Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Verzeichnis benutzter Abkürzungen IV
1. Abstract IV
2. Einleitung 1
2.1 Problemstellung 1
2.2 Aufbau der Arbeit 1
3. Nationale Identität 2
3.1 Definition 2
3.2 Perspektive der Theorie der sozialen Identität von Henri Tajfel 2
4. Fremdenfeindlichkeit 3
4.1 Theorie der Selbstkategorisierung 3
4.2 Perspektive der Theorie der sozialen Identität von Henri Tajfel 4
5. Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
- Ein Zwischenfazit 5
6. Methodik 5
6.1 Kontrollvariablen 5
6.2 Verwendete Daten und Messinstrumente 6
7. Analyse 6
7.1 Faktorenanalyse 6
7.2 Reliabilitätsanalyse 16
7.3 Regression 19
7.4 Modellvergleich 31
8. Interpretation - Die Wirkungen der unabhängigen Variablen auf die
negative Einstellung gegenüber Ausländern 33
9. Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
- Zusammenfassung 35
9.1 Kritische Würdigung des Forschungsprozesses 35
9.2 Je ausgeprägter die deutsche Identität einer Person ist, desto größer
ist ihre fremdenfeindliche Einstellung - Eine Überprüfung 36
10. Fazit - Forschungsbedarf und politische Konsequenzen 37
Literaturverzeichnis 38
Anlagenverzeichnis 39
II
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Abbildungsverzeichnis
Faktorenanalyse
Tabelle 1: KMO- und Bartlett-Test 7 Tabelle 2: Kommunalitäten 8
Tabelle 3: Erklärte Gesamtvarianz 10 Tabelle 4: Screeplot 11
Tabelle 5: Komponentenmatrix 12
Tabelle 6: Rotierte Komponentenmatrix 14
Tabelle 7: Komponententransformationsmatrix 16
Tabelle 8: Zusammenfassung der Fallverarbeitung_Fremdenfeindlichkeit 16
Reliabilitätsanalyse
Tabelle 9: Reliabilitätsstatistiken_Fremdenfeindlichkeit 16
Tabelle 10: Auswertung der Itemstatistiken_Fremdenfeindlichkeit 16
Tabelle 11: Zusammenfassung der Fallverarbeitung_Nationale Identität 17
Tabelle 12: Reliabilitätsstatistiken_Nationale Identität 17
Tabelle 13: Auswertung der Itemstatistiken_Nationale Identität 17
Tabelle 14: Die Messung von Fremdenfeindlichkeit und der unabhängigen Variablen 18
Regression
Tabelle 15: Aufgenommene/Entfernte Variablen 20
Tabelle 16: Modellzusammenfassung_Blockweise_8 Variablen 20
Tabelle 17: Koeffizientenmatrix_Blockweise_8 Variablen 21
Tabelle 18: Modellzusammenfassung_Blockweise_5 Variablen 22
Tabelle 19: Regression_Koeffizientenmatrix_Blockweise_5 Variablen 22
Tabelle 20: Modellzusammenfassung_Hierarchisches Modell_4 Variablen 23
Tabelle 21: Koeffizienten_Hierarchisches Modell_4 Variablen 24
Tabelle 22: Modellzusammenfassung_Bricklayer_4 Variablen 25
Tabelle 23: Koeffizienten_Bricklayer_4 Variablen 26
Tabelle 24: Modellzusammenfassung_Stonemason_8 Variablen 27
Tabelle 25: Koeffizienten_Stonemason_8 Variablen 28
Tabelle 26: Modellzusammenfassung_Stonemason_2 Variablen 28
Tabelle 27: Koeffizienten_Stonemason_2 Variablen 28
Tabelle 28: Modellzusammenfassung_Stonemason_3 Variablen 29
Tabelle 29: Koeffizienten_Stonemason_3 Variablen 29
Tabelle 30: Modellzusammenfassung_Bricklayer_ 3 Variablen 30
Tabelle 31: Koeffizienten_Bricklayer_3 Variablen 30 Tabelle 32: Modellvergleich 31
III
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Verzeichnis benutzter Abkürzungen
SOEP Sozio-ökonomisches Panel
SIT Theorie der sozialen Identität o.g. oben genannte(n)
1. Abstract
Die vorliegende Studie befasst sich mit dem Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit. Die soziale Identitätstheorie nach Tajfel, die bislang vor allem auf Kleingruppenphänomene angewendet worden ist, wurde auf eine spezifische Form der Großgruppe, „die Deutschen“, bezogen. Geprüft wurde, ob ein positiver Zusammenhang zwischen einer starken nationalen Identität und einer fremdenfeindlichen Einstellung besteht. Dazu wurde ein Datensatz des SOEP aus dem Jahr 2003 mit einer Quotenstichprobe von n= 1287 Deutschen (49,6 % weibliche und 50,4 % männliche Befragte) einer quantitativen Inhaltsanalyse unterzogen. Es zeigte sich, dass die Befragten umso fremdenfeindlicher sind, je stolzer sie darauf sind, Deutsche zu sein.
