Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1 1 1
Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis 4 4 4
Abk ürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 6 6 6
Hinweis Hinweis Hinweise e e Hinweis e 8 8 8
1. 1. 1. Einleitung 1. Einleitung 10 10 Einleitung Einleitung 10
2. 2. 2. Grundlagen 2. Grundlagen 12 12 Grundlagen Grundlagen 12
2.1 Relevanz des Themas 12
2.2 Fragestellung und Zielsetzung 14
2.3 Begriffe 15
2.3.1 Begriffsdefinition von Sturz 15
2.3.2 Begriffsdefinition von Management 16
2.3.3 Begriffsdefinition von Evidenz 17
2.3.4 Zusammenführung der Begriffe 17
2.4 Struktur der Arbeit 18
3 3 3. 3 Evidenzbasiertes Sturzmanagement Evidenzbasiertes Sturzmanagement 19 19 Evidenzbasiertes Sturzmanagement Evidenzbasiertes Sturzmanagement 19
3.1 Evidence-Based Nursing (EBN) 19
3.2 Evidenzbasierung: Die Rolle des Expertenstandards 22
4. 4. 4. Literaturarbeit 4. Literaturarbeit 23 23 Literaturarbeit Literaturarbeit 23
4.1 Vorrecherche und Einschränkungen 23
4.2 Vorgehen bei der Datenbankrecherche 25
4.3 Sturzrisikofaktoren 26
4.3.1 Intrinsische Sturzrisikofaktoren 30
4.3.1.1 Bewegungsbezogene Funktionseinbußen /
-beeinträchtigungen 30
4.3.1.2 Sehbeeinträchtigungen 32
4.3.1.3 Beeinträchtigung von Kognition und Stimmung 33
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 1 von 134
Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis - Inhaltsverzeichnis - Fortsetzung Fortsetzung - - Fortsetzung Fortsetzung
4.3.1.4 Erkrankungen, die zu kurzzeitiger Ohnmacht
f ühren können 34
4.3.1.5 Inkontinenz und Ausscheidungsverhalten 35
4.3.1.6 Angst vor Stürzen 36
4.3.1.7 Sturzvorgeschichte 39
4.3.2 Extrinsische Sturzrisikofaktoren 41
4.3.2.1 Verwendung von Hilfsmitteln 41
4.3.2.2 Schuhe und Kleidung 43
4.3.2.3 Medikamente 45
4.3.2.4 Gefahren in der Umgebung 47
4.3.3 Der Sturz als multifaktorielles Geschehen 49
4.3.4 Sturzrisikofaktoren - Fazit 51
4.4 Einschätzung des individuellen Sturzrisikos 52
4.5 Information und Beratung 55
4.6 Interventionen und Hilfsmittel 56
4.6.1 Interventionsprogramme 57
4.6.2 Einzelinterventionen 60
4.6.2.1 Modifikation von Sturzgefahren in der Umgebung 60
4.6.2.2 Balance- und Kraftübungen 62
4.6.2.3 Anpassung der Medikation 65
4.6.2.4 Modifikation von Sehbeeinträchtigungen 68
4.6.2.5 Einsatz von Hilfsmitteln 70
4.6.2.6 Freiheitseinschränkende Maßnahmen als
geeignete Intervention? 74
4.6.2.7 Auswahl der Schuhe 77
4.6.2.8 Anpassung der Ernährung 79
4.6.3 Interventionen zur Sturzprophylaxe: Weitere Interventionen? 81
4.6.3.1 Einsatz von Alarmsystemen 83
4.6.3.2 Herzschrittmacher und Sturzrisiko 84
4.6.3.3 Kognitives Verhaltenstraining und Sturzrisiko 85
4.7 Sturzdokumentation und Sturzanalyse 86
4.8 Literaturarbeit - Fazit 87
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 2 von 134
Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis - Inhaltsverzeichnis - Fortsetzung Fortsetzung - - Fortsetzung Fortsetzung
5. 5. 5. Praxisimplementieru 5. Praxisimplementierung ng ng ng 8 88 8 8 8 Praxisimplementieru Praxisimplementieru 8
5.1 Konsequenzen aus der Literaturarbeit für die praktische
Umsetzung 89
5.2 Der Pflegeprozess 93
5.3 Der Pflegeprozess im DNQP-Expertenstandard 95
5.4 Krankenhausinformationssysteme und ORBIS 98
5.5 ORBIS: Möglichkeiten zur Modifikation 101
5.6 Sturzmanagement in ORBIS 107
5.6.1 Pflegerische Informationssammlung 108
5.6.2 Vorplanung und Beratungsgespräch 110
5.6.3 Maßnahmenplanung 114
5.6.4 Durchführung der geplanten Maßnahmen 116
5.6.5 Evaluation der Pflegeplanung 117
5.6.6 Sturzdokumentation und -auswertung 118
5.7 Praxisimplementierung - Fazit und ergänzende Aspekte 121
6. 6. 6. Abschließende Bewertung 6. Abschließende Bewertung 123 123 Abschließende Bewertung Abschließende Bewertung 123
7. 7. 7. Persönliche Stellungnahme 7. Persönliche Stellungnahme 125 125 Persönliche Stellungnahme Persönliche Stellungnahme 125
Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis 127 127 127
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 3 von 134
Abb. 1, S. 18: Eigene Grafik: Struktur dieser Arbeit
Abb. 2, S. 29: Häufigste Sturzrisikofaktoren - Leicht abgewandelte Darstellung nach DNQP (2006:30)
Abb. 3, S. 37: Abgewandelt und erweitert nach Weerdesteyn et al. (2008: 1195-1213, Figure 1)
Abb. 4, S. 77: „Recommended shoe features for older people”; (Mentant et al. 2008:1167-1181, Figure)
Abb. 5, S. 89: Expertenstandard-Tabelle; Quelle: DNQP (2006:27)
Abb. 6, S. 95-96: Eigene Darstellung: Verbindung von Pflegeprozess und Experten-standard
Abb. 7, S. 100: ORBIS-Screenshot: Stationsgrafik (anonymisiert)
Abb. 8, S. 102: ORBIS-Screenshot: Systemverwaltungs-Formular (anonymisiert)
Abb. 9, S. 103: ORBIS-Screenshot: Externe Formulare in ORBIS einbinden (anonymisiert)
Abb. 10, S. 104: ORBIS-Screenshot: Formulareditor (anonymisiert)
Abb. 11, S. 105: ORBIS-Screenshot: Pflegestandards und Standardpflegepläne einpflegen (anonymisiert)
Abb. 12, S. 106: Screenshot: Der BenDef Master (eine auf ORBIS bezogene, separate Software)
Abb. 13, S. 108: ORBIS-Screenshot: Anamnesebogen (mit grafischen Ergänzungen;
Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis - Abbildungsverzeichnis - Fortsetzung Fortsetzung - - Fortsetzung Fortsetzung
Abb. 14, S. 110: ORBIS-Screenshot: Das Pflegeplanungs-Modul (mit grafischen
Erg änzungen anonymisiert)
Abb. 15, S. 111: ORBIS-Screenshot: Auswahlliste hinterlegter Standardpflegepläne
Abb. 16, S. 112: ORBIS-Screenshot: Terminierung einer Maßnahme der Pflegepla-
nung (mit grafischen Ergänzungen anonymisiert)
Abb. 17, S. 114: ORBIS-Screenshot: Pflegebericht mit Beispieleintrag (anonymi-
siert )
Abb. 18, S. 115: ORBIS-Screenshot: Formular Pflegeplanung Liste
Abb. 19, S. 116: ORBIS-Screenshot: Ausschnitt aus der Stationsgrafik mit offenen
Ma ßnahmen (mit grafischer Ergänzung und Anonymisierung)
Abb. 20, S. 116: ORBIS-Screenshot: Durchzuführende, geplante Maßnahmen (mit
grafischer Ergänzung und Anonymisierung)
Abb. 21, S. 117: ORBIS-Screenshot: Begründung der Nicht-Durchführung einer
Ma ßnahme (anonymisiert)
Abb. 22, S. 119: ORBIS-Screenshot: Formular Unfallbericht (Teil 1) (anonymisiert)
Abb. 23, S. 120: ORBIS-Screenshot: Formular Unfallbericht (Teil 2) (anonymisiert)
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 5 von
