Selbstregulation , Rajko Pflügel 01/2008
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Begriffsbestimmung 5
2.1 Selbstregulation und Selbstkontrolle. 5
2.2 Selbstregulation und Homöostase 5
2.3 Selbstregulation und Mentale Prozesse. 6
3. Vier Erklärungsansätze der Selbstregulations-Forschung 6
3.1 Selbstregulation nach Kuhl 6
3.2 Selbstregulation nach Kruglanski. 7
3.3 Selbstregulation nach Baumeister et al. 8
3.4 Selbstregulation nach Brandtstädter. 8
4. Der Basisprozess der Selbstregulation nach Carver und Scheier. 9
4.1 Eckdaten von Charles Carver und Michael F. Scheier. 9
4.2 Das TOTE-Modell und Selbstregulation als Regelkreis 9
4.3 Die Feedback-Schleife 10
4.3.1 Das Modell der Feedback-Schleife 10
4.3.2 Diskrepanzen und Verhaltensanpassung. 12
4.3.3 Beispiele für Verhaltensanpassungen (negative/ positive Referenzwerte) 13
4.4 Ziele und die Zielhierarchie in der Selbstregulation 13
4.5 Transfer der Ziele in den Regelkreis der Selbstregulation. 15
5. Exkurs: Selbstregulation im Fokus von Gesundheit. 16
6. Zusammenfassung. 17
7. Literatur. 18
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die Struktur der Verhaltensänderung nach dem TOTE-Modell S. 10
Abbildung 2: Schematische Darstellung der Feedback-Schleife bzw.
des Regelkreises der Selbstregulation S. 11
Abbildung 3: Darstellung der Verringerung und Vergrößerung
der Diskrepanz als Verhaltensanpassung S. 12
Abbildung 4: Der Effekt eines positiven Feedback-Systems S. 14
Abbildung 5: Zielhierarchie nach Powers (1973) S. 14
Abbildung 6: Systemische Darstellung einer Feedback-Schleife
1. Einleitung
Viele Forschungsbereiche beschäftigen sich mit der Struktur des menschlichen Verhaltens. Der Umgang mit sozialen Ängsten und der Selbstregulation stehen auch im gesundheitswissenschaftlichen Kontext. Die Verhaltensforschung, als eigene Wissenschaftsdisziplin versucht allgemein die Struktur des Verhaltens zu erklären. Fragen, die hierbei von großem Interesse sind, könnten sehr abstrakt lauten (vgl. Zimbardo 1992, S.229ff.):
Welche Strategien und Prozesse ermöglichen eine sinnvolle Art und Weise des Denkens, um Wünsche und Absichten auch in Handlungen und Taten (Verhalten) zu realisieren?
Wenn sich die Menschen für ein bestimmtes Verhalten entschieden haben, was lässt sie dieses Denken und Handeln dann auch konsequent durchhalten? Was sind die Denkprozesse bzw. kognitiven Ressourcen, die es Menschen ermöglicht einen bewusst gelebten Weg im Leben zu gehen?
In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die Vorstellung, dass das Verhalten durch Selbstregulation beeinflusst werden kann, verfestigt. Diese Idee bildet die Grundlage dieser Arbeit. Es sollen die grundlegenden Prozesse der Selbstregulation aufgezeigt werden. Die Tatsache, dass die Menschen teilweise (oft) nicht in der Lage sind, dass zu tun, was sie tun wollen führt zu Diskrepanzen zwischen dem Denken und Handeln. Die Methode der Selbstregulierung soll hier als ein dynamisches Systemen vorgestellt werden, welches das menschliche Verhalten und Denken beeinflussen kann. Will man Verhalten im Rahmen der Selbstregulation nach Caver und Scheier (2000) untersuchen bzw. erklären, werden zwei Prozesse fokussiert, die Feedback-Schleife und das Zielkonzept. Ziele und die Verhaltensrückkopplung (Feedback) stehen in einem starken Zusammenhang. Im Folgenden sollen nach der begrifflichen Einordnung der Selbstregulation in den wissenschaftlichen Kontext diese beiden Basisdeterminanten näher beschrieben werden. Beispiele sollen im Verlauf der Arbeit die wesentlichen. Aspekte verdeutlichen Diese Arbeit wird maßgeblich durch die Forschungstätigkeiten von CHARLES S. CARVER und MICHAEL F. SCHEIER (2000) getragen.
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2. Begriffsbestimmung
Es gibt viele unterschiedliche Definitionen bzw. Begriffserklärung zur Selbstregulation. In zahlreichen Wissenschaftsdisziplinen, so z.B. in der Physik, Biologie, den Wirtschaftswissenschaften, der Soziologie und der Psychologie wird Selbstregulation als Gegenstand der Systeme angewandt. Oft wird Selbstregulation als ein zyklischer Prozess beschrieben, der mit Hilfe des Feedbacks das Verhalten den sich veränderten Bedingungen anpassen kann.