Außerdem zeigte sich, dass die Befragten umso weniger fremdenfeindlicher sind, je stolzer sie auf Deutschland hinsichtlich der sozialstaatlichen Leistungen sind. Es traten keine signifikanten Geschlechtsunterschiede auf.
Eine starke deutsche Identität verstärkt eine fremdenfeindliche Einstellung. Die im Rahmen der SIT getroffenen Hypothesen konnten für die deutsche Identität bestätigt werden.
IV
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
2. Einleitung
2.1 Problemstellung
Nationalismus - darüber werden unsere Nachfahren einmal so verständnislos den Kopf schütteln, wie wir es heute über die Kriege der Stämme und Sippen tun. (Eva Strittmatter *08.02.1930)
Viele junge Menschen engagieren sich heutzutage ehrenamtlich für einige Zeit im Ausland. Sie machen wertvolle Erfahrungen im Umgang mit fremden Kulturen, lernen die Sprache des Zielortes, versuchen Unterschiede zu verstehen und entwickeln nicht selten ein hohes Maß an Toleranz für die Andersartigkeit anderer Menschen und Kulturen. Werden die Jugendlichen von den Menschen vor Ort ohne Zögern akzeptiert und eingebunden, dann identifiziert sich so mancher erfahrungssuchende junge Mensch recht schnell mit der anderen Kultur, geht im Alltag auf und stellt ein internationales
Zugehörigkeitsgefühl vor die eigene Staatsangehörigkeit. Das aufkommende Verständnis für andere Kulturen, gepaart mit einer Offenheit für das Andere, verdrängt jede aufkeimende Fremdenfeindlichkeit im Ursprung.
Was aber ist beispielsweise mit denen, die aufgrund der Ermangelung solcher Auslandserfahrungen die eigene Nationalität an erste Stelle setzen? Welche Einstellung haben Menschen mit einer starken nationalen Identität gegenüber Fremden? In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, ob ein linearer Zusammenhang zwischen der nationalen Identität eines Individuums und seiner Einstellung gegenüber Fremden besteht. Führt eine starke deutsche Identität verstärkt zu Fremdenfeindlichkeit?
2.2 Aufbau der Arbeit
Diese Arbeit ist in einen theoretischen und einen empirischen Teil untergliedert. Der theoretische Teil beschäftigt sich mit den Themengebieten „nationale Identität“ und „Fremdenfeindlichkeit“ unter Bezugnahme auf die soziale Identitätstheorie nach Henri Tajfel. Ein Zwischenfazit trennt den Theorie- von dem Empirieteil. Hier wird ein erstes Resümee über die vorab aufgezeigte Theorie gezogen. Gleichzeitig dient es mit der dort aufgeführten Hypothese als Einleitung für den empirischen Teil der Arbeit.
1
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Dieser soll der Messbarkeit des theoretischen Konstruktes dienen. Zu diesem Zweck wird ein Datensatz des Sozio-ökonomischen Panels ausgewertet und in ein Verhältnis zur Theorie gesetzt.
Im Anschluss an das Zwischenfazit werden zunächst die Kontrollvariablen, die verwendeten Daten und Messinstrumente beschrieben. Danach erfolgt die Auswertung der Daten und die Interpretation derselben.
Die Ergebnisse der Datenauswertung werden im Anschluss an den Theorie- und Empirieteil in einem Fazit wiederholt. Dabei wird auch der Forschungsprozess an sich kritisch überdacht und es werden Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen der Datenauswertung für die Politik gezogen.
Aus Gründen der Lesbarkeit und Vereinfachung wird auf die weibliche Schriftform verzichtet. Gemeint sind jedoch in allen Fällen immer sowohl Frauen als auch Männer.
