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DANK
Für wertvolle Hilfe bei der Entstehung dieses Taschenbuches dankt der Autor:
Michael Bech Dmitry Bogdanov Mariana Ruiz Villarreal Nobu Tamura Bernd Werner
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Vor allem Jungen - hier der Enkel Max des Autors - sindvon Raub-Dinosauriern begeistert.
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Inhalt
Bambiraptor 66 Vorwort 11 Banji 71 Abelisaurus 13 Baryonyx 72 Achillesaurus 15 Becklespinax 74 Achillobator 17 Beipiaosaurus 76 Acrocanthosaurus 21 Beishanlong 79 Adasaurus 25 Borogovia 82 Afrovenator 26 Buitreraptor 83 Albertonykus 29 Byronosaurus 85 Albertosaurus 31 Caenagnathasia 87 Alectrosaurus 35 Carcharodontosaurus 88 Alioramus 36 Carnotaurus 91 Allosaurus 38 Caudipteryx 93 Alvarezsaurus 42 Ceratosaurus 97 Alxasaurus 44 Chilantaisaurus 99 Anchiornis 46 Chirostenotes 100 Anserimimus 49 Citipati 103 Archaeornithoides 50 Coelophysis 106 Archaeornithomimus 52 Coelurus 109 Aristosuchus 54 Compsognathus 110 Atrociraptor 55 Conchoraptor 119 Aucasaurus 57 Cryolophosaurus 121 Austroraptor 59 Daspletosaurus 125 Avimimus 61 Deinocheirus 128 Bagaraatan 64 Deinonychus 130 Bahariasaurus 65
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Harpymimus 190 Deltadromeus 135 Herrerasaurus 192 Dilophosaurus 137 Hesperonychus 194 Dracovenator 140 Heyunnia 196 Dromaeosaurus 141 Hulsanpes 198 Dromiceiomimus 143 Iliosuchus 199 Dryptosaurus 145 Incisivosaurus 200 Elaphrosaurus 147 Indosaurus 202 Elmisaurus 149 Indosuchus 203 Enigmosaurus 150 Ingenia 204 Eocarcharia 152 Irritator 206 Eoraptor 154 Itemirus 210 Eotyrannus 157 Juravenator 211 Erecotopus 159 Kakuru 215 Erliansaurus 160 Khaan 216 Erlikosaurus 162 Labocania 218 Eustreptospondylus 164 Liliensternus 220 Falcarius 166 Linheraptor 222 Fukuiraptor 168 Lourinhanosaurus 225 Gallimimus 170 Lukousaurus 227 Garudimimus 172 Luoyanggia 228 Gasosaurus 174 Majungasaurus 229 Genyodectes 175 Marshosaurus 232 Giganotosaurus 178 Masiakasaurus 233 Graciliraptor 182 Megalosaurus 235 Guanlong 184 Megapnosaurus 238 Hagryphus 186 Mei 240 Halticosaurus 187 Metriacanthosaurus 241 Haplocheirus 188
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Richardoestesia 296 Microraptor 242 Rinchenia 297 Microvenator 245 Santanaraptor 299 Monolophosaurus 247 Saurornithoides 301 Mononykus 249 Saurornitholestes 303 Nanotyrannus 252 Segisaurus 305 Nanshiungosaurus 254 Segnosaurus 307 Nedcolbertia 256 Shanag 309 Neimongosaurus 257 Shanyangosaurus 311 Nemegtomaia 258 Shenzhousaurus 312 Neovenator 260 Shixinggia 314 Neuquenraptor 262 Shuvuuia 315 Noasaurus 263 Siamotyrannos 317 Nothronychus 265 Similicaudipteryx 318 Nqwebasaurus 268 Sinornithoides 320 Ornitholestes 269 Sinornithomimus 322 Ornithomimus 271 Sinornithosaurus 324 Oviraptor 273 Sinosauropteryx 328 Ozraptor 276 Sinovenator 331 Parvicursor 277 Spinosaurus 332 Patagonykus 278 Staurikosaurus 338 Pelecanimimus 280 Stokeosaurus 339 Piatnitzkysaurus 282 Struthiomimus 340 Piveteausaurus 285 Suchomimus 343 Poekipleuron 287 Suzhousaurus 345 Proceratosaurus 288 Szechuanosaurus 347 Procompsognathus 290 Tarbosaurus 348 Quilmesaurus 292 Therizinosaurus 353 Rahonavis 293