Abb. Abbildung ATL Aktivitäten des täglichen Lebens Bsp. Beispiel bzw. beziehungsweise d. h. das heißt Dipl. Diplom DNQP Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege Dr. Doktor Ebd. / ebd. ebenda EBM Evidence-Based Medicine EbM Evidenzbasierte Medizin (deutsche Entsprechung zu EBM) Evicence-Based Nursing / Evidence-based Nursing 1 EBN EDV Elektronische Datenverarbeitung engl. englisch et al. (lateinisch) et alia: und andere e.V. eingetragener Verein FOF Fear of falling / Sturzangst (verwendet in einem Zitat) Ggf. / ggf. gegebenenfalls Hrsg. Herausgeber i.d.R. in der Regel inkl. inklusive IT Informationstechnologie Kap. Kapitel KDA Kuratorium Deutsche Altershilfe KIS Krankenhausinformationssystem Lt. / lt. Laut / laut MEDLINE Medical Literature Analysis and Retrieval System Online im Rahmen dieser Arbeit stets ausgeschrieben als MEDLINE MeSH Medical Subject Headings Min. Minute / Minuten OR odds ratio (verwendet in einem Zitat)
1 Beide Schreibweisen finden sich jeweils in diversen Quellen. So weit es sich nicht um ein Zitat handelt, wird in
dieser Arbeit die Schreibweise Evidence-Based Nursing verwendet. Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 6 von 134
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis -- Fortsetzung Fortsetzung Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis -Fortsetzung Fortsetzung
Pat. Patient und/oder Patientin (je nach Zusammenhang; i.d.R. beides) PDF Portable Document Format; ein verbreitetes Dateiformat (.pdf) PDOK Pflegedokumentation - Ein Modul der ORBIS-Software PIKE PIKE-Schema; bestehend aus vier Elementen: Pflegebedürftige, Inter-
PPRO Pflegeprozessunterstützung - Ein Modul der ORBIS-Software Prof. Professor / Professorin
RCT / RCTs Randomized controlled trial / Randomized controlled trials (jeweils amerikanisches Englisch); Randomisierte, kontrollierte Studie S. Seite TIA Transistorische ischämische Attacke u. a. unter anderem USA United States of America / Vereinigte Staaten von Amerika usw. und so weiter Vgl. / vgl. Vergleiche WLAN Wireless LAN oder Wireless Local Area Network; lokales Funknetzwerk für Computernetze z. B. zum Beispiel zurzeit 2 z. Zt.
2 Gemäß neuer Rechtschreibung; z. Zt. dagegen als allgemein übliche Abkürzung Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 7 von 134
a) a) Vereinfachte Verwendung häufig wiederkehrender Begriffe Vereinfachte Verwendung häufig wiederkehrender Begriffe a) a) Vereinfachte Verwendung häufig wiederkehrender Begriffe Vereinfachte Verwendung häufig wiederkehrender Begriffe
Diese Arbeit verweist in großer Häufigkeit auf den Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP 2006).
Für eine flüssige Lesbarkeit und eine Steigerung der Verständlichkeit der Formulierungen wird im Text durchgehend immer vom Expertenstandard Expertenstandard gesprochen, wenn Expertenstandard Expertenstandard
der Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege des DNQP gemeint ist. Analog hierzu wird von der Expertenarbeitsgruppe Expertenarbeitsgruppe gesprochen, wenn die Experten- ExpertenarbeitsgruppeExpertenarbeitsgruppe
arbeitsgruppe gemeint ist, welche den genannten Expertenstandard erarbeitet hat (vgl. DNQP 2006:12-13 und 20-22).
b) b) Eingetragene Markenzeiche Eingetragene Markenzeichen und n und Namen von Datenbanken Namen von Datenbanken und Unterne und Unterneh h hmen men men men b) b) Eingetragene Markenzeiche Eingetragene Markenzeiche n und n und Namen von Datenbanken Namen von Datenbanken und Unterne und Unterne
CareLit ® ist ein eingetragenes Markenzeichen der DATENBANK LISK e.K., Göt- • CareLit ® CareLit CareLit tingen. CINAHL ® ist ein eingetragenes Markenzeichen der EBSCO Industries Inc., USA. • CINAHL ® CINAHL CINAHL • MEDLINE MEDLINE (Medical Literature Analysis and Retrieval System Online) ist ein frei MEDLINE MEDLINE
verfügbares Angebot der United States National Library of Medicine (NLM). ORBIS ® ist eine eingetragene Marke der Agfa HealthCare AG, einem Unterneh- • ORBIS ® ORBIS ORBIS men der Agfa-Gevaert Group.
c) c) Männliche und weibliche Form Männliche und weibliche Form c) c) Männliche und weibliche Form Männliche und weibliche Form
In dieser Arbeit wird durchgängig die männliche Form verwendet, es ist jedoch ausdrücklich immer auch die weibliche Form mitgemeint.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 8 von 134
Hinweise Hinweise -- Fortsetzung Fortsetzung Hinweise Hinweise -Fortsetzung Fortsetzung
d) ) ) Verwendung von Verwendung von Bildschirmfotos ildschirmfotos ildschirmfotos ildschirmfotos d Verwendung von Verwendung von B
Es werden Bildschirmfotos (engl. Screenshots) verwendet. Diese stellen in 16 Fällen die Software ORBIS dar und in einem Fall die Software BenDef Master. Alle Rechte für die genannten Software-Produkte und die auf den Screenshots zu erkennenden Software-Komponenten liegen bei dem unter b) b) (S. 8) genannten b) b) Rechteinhaber.
e) ) ) Quellenangabe Quellenangabe und Zitation und Zitation in einem speziellen Fall: in einem speziellen Fall: e Quellenangabe Quellenangabe und Zitation und Zitation in einem speziellen Fall: in einem speziellen Fall:
Diverse hier aufgegriffene Forschungsarbeiten wurden in BMC Geriatrics BMC Geriatrics, in BMC BMC BMC Geriatrics BMC Geriatrics BMC BMC Public Health Public Health oder oder in BMC Health Serv BMC Health Services ices ices ices Res Research earch earch earch publiziert, drei nur online Public Health Public Health oder oder BMC Health Serv BMC Health Serv Res Res
erscheinenden Fachmagazinen, herausgegeben von BioMed Central (BMC): http://www.biomedcentral.com/bmcgeriatr/ bzw. http://www.biomedcentral.com/bmcpublichealth/ bzw. http://www.biomedcentral.com/bmchealthservres/
Betreffende Artikel sind i.d.R. nicht frei verfügbar. Die Angabe eines Internet-Links zu den einzelnen Artikeln ist daher nicht möglich. Stattdessen erfolgt die Zitation (beispielhaft) wie folgt:
Im Text: Chari et al. (2009:9 9 9:39)
Im Literaturverzeichnis: Chari et al. Chari et al.: Are non-slip socks really ‘non-slip’? An analysis Chari et al. Chari et al.
of slip resistance. BMC Geriatr 2009 Aug 25;9 9 9:39
Im Beispiel steht die 9 für die Nummer der Ausgabe im aktuellen Jahrgang und die 9
39 für die Nummer des Beitrags in betreffender Ausgabe.
