auf, denn dort gibt es auch eine transzendentale Analytik und Dialektik, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben.
Bei Aristoteles gibt es eine erste und zweite Analytik, in der der sogenannte beweisende oder apodiktische oder zur Wissenschaft gehörige Syllogismus behandelt wird. Kant fasst dieses ganz anders auf, denn er versteht das Wort Analytik wörtlich. Analyse heißt wörtlich auflösen, im Gegensatz zur Synthese. Aus diesem Grund bezeichnet Kant die Analytik diejenige logische Disziplin, die es mit den Bausteinen aus der Logik zu tun hat. Die Analytik hat demzufolge die Aufgabe, unsere Gedankengebilde zu gliedern oder zu stückeln, sodass ihre elementaren Bausteine sichtbar werden. Die elementarsten Bausteine sind die Begriffe.
Die Begriffe sind die Bausteine der Urteile. Diese sind wiederum Bausteine, denn sie sind Prämissen und Konklusionen der Schlüsse. Die Disziplin, die sich mit den Schlüssen beschäftigt, nennt Kant Dialektik. Hier findet in einem gewissen Sinne eine Anknüpfung an die Antike statt. Die Dialektik Platons bestand darin, die Verflechtung der Ideen zu klären. Dialektik heißt, zu wissen, wie Ideen untereinander verbunden sind. Ideen sind durch Exklusion oder Inklusion verbunden, das heißt Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit. Tapferkeit, Tugend und Einstellung stehen in einem solchen Verhältnis zueinander. Innerhalb der Tugenden gibt es wiederrum eine Einstellung, z. B. die Tapferkeit und die Frömmigkeit, dies ist schon eine Schlussfolgerung. Indem man demnach mehrere „Ist-Sätze“ aufeinanderlegt, erzielt man eine Schlussfolgerung: Tapferkeit ist eine Tugend. Eine Tugend ist eine Einstellung. Also ist auch Tapferkeit eine Einstellung.
Schon bei Platon gab es einen Zusammenhang zwischen Dialektik und Schlussfolgerungen. Das Wissen, darüber wie Ideen untereinander verbunden sind, lässt sich nicht nur in Sätzen, sondern auch in Satzkombinationen in Art der Schlussfolgerung darstellen.
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2010, Was versteht Kant unter einem synthetischen Urteil a priori, München, GRIN Verlag GmbH
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