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Torvosaurus 356 Troodon 358 Tsaagan 360 Tyrannosaurus 362 Unenlagia 373 Utahraptor 376 Velociraptor 381 Xenotarsosaurus 387 Xuanhanosaurus 388 Yangchuanosaurus 390 Zupaysaurus 392 Was ist ein Dinosaurier? 395 Wie die Dinosaurier zu ihrem Namen kamen 403 Der Autor 409 Literatur 411 Bildquellen 413 Bücher von Ernst Probst 417
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Vorwort
R aub-Dinosaurier von A bis Z werden in dem
gleichnamigen Taschenbuch des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst vorgestellt. Bei jeder Raub-Dinosaurier-Gattung erfährt man, worauf deren wissenschaftlicher Name beruht. Es folgen Angaben über die Größe, das zeitliche und geographische Vorkommen, die systematische Stellung und über die wissenschaftliche Erstbeschreibung. „Raub-Dinosaurier von A bis Z“ beschreibt mehr als 170 fleischfressende Gattungen der „schrecklichen Echsen“ von Abelisaurus bis zu Zupaysaurus.
Ernst Probst hat sich durch zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher einen Namen gemacht. Bekannte Werke aus seiner Feder sind: „Deutschland in der Urzeit“, „Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere“, „Dinosaurier in Deutschland. Von Efraasia bis Stenopelix“, „Dinosaurier von A bis K“, „Dinosaurier von L bis Z“, „Der Ur-Rhein“, „Der Rhein-Elefant“, „Deutschland im Eiszeitalter“, „Der Mosbacher Löwe“ „Höhlenlöwen“, „Der Höhlenlöwe“, „Säbelzahnkatzen“, „Der Höhlenbär“, „Monstern auf der Spur“, „Nessie. Das Monsterbuch“, „Affenmenschen“ und „Seeungeheuer“.
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Abelisaurus
Name: Abel-Echse Größe: etwa 6,50 bis 8 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Argentinien (Südamerika) Systematik: Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier), Theropoda, Ceratosauria, Abelisauroidea, Abelisauridae
Erstbeschreibung: Bonaparte und Novas 1985 Vom Raub-Dinosaurier Abelisaurus aus der Oberen Kreidezeit vor etwa 71 bis 65 Millionen Jahren wurde in der Provinz Rio Negro (Argentinien) nur ein etwa 85 Zentimeter langer Schädel gefunden. Dieser große Schädel mit rundlicher Schnauze ist locker gebaut. Die Nasenknochen sind groß und verdickt, die Zähne relativ klein. Das Lebendgewicht des bis zu acht Meter langen und zwei Meter hohen Dinosauriers wird auf weniger als 1,5 Tonnen geschätzt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1985 durch die argentinischen Paläontologen José F. Bonaparte und Fernando E. Novas. Der Gattungsname Abelisaurus ehrt Professor Roberto Abel, den Entdecker eines Schädels und Direktor des „Argentinian Museum of Natural Science“. Die einzige Art heißt Abelisaurus comahuensis. Abelisaurus stand mit keinen anderen theropoden Raub-Dinosaurier der Kreidezeit in engerer stammesgeschichtlicher
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Beziehung. Deswegen hat man ihn zusammen mit anderen Gattungen einer eigenen Familie namens Abelisauridae zugeordnet. Da man das Skelett von Abelisaurus nicht kennt, beruhen Rekonstruktionen auf der Anatomie anderer Abelisauriden.