Eine Kennzeichnung der Seitenzahlen kann nicht erfolgen, da die Artikel über selbige nicht verfügen. Bzw. nur über Seitenzahlen, ergänzt mit dem Hinweis: page number not for catation purposes
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 9 von 134
1. 1. Einleitung Einleitung 1. 1. Einleitung Einleitung
Der Patientensturz ist eine bedeutsame Komplikation, u. a. in stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens. Das Sturzereignis, oder auch nur die Angst davor, kann erhebliche Auswirkungen auf die Alltagsgestaltung und das physische und psychische Befinden der Betroffenen haben. Ein Sturzereignis kann Auslöser für eine erhebliche und dauerhafte Einschränkung der Mobilität und für eine Reduktion des Allgemeinzustandes sein und bis hin zur Pflegebedürftigkeit führen.
Die gestiegene Lebenserwartung, der demographische Wandel und veränderte gesundheitspolitische Rahmenbedingungen führen dazu, dass somatische Krankenhäuser eine Entwicklung der Patientenstruktur hin zu einem steigenden Durchschnittsalter und mehr Multimorbidität erleben (vgl. Pierobon und Funk 2007:V (im Vorwort)). Außerdem sinken die Verweildauern, was eine Steigerung in der Akutheit im Patientenklientel der Krankenhäuser bewirkt hat: Wer früher zwar schon wieder auf den Beinen war, aber noch für einige Tage im Krankenhaus verblieb, der ist in der heutigen Situation mit großer Wahrscheinlichkeit schon entlassen.
Im Zusammenwirken dieser Faktoren liegt die spürbare Bedeutungssteigerung begründet, die das Thema Sturz in den letzten Jahren genommen hat, gerade für die somatischen Krankenhäuser, sowie die stationäre und die ambulante Altenhilfe.
Außerdem wird von verschiedenen Autoren ein Umdenken beschrieben: Das Sturzereignis wird heute als vermeidbare Komplikation erkannt, der Ursachen zugrunde liegen, die in Kombination miteinander erst zum Sturz führen. Zuvor war mitunter ein Denken anzutreffen, wonach ein Sturz einem schicksalhaften Ereignis gleichkomme, welches untrennbar mit Alter und zunehmender Gebrechlichkeit verbunden und oftmals nicht zu vermeiden sei (vgl. Schuler und Oster 2008:266).
Eine Einrichtung des Gesundheitswesens wird mehr als nur ein eindimensionales Interesse daran haben, Sturzereignisse zu vermeiden:
Stürze gefährden das Befinden des Patienten und den Behandlungserfolg und stellen ein gesundheitliches Risiko dar. Sie können sich negativ auf die Zufriedenheit des Patienten und seines Umfeldes sowie auf das Image der Einrichtung auswirken. Zudem sind sie unerwünschte Komplikationen, welche den normalen Betriebsablauf stören und Ressourcen binden. Auch können sie eine haftungsrechtliche Dimension entfalten.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 10 von 134
In Zeiten, in denen sich Krankenhäuser als Kunden und Service orientierte Gesundheitsdienstleister positionieren und gleichzeitig mit knapper werdenden Ressourcen haushalten müssen, erscheint ein wirksames, gut durchorganisiertes Sturzmanagement als ein wertvolles Instrument.
Hierbei gilt es, grundsätzlich vermeidbare Komplikationen auch tatsächlich zu vermeiden, negative Folgen vom Patienten abzuwenden, den Erfolg der Behandlung nicht zu gefährden, Unzufriedenheit oder gar haftungsrechtliche Konsequenzen abzuwenden - und das alles auf betriebswirtschaftlich vertretbare Art und Weise.
Diese Arbeit kann keine vollständige Antwort darauf liefern, wie dies zu bewerkstelligen ist. Doch ist sie darauf ausgerichtet, einen praxisorientierten Beitrag zu leisten.
Hierzu werden zunächst allgemeine Grundlagen bezüglich der Relevanz, der konkreten Fragestellung und relevanter Begrifflichkeiten geklärt.
Im Anschluss geht diese Arbeit auf den Aspekt der Evidenzbasierung in Verknüpfung mit der Praxis ein. Dies dient als Grundlage für das weitere Vorgehen.
Im vierten Kapitel wird eine Literaturarbeit zum Thema durchgeführt, während im fünften Kapitel der Praxisbezug anhand der Darstellung der Umsetzung in eine konkrete EDV-Lösung hergestellt wird. Im sechsten Kapitel wird eine abschließende Bewertung vorgenommen.
Ein ergänzender Hinweis zur Struktur der Arbeit, inklusive grafischer Darstellung, ist in Kapitel 2.4 zu finden.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 11 von 134
2. 2. Grundlagen Grundlagen 2. 2. Grundlagen Grundlagen
Dieses Kapitel konkretisiert die Gesamtausrichtung dieser Arbeit. Es wird auf die Relevanz des Themas eingegangen, die Fragestellung und die Zielsetzung herausgearbeitet, eine Definition der zentralen Begriffe vorgenommen und abschließend ein Hinweis auf die Gesamtstruktur der Arbeit gegeben.
2.1 2.1 Relevanz des Themas Relevanz des Themas 2.1 2.1 Relevanz des Themas Relevanz des Themas
Es folgt ein Blick darauf, welche Relevanz die Beschäftigung mit dem Thema Patientensturz hat. Erweitert könnte auch die Frage nach der Relevanz des gesamten Themas Evidenzbasiertes Sturzmanagement - Umsetzung in eine EDV-Lösung für somatische Krankenhäuser gestellt werden. Diese ist jedoch nicht eindeutig zu be-antworten. Es hängt vielmehr von den individuellen Gegebenheiten des Hauses ab, sowie davon, ob die entsprechende EDV-Lösung dort bereits vorhanden ist. Auch daran entscheidet sich, ob es als ein gangbarer Weg für das Haus gesehen wird, das Sturzmanagement hierüber abzubilden.
Die Einleitung zu dieser Arbeit gibt schon einen Blick auf die Relevanz des Themas in der gegenwärtigen Diskussion. Diese lässt sich hierbei nicht an einer einzelnen Bedeutungsdimension festmachen. Je nach Blickwinkel (z. B. Medizin, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft, Qualitätsmanagement, Risikomanagement, Beschwerdemanagement, Haftungsrecht, Betriebswirtschaft oder gar Marketing) lassen sich Argumente finden, wieso das Thema Patientensturz von Bedeutung ist.
Gut untermauern lässt sich die Relevanz eines Themas i.d.R. mittels fundierter Zahlen. Jedoch findet eine zentrale Erfassung von Sturzereignissen nicht statt. Publizierte Sturzraten leiten sich von daher von begrenzten Erhebungen ab, oder auch von Erfassungen, die im Rahmen von Forschungsarbeiten durchgeführt werden.
Schon die dezentrale Erfassung von Patientenstürzen in den einzelnen Häusern gestaltet sich sehr individuell. Wie (und ob) ein Sturzereignis konkret definiert wird und mit welchen Methoden welche Stürze erfasst und ggf. ausgewertet werden, ist zunächst einmal jedem Haus selbst überlassen.