3. Nationale Identität
3.1 Definition
Alberto Melucci definierte die nationale/kollektive Identität als „an interactive process through which several individuals or groups define the meaning of their action and the field of opportunities and constraints for such an action. … an
interactive and shared definition produced by a number of individuals (or groups at a more complex level) concerning the orientations of their action and the field of opportunities and constraints in which such action is to take place” (Melucci 1996: 67ff).
3.2 Perspektive der Theorie der sozialen Identität von Henri Tajfel
Zur näheren Betrachtung des Begriffes der nationalen Identität wird für diese Arbeit die Perspektive der Theorie der sozialen Identität von Henri Tajfel gewählt. Diese ist im vorliegenden Fall von besonderem Interesse, da sie „als eine der wenigen Identitätstheorien beansprucht, (…) Gruppenphänomene wie (…) nationale
Gruppenidentifikationen, Intergruppendiskriminierung und -konflikte erklären zu können“ (Skrobanek 2004: 357).
Das Selbstkonzept einer Person hängt zum Teil von ihren Gruppenmitgliedschaften ab, welche somit die soziale Identität eines Individuums ausmachen.
2
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Jeder Mensch strebt nach einer positiven Selbstbewertung innerhalb seiner sozialen Identität. Diese versucht der Einzelne zu erreichen, indem er die Gruppe, der er angehört mit positiveren Merkmalen zu bewerten, als die sog. Fremdgruppen, gegenüber denen er sich mit seiner Gruppe im Vergleich positiv abheben will.
Fällt der Vergleich zwischen Eigen- und Fremdgruppe für das Individuum negativ aus, so versucht es entweder, die Vergleichsdimensionen so zu verändern, dass die eigene positive soziale Identität künftig wiederhergestellt ist, oder es tritt in einen direkten Wettkampf mit der Fremdgruppe um die höhere Position auf der aktuellen Vergleichsdimension, um so über die Position der Eigengruppe die eigene soziale Identität wieder zu verbessern (vgl. Mummendey/Otten 2002: 102).
Die Theorie der sozialen Identität geht in erster Linie davon aus, dass die soziale Identität einer Person von ihrem Wissen um die Zugehörigkeit zu einer oder mehreren Gruppen und deren jeweiligen emotionalen Bedeutung abhängt.
Hier wird deutlich, dass soziale Gruppen in Rahmen der SIT als Wahrnehmungskategorien erfasst werden (vgl. Skrobanek 2004: 358).
4. Fremdenfeindlichkeit
4.1 Theorie der Selbstkategorisierung
Kategorisieren sich Individuen selbst als Mitglieder einer bestimmten Gruppe, dann werden die Unterschiede zwischen der Eigen- und Fremdgruppe und die Einheitlichkeit der Eigengruppe besonders betont. Während die Heterogenität zwischen den Gruppen steigt, sinkt sie innerhalb der Eigengruppe.
Die gemeinsame soziale Identität der Mitglieder der Eigengruppe führt zu einer „Depersonalisierung der Selbstwahrnehmung“ (Mummendey/Otten 2002: 106). Diese wiederum begünstigt Gruppenverhalten, bei welchem nicht die individuellen Unterschiede der einzelnen Beteiligten von Relevanz sind, sondern nur die Zugehörigkeit zur eigenen oder zur fremden Gruppe. Da Individuen grundsätzlich um eine positive Selbstbewertung bemüht sind, wird die Eigengruppe stets besser bewertet als die Fremdgruppe. Dies führt letztendlich zu einer Abwertung der Angehörigen der Fremdgruppe (vgl. Mummendey/Otten 2002: 108).
3
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
4.2 Perspektive der Theorie der sozialen Identität von Henri Tajfel
Hinsichtlich der Bestimmung der zentralen Entstehungsfaktoren fremdenfeindlicher Einstellungen gibt es diverse weitere Erklärungsansätze auf die hier in ihrer Fülle, aufgrund von Platzgründen, nicht eingegangen werden kann.
Aus diesem Grund wird in dieser Arbeit die Theorie der sozialen Identität von Henri Tajfel herausgegriffen und die Analyse auf dem Hintergrund dieser Theorie aufgebaut. Tajfel und Turner (1978) gehen davon aus, dass schon alleine die Zugehörigkeit bzw. die fehlende Zugehörigkeit zu zwei unterschiedlichen Gruppen ausreichen, um unter den Gruppen so stark zu differenzieren, dass „der eigenen Gruppe eher positive Merkmale und der Fremdgruppe eher negative Merkmale zugeschrieben werden und dass die Fremdgruppe in der Verteilung von Gütern gegenüber der Eigengruppe benachteiligt wird“ (Skrobanek 2004: 359).