Lebensbild von Abelisaurus comahuensis. Zeichnung von Jordan Mallon
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Achillesaurus
Name: Achilleus-Echse
Größe: etwa 2,70 Meter lang und 1,50 Meter hoch Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Argentinien (Südamerika) Systematik: Saurischia, Theropoda, Coelurosauria, Maniraptora, Alvarezsauridae Erstbeschreibung: Martinelli und Vera 2007 Der vogelähnliche Dinosaurier Achillesaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 85 bis 83 Millionen Jahren in Argentinien (Südamerika). Von ihm hat man ein Teilskelett aus der Bajo-de-la-Carpa-Formation in Argentinien geborgen, in der auch Reste des Dinosauriers Alvarezsaurus zum Vorschein kamen. Achillesaurus wurde 2007 durch die Paläontologen Agustín Martinelli und Ezequiel I. Vera erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Achillesaurus bezieht sich auf den griechischen Helden Achilleus (Achilles) und deutet auf die Achillesferse hin, die einzige Stelle, an der Achilleus verwundbar war. Die Erstbeschreiber wählten diesen Gattungsnamen, weil sie an der Fersenregion des Skeletts typische Merkmale entdeckten. Die einzige Art Achillesaurus manazzonei ist zu Ehren von Professor Rafael Manazzone benannt, der den Forschern Daten über Fossilfundstellen in Patagonien bereitstellte und mehrere paläontologische
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Exkursionen unterstützte. Achillesaurus wird zu den Alvarezsauridae gerechnet. Dabei handelt es sich um vogelähnliche, zweibeinige Dinosaurier. Auffallend an Achillesaurus waren dessen sehr kurze Arme.
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Achillobator
Name: Achilles-Held Größe: knapp 5 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Mongolei (Asien)
Systematik: Saurischia, Theropoda, Deinonychosauria, Dromaeosauridae, Dromaeosaurinae Erstbeschreibung: Perle, Norell und Clark 1999 Der Raub-Dinosaurier Achillobator lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 85 bis 70 Millionen Jahren in der Mongolei (Asien). 1989 entdeckte der Amateur-Paläontologe Namsarai des „Mongolischen Naturhistorischen Museums“ während einer russischmongolischen Expedition südwestlich des Dorfes Dzun in der Mongolei das erste und einzige bisher bekannte Skelett dieses Tieres. Der Fundort Burkhant gehört zur Bayan-Shireh-Formation. Von anderen Fundstellen dieser Formation kennt man fossile Reste von Entenschnabel-Dinosauriern, Panzer-Dinosauriern, Elefantenfuß-Dinosauriern und Krokodilen. Geborgen wurden ein linker Oberkieferknochen, neun Zähne, einige Hals-, Rücken- und Schwanzwirbel, Rippenfragmente, einige Hand- und Fußknochen, das rechte Darmbein, Schambein, Sitzbein, der linke Oberschenkelknochen, das Schienbein und der linke Mittelfußknochen. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung
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erfolgte 1999 durch die Paläontologen Altangerel Perle, Mark Norell und James Clark in einem mongolischen Journal. Laut Online-Lexikon „Wikipedia“ basierte die Beschreibung auf einem vorläufigen Manuskript und wurde ohne Wissen von Clark und Norell veröffentlicht. Der Gattungsname Achillobator setzt sich aus dem Namen des griechischen Helden Achilles und dem Wort bator (Held) zusammen. Die einzige Art heißt Achillobator giganticus („gigantischer Achilles-Held“) und bezieht sich auf eine vermutete sehr starke Sehne, die am zweiten Zeh saß und kräftige Bewegungen der Sichelkralle ermöglichte. Mit einer Länge von knapp fünf Metern und einem Lebendgewicht von schätzungsweise 350 Kilogramm gehörte Achillobator nach Utahraptor aus Nordamerika zu den größten Dromaeosauridae. Als Dromaeosauridae bezeichnet man eine Gruppe von Raub-Dinosauriern innerhalb der Deinychosauria. Dabei handelte es sich um kleine bis mittelgroße, zweibeinig laufenden Fleischfresser, die vermutlich mit den Vögeln (Aves) nahe verwandt waren. Der geborgene Oberkiefer stammt von einem großen Kopf. Jede Hälfte des Oberkiefers trug elf Zähne. Unbekannt ist die Gesamtzahl der Zähne. Die vordere und die hintere Schneidekante der Zähne waren gesägt. Auf der vorderen Schneidekante waren die Sägezähnchen größer als auf der hinteren. Achillobator ging zweibeinig auf seinen relativ kurzen und gedrungenen Hinterbeinen. Der Oberschenkelknochen war im