Daher blieben auch entsprechende Recherchen nach belastbaren Daten, z. B. beim Statistischen Bundesamt (destatis.de), ohne Ergebnis.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 12 von 134
Auffällig ist jedoch, dass in der (pflegepraktischen) Literatur zum Thema Patientensturz gerne auf Zahlen verwiesen wird, welche nicht ausdrücklich mit Quellen belegt werden. Beispiel:
„…rund 30 Prozent der über 65-Jährigen stürzen während eines Jahres mindestens ein Mal, bei den über 90-Jährigen wird sogar von über der Hälfte ausgegangen…“ (Filibeck 2005(a):51)
Im Expertenstandard wird von den gleichen Zahlen ausgegangen, wobei die Expertenarbeitsgruppe sich hierbei auf Gostynski et al. (1999) und Tinetti (1988) beruft. Daher ist wahrscheinlich, dass sich obiges Beispiel auf die gleichen Zahlen stützt (vgl. DNQP 2006:46).
Überhaupt bezieht sich die Expertenarbeitsgruppe auf verschiedene Einzelquellen, so auch auf folgende:
„In einer in der Schweiz durchgeführten epidemiologischen Analyse der Stürze Betagter berichten Gostynski et al. (1999), dass 28 % der betagten Personen in den letzten 12 Monaten stürzten, wobei die in Pflegeheimen wohnenden Menschen ein 2,5 mal höheres Sturzrisiko aufwiesen als zu Hause lebende betagte Personen.“ (Ebd.)
Auf die Schwierigkeit, Aussagen über die Häufigkeit von Stürzen zu treffen, gehen insbesondere auch Pierobon und Funk (2007:7) ein. Sie nennen folgende Gründe: „- In der Bundesrepublik Deutschland werden Stürze nicht systematisch erfasst. Dies gilt auch für Institutionen (…). - Sturzereignisse weisen eine gewisse Dunkelziffer auf (…) - Aufgrund unterschiedlicher Sturzdefinitionen und anderer methodischer Schwierigkeiten sind die (…) Daten nicht immer vergleichbar.“
Auch ohne belastbare Datenbasis (z. B. Zahl der Patientenstürze in somatischen Krankenhäusern in Deutschland im Gesamtjahr 2009 in Relation zu den Gesamt-Patientenzahlen) lässt sich die Relevanz des Themas an der grob abschätzbaren Quantität des Vorkommens (auf Basis vorliegender Einzelnachweise) und an den möglichen negativen Folgen eines Patientensturzes festmachen.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 13 von 134
2.2.2 Fragestellung und Zielsetzung Fragestellung und Zielsetzung 2.2.2 Fragestellung und Zielsetzung Fragestellung und Zielsetzung
In Deutschland liegen, wie auch die Expertenarbeitsgruppe feststellt (vgl. DNQP 2006:44), mangels zentraler Erfassung keine ausreichenden epidemiologischen Daten bezüglich der Quantität, der Bedingungen und der Folgen von Sturzereignissen vor. Dennoch wurde, nicht zuletzt wegen der mitunter einschneidenden Folgen, welche Stürze für Betroffene haben können, die Relevanz des Themas von der Fachöffentlichkeit erkannt und seitens des DNQP ein Expertenstandard entwickelt.
Die Fragestellung dieser Arbeit lautet bewusst nicht, wie die Einführung des Exper-tenstandards gelingen kann. Stattdessen geht es um Hinweise zur Einführung eines evidenzbasierten Sturzmanagements insgesamt, wobei sich zeigen wird, dass im Rahmen dieser Arbeit keine umfassende Evidenzbasierung erreicht werden kann. Sie zeigt aber entsprechende, praxisrelevante Möglichkeiten auf.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, den Einrichtungen (konkret: Somatische Krankenhäuser, welche die Implementierung eines Sturzmanagements anstreben und die die Software ORBIS verwenden) eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie dies auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse EDV-gestützt gelingen kann.
Die Fragestellung für diese Arbeit lautet daher: „Welche Hinweise können somatischen Krankenhäusern gegeben werden, um ein Sturzmanagement etablieren zu können, das auf aktueller wissenschaftlicher Evidenz (und nicht nur dem Expertenstandard) beruht und mit der Krankenhaus-Software ORBIS umgesetzt werden kann?“
Die Beantwortung dieser Fragestellung erfolgt, indem zunächst in Kapitel 3 auf den Aspekt der Evidenzbasierung insgesamt eingegangen wird. In Kapitel 4 schließt sich eine Literaturarbeit an, welche eine Recherche aktueller Forschungsergebnisse vornimmt (was im Rahmen dieser Arbeit aber nur bis zu einem gewissen Grad und nicht abschließend möglich ist). Anschließend wird in Kapitel 5 ein bedeutsames verbindendes Element zwischen Literaturarbeit und EDV-Lösung aufzeigt.
Kapitel 6 greift u. a. die Fragestellung noch einmal auf.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 14 von 134
2. . .3 3 3 Begriff Begriffe e e 2 Begriff Begriff
Der Titel dieser Arbeit lautet Evidenzbasiertes Sturzmanagement - Umsetzung in eine EDV-Lösung für somatische Krankenhäuser. Im Sinne dieser Arbeit ist Evidenzbasiertes Sturzmanagement zu verstehen als der institutionelle Umgang mit allen Aspekten des Patientensturzes, sowohl allgemeinen, als auch patientenbezogen und ferner fußend auf dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnis. Es folgen die Definitionen von Sturz, Management und Evidenz.
2.3 2.3.1 .1 .1 .1 Begriffsdefinition von Begriffsdefinition von Sturz Sturz 2.3 2.3 Begriffsdefinition von Begriffsdefinition von Sturz Sturz
Tideiksaar (2008:39) definiert den Sturz als ein jedes Ereignis, „bei dem ein Mensch versehentlich oder absichtlich zu Boden oder auf eine andere, tiefer gelegene Ebene, wie etwa einen Stuhl, eine Toilette oder ein Bett fällt und liegen bleibt.“
Untypisch ist diese Definition in der Hinsicht, dass sie die Möglichkeit auch absichtlicher Stürze beinhaltet. Diesen Aspekt behandeln alle anderen vorgefundenen Definitionen anders. Hier wird beim Patientensturz stets von einem unbeabsichtigten Ereignis ausgegangen. Beispielhaft die Definition von Pierobon und Funk (2007:6): „Ein Sturz ist ein plötzliches, nicht willentlich beeinflussbares Gelangen auf den Boden oder eine andere, im Vergleich zur Ausgangslage deutlich tiefer gelegene Ebene.“
Ausdrücklich Bezug auf den Expertenstandard nehmen Becker et al. (2006:8): „Unbeabsichtigt auf dem Boden oder einer tiefer gelegenen Ebene zum Liegen oder Sitzen kommen. Dabei werden auch Stürze mit Bewusstseinsverlust oder fraglichem Bewusstseinsverlust berücksichtigt. Dies entspricht den Empfehlungen des nationalen Expertenstandards.“
Im Expertenstandard wird Bezug auf die Definition der Kellog International Work Group on the Prevention of Falls by the Elderly (1987) genommen: „Ein Sturz ist jedes Ereignis, in dessen Folge eine Person unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer tieferen Ebene zu liegen kommt.“ (Hier: DNQP 2006:23)
Das DNQP beschränkt sich ausdrücklich auf diesen ersten Teil der Definition. Der zweite Teil schränkt bestimmte Ursachen (Stoß, Bewusstseinsverlust, epileptischer Anfall, plötzlich auftretende Lähmungen) aus, begründet mit der Tatsache, dass vie-Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 15 von 134
le Sturzereignisse ohne direkte Beobachtung geschehen und eine entsprechende Beurteilung deshalb nicht immer möglich erscheint (vgl. ebd.).
