Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Die britische Automobilindustrie im Wandel
Abbildung 2 Pkw-Produktion 2004.
Abbildung 3 Rohölverbrauch, -produktion und -importe
Abbildung 4 Übersichtskarte der Ölindustrie in GB
Abbildung 5 Wichtige Standorte der Offshore-Ölindustrie
Abbildung 6 Gliederung Großbritanniens nach Counties
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Anzahl der produzierten Vauxhall Automobile in britischen Werken 5
Tabelle 2 Anzahl der produzierten Automobile von Ford 5
Tabelle 3 Vergleich der Arbeitslosenzahl. 16
Tabelle 4 Vergleich der Bedeutung der Shetlandinseln 17
IV
Abkürzungsverzeichnis F & E Forschung und Entwicklung EG Europäische Gemeinschaft
V
1 Einleitung
Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit den neo-technischen Industrien in Großbritannien. Das Ziel der Neuentwicklungen der Industrie war die angeschlagene Wirtschaft zu sanieren. In der Ausarbeitung wird zunächst auf den wirtschaftlichen Wandel seit dem Zweiten Weltkrieg eingegangen. Darunter fallen die Probleme und Lösungsversuche der Thatcherregierung. Ebenso ein Teil des wirtschaftlichen Wandels ist die Deindustrialisierung der traditionellen britischen Industrie, die erst dazu geführt hat, dass neue Industrien entstanden sind.
Im weiteren Verlauf der Arbeit wird auf die verschiedenen Neo-Industrien eingegangen. Zunächst wird die Automobilindustrie bearbeitet. Im Detail bedeutet das, wie sich der britische Automobilmarkt entwickelt hat und auf verschiedene Einwirkungen von außen, wie der Ansiedlung ausländischer Unternehmen. Als enorm bedeutsam für die britische Wirtschaft ist hier die Ansiedlung von japanischen Automobilherstellern zu nennen. Diese haben die britische Wirtschaft mit einer neuen Unternehmenspolitik stark beeinflusst. Ebenso wird auf eine zweite wichtige neue Industrie, der Öl- und Gasindustrie, eingegangen. Da Ölvorkommen schon seit Langem für wirtschaftliche Stabilität in einem Land sorgen, war es für die Entwicklung Großbritanniens sehr wichtig Öl zu fördern, zu exportieren und dadurch relativ entspannend den steigenden Ölpreisen zuschauen konnte. Es werden außerdem die räumlichen Auswirkungen auf einzelne Standorte beschrieben. Als letzter Punkt dieser Arbeit wird kurz die Hightech-Industrie behandelt. In der Ausarbeitung bedeutet, dass das eine Definition für Hightech Regionen gegeben wird.
2 Wirtschaftlicher Wandel
2.1 Thatcherismus
Der Thatcherismus beschreibt die Versuche der Namensgeberin, Margaret Thatcher, die britische Wirtschaft neu zu strukturieren und ihr somit einen Aufschwung zu geben. Im folgenden Abschnitt werden die Maßnahmen und die Folgen des Thatcherismus beschrieben.
Seit den 1970er Jahren machte Großbritannien einen Wandel durch, der sich durch Deindustrialisierung der traditionellen Industrie und eine Entstehung neuer Industrien beschreiben lässt. Anhand des stetigen Bedeutungsverlusts an der gesamten Wirtschaft und
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dem Sinken der Anzahl der Beschäftigten in der Montan-, Schiffsbau- und Textilindustrie lässt sich die Deindustrialisierung der traditionellen Industrie definieren. Diese Probleme sind vor allem durch die hohe Inflationen, unsinnige staatliche Subventionen und häufige Streiks der Gewerkschaften entstanden.
Nach dem Amtsantritt von Margaret Thatcher als Primierministerin (1979) wurden viele grundlegende wirtschaftspolitische Dinge verändert. Darunter zählt, dass „(…) halbherzige[r] Subventionierung und unrentable[r] Verstaatlichungen beendet“( vgl. Wehling s. 180) wurden. Weitere grundlegende Veränderungen waren die Reprivatisierung verschiedenster staatlicher Unternehmen oder ganze Industriezweige, die für die Neo-Industralisierung von großer Bedeutung waren. Zudem wurden die Bedingungen für Streiks und Gewerkschaften geändert, damit die Produktivität gesteigert werden konnte. Diese Politik haben japanische Unternehmen später noch intern verschärft (Wehling 2007, S.180).
2.2 Deindustrialisierung der traditionellen Industrien
Die Deindustrialisierung der Stahl- und Eisenindustrie hat schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, 1950, begonnen. Während des Krieges lag die die Stahlproduktion noch bei ca. 20 Mio. t pro Jahr, im Gegensatz zu 1967, nach der Verstaatlichung von 14 großen Stahlfirmen, lag die Produktion bei 50.000 t. Der Mangel an Investitionen in neue Technologien sorgte für eine schlechte Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt. Nach der Stahlkrise von 1975 mussten weitere Rationalisierungsmaßnahmen ergriffen werden, wodurch es durch weitere Arbeitsplatzverluste kam.