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Gegensatz zu anderen Dromaeosauriden länger als das Schienbein. Die Arme waren lang. Achillobator war vermutlich mit Utahraptor und Dromaeosaurus am nächsten verwandt. Aus diesen drei Gattungen besteht die Untergruppe der Dromaeosaurinae. Die Paläontologen David A. Burnham, Kraig L. Derstler, Philip J. Currie, Robert T. Bakker, Zhonghe Zhou und John H. Ostrom vermuteten 2000, beim Skelett von Achillobator handle es sich um eine Chimäre aus Knochen von mehr als einer Art. Sie verwiesen darauf, dass der Oberkiefer, das Sitzbein, das Schambein und die Schwanzwirbel keine gemeinsamen Merkmale mit anderen Dromaeosauriden hätten und somit vermutlich von einem anderen Tier stammten. Dagegen würden die Fußkrallen tatsächlich zu einem Dromaeosauriden gehören. Die Paläontologen Mark A. Norell und Peter Mackovicky verwiesen 2004 darauf, dass die Knochen von Achillobator teilweise miteinander verbunden gefunden wurden, was darauf hindeute, dass sie vom selben Tier stammten. Das vertikal ausgerichtete Schambein und dessen stark verbreitertes unteres Ende dagegen hielten sie für sehr untypisch für Dromaeosauriden.
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Acrocanthosaurus
Name: Hochdornen-Echse Größe: etwa 11,50 Meter lang Vorkommen: Untere Kreidezeit Funde: Oklahoma, Texas, Utah (USA) Systematik: Saurischia, Carnosauria, Allosauroidea Erstbeschreibung: Stovall und Langston 1950 Der große Raub-Dinosaurier Acrocanthosaurus lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 125 bis 112 Millionen Jahren in Nordamerika. Der Paläontologe Wann Langston hat dieses Tier 1947 als Acrocanthus bezeichnet. 1950 wurde dieser Dinosaurier von den Paläontologen J. Willis Stovall und Wann Langston wissenschaftlich beschrieben und Acrocanthosaurus genannt. Bei der Untersuchung haben ihnen zwei Teilskelette aus der Antlers-Formation im Atoka Country in Oklahoma (USA) vorgelegen. Der Gattungsname Acrocanthosaurus beruht auf den Wirbelstacheln dieses Tieres (griechisch: akro = hoch, akantha = Stachel). Die einzige Art heißt Acrocanthosaurus atokensis und ist nach dem erwähnten Atoka Country benannt. Später wurden zwei weitere vollständige Skelette bekannt. Das erste stammt aus der Twin-Mountain-Formation in Texas, das zweite mit dem Spitznamen „Fran“ aus der Antlers-Formation in Oklahoma.. Einzelknochen hat man auch in Texas, Oklahoma und in der Cedar-Mountain-Formation in
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Utah gefunden. Der Dinosaurier „Fran“ erreichte eine Länge von etwa 11,50 Metern und trug einen fast 1,30 Meter langen Schädel. Sein Lebendgewicht wird auf zwei bis drei Tonnen geschätzt. Acrocanthosaurus hatte an jeder Hand drei Finger und besaß fast 30 Zentimeter lange Dornfortsätze der Rückenwirbel, zwischen denen sich ein niedriges Hautsegel spannte. Acrocanthosaurus gilt als der einzige Spinosaurier (Dornenechse) aus den USA. Alle Spinosaurier besaßen auf dem Rücken ein Hautsegel. In Nordamerika schreibt man Acrocanthosaurus viele Dinosaurierspuren zu. Darunter sind die berühmten Glen-Rose-Spuren im „Dinosaur Valley State Park“ im Norden von Texas. Einige der mutmaßlichen Fährten von Acrocanthosaurus fand man in Nähe einer Herde von Elefantenfuß-Dinosauriern. Sie zeigen in dieselbe Richtung. Deswegen vermutet man, dass die fleischfressenden Acrocanthosaurier den großen pflanzenfressenden Elefantenfuß-Dinosauriern bei ihren Wanderungen folgten und auf kranke und schwache Tiere lauerten.
