Anne-Kristin Johne On-Air-Design | 105100615 Peter Zumthor | Hausarbeit | Gliederung
Gliederung
Einleitung
Hauptteil Fazit Quellenangaben
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Einleitung
„Was unterscheidet Peter Zumthor von den anderen Minimalisten?“
Dass Herr Zumthor minimalistische Klischees bedient ist nicht von der Hand zu weisen. So sind seine Bauwerke auf den ersten Blick kubisch und weisen klare geometrische Formen auf. Keine prunkvollen Verzierungen lenken von den klaren Schnitten ab und ein förmlich zeitloser Stil wird von dem Betrachter vorgefunden.
Doch warum ist er nun einer der bedeutendsten Architekten?
Was hebt ihn von anderen Minimalisten und dem klassischen Purismus ab beziehungsweise warum erinnert man sich an ihn mehr als an andere?
Aus welchem Grund hat dieser Mann mehr Preise gewonnen, als Gebäude konstruiert? Genau diesen Fragen will ich im folgenden Text auf den Grund gehen. Als erstes werde ich den Minimalismus und die „Neue Einfachheit“ allgemein und historisch betrachten. Was ist maßgeblich, was findet man davon bei Zumthor wieder und welche Gründe lassen diesen Architekten zu einer Besonderheit werden?
Darüber hinaus werde ich erörtern, ob dieser „Starstatus“ nicht paradox zum Eigentlichen Ziel, nämlich der Beschränkung auf das Wesentliche, dem Minimalismus, ist und in wiefern es Peter Zumthor schafft sich trotz dem „besonders sein“ das Augenmerk nicht auf seine Person, sondern auf sein Schaffen zu richten.
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Hauptteil
„Einfachheit“ ist ein Zustand, der sich durch verschiedene Faktoren, die im Zusammenspiel zu einem Entstehen beziehungsweise Bestehen beitragen, auszeichnet. Diese Faktoren können durch wenige Regeln beschrieben werden, was die „Einfachheit“ auf den ersten Blick zum Gegenteil von Komplexität macht. Sie gilt als erstrebenswert, da mit wenigen Mitteln viel erreicht wird. Und hier liegt das Augenmerk auf „viel“, was schon selbstredend ahnen lässt, dass wenige Mittel und minimalistisches Arbeiten nicht gleich „wenig“ und somit auch nicht Einfachheit im Sinne von unkomplex bedeutet. „Weniger ist mehr“ 1 , der uns allen bekannte Satz, drückt hier den Grundgedanken des Minimalismus sehr treffend aus. Mit wenigen Mitteln viel erreichen lässt das Wort „Einfachheit“ zu einem Synonym für Minimalismus, Klarheit und Simplizität werden und macht deutlich, dass er nichts mit dem Ordinären, der Einseitigkeit oder dem Banalen zu tun hat. Der Minimalismus der Postmoderne findet seine Wurzeln in den 1920er Jahren. So will der moderne Minimalismus als „Neue Einfachheit“ verstanden werden und sieht sich selbst als Gegenspieler der Organischen Architektur und des Dekonstruktivismus. Wesentlich sind hier: Einfache Formensprache und der Verzicht auf Dekorationselemente. Die Geschichte der modernen Architektur ist etwa hundert Jahre alt, und ihre vielfältigen Facetten reichen vom Bauhaus über den Internationalen Stil bis zu aktuellen Tendenzen. Am Anfang stehen die Vertreter des Neuen Bauens wie Gropius, Le Corbusier und Mies van der Rohe, die mit der historischen Tradition brachen und die eine neue, klare Architektursprache forderten, welche den neuen Techniken angemessen war. Die Anwendung einer minimalistischen Formensprache ist also im Grunde keine Erscheinung der modernen Architektur sondern war schon in der Vergangenheit vorhanden. In vielen Epochen der Architekturgeschichte waren die Baumeister und Architekten bestrebt, den Bauwerken eine Formreinheit und klare Geometrien zu geben.
So fehlten bereits bei der Konstantinbasilika in Trier in der Spätantike die Dekorationselemente und im 19. Jahrhundert entwarfen Friedrich Schinkel, Leo von Klenze und andere Vertreter dieser Zeit Gebäude mit reduzierten Gebäudeformen. Die Beweggründe für den neuen Minimalismus waren Verschiedene. In Europa wäre hier die Jahrhundert alte Kultur mönchischen Lebens zu nennen, etwa der Benediktiner, Zisterzienser oder Trappisten, bei denen äußerste materielle Anspruchslosigkeit zum spirituellen Programm gehörten. Bis heute beeindruckt die karge Ausgestaltung ihrer Kircheninnenräume. Hier zählte wohl eher eine Lebenseinstellung, als Modernität.
1 Mies van der Rohe
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Arbeit zitieren:
Anne Johne, 2009, Was unterscheidet Peter Zumthor von anderen Minimalisten?, München, GRIN Verlag GmbH
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