Der Rückgang der Schiffsbauindustrie ist eine unmittelbare Folge der Schrumpfung der Stahl- und Eisenindustrie. Heute werden in Großbritannien hauptsächlich Kriegsschiffe und Spezialschiffe von vereinzelten, großen Werften gebaut.
Die Textilindustrie verschwand in Großbritannien bis 1980 fast vollständig. Die Arbeitsplatzverluste von ca. 749.000 waren enorm hoch und überwiegen somit die Verluste der Arbeitsplätze im Bergbau. Selbst der Versuch der Modernisierung durch Maschinen, der zwar auch zum Verlust von Arbeitsplätzen geführt hat, konnte die Textilindustrie nicht retten. Ein Grund für die Schrumpfung der britischen Textilindustrie war, dass aus anderen Ländern Textilen billiger importiert wurden. Da Textilien meist nur noch aus Kunststofffasern hergestellt wurden, ist der Sektor der traditionellen Wollindustrie schnell aus der britischen Wirtschaft verschwunden. Es gibt nur noch wenige Betriebe, die diese Tradition fortführen (Wehling 2007, S.186).
All diese Punkte haben schließlich dazu geführt, dass es zu neuen Industrien in Großbritannien kommen musste, damit das Land weiter eine relativ stabile Wirtschaft hat.
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Allerdings sind durch die hohen Investitionen in die Neo-Industrie andere Industriezweige untergegangen.
3 Automobilindustrie
3.1 Auf- und Abstieg der Automobilindustrie
Großbritannien hatte 1972 mit ca. 1,9 Mio. Pkws das Produktionsmaximum erreicht. Die britischen Unternehmen erlebten am Anfang der 60er bis Anfang der 70er Jahre eine regelrechte Boomphase im Binnenabsatz sowie im Exportmarkt. In dieser Zeit wurden viele neue Produktionsstandorte britischer und amerikanischer Hersteller gebaut. Durch die britische Industriestandortverteilungspolitik wollte man verhindern, dass die
Standortneugründungen in dem traditionellen Raum der britischen Automobilindustrie stattfindet. Die traditionelle britische Automobilindustrie konzentrierte sich schon seit Beginn des 20. Jh. In den West Midlands und um London. Dieser Raum hatte viele Standortvorteile, z. B. geringere Transportkosten, durch nähre Lage am Hauptabsatzmarkt, die Entwicklung der Metall verarbeitenden Industrie zu Zulieferfirmen, die Konzentration neo-technischer Kleinindustrien und das positive Hauptstadtimage. Allerdings siedelten die neuen Standorte, beeinflusst durch staatlichen Druck und finanzielle Anreize, hauptsächlich in und um Liverpool an (Heine 214f).
Allerdings kam es ab 1975 und 1977 zu einer erheblichen Verschlechterung des Absatzmarktes. Dies machte sich schnell bemerkbar, sodass es 1978 zur Schließung von zum Teil erst 10 Jahre alter Produktionsstätten kam. „Insgesamt wurden somit zwischen 1978 und 1982 5 von 13 Montagewerken geschlossen.“ (Heineberg 1997, S. 215). Dadurch gingen in diesen 5 Jahren viele Arbeitsplätze verloren. Die Gründe für diese Verschlechterung sind sehr umfassend und lassen sich auf internationale Ereignisse und Abkommen zurückführen. Darunter aufzuführen ist die internationale Ölkrise von 1973 und deren anschließende wirtschaftliche Rezession. Dies hatte vor allem nach 1975 die Folge, dass es zu weniger Fahrzeugzulassungen, also weniger verkauften Pkws, kam. Ein weiterer Grund war, dass die Zölle für Import immer weiter sanken. Die Zölle für Automobilimporte von Ländern der Europäischen Gemeinschaft sanken im Laufe der Zeit von 33,3% auf 0%, die Zölle für Länder außerhalb der Europäischen Gemeinschaft sanken auf 11%. Dadurch wurden ausländische Automarken für die Briten finanziell attraktiver. Hinzu kommt, dass die positive Entwicklung der britischen Währung Ende 1970er - Anfang 80er Jahre durch den Nordseegas- und Ölboom zu einer Schwächung für den Absatzmarkt der britischen Automobilindustrie führte. Diese Punkte lassen sich nennen, warum die Verkaufszahlen im Binnen- sowie im Exportmarkt gesunken sind (Heine 215).
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Arbeit zitieren:
Felix Zobel, 2010, Neo-technische Industrien und ihre Bedeutung für die jüngere Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien, München, GRIN Verlag GmbH
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