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Skelett des Acrocanthosaurus „Fran“ im „North Carolina Museum of Natural Sciences“
Lebensbild von Acrocanthosaurus. 23 Gemälde von Dmitry Bogdanov
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Dmitry V. Bogdanov, geboren 1971 in Chelyabinsk (Russland), ist ein russischer Paläoartist, lebt in seinem Geburtsort und arbeitet an der „Staatlichen Medizinischen Akademie“ in Chelyabinsk (PhD, MD). Bogdanov hat im Online-Lexikon „Wikipedia“ zahlreiche Zeichnungen von Dinosauriern veröffentlicht, von denen in diesem Buch mit seiner freundlichen Genehmigung eine Auswahl abgedruckt wird. Weitere Werke von Dmitry V. Bogdanov findet man im Internet unter der Adresse http://dibgd.deviantart.com
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Adasaurus
Name: Ada-Echse Größe: etwa 1,80 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Mongolei (Asien)
Systematik: Saurischia, Theropoda, Coelurosauria, Deinonychosauria, Dromaeosauridae Erstbeschreibung: Barsbold 1983 Der Raub-Dinosaurier Adasaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 70 bis 68 Millionen Jahren in der Mongolei (Asien). Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 1983 durch den mongolischen Paläontologen Rinchen Barsbold. Der Gattungsname besteht aus dem Wort Ada, einem bösen Geist aus mongolischen Mythologie, und dem griechischen Begriff sauros (Echse). Die einzige Art heißt Adasaurus mongoliensis. Adasaurus ist ein wenig bekannter Dromaeosaurier. Der etwa 1,80 Meter lange Dinosaurier unterscheidet sich durch die geringe Größe des Endgliedes der zweiten Zehe mit der für Dromaeosauriden typischen sichelförmigen Klaue.
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Afrovenator
Name: Jäger aus Afrika Größe: etwa 9 Meter lang Vorkommen: Untere Kreidezeit Funde: Niger (Afrika)
Systematik: Saurischia, Theropoda, Spinosauroidea, Megalosauridae, Eustreptospondylinae Erstbeschreibung: Sereno, Wilson, Larsson, Dutheil und Sues 1994
Der zweibeinig gehende Raub-Dinosaurier Afrovenator lebte in der Unteren Kreidezeit vor etwa 130 bis 125 Millionen Jahren im Niger (Afrika). Fossile Reste dieses Tieres hat man 1993 in der Tiouarén-Formation in der Ténére-Wüste bei Agadez im Niger (Afrika) entdeckt. Dabei handelte es sich um einen teilweise erhaltenen Schädel, das fast komplette Becken, Vorderbeine, Hinterbeine sowie Teile von Hals-, Rumpf- und Schwanzwirbelsäule. Der Fund gilt als einer der vollständigsten Theropoden aus der Kreidezeit in Afrika. Afrovenator wurde 1994 von den Paläontologen Paul C. Sereno, J. A. Wilson, Hans Larsson, Didier Dutheil und Hans-Dieter Sues erstmals wissenschaftlich beschrieben. Man betrachtete ihn zunächst als frühen Tetanurae, dann als primitiven Allosauridae und schließlich als Megalosauridae.