Pierobon und Funk (2007:6) sprechen sich in diesem Zusammenhang für die generelle Einbeziehung auch von Bewusstseinsverlust, plötzlich auftretenden Lähmungen und epileptischen Anfällen als Sturzursachen aus: „Denn sonst würden mehrere, beeinflussbare sturzauslösende Faktoren außer Betracht bleiben.“
Diese Arbeit stützt sich auf die inhaltlich übereinstimmenden Definitionen von Pierobon und Funk, Becker et al. und des DNQP und somit auf den ersten Teil der Definition der Kellog International Work Group.
Die Bedeutungsdimension des Sturzereignisses Die Bedeutungsdimension des Sturzereignisses: : : Die Bedeutungsdimension des Sturzereignisses Die Bedeutungsdimension des Sturzereignisses
Tideiksaar (2008:39) führt an, dass das Sturzereignis als ein Anzeichen bzw. ein Symptom für ein zugrunde liegendes Problem betrachtet werden sollte, „das entweder internen oder externen Faktoren zugeschrieben werden kann.“ Dass auch der Expertenstandard diesem Grundverständnis folgt, zeigt sich in der dortigen Abbildung der Sturzrisikoerhebung entlang intrinsischer (interner), sowie extrinsischer (externer) Sturzrisikofaktoren.
2.3 2.3.2 .2 .2 .2 Begriff Begriffsdefinition von sdefinition von Management Management 2.3 2.3 Begriff Begriff sdefinition von sdefinition von Management Management
Für den Begriff Management gibt es zahlreiche Definitionen. Beispielsweise solche, die den Begriff auf den Bereich der Privatwirtschaft eingrenzen: „Organization and coordination of the activities of an enterprise in accordance with certain policies and in achievement of clearly defined objectives. (…)Directors and managers who have the power and responsibility to make decisions to manage an enterprise.” (Bussinessdictionary.com)
Andererseits bestehen Definitionen, welche den Begriff im Sinne von jemanden oder etwas managen (engl. to manage) verwenden: „…bewirken, dass etwas zu-stande kommt ~ organisieren, arrangieren…“ (thefreedictionary.com)
In diesem letzteren Sinne ist Management hier gemeint: Es gilt, das individuelle Sturzrisiko, aber auch das Sturzgeschehen des Patienten zu managen.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 16 von 134
Der Begriff Management wurde hier gewählt, da er geeignet ist, das Phänomen Sturz insgesamt (die institutionellen Maßnahmen, das individuelle Sturzrisiko, das Sturzereignis, die Reaktion auf erfolgte Sturzereignisse) in sich aufzunehmen.
2.3 2.3.3 .3 .3 .3 Begriffsdefinition von Begriffsdefinition von Evidenz Evidenz 2.3 2.3 Begriffsdefinition von Begriffsdefinition von Evidenz Evidenz
Das deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. nähert sich dem wissenschaftlichen Evidenzbegriff in mehreren Schritten an. Evidenz (vom lateinischen evidentia) bedeute demnach umgangssprachlich:
„Augenschein, Offenkundigkeit, völlige Klarheit. „Das ist doch evident“ bedeutet somit, dass etwas nicht weiter hinterfragt werden muss.“ (ebm-netzwerk.de)
An gleicher Stelle wird jedoch erläutert, dass der Begriff im Kontext von Evidenzbasierter Medizin (EbM) anders zu verstehen sei: „Hier leitet er sich vom englischen Wort "evidence" (= Aussage, Zeugnis, Beweis, Ergebnis, Unterlage, Beleg) ab und bezieht sich auf die Informationen aus wissenschaftlichen Studien und systematisch zusammengetragenen klinischen Erfahrungen, die einen Sachverhalt erhärten oder widerlegen.“ (Ebd.)
Dies lässt sich sinngemäß auch auf das Evicence-based Nursing (EBN) anwenden, da selbiges von EbM abgeleitet ist (vgl. Herr-Wilbert 2008). Der Evidenzbegriff hat jeweils den gleichen Bedeutungszusammenhang.
Evidenz im Sinne des Titels dieser Arbeit und der Fragestellung (vgl. 2.2) versteht sich im Sinne dieser Definition.
2.3.4 Zusammenführung der Begriffe 2.3.4 Zusammenführung der Begriffe 2.3.4 Zusammenführung der Begriffe 2.3.4 Zusammenführung der Begriffe
Evidenzbasiertes Sturzmanagement im Sinne dieser Arbeit bedeutet die Gesamtheit der auf wissenschaftlichen Belegen beruhenden Maßnahmen, welche ein Krankenhaus allgemein, sowie auch patientenindividuell ergreift, um mit dem Thema Patientensturz umzugehen.
D. h. es umfasst sowohl Maßnahmen zur Reduktion des Sturzrisikos, als auch Maßnahmen zum Umgang mit erfolgten Patientenstürzen und zum Ziehen von Konsequenzen aus erfolgten Patientenstürzen.
Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 17 von 134
2.4 2.4 Struktur der Arbeit Struktur der Arbeit 2.4 2.4 Struktur der Arbeit Struktur der Arbeit
Die folgende Grafik verdeutlicht die Struktur dieser Arbeit und des Vorgehens bei ihrer Erarbeitung. Ursprünglich war ein zweigliedriges Vorgehen geplant: Ausgehend von der Fragestellung sollten zwei verschiedene Aspekte parallel bearbeitet und abschließend zusammengeführt werden: Einerseits die Evidenzbasierung mittels der Literaturarbeit und andererseits der EDV-Aspekt mittels ORBIS. Im Zuge der Bearbeitung hat sich jedoch ein lineares Vorgehen als sinnhafter erwiesen: Die Literaturarbeit liefert den theoretischen Hintergrund dafür, was die EDV-Lösung leisten muss. In diesem Sinne sind die Kapitel aufeinander aufgebaut:
Abb. Abb. 1 -- Eigen Eigene Grafik e Grafik: : : Struktur dieser Arbeit Struktur dieser Arbeit Abb. Abb. 1 -Eigen Eigen e Grafik e Grafik Struktur dieser Arbeit Struktur dieser Arbeit
3. . . Evidenzbasiertes Sturzmanagement Evidenzbasiertes Sturzmanagement 3 Evidenzbasiertes Sturzmanagement Evidenzbasiertes Sturzmanagement
Der Evidenzbegriff ist Teil des Titels dieser Arbeit, sowie der Fragestellung (vgl. Kap. 2.2). Eine Definition im Sinne dieser Arbeit ist ebenfalls erfolgt (vgl. Kap. 2.3.3).
Die Ausrichtung des Sturzmanagements auf dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis ist insofern als selbstverständlich zu betrachten, als es hierüber gelingt, dem Patienten nur solche Hilfen zukommen zu lassen, die dem besten aktuell verfügbaren Wissensstand entsprechen. Hiermit wird man sowohl der Verantwortung gegenüber den Patienten gerecht, als auch betriebswirtschaftlichen Erfordernissen. Auf diese Weise kann beispielsweise im Sinne der Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden, dass die zur Verfügung stehenden knappen Ressourcen nur für Interventionen verwendet werden, welche nach bestem Stand des derzeitigen Wissens als wirksam gelten können.