Nach Meinung der o.g. Autoren stellt nicht jede kognitiv verfügbare Fremdgruppe auch zwangsläufig eine Bezugsgruppe dar, die Prozessen der Ausgrenzung, Diskriminierung und Abwertung ausgesetzt wird.
Das heißt für die hier vorliegende Fragestellung, dass Ausländer als Gruppe nicht für jeden der Befragten eine bedeutungsvolle Vergleichsgruppe darstellen.
Es ist beispielsweise so, dass die Ablehnung von Ausländern geringer ausfällt, wenn sich ein Individuum einer Gruppe zugehörig fühlt, welche wiederum andere Bevölkerungsgruppen impliziert, da diese dann vom Individuum seltener als Fremdgruppe eingestuft werden. Dies ist im Falle der zunehmenden Aufwertung Europas zu beobachten. Eine entsprechende Datenanalyse hat der Soziologe Jan Skrobanek 2004 vorgenommen. Skrobanek hat herausgefunden, dass bei Jugendlichen eine europäische Identität negative Einstellungen gegenüber Ausländern abschwächt.
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass für Personen mit einer nationalen Identität „Ausländer“ eher eine relevante Vergleichsgruppe darstellen als für Personen ohne eine nationale Identität (vgl. Skrobanek 2004: 359ff).
4
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
5. Der Zusammenhang von nationaler Identität und
Fremdenfeindlichkeit - Ein Zwischenfazit
Die SIT geht davon aus, dass Fremdenfeindlichkeit zunimmt, je umfassender die nationale Identität eines Individuums ist und dass sie umso geringer ausfällt, als die Identifikationsgruppe des Individuums andere Gruppen mit einschließt (vgl. Gaertner et al. 1999).
In Bezug auf die SIT und die hier zu untersuchende Fragestellung gilt es, folgende Hypothese zu prüfen:
Je ausgeprägter die deutsche Identität einer Person ist, desto größer ist ihre fremdenfeindliche Einstellung.
Zu untersuchen ist außerdem, wie sich der Einfluss der hier untersuchten deutschen Identität auf die abhängige Variable verändert, wenn Kontrollvariablen in das Modell mit aufgenommen werden. Stimmen die Annahmen der SIT nicht, dann wird sich herausstellen, dass, wenn Kontrollvariablen in das Regressionsmodell mit aufgenommen werden, die direkte Wirkung der nationalen Identität auf die abhängige Variable abnimmt oder gar verschwindet.
6. Methodik
6.1 Kontrollvariablen
In der Analyse wird auch untersucht, inwiefern demographische Variablen wie Geschlecht und gesellschaftliche Schichtzugehörigkeit die von den Befragten genannten Einstellungen und Verhaltensmuster beeinflussen.
Zeigt die Analyse, dass die theoretischen Variablen wirklich eine negative Einstellung gegenüber Ausländern gut erklären können, dann sollten die demographischen Variablen nur schwache oder keine Effekte hervorrufen.
Als Kontrollvariable wurde die gesellschaftliche Schichtzugehörigkeit deswegen verwendet, weil davon auszugehen ist, dass Angehörige der oberen Gesellschaftsschicht aufgrund ihrer Bildung, ihres Vermögens, ihrer Beziehungen etc. auch außerhalb ihrer eigenen Gruppengrenzen gefragt sind und Ihnen somit viele Türen geöffnet werden, die den Angehörigen der unteren Gesellschaftsschichten meist verschlossen bleiben. Das heißt, die
5
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Unterschicht hat gegenüber der Oberschicht deutlich weniger Handlungsalternativen und somit ein größeres Risiko, die Optionen, die ihnen bleiben, zu verlieren. Aus diesem Grund wiederum steigt die Unsicherheit und damit die Gefahr der eigenen positiven sozialen Identität. Unter diesen Umständen wird die ethnische Zugehörigkeit zum Kapital und soll dem Individuum trotz seiner Verunsicherung zu einer positiven sozialen Identität und Integration verhelfen (vgl. Esser 1996).
Ein Unterschied bezüglich fremdenfeindlicher Einstellungen bei Männern oder Frauen lässt sich im Voraus nicht erkennen, gerade deswegen eignet sich das Geschlecht als Kontrollvariable in besonderem Maße.
