Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage
Ebd. Ebenda
IQ Intelligenzquotient
Jg. Jahrgang
S. Seite
Usw. Und so weiter
Vgl. Vergleiche
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1. Einleitung
Dieser Satz von Osho ist charakteristisch für die neuen Entwicklungen in der Arbeitswelt. Früher waren der IQ, die Ausbildung und die Fachkenntnisse besonders wichtig, um einen Arbeitsplatz zu erhalten und zu behalten. In der heutigen Zeit wird man nicht nur daran gemessen, wie gescheit man ist, wie gut man seine Ausbildung absolviert und welche Fachkenntnisse man erworben hat, sondern vielmehr daran, wie geschickt man mit sich selbst und mit anderen umgehen kann. Diese sogenannten ‚Soft Skills’ sind deutlich in den Vordergrund getreten, und sie bilden den neuen Schwerpunkt bei Personalentscheidungen. Viele Unternehmen rücken von dem Gedanken ab, dass am Arbeitsplatz nur logische Sachlichkeit und nüchternes Kalkül die gewünschten Erfolge bringen können. Diesen Unternehmen ist bewusst geworden, dass überall dort, wo Menschen zusammenarbeiten, Gefühle und Emotionen nicht wegzudenken sind. Wir alle wissen um die Wirkung von Gefühlen, sie sind die Richtschnur für unser Handeln; sie fordern oder verhindern Geschäfte ebenso wie den Erfolg. All diese ‚neu’ geforderten Eigenschaften vereint der Melancholiker in sich.
Zunächst wird die Entwicklung und Bedeutung der Melancholie in der Vergangenheit aufgezeigt. Anschließend wird der Begriff der Melancholie definiert und auf deren Eigenschaften eingegangen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht jedoch die Frage, wie sich die Melancholie auf Wirtschaftsorganisationen auswirkt.
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2. Die Geschichte der Melancholie
In der Literatur ist nicht eindeutig geklärt, ob die Melancholie in den vergangenen Epochen durchgehend als etwas Positives oder als etwas Negatives anzusehen ist. Meist ist es so, dass einige Teile der Melancholie als gut und andere als schlecht betrachtet wurden.
Nach antiker Auffassung ist die Gemütsverfassung der Melancholie durch Traurigkeit, Schmerz oder Nachdenklichkeit geprägt. Dies gilt einerseits als charakteristisch für Genialität aber auch andererseits als charakteristisch für Krankheit im Sinne von Depression.
Aus antiker Zeit wurde die Lehre von den vier Temperamenten überliefert. Sie ist uns heute noch gut bekannt: wir alle wissen, wenn auch zum Teil nur noch als Redensart, vom aufbrausenden Choleriker, dem beschwingten Sanguiniker, dem trägen Phlegmatiker und dem nachdenklichen, eher traurig gestimmten Melancholiker. 2 Im klassischen Altertum galt das sanguinische Temperament als das normale, die anderen wurden als krankhafte Abweichungen eingestuft. Jedoch schon die Spätantike urteilte differenzierter und teilte allen vier Grundtypen positive und negative Seiten zu.
Im Mittelalter wurde die Melancholie einerseits hoch geachtet, weil sie die fromme Kontemplation begünstigte, andererseits wurde sie in den Volksbüchern und Volkskalendern immer negativer eingeschätzt. Unter dem Einfluss der kirchlichen Lehre von den sieben Todsünden brachte man diesen Menschentyp mit der ‚Acedia’, der Trägheit, in Verbindung. Das war natürlich besonders schlimm, denn für Muße und schöpferische (Un-)Tätigkeit gab es innerhalb der mittelalterlichen Normen nur wenige, eng abgegrenzte Bereiche.
Die Romantik gilt als Blütezeit der Melancholie. Jeder der nicht melancholisch war, versuchte in diesen Zustand zu gelangen, denn man war der Meinung, dass die Melancholie als inspirierende Quelle für die Kunst verantwortlich war. 3
1 Osho, (2000)Emotion, Frei von Angst, Eifersucht und Wut
2 Vgl. Zehentbauer, J.,(2002),Das verkannte und kreative Potenzial der Melancholie, S. 39
3 Vgl. ebd., S. 37
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In der Moderne wird die Melancholie meist als Krankheit verstanden und oft mit der Depression verwechselt oder vermischt. Die Melancholie wird in der heutigen Spaßgesellschaft verachtet und das führt dazu, dass sie meist verdrängt und nicht ausgelebt wird. 4
3. Was ist Melancholie?
In der Psychologie wird die Melancholie, nach mehreren Abgrenzungsversuchen, weitgehend als die Symptomatologie der endogenen Depression beschrieben. 5 Aber viel deutlicher und treffender kann man sagen, dass die Melancholie der süße schwere Mantel ist, in den sich die Seele hüllt, um nicht gänzlich in dieser Welt zu erfrieren. Bei der Melancholie sind die Gefühle und der Verstand gleich wichtig. Man kann und darf sie nicht voneinander trennen, denn dann würden die wertvollen Eigenschaften der Melancholie verloren gehen, denn „die Melancholie lehrt uns nicht nur mit den Augen zu sehen, sondern auch mit dem Herzen. Melancholie sollte nicht unterdrückt, bekämpft oder therapiert werden, sondern man sollte ihren Wert erkennen und respektieren.“ 6
3.1 Eigenschaften der Melancholie
Die Melancholie zeichnet sich durch ein besonders breites Spektrum an menschlichen Empfindungen aus. Dies reicht von tiefer Freude bis hin zur tiefen Trauer. Die Eigenschaften der Melancholie werden mittlerweile meist als positiv angesehen und zu ihnen zählen:
- seelischer Tiefgang,
- Sensibilität,
- Mitgefühl,
- Nähe zur Natur und Respekt vor ihr,
- Kreativität und
- ein natürlicher Umgang mit dem Tod. 7
4 Vgl. Hippe, H.(2001) Ermutigung zum Coming-Out, S. 27
5 Vgl. Brockhaus-Enzyklopädie, S. 430
6 Zehentbauer, J.(2002) Das verkannte und kreative Potenzial der Melancholie, S. 38
7 Vgl. Hippe, H.(2001) Ermutigung zum Coming-Out, Melancholie will gelebt werden, S. 29
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Arbeit zitieren:
Simone Peinemann, 2003, Melancholie in Wirtschaftsorganisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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