Eine enge Verknüpfung lässt sich zum Evidence-Based Nursing (EBN) feststellen. Daher soll im Folgenden verkürzt darauf eingegangen werden:
3.1 .1 .1 .1 Evidence Evidence- --Based Nursing (EBN) Based Nursing (EBN) 3 Evidence Evidence Based Nursing (EBN) Based Nursing (EBN)
EBN lässt sich nach Langer (2001) treffend und umfassend wie folgt definieren: Evidence-Based Nursing „…ist die Integration der derzeit besten wissenschaftlichen Belege in die tägliche Pflegepraxis unter Einbezug theoretischen Wissens und der Erfahrungen der Pflegenden, der Vorstellungen des Patienten und der vorhandenen Ressourcen.“ (German Center for Evidence-based Nursing; medizin.uni-halle.de)
In dieser Definition werden deutliche Parallelen zum vorliegenden Thema offenkundig. Diese Arbeit möchte Möglichkeiten aufzeigen, die derzeit besten wissenschaftlichen Belege zum Thema Patientensturz in die tägliche Pflegepraxis zu integrieren, wobei dies hier über eine spezifische EDV-Lösung geschehen soll.
Jedoch gibt es in dieser Arbeit markante methodische Abgrenzungspunkte zum Vorgehen bei EBN: Das sechsschrittige Vorgehen bei EBN, bestehend aus 1.) Klärung der Aufgabenstellung, 2.) Formulierung einer präzisen Frage, 3.) Literaturrecherche, 4.) kritischer Beurteilung der Ergebnisse der Recherche, 5.) Einführung der Verän-
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derung in die Pflegepraxis und 6.) Evaluation (vgl. ebd.) wäre nicht geeignet, die hier vorliegende Fragestellung (vgl. 2.2) zu bearbeiten.
Jedoch wird diese Arbeit in der abschließenden Bewertung auf die Methodik des EBN zurückkommen. Es folgt ein Abgleich der Schritte von EBN mit der hier vorliegenden Aufgabenstellung:
a) a) Klärung der Aufgabenstellung Klärung der Aufgabenstellung (EBN EBN EBN EBN, 1. Schritt , 1. Schritt) ) ) a) a) Klärung der Aufgabenstellung Klärung der Aufgabenstellung ( , 1. Schritt , 1. Schritt
Fällt das zu bearbeitende Problem in den eigenen Aufgabenbereich? Ist es sinnvoll, hierfür die entsprechenden Ressourcen einzusetzen?
Bei Erstellung dieser Arbeit geht es nicht um eine tatsächliche Praxisimplementierung.
Jedoch kann an dieser Stelle der Hinweis gegeben werden, dass die umfassende Implementierung eines Sturzmanagements in der hier vorgestellten Form zahlreiche Bereiche berührt: Das sind beispielsweise alle Instanzen des Pflegedienstes, die IT- bzw. EDV-Abteilung und auch der kaufmännische Bereich - wegen notwendiger Investitionen, wahrscheinlich aber z. B. auch der ärztliche Dienst und weitere Berufsgruppen.
b) b) Formulierung einer präzisen Fragestellung Formulierung einer präzisen Fragestellung (EBN EBN EBN EBN, 2. Schritt , 2. Schritt) ) ) b) b) Formulierung einer präzisen Fragestellung Formulierung einer präzisen Fragestellung ( , 2. Schritt , 2. Schritt
Bei EBN geht es i.d.R. um die Formulierung einer Forschungsfrage nach dem PIKE-Schema, welches die vier Aspekte Pflegebedürftige, Intervention, Kontrollintervention, Ergebnismaß berücksichtigt.
Dies unterscheidet sich grundlegend von der Art, wie dieser Arbeit eine Fragestellung zugrunde gelegt wird. Die Fragestellung soll hier festlegen, worauf sich die Arbeit bezieht. Es geht nicht darum, eine Intervention zu setzen. Eine Parallele gibt es jedoch: Bei der Vorbereitung der Implementierung eines neuen Sturzmanagement-Systems sollte man bestimmte Kennzahlen festlegen, um einrichtungsindividuell zu überprüfen, inwieweit sich die Situation im Vergleich zum Alt-Zustand (vor Etablierung) verändert hat.
c) c) Literaturrecherche Literaturrecherche (EBN (EBN, 3. Schritt , 3. Schritt) ) ) c) c) Literaturrecherche Literaturrecherche (EBN (EBN , 3. Schritt , 3. Schritt
Bei EBN hätte man eine sehr konkret auf eine Intervention begrenzte Fragestellung. Diese würde bereits wesentliche Stichworte des Themas beinhalten, die sich in der Literaturrecherche wiederfinden würden.
Bei dieser Arbeit ist das Gegenteil der Fall: Das Thema ist groß angelegt und bei weitem nicht auf eine einzelne Intervention beschränkt. Entsprechend ist die Li-Evidenzbasiertes Sturzmanagement (Diplomarbeit) Seite 20 von 134
teraturrecherche (vgl. Kap. 4) ungleich breiter und ggf. oberflächlicher bzw. im Detail nicht so abschließend, wie dies bei EBN der Fall wäre.
d) d) Kritische Beurteilung der Ergebnisse der Recherche Kritische Beurteilung der Ergebnisse der Recherche (EBN (EBN, 4. Schritt , 4. Schritt) ) ) d) d) Kritische Beurteilung der Ergebnisse der Recherche Kritische Beurteilung der Ergebnisse der Recherche (EBN (EBN , 4. Schritt , 4. Schritt
Bei EBN ist es bedeutsam, die recherchierten Studien kritisch auf ihre methodische Qualität hin zu überprüfen. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass keine konkreten Interventionen etabliert werden, die auf Studien beruhen, welche methodische Mängel aufweisen.
Dies wäre grundsätzlich auch für diese Arbeit interessant, kann jedoch nur eingeschränkt vollzogen werden, da es aufgrund der Breite der Recherche sonst nicht leistbar gewesen wäre.
Die Wertigkeit der Studien wird hier eingeschränkt nur daran festgemacht, dass im Sinne einer Evidenzhierarchie immer der nächst höheren Evidenzstufe der Vorrang gegeben wird und dadurch, dass im Kapitel 4 jeweils nicht alle vorge-fundenen Quellen zitiert werden, sondern je nur diejenigen, die nach Sichtung und Vergleich der Abstracts in die engere Wahl gekommen sind. Eine kritische Beurteilung der Methodik der zitierten Studien findet in dieser Arbeit nicht statt.
e) Veränderung der Pflegepraxis (5. Schritt EBN) e) Veränderung der Pflegepraxis (5. Schritt EBN) e) Veränderung der Pflegepraxis (5. Schritt EBN) e) Veränderung der Pflegepraxis (5. Schritt EBN)
Die mögliche Implementierung in die Pflegepraxis ist ein zentrales Element dieser Arbeit. Allerdings nicht in Bezug auf eine einzelne Intervention, sondern in Bezug auf ein komplexes System, das in sich zahlreiche Einzelinterventionen enthalten kann.
f) Evaluation liegt außerhalb des Fokus dieser Arbeit (6. Schritt EBN) liegt außerhalb des Fokus dieser Arbeit (6. Schritt EBN) f) Evaluation f) Evaluation liegt außerhalb des Fokus dieser Arbeit (6. Schritt EBN) liegt außerhalb des Fokus dieser Arbeit (6. Schritt EBN)
Zwei bedeutsame Aspekte zum Zwei bedeutsame Aspekte zum Abschluss der Betrachtung von EBN: Abschluss der Betrachtung von EBN: Zwei bedeutsame Aspekte zum Zwei bedeutsame Aspekte zum Abschluss der Betrachtung von EBN: Abschluss der Betrachtung von EBN:
• Der Abgleich mit der Methode des EBN erlaubt eine gute Reflektion des methodischen Vorgehens in dieser Arbeit, so wie bei den Schritten 1 bis 5 geschehen.