6.2 Verwendete Daten und Messinstrumente
Die hier verwendeten Daten stammen aus einer Erhebung des International Social Survey Programme (ISSP) von 2003 mit dem Schwerpunkt „National Identity II“. Die Prüfung der Hypothese findet mittels einer Sekundäranalyse statt, da diese Studie geeignete Daten zur deutschen Identität und zur Einstellung gegenüber Ausländern liefert. Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 45.957 Menschen aus den verschiedensten Ländern befragt.
An dieser Stelle sind die Daten von 1.287 befragten Deutschen aus dieser Studie relevant. Befragt wurden Erwachsene im Alter ab 18 Jahren mittels Interviews und Fragebögen. Das Durchschnittsalter der untersuchten Deutschen beträgt 47,14 Jahre. Der Anteil der Frauen liegt mit 49,6 % kurz hinter dem der Männer mit 50,4 %.
7. Analyse
7.1 Faktorenanalyse
Mit Hilfe der Faktorenanalyse soll versucht werden, die Variablen zu bestimmen, welche die Korrelationsmuster in dem vorliegenden Datensatz erklären. Die Faktorenanalyse wird an dieser Stelle angewendet, um eine Datenreduktion vorzunehmen, indem wenige Faktoren identifiziert werden, welche den größten Teil der Varianz erklären. Damit werden die Variablen auch für die anschließende Regressionsanalyse hinsichtlich einer Kollinearität untersucht.
Im vorliegenden Fall wird der Ansatz der explorativen Faktorenanalyse gewählt, da hier die Verdichtung das Ziel ist und eine Informationsreduktion im Vordergrund steht. Es kommt darauf an, die Anzahl der Faktoren möglichst klein zu halten und dabei ein Maximum an Information aufzufangen.
6
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Tabelle 1: Faktorenanalyse_KMO- und Bartlett-Test
Das Kaiser-Meyer-Olkin-Maß für Angemessenheit der Stichproben überprüft, wie stark die partiellen Korrelationen zwischen Variablen sind. Mit 0,85 liegt es innerhalb der Spanne akzeptabler Werte von 0,5-0,9. Der Signifikanzwert des Bartlett Test auf Sphärizität liegt bei 0,000 und lässt damit Rückschlüsse darauf zu, dass die vorliegenden Variablen in einem signifikanten Verhältnis zueinander stehen. Bei höchster Signifikanz lässt sich die Hypothese zurückweisen, dass die Korrelationsmatrix der Grundgesamtheit die Einheitsmatrix sei.
Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit
Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse.
Tabelle 2: Faktorenanalyse_Kommunalitäten
Die oben in der Tabelle angegebenen Werte stellen die Summe der quadrierten Faktorladungen (Varianzen) für jede Variable dar, bei der alle sonstigen Variablen als Einflussvariablen verwendet werden.
Die Werte in der Spalte "Anfänglich" stellen die Kommunalitäten für jede Variable vor der Extraktion von Faktoren (oder Komponenten) dar.
Die Werte in der Spalte "Extraktion" stellen die Kommunalitäten für die Variablen bei gegebener, nicht rotierter Lösung dar.
Kleine Werte kennzeichnen Variablen, die nicht besonders gut in die Faktorlösung passen. Diese sollte man der besseren Analyse wegen nicht verwenden. Die drei Variablen mit den geringsten Kommunalitäten sind in der vorliegenden Tabelle die "How close do you feel to: country", "How proud: It’ s political influence in the world", "How proud: It’ s fair and equal treatment of all groups in society".
Bezüglich der erklärten Gesamtvarianz lässt sich folgendes feststellen: die Tabelle weiter unten zeigt unter dem Titel "Anfängliche Eigenwerte" die jeweiligen Eigenwerte der Variablen vor der Extrahierung von Faktoren. Die mittlere Spalte gibt die durch die jeweilige Komponente erklärte Varianz in Relation zur Gesamtvarianz aller Variablen an. Zuletzt befinden sich in der dritten Spalte der "Anfängliche Eigenwerte" die Werte der erklärten Varianzen für alle Faktoren bis zu und einschließlich der aktuellen Komponente. In jeder aussagekräftigen Faktorenanalyse gibt es einige Faktoren, die große Teile der Varianz erklären. In der vorliegenden Tabelle stechen die ersten drei Faktoren leicht heraus, jedoch grenzen sie sich nur geringfügig von den Varianzwerten der anderen Faktoren ab. Besonders die Werte der Komponenten vier bis 21 erklären jeweils
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2008, Der Zusammenhang von nationaler Identität und Fremdenfeindlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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