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geboren 1966, ist ein Paläoartist. Er lebt derzeit in Concord (Kalifornien). Bis heute hat er insgesamt rund 1.000 Bilder von prähistorischen Tieren angefertigt. Allein für das Online-Lexikon „Wikipedia“ erstellte er seit 2007 etwa 700 Zeichnungen. Außerdem schuf er Bilder für Ausstellungen in Museen, Bücher, und TV-Dokumentationen. Tamura ist der Gründer und Webmaster der Internetseite www.palaeocritti.com. In diesem Buch wird mit freundlicher Genehmigung von Nobu Tamura eine Auswahl seiner Werke bei „Wikipedia“ abgedruckt. 28
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Albertonykus
Name: Kralle von Alberta Größe: etwa 75 Zentimeter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Nordamerika
Systematik: Saurischia, Theropoda, Coelurosauria, Maniraptora, Alvarezsauridae Erstbeschreibung: Ryan 2007 Albertonykus aus der Oberen Kreidezeit vor etwa 70 Millionen Jahren gilt als der kleinste Dinosaurier aus Nordamerika. Er hatte etwa die Größe eines Haushuhns und erreichte mit Schwanz nur eine Gesamtlänge von rund 75 Zentimetern. Bisher gelang lediglich ein Fund von Albertonykus aus der Horseshoe-Canyon-Formation nahe der Stadt Red Deer in der kanadischen Provinz Alberta. Dabei handelt es sich um die Vorder- und Hintergliedmaßen von mindestens zwei Dinosauriern aus dem „Albertosaurus-Bonebed“. Letztere ist ein Knochenlager im „Dry Island Buffalo Jump Provincial Park“, in dem Fossilien von mehr als 20 Tieren des Tyrannosauriers Albertosaurus sarcophagus überwiegen. An Fundstellen in der Nähe barg man zudem einige Zehenknochen. Die fossilen Reste von Albertonykus wurden während einer Grabung zwischen 2000 und 2003 unter Leitung von Philip J. Currie gefunden und im „Royal Tyrell Museum of Palaeontology“ bei
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Drumheller aufbewahrt. Dort wurden sie 2006 von Nicholas R. Longrich identifiziert. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte 2008 durch die Paläontologen Nicholas R. Longrich und Philip J. Currie. Der Name der einzigen Art Albertonykus borealis bezieht sich auf das lateinische Wort boreus (nördlich). Albertonykus wird zu den Alvarezsauridea, einer Gruppe insektenfressender Dinosaurier, gestellt, die bisher nur aus der kanadischen Provinz Alberta nachgewiesen ist. Mit den kurzen und kräftigen Vordergliedmaßen konnte Albertonykus in Insektennestern, die sich in Holz befanden, graben. In verkieseltem Holz aus der Horseshoe-Canyon-Formation fand man oft Gangsysteme, die denen einer heutigen Termitenfamilie ähneln.
Lebensbild von Albertonykus borealis. Zeichnung von User „Karkemish“ bei „Wikipedia“
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Albertosaurus
Name: Alberta-Echse Größe: etwa 9 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Alberta (Kanada), Montana (USA) Systematik: Saurischia, Theropoda, Tyrannosauroidea, Tyrannosauridae, Albertosaurinae Erstbeschreibung: Osborn 1905 Der Raub-Dinosaurier Albertosaurus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 73 bis 70 Millionen Jahren in Nordamerika. 1884 entdeckte man in der Horseshoe-Canyon-Formation am Red Deer River in der kanadischen Provinz Alberta den ersten teilweise erhaltenen Schädel dieses Tieres. Dieser sowie ein kleinerer Schädel und einige Skelettknochen wurden bei Expeditionen der „Geological Survey of Canada“ unter Leitung des kanadischen Geologen Joseph Tyrell (1858-1957) gefunden. Der amerikanische Paläontologe Edward Drinker Cope (1840-1897) ordnete die beiden Schädel 1892 der bereits bekannten Art Laelaps incrassatus zu, obwohl der Name Laelaps bereits für eine Milbe vergeben war und deswegen geändert werden musste. 1877 taufte der amerikanische Paläontologe Othniel Charles Marsh (1831-1899) Laelaps in Dryptosaurus um, was sein Erzrivale Cope nicht anerkannte. Der kanadische Paläontologe Lawrence Morris Lambe