• EBN ist dann geeignet, wenn innerhalb eines etablierten Sturzmanagement-Systems einzelne Schritte verfeinert bzw. mit neuen Interventionen versehen werden sollen. EBN erscheint geeignet, um ein etabliertes Gesamtvorgehen punktuell und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
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3.2 3.2 Evidenzbasierung: Die Rolle des Expertens Evidenzbasierung: Die Rolle des Expertenstandards tandards tandards tandards 3.2 3.2 Evidenzbasierung: Die Rolle des Expertens Evidenzbasierung: Die Rolle des Expertens
Prof. Dr. Doris Schiemann und Dipl.-Pflegewirtin Petra Blumenberg, beide leitend bzw. mitarbeitend im wissenschaftlichen Team des DNQP tätig, bezeichnen die „…Erarbeitung eines wissenschaftlich fundierten Standardentwurfs…“ (DNQP 2006:12) als eine der Aufgaben der Expertenarbeitsgruppe, welche den Experten-standard Sturzprophylaxe in der Pflege erarbeitete.
Dies wurde mittels der Literaturstudie realisiert. Das methodische Vorgehen wird so beschrieben, dass die berücksichtigten Datenbanken, die zusätzlich einbezogene Literatur, die Themenauswahl, einige verwendete Schlagwörter und auch das Vorgehen entlang der Evidenzhierarchie erläutert werden (vgl. ebd. 43-44).
Jedoch ist bei der Darstellung der Ergebnisse zu den einzelnen Themen jeweils nicht detailliert ersichtlich, wie exakt die Recherche erfolgt ist, welche Schlagworte jeweils verwendet wurden usw.
Deshalb konnte hier nicht einfach die Literaturrecherche der Expertenarbeitsgruppe auf der Basis neuerer Daten wiederholt werden. Vielmehr war eine umfassendere eigene Recherchearbeit erforderlich. Diese wird in der folgenden Literaturarbeit (Kapitel 4) nachvollziehbar dargelegt.
Aufgrund des beschriebenen Vorgehens der Expertenarbeitsgruppe, das die Literatur der letzten 20 Jahre mit einbezog, sich über die gängigen Datenbanken erstreckte (CINAHL, MEDLINE und The Cochrane Library), von allgemeineren (z. B. fall, falls) auf speziellere Suchbegriffe schloss und jeweils die höchsten verfügbaren Evidenzstufen (vornehmlich Metaanalysen und Reviews, nachgeordnet RCTs) berücksichtigte (vgl. ebd.), kann davon ausgegangen werden, dass die Maßgabe, einen wissenschaftlich fundierten Standardentwurf zu erarbeiten, umgesetzt werden konnte.
Jedoch repräsentiert diese aktuelle Version des betreffenden Expertenstandards nicht den neuesten Stand verfügbaren Wissens, da seit Veröffentlichung rund fünf Jahre vergangen sind.
Die Literaturarbeit in Kapitel 4 setzt auf der Literaturarbeit des Expertenstandards auf, wobei die konkreten Suchmuster (Schlagworte und deren Kombination) jeweils neu zu erarbeiten waren. Hierbei belässt es diese Arbeit bei der Datenbankrecherche mittels MEDLINE. Ferner fließen Informationen mit ein, die bei einer vorgelagerten, allgemein zum Thema Sturz im Krankenhaus durchgeführten Literaturrecherche (hauptsächlich mittels CareLit) generiert wurden.
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4. 4. Literaturarbeit Literaturarbeit 4. 4. Literaturarbeit Literaturarbeit
Zunächst wird das Vorgehen bei der Literaturarbeit erläutert (4.1, 4.2), welche in dieser Arbeit einen großen Raum einnimmt. Die strukturierte Darstellung der Ergebnisse der Literaturarbeit folgt im Anschluss, wobei mit den Sturzrisikofaktoren begonnen wird (4.3), die in intrinsische (4.3.1) und extrinsische (4.3.2) Risikofaktoren unterteilt werden. Es folgen die Einschätzung des Sturzrisikos (4.4), die Information und Beratung von Patienten und Angehörigen (4.5), Maßnahmen und Interventionen zum Umgang mit dem Sturzrisiko (4.6), Aspekte zur Dokumentation und zur Auswertung erfolgter Sturzereignisse (4.7), sowie ein abschließendes Fazit der Literaturarbeit (4.8).
4.1 4.1 Vorrecherche Vorrecherche und Einschränkungen und Einschränkungen 4.1 4.1 Vorrecherche Vorrecherche und Einschränkungen und Einschränkungen
Vor der Erstellung dieser Arbeit wurde zunächst eine offene Literaturrecherche durchgeführt. Diese erfolgte teilweise, indem z. B. möglichst alle aktuellen, deutschsprachigen und pflegebezogenen Fachbücher zum Thema Sturz gesichtet wurden. Ferner wurde unstrukturiert nach Artikeln in Fachzeitschriften und nach verwertbaren Internet-Quellen gesucht.
Außerdem erfolgte eine Recherche in der Datenbank CareLit, bei der sehr allgemein mit dem Schlagwort „Sturz“ und ohne jegliche weitere Einschränkung verfahren wurde, wobei die 319 Treffer nach Titel, Abstract, Alter und Quelle (wissenschaftliche Fachzeitschrift mit Peer-Review oder nicht?) gewichtet und strukturiert abgelegt wurden.
Die auf diese Weise gewonnenen Informationen formten vor Beginn der eigentlichen Erarbeitung ein Gesamtbild vom Thema, halfen bei der Justierung der Ausrichtung der Arbeit und flossen eher vereinzelt und eingestreut in die spätere Ausarbeitung mit ein.
Bei der eigentlichen Erstellung dieser Arbeit spielten die in der vorgenannten Recherche vorgefundenen Beiträge nur eine untergeordnete Rolle. Denn letztlich mangelte es bei den Meisten der damit gewonnenen Beiträge an der wissenschaftlichen Methodik. Zudem entsprachen verschiedene vorgefundene Aspekte (z. B. der haftungsrechtliche Aspekt von Sturzereignissen) nicht der zugrunde liegenden Fragestellung.
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Jedoch zeigte die Vorrecherche die herausragende Bedeutung des Expertenstandards auf: Dieser deckt das Gesamtthema in sehr großer Bandbreite ab. Kaum ein Thema, welches bei der Vorrecherche aufgezeigt wurde, blieb im Expertenstandard unberücksichtigt. Zudem integriert die Expertenarbeitsgruppe umfassend Literatur aus den 20 Jahren vor Erarbeitung des Expertenstandards. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Diskussion des Themas Sturz in Deutschland erheblich durch das Erscheinen des Expertenstandards geprägt wurde. So beziehen sich sowohl Fachbücher, als auch Artikel, welche ab 2005 zum Thema Patientensturz erschienen sind, in den meisten Fällen auch auf den Expertenstandard. Aus dieser Ausgangslage heraus entstand die Entscheidung, Teile dieser Arbeit analog zu Inhalten des Expertenstandards zu strukturieren. Die nachfolgende Darstellung der Ergebnisse der Datenbank gestützten Literaturrecherche erfolgt nach der gleichen Gliederung, die auch die Literaturstudie des Expertenstandards hat: Die Kapitel 4.3 bis 4.7 dieser Arbeit entsprechen den Kapiteln 3.3 bis 3.7 in der schriftlichen Fassung des Expertenstandards. Dies gilt auch für die weiteren Untergliederungen (z. B. 4.3.1.1 hier analog zu 3.3.1.1 im Expertenstandard usw.) (vgl. DNQP 2006:43-93)
Die Entscheidung für dieses Vorgehen erfolgte aus der Überlegung heraus, dass der Expertenstandard bereits in strukturierter Form eine große Bandbreite des Themas abdeckt. Die nachfolgend dargestellte, datenbankgestützte Literaturarbeit ist jeweils von der Frage geleitet, welche jüngeren Erkenntnisse seit Erscheinen des Ex-pertenstandards vorliegen. Durch die analog zur Literaturarbeit des Expertenstandards gehaltene Struktur ist ein leichterer Vergleich der neueren Erkenntnisse mit denen der Expertenarbeitsgruppe möglich.