“Self-regulation is described as cyclical because the feedback from prior performance is used to make adjustments during current efforts.” (Zimmermann 2000, S. 14)
2.1 Selbstregulation und Selbstkontrolle
In vielen Kontexten werden auch die Begriffe Selbstregulation und Selbstkontrolle synonym verwandt. Einige Forscher und Autoren differenzieren diese beiden Begriffe. Selbstregulation wird dann eher mit der Vorstellung betrachtet, dass das Verhalten direkt durch Ziele und Feedbackschleifen beeinflusst wird, während die Selbstkontrolle als bewusste Kontrolle des Verhaltens verstanden wird (vgl. Vohs & Baumeister 2004, S. 1).
2.2 Selbstregulation und Homöostase
Der Begriff der Homöostase stammt aus dem Griechischen und bedeutet gleichartig oder ähnlich. Homöostase charakterisiert das fortwährende Bestreben des Organismus, unterschiedliche physiologische Funktionen wie Körpertemperatur oder Blutzuckerspiegel den äußeren Bedingungen anzupassen, um so einen ausgeglichenen Zustand aufrecht zuerhalten. Durch diese Regulierung bzw. Anpassung an die Umwelt wird der Ressourceneinsatz zur Lebenserhaltung minimiert. Diese Anpassung geschieht auf verschiedenen Niveaus. Hormone, Reflexverhalten, einfache Anpassungsleistungen, erworbene Gewohnheiten und bewusste Entscheidungen (Willenshandlungen) machen dies möglich. Ein Ungleichgewicht führt zu negativen d.h., unabgestimmten Körperfunktionen welche sich dann als Krankheiten oder Dysfunktionen äußern. Letztendlich beschreibt die Homöostase den Versuch bzw. Regelkreis, einen Zustand der Harmonie zwischen allen
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körperlichen, psychischen und geistigen Subsystemen zu erreichen (vgl. Arnold et al. 1995, S. 887). Selbstregulation kann in diesem Kontext als grundlegendes Funktionsprinzip aller lebenden Organismen beschrieben werden, so z.B. der Anstieg von Blutdruck, Herzfrequenz und Atmung bei körperlicher und psychischer Anstrengung (vgl. Roux 1901, S. 610-614).
2.3 Selbstregulation und Mentale Prozesse
Unter Selbstregulation versteht man in der Psychologie mentale Prozesse, die die Erreichung von Zielen zum Inhalt haben und mittels derer Menschen Kontrolle über sich und ihre Tätigkeit ausüben. Selbstregulation steuert Vorgänge, die mit der eigenen Person in ihrer Umwelt in Zusammenhang stehen. Durch das zyklische und sich selbst regulierende System können Lösungswege und Strategien auf bestimmte Lebens- und Tätigkeitslagen miteinander koordiniert werden. Es umfasst die Steuerung von Gedanken, Affekten und Verhalten und ermöglicht so die Realisierung von Zielen über eine längeren Zeitraum und wechselnde Situationen hinweg (vgl. Vohs & Baumeister 2004, S. 1-9).
3. Vier Erklärungsansätze der Selbstregulations-Forschung
Wenn von Selbstregulation gesprochen wird, basieren die Aussagen auf unterschiedlichen Grundlagen. Immer geht es jedoch um die Selbststeuerung von Handlungen. Das Kapitel 3 der hier vorliegenden Arbeit stellte erste Bezüge zu theoretischen Konstrukten dar. Im Folgenden werden vier Ansätze von maßgeblichen Vertretern der Selbstregulations-Forschung einen weiteren Einblick in dieses sehr komplexe Thema geben.
3.1 Selbstregulation nach Kuhl
Die Theorie der Selbstregulation nach Kuhl (1992, 1996, 2001 zit. in Forstmeier et al. 2005, S. 235) differenziert die volitionalen Kompetenzen, die bei Handlungsorientierung zum Tragen kommen können und mittels derer eine Person selbststeuernd auf verschiedene andere psychische Subsysteme (z. B. Emotion, Motivation, Aufmerksamkeit) einwirken kann. Die volitionalen Kompetenzen werden dabei zwei grundlegenden Volitionsformen zugeordnet, der Selbstregulation und Selbstkontrolle. (vgl. Forstmeier et al. 2005, S. 235;
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Arbeit zitieren:
M.Sc. (PH and Admin.) Rajko Pflügel, 2008, Der Basisprozess der Selbstregulation, München, GRIN Verlag GmbH
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