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(1863-1919) schrieb Laelaps incrassatus dem Dryptosaurus incrassatus zu, als er die Funde 1904 beschrieb. Wenig später fiel dem amerikanischen Paläontologen Henry Fairfield Osborn (1857-1935, Foto) auf, dass der Typ von Dryptosaurus incrassatus auf einem typischen, nicht weiter zuzuordnenden Tyrannosauriden-Zahn basierte, weshalb er die beiden Schädel aus Alberta nicht zuverlässig dieser Gattung zuordnen konnte. 1905 prägte Osborn den neuen Namen Albertosaurus sarcophagus. Der Gattungsname Albertosaurus beruht auf dem Fundort Alberta und dem griechischen Wort sauros (Echse). Der Begriff sarcophagus besteht aus dem altgriechischischen sarx (Fleisch) und phagein (fressen), und bedeutet demnach Fleischfresser. Albertosaurus und Gorgosaurus bilden die Unterfamilie Albertosaurinae. Einige Experten glauben sogar, die 1914 von Charles Hazelius Sternberg (1850-1943) wissenschaftlich beschriebene Art Gorgosaurus libratus sei mit Albertosaurus sarcophagus identisch. Albertosaurus gehörte zu den Tyrannen-Echsen (Tyrannosaurier), die massiv gebaut waren sowie einen großen Kopf mit Dutzenden großen, scharfen Zähnen und einen kurzen Rumpf hatten. Der Schädel von Albertosaurus erreichte eine Länge bis zu einem Meter und saß auf einem kurzen, S-förmigen Hals. Über den Augen befanden sich kurz knöcherne Kämme, die vielleicht zur Brautwerbung leuchtend bunt gefärbt waren. In den langen Kiefern saßen mehr als 60 bananenförmige Zähne, die je nach Position
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unterschiedlich groß und geformt waren. Die kurzen Arme trugen nur zwei Finger und reichten nicht bis zum Maul. Albertosaurus wog zu Lebzeiten schätzungsweise etwa 1,3 bis 1,7 Tonnen. Erwachsene Tiere jagten vermutlich die zahlreich vorhandenen Entenschnabel-Dinosaurier (Anatosaurier). Bisher sind fossile Reste von mehr als 30 Tieren der Gattung Albertosaurus in der Horseshoe-Canyon-Formation in Kanada gefunden worden. Die Entdeckung von 22 Tieren in einem Steinbruch entlang des Red Deer River in Alberta wird als Hinweis auf ein eventuelles Leben im Rudel gedeutet. Auf diese Fundstelle war 1910 der amerikanische „Dinosaurier-Jäger“ Barnum Brown (1873-1963) gestoßen. Anschließend wurden dort fossile Reste von neun Albertosauriern geborgen. 1997 spürte das „Royal Tyrell Museum of Palaeontology“ jene Fundstelle wieder auf und legte bis 2005 Fossilien von weiteren 13 Albertosauriern frei.
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Skelettrekonstruktion des Raub-Dinosauriers Albertosaurus im „Royal Tyrell Museum of Palaeontology“ bei Drumheller Foto unten: Henry Fairfield Osborn (1857-1935) 34
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Alectrosaurus
Name: Alleinstehende Echse Größe: etwa 5 Meter lang und 2,50 Meter hoch Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: China, Mongolei (Asien) Systematik: Tetanurae, Avetheropoda, Coelurosauria, Theropoda, Tyrannosauroidea Erstbeschreibung: Gilmore 1933 Der schlank gebaute Raub-Dinosaurier Alectrosaurus existierte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 99 bis 83 Millionen Jahren. Weil von ihm nur spärliche Reste vorliegen, ist ungewiss, ob er zu den Tyrannen-Echsen (Tyrannosaurier) gehört. Experten schätzen das Lebendgewicht von Alectrosaurus auf etwa 500 Kilogramm bis 1,5 Tonnen. Alectrosaurus wurde 1933 von dem amerikanischen Paläontologen Charles W. Gilmore (1874-1945) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Ihm hatten fossile Reste aus der Iren-Dabasu-Formation in der nordchinesischen autonomen Region Innere Mongolei zur Untersuchung vorgelegen. Weil die Knochen von Alectrosaurus am Fundort zusammen mit den Armknochen eines anderen Dinosauriers entdeckt wurden, kam es zu einer falschen Rekonstruktion mit ungewöhnlich langen Armen. Man identifizierte später die Armknochen als diejenigen eines Segnosauriers.