Wie schon bei der Konkretisierung von Fragestellung und Zielsetzung (2.2) darg Wie schon bei der Konkretisierung von Fragestellung und Zielsetzung (2.2) darge- e- e-e-Wie schon bei der Konkretisierung von Fragestellung und Zielsetzung (2.2) darg Wie schon bei der Konkretisierung von Fragestellung und Zielsetzung (2.2) darg stellt, kann diese Arbeit nicht stellt, kann diese Arbeit nicht die Herstellung einer vollständigen Evidenz die Herstellung einer vollständigen Evidenzbasierung basierung basierung basierung stellt, kann diese Arbeit nicht stellt, kann diese Arbeit nicht die Herstellung einer vollständigen Evidenz die Herstellung einer vollständigen Evidenz für das gesamte Thema für das gesamte Thema Sturzmanagement im Krankenhaus Sturzmanagement im Krankenhaus leisten. leisten. für das gesamte Thema für das gesamte Thema Sturzmanagement im Krankenhaus Sturzmanagement im Krankenhaus leisten. leisten.
Jedoch sind konkrete Hinweise möglich, wie ein an wissenschaftlicher Evidenz ausgerichtetes, EDV-gestütztes Sturzmanagement-System im somatischen Krankenhaus gestaltet werden kann.
Es ist unwahrscheinlich, dass ein Krankenhaus, welches sich zur Implementierung eines umfassenden Sturzmanagement-Systems entschließt, zuvor eine vollständige Evidenzbasierung auf Basis einer umfassenden Literaturarbeit herstellt. Jedoch kann diese Arbeit aufzeigen, wie es durchaus möglich ist, praxisrelevante, neue
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Erkenntnisse zu generieren. Wenn ein Haus sich entschließt, dies in Einzelpunkten zu vertiefen, so bietet sich hierfür dann das EBN (vgl. 3.1) als Mittel der Wahl an.
So ist gut denkbar, dass ein Krankenhaus zunächst eine oberflächlicher gehaltene, breite Recherche durchführt, so wie in dieser Arbeit geschehen und dass dann die Umsetzung in die Praxis in der Form erfolgen kann, wie in Kapitel 5 dargestellt, also z. B. auf ORBIS basierend. Die Erkenntnisse aus der Recherche fließen in verschiedener Weise in die Praxis ein: In die EDV-Umsetzung integriert und/oder eingeflochten in begleitende Mitarbeiter-Schulungen oder hauseigene Standards.
Nach erfolgreicher Implementierung des Gesamtkomplexes (Sturzmanagement-System) könnten dann nacheinander einzelne Themen herausgegriffen und mittels EBN praxisrelevant vertieft werden.
4.2 4.2 Vorgehen bei der Datenbankrecherche Vorgehen bei der Datenbankrecherche 4.2 4.2 Vorgehen bei der Datenbankrecherche Vorgehen bei der Datenbankrecherche
Die Datenbankrecherche wurde in einer Weise durchgeführt, dass sie trotz der Breite des Themas im Rahmen dieser Arbeit leistbar ist.
So erfolgte eine Einschränkung auf MEDLINE und die Cochrane Database (The Cochrane Collaboration), wobei die gemeinsame Recherche über PubMed.gov der United States National Library of Medicine erfolgte.
Für die Literaturarbeit in dieser Arbeit war es erforderlich, das Suchmuster je Schwerpunkt jeweils neu zu erarbeiten. Hierfür wurden insbesondere Reviews oder RCTs, welche im Expertenstandard als Quellen aufgeführt sind, in PubMed recherchiert und deren Schlagworte und MeSH-Terms verwendet. Es wurde jeweils ein Suchmuster abgeleitet und verfeinert und mit selbigem nach neueren Veröffentlichungen gesucht. Hierbei erfolgte immer eine Beschränkung auf Beiträge in englischer oder deutscher Sprache, sowie beschränkt auf die Zeit seit Veröffentlichung des Expertenstandards.
Es erfolgte eine bevorzugte Sichtung von Reviews und nachgeordnet von einzelnen RCTs einschließlich eingehender Sichtung der Abstracts. Als Volltext bestellt wurden solche Arbeiten, die nach Sichtung des Abstracts relevante Erkenntnisse versprachen, welche den Kenntnisstand zum Zeitpunkt des Expertenstandards bestätigen, widerlegen oder ergänzen.
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4. 4.3 3 3 Sturzrisikofaktoren Sturzrisikofaktoren 4. 4. Sturzrisikofaktoren Sturzrisikofaktoren
Ein Sturz ist ein multifaktoriell bedingtes, komplexes Geschehen (vgl. DNQP 2006:48). D. h., dass ein Sturz stets mehr als eine isolierte Ursache hat. Ausnahmen bilden Stürze, welche z. B. durch spontane Ohnmacht oder durch einen epileptischen Anfall ausgelöst werden. Einige Definitionen grenzen diese auch daher von regulären Sturzereignissen ab (vgl. 2.3.1 Begriffsdefinitionen von Sturz).
Als multifaktoriell bedingtes Geschehen resultiert das Sturzereignis grundsätzlich also daraus, dass mehrere Risikofaktoren kombiniert miteinander wirksam werden. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche dieser Risikofaktoren überhaupt als gesichert gelten können. In direkter Konsequenz daraus lässt sich fragen, welche potenziellen Faktoren unter Verdacht stehen, das Sturzrisiko zu erhöhen, ohne dass dies bereits ausreichend durch Forschungsergebnisse belegt ist.
In der Literatur wird zudem vielfach klar zwischen intrinsischen und extrinsischen Sturzrisikofaktoren unterschieden.
Dass die Grenze zwischen diesen beiden Kategorien von Sturzrisikofaktoren nicht ganz so leicht zu ziehen ist, zeigt sich beispielhaft am Sturzrisikofaktor Medikation: Während Tideiksaar in einer aus dem US-Amerikanischen übersetzten Publikation die Einnahme von psychotropen Substanzen (beispielsweise Tranquilizer oder Sedativa) den intrinsischen Sturzrisikofaktoren zurechnet (vgl. 2008:160, 163, 164), rechnet der Expertenstandard die Einnahme von Medikamenten (wie Psychopharmaka, Sedativa, Hypnotika, sowie Arrhythmika) den extrinsischen Sturzrisikofaktoren zu (vgl. DNQP 2006:30). Medikamente sind von außen zugeführt, doch entfalten von innen (aus dem Organismus heraus) ihre Wirkung.
Für das Sturmanagement entscheidender als die Frage nach der Gliederung der bekannten Sturzrisikofaktoren erscheint die Frage danach, welche Aussagekraft das Vorhandensein von Sturzrisikofaktoren auf die Sturzwahrscheinlichkeit des Individuums hat.
Während noch bis Mitte der 1990er Jahre die verbreitete Meinung vertreten worden war, es sei möglich, anhand der Identifizierung isolierter Sturzrisikofaktoren Sturzereignisse recht zuverlässig vorauszusagen, so kamen ab diesem Zeitpunkt neuere Erkenntnisse auf, welche die Einfachheit dieser Formel in Frage stellen. Die im Ex-pertenstandard so bezeichnete „bestehende Problematik der Sturzrisikoeinschätzung“ (DNQP 2006:48) wurde offenkundig:
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Thomas Fleischer, 2010, Evidenzbasiertes Sturzmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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