Inhaltsverzeichnis
I. Planung der Unterrichtsstunde 3
a) Bedingungsanalyse 3
b) Sachanalyse 4
c) Didaktische Analyse 6
d) Ziele der Unterrichtsstunde 7
e) Methodische Analyse 8
f) Tabellarischer Stundenverlaufsplan 10
g) Tafelbildentwurf 11
h) Materialien 13
II. Reflexion der Unterrichtsstunde 22
a) Beschreibung unvorhergesehener Situationen im Unterrichtsverlauf und
deren (mögliche) Ursachen 22
b) Einschätzung der Lernzielerfüllung und Entwicklung alternativer
didaktisch -methodischer Gestaltungsmöglichkeiten 23
Literaturangaben 25
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I. Planung der Unterrichtsstunde
a) Bedingungsanalyse
Die hier zu planende Unterrichtstunde wird in der Klasse 9/4 des Gymnasium D.- P. gehalten. Die Klasse besteht aus 23 Schülern, davon sind 11 Mädchen und 12 Jungen. Das Verhältnis der Schüler zu ihrer Fachlehrerin Frau S. scheint gut zu sein, da es neben dem Unterricht auch zu, von den Lernenden angeregten, Privatgesprächen kommt und des Weiteren im hospitierten Unterricht selbst keine außergewöhnlichen Störungen zu beobachten waren. Untereinander verhielten sich die Schüler ebenfalls nicht auffällig, zumindest fiel mir in diesem Zusammenhang während der sehr begrenzten Zeit nichts auf.
Die geplante Stunde findet am 30. November 2009 im Zeitraum von 8.55 Uhr bis 10.30 Uhr statt, also in der dritten und vierten Unterrichtsstunde der Schüler. Innerhalb dieser 90 Minuten ist eine Pause von 5 Minuten einzuschieben, die variabel an den Unterricht angepasst eingesetzt werden soll.
Die Klasse macht einen sehr ruhigen Eindruck. Während der Hospitations- und der Unterrichtsstunde von Herrn H. waren keine Auffälligkeiten zu beobachten. Die Mitarbeit der Lernenden war zufriedenstellend Die Schüler, welche sich diesbezüglich zurückhielten, arbeiteten zumindest diszipliniert mit oder brachten ihre Langeweile so zum Ausdruck, dass sie keinen Mitschüler oder den Unterricht störten. Besonders das Unterrichtsgespräch scheinen die Schüler gut zu beherrschen. Auf kommunaler Ebene und mit einer schulischen Exkursion zum Landtag kamen die Lernenden bereits mit dem Thema „Parteien“ in Kontakt. Am Ende der Hospitationsstunde äußerte sich ein Schüler mit den Worten: „Die Parteien sind doch alles Lügner“. Auf dieses Vorurteil möchte ich in der zu haltenden Stunde zurückkommen.
Für den Gemeinschaftskundeunterricht nutzen die Schüler das Lehrbuch „Mensch und Politik S1“ des Schroedel-Verlags in der Ausgabe von 2005 für das 9. Schuljahr. Außerdem steht ihnen die Arbeitsblatt-Sammlung „Grundgesetz für Einsteiger und Fortgeschrittene“ der Bundeszentrale für politische Bildung zur Verfügung.
Im Klassenzimmer stehen 13 Bänke mit 26 Plätzen zu Verfügung, die allesamt genutzt werden. Zum Umsetzen einzelner Schüler bestehen also noch Möglichkeiten. Der Raum ist sonst relativ rudimentär eingerichtet und wirkt groß, aber nicht hervorhebenswert freundlich.