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Alioramus
Name: Anderer Zweig Größe: etwa 5 bis 6 Meter lang Vorkommen: Obere Kreidezeit Funde: Mongolei (Asien)
Systematik: Saurischia, Theropoda, Tyrannosauroidea, Tyrannosauridae, Tyrannosaurinae Erstbeschreibung: Kurzanov 1976 Der Raub-Dinosaurier Alioramus lebte in der Oberen Kreidezeit vor etwa 70 bis 65 Millionen Jahren in der Mongolei (Asien). Er wird zu den Tyrannen-Echsen (Tyrannosaurier) gerechnet. Im Gegensatz zu anderen Tyrannosauriern hatte er aber einen niedrigen Schädel und eine relativ lange Schnauze. Zwischen seinen Augen und der Schnauzenspitze befanden sich fünf Knochenhöcker, die vielleicht bei den Männchen deutlicher ausgeprägt waren als bei den Weibchen. Mit insgesamt 76 bis 78 Zähnen besaß Alioramus mehr Zähne als jeder andere Tyrannosaurier. Alioramus wurde 1976 von dem russischen Paläontologen Sergei Kurzanov erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Gattungsname Alioramus besteht aus den lateinischen Wörtern alius (anders) und ramus (Zweig). Bisher liegen zwei Skelettfunde aus der Mongolei vor, die zwei verschiedenen Arten zugeordnet werden: Alioramus remotus (1976) und Alioramus altai (2009). Manche
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Experten glauben, Alioramus sei eng mit seinem Zeitgenossen Tarbosaurus („Furchteinflößende Echse“) verwandt oder sogar ein Jungtier dieser Gattung.
Lebensbild von Alioramus. Zeichnung von Nobu Tamura
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Allosaurus
Name: Andersartige Echse Größe: etwa bis zu 12 Meter lang Vorkommen: Obere Jurazeit Funde: Colorado, Wyoming, Utah (USA), Europa Systematik: Saurischia, Theropoda, Carnosauria, Allosauridae Erstbeschreibung: Marsh 1877
Der Raub-Dinosaurier Allosaurus aus der Oberen Jurazeit vor etwa 155 bis 145 Millionen Jahren wurde 1877 von dem amerikanischen Paläontologen Othniel Charles Marsh (1831-1899, Foto) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Der Name „Andersartige Echse“ beruht darauf, dass die Wirbelknochen anders als bei den bis dahin bekannten Dinosaurier-Wirbeln gestaltet waren. Allosaurus gilt als gefährlichster Raub-Dinosaurier der Jurazeit in Nordamerika. In der Morrison-Formation kamen 44 Exemplare dieser Gattung zum Vorschein, darunter Jungtiere von etwa drei Meter Länge. Die Morrison-Formation, eine Schichtenfolge aus der Oberen Jurazeit, ist nach einem Ort in Colorado benannt und erstreckt sich von Montana südwärts bis New Mexico. Erwachsene Allosaurier wogen mehrere Tonnen und hatten einen etwa 90 Zentimeter langen Kopf mit zwei großen Augenhöckern. Der Hals war kurz, dick, kräftig und sehr beweglich. Die relativ kurzen und
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ebenfalls kräftigen Arme endeten mit einer dreifingrigen Hand mit scharfen Krallen. Allosaurus ging zweibeinig auf den langen, mächtigen, bekrallten Hinterbeinen. Sein langer Schwanz diente vermutlich zum Balancieren. Über die Lebensweise von Allosaurus sind sich die Experten uneins. Man hält ihn entweder für einen erfolgreichen Aasfresser oder für einen gewandten Jäger, der im Rudel sogar große Elefantenfuß-Dinosaurier zur Strecke bringen konnte. Die leichte Bauweise mit kräftigen Hinterbeinen deutet eher auf einen Jäger hin. Der Schädel konnte sehr hohe Belastungen aushalten, wie sie beim reinen Zerkauen eines Kadavers nicht auftreten, wohl aber bei der Jagd auf ein lebendes Beutetier. An den Schwanzknochen eines Elefantenfuß-Dinosauriers der Gattung Apatosaurus verraten Bissspuren von Allosaurus, dass dieser sich an Kadavern solcher großen Tiere gütlich tat. Nach Ansicht von amerikanischen Forschern konnten sich große Dinosaurier wie Allosaurus bereits im Alter von zehn Jahren fortpflanzen. Zeitgenossen von Allosaurus waren die pflanzenfressenden Dinosaurier Stegosaurus, Brachiosaurus und Diplodocus. Als Nahrungskonkurrenten gelten die Raub-Dinosaurier Torvosaurus und Ceratosaurus. Kleinere Raub-Dinosaurier wie Ornitholestes oder Coelurus konkurrierten höchstens mit Jungtieren von Allosaurus und waren bei erwachsenen Tieren eher Beutetiere.
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Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Raub-Dinosaurier von A bis Z, München, GRIN Verlag GmbH
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