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Ein Overheadprojektor steht zur Nutzung bereit.
b) Sachanalyse
Die Parteien haben im politischen System der Bundesrepublik Deutschland eine herausragende Rolle. Neben Interessengruppen und Medien wirken sie als Überträger des Volkswillens in die Politik. Aber nur sie werden mit tatsächlicher politischer Macht ausgestattet und können Entscheidungen herbeiführen. Ihre Stellung ist im Artikel 21 des Grundgesetzes verankert. Darüber hinaus regelt das Parteiengesetz die rechtlichen Grundlagen. Dort wird der Begriff der Partei folgendermaßen definiert: „Parteien sind Vereinigungen von Bürgern, die dauernd oder für längere Zeit für den Bereich des Bundes oder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen und an der Vertretung des Volkes im Deutschen Bundestag oder einem Landtag mitwirken wollen, wenn sie nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere nach Umfang und Festigkeit ihrer Organisation, nach der Zahl ihrer Mitglieder und nach ihrem Hervortreten in der Öffentlichkeit eine ausreichende Gewähr für die Ernsthaftigkeit dieser Zielsetzung bieten. Mitglieder einer Partei können nur natürliche Personen sein“ (PartG. §2.1). Als Mittler zwischen Staat und Gesellschaft haben sie diverse Funktionen inne. Durch die Parteien bekommt jeder Bürger die Möglichkeit, sich aktiv in das politische System einzubringen (Partizipationsfunktion). Außerdem sollen sie zum Wählen und Informieren anregen (Mobilisierungsfunktion). Eine zentrale Funktion ist die Übertragung des Wählerwillens in die Programme der Parteien, welche in praktische Politik umgesetzt werden, wenn die Partei gewählt wird und regiert (Programmfunktion). Deshalb muss man die Interessen der Bürger sammeln und zentrieren, um für selbige Mehrheiten zu schaffen (Artikulations- und Aggretationsfunktion). In der Rolle der Regierung, wie auch in der Rolle der Opposition tragen die Parteien Verantwortung und müssen möglichst gute Entscheidungen anhand ihrer ideellen oder sachlichen Ziele treffen (Herrschaftsfunktion). Durch die Aufnahme der Wünsche der Bevölkerung und deren Umsetzung in das politische System schaffen Parteien Legitimation (Legitimationsfunktion). Um die politische Macht ausfüllen zu können, die sie anstreben, müssen Parteien außerdem fähiges Personal rekrutieren um die gewonnenen Posten zu besetzen (Rekrutierungsfunktion). Trotz ihrer vielfältigen Funktionen verlieren die Parteien seit Jahren Mitglieder. Es entsteht das Problem, dass die Mittlerposition immer schwieriger auszufüllen ist (Vgl. Tzschätzsch/Blank 2009, S.2).
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Besonders im Bereich der Jugendlichen sehen die Mitgliederzahlen der Parteien schlecht aus. Womit die Zukunft der Parteien auf unsicheren Füßen steht. Hier stellt sich die Frage nach dem Hintergrund dieser Entwicklung. Besonders unter diesem Aspekt betrachtet, dürften die Ansichten der Schüler besonders interessant sein.
Jugendliche weisen heute meistens ein positives Grundverständnis gegenüber Politik auf. Sie glauben jedoch, dass die Parteien ihre Welt nicht verstehen und ihnen deshalb kein wirkliches Interesse entgegenbringen. Das wiederum führt zur Isolation zwischen Politik und Parteien von der Jugend. Desweiteren werden diese beiden Felder als langweilig empfunden, da die genutzten Begrifflichkeiten nicht in die Umwelt der Jugendlichen passen. Ebenso wird wahrgenommen, dass Jugendthemen nur randständig im alltäglichen Politikgeschehen sind. Parteien schaffen kaum Anreize zur Begeisterung und wenn doch, dann wird den Jugendlichen vermittelt, dass es nur um die Abgabe ihrer Stimme und nicht um sie selbst gehe. Auch deshalb sind sie enttäuscht von den Parteien und halten diese für unglaubwürdig. Diese Sachlage, die hauptsächlich von den Parteien ausgeht, wird noch damit ergänzt, dass Jugendliche die Mitarbeit in Parteien ablehnen, da sie meinen, zu inkompetent zu sein (Vgl. Godewerth-Pollmann 2007, S. 231f.).
Bei der Betrachtung dieser Situation wird deutlich, dass in Bezug auf die Jugend viele Funktionen der Parteien vollständig oder teilweise versagen. Die Anprangerung dieser Missstände und mögliche Konzepte zur Behebung selbiger müssen deshalb einen zentralen Punkt bei der Vermittlung von Informationen zu Parteien gegenüber Schülern haben. Denn sie können selbst Ideengeber werden, um die Verbindung zwischen Jugend und Parteien wiederherzustellen, sowie Vertrauen aufzubauen.
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c) Didaktische Analyse
Die Unterrichtstunde ordnet sich in den Lehrbereich eins des Sächsischen Lehrplans „Partizipation und politische Ordnung in der Bundesrepublik Deutschland und im Freistaat Sachsen“ ein. Parteien werden hierbei unter der Vorgabe „Beurteilen von Grundzügen der Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse im politischen System der Bundesrepublik Deutschland“ aufgeführt.
Das Thema der Unterrichtsstunde „Wozu brauchen wir Parteien?“ ist zuallererst dem didaktischen Prinzip der „Schülerorientierung“ zuzurechnen. Hier stellt sich im Besonderen die Frage nach dem Nutzen der Parteien für Jugendliche. Durch die Nutzung des Ergebnisses der Shell-Jugendstudie, welches besagt, dass Jugendliche den Parteien im Vergleich zu anderen staatlichen Institutionen nur sehr wenig Vertrauen entgegen bringen, lässt sich sehr gut die Vorerfahrung der Schüler dieser Klasse mit der Allgemeinerfahrung bei Jugendlichen abgleichen. Dieses Ergebnis rechtfertigt auch die Unterrichtstunde selbst und weist auf ihre Bedeutung hin. Denn letztendlich muss hinterfragt werden, wieso Lernende so wenig Interesse an Parteien haben. Deshalb soll die Stunde dem Zweck dienen, die Schüler selbst zum Nachdenken anzuregen, welche Bedeutung Parteien in ihrem Leben haben und welche Bedeutung sie haben sollten. Dazu wird in der Stunde unter anderem darauf eingegangen, welche Auswirkungen das geringe Vertrauen nach sich ziehen könnte. In diesem Zusammenhang findet hierbei auch das didaktische Prinzip der „Zukunftsorientierung“ Einzug in diese Unterrichtsstunde. Letztendlich sind die Parteien, neben den Wahlen, die Institution mit welcher alle Bürger auf verschiedene Art und Weise in ihrem Leben konfrontiert werden. Diejenigen, die wirklich politisch etwas verändern wollen, werden meist den Weg über die Parteien nutzen um Einflussmöglichkeiten zu erhalten. Alle anderen werden bei Wahlen ihre Entscheidung für eine Partei treffen müssen. Selbst im Falle des Nicht-Wählens konfrontiert das allgemein verbindliche Ergebnis mit seinen Konsequenzen auch den politisch Uninteressierten. Deswegen sollten die Schüler zumindest ein Grundverständnis zu dieser Institution entwickeln, um sich schließlich ihre eigene Meinung bilden zu können, mit welcher sie dann ihre Zukunft gestalten. Da ein rückläufiges Interesses an Parteien ein aktuelles und eher die Gesellschaft, als den Einzelnen, betreffendes Problem ist, verortet sich die Unterrichtsstunde auch unter dem didaktischen Prinzip der „Problemorientierung“. Ein abnehmendes Interesse der Bürger an der Politik, genauer gesagt an der direkten Partizipationsschnittstelle, den Parteien, schädigt die
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Arbeit zitieren:
Christian Hochmuth, 2010, Wozu brauchen wir Parteien?, München, GRIN Verlag GmbH
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