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I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis 1
II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 3
III. Glossar 4
1. Einleitung 6
1.1. Wahl des Themas 6
1.2. Problemabgrenzung 6
1.3. Aufbau der Arbeit 7
2. Demand Management Konzepte in der Hightech-Industrie 8
2.1. Grundlagen des Demand Managements. 10
2.1.1. Planungs- und Forecast Prozess (Absatzplanung) 14
2.1.2. Supply Balancing in Produktion und Distribution 18
2.1.3. Einkauf: Purchase Order / Lieferabruf 20
2.1.4. Consignment 22
2.2. Ausgewählte Demand Management Konzepte 23
2.2.1. Klassifizierung der Demand Management Konzepte 24
2.2.2. CPFR: Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment 24
2.2.3. JIT / JIS: Just-in-Time / Just-in-Sequence 26
2.2.4. VMI / SMI: Vendor Managed Inventory / Supplier Managed Inventory 27
2.2.5. Kanban 28
2.2.6. Work Order 30
3. IT-Systeme zur Unterstützung des Demand Management 31
3.1. Einführung 31
3.2. Betriebswirtschaftliche IT-Systeme 32
3.2.1. ERP: Enterprise Resource Planning 32
3.2.2. APS: Advanced Planning and Scheduling 35
3.2.3. Supply Chain Collaboration Software 37
3.3. Marktanalyse 39
3.3.1. Anbieter 39
3.3.2. Lösungen 41
3.3.3. Übersicht der Systemfunktionen 43
2
4. Demand Management am Beispiel eines Zulieferunternehmens in der
Halbleiterbranche 48
4.1. Beschreibung und Marktumfeld des Unternehmens 48
4.2. Aufbau der Supply Chain 54
4.3. Demand Management-Prozess 55
4.3.1. Absatzplanung 56
4.3.2. Produktion. 59
4.3.3. Fulfillment 62
4.4. Einsatz von IT-Systemen im Demand Management 64
4.4.1. Planungsprozess 65
4.4.2. Verbesserungspotenzial 67
5. Fazit 69
IV. Quellen- und Literaturverzeichnis 71
V. Zusammenfassung 77
3
Abbildungs - und Tabellenverzeichnis
Abbildungen :
Abbildung 1: Zuliefererkette 13
Abbildung 2: Demand Management-Prozess 15
Abbildung 3: Material- und Informationsfluss. 20
Abbildung 4: Interne Supply Chain eines Halbleiterherstellers 54
Abbildung 5: Kapazitätsanpassung und Bedarfsanpassung 61
Tabellen :
Tabelle 1 Kennzeichen der Hightech-Industrie 13
Tabelle 2: Klassifizierung der Demand Management Konzepte 24
Tabelle 3: Übersicht der Systemfunktionen 47
Tabelle 4: Prioritäten zur Systemberechnung 68
6
1. Einleitung
1.1. Wahl des Themas
Der Prozess des Demand Managements (DM) ist in vielen Unternehmen noch nicht zufriedenstellend umgesetzt. Laut einer Studie des Beratungs- und Prüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers an 162 Deutschen Unternehmen im Jahr 2008, sind: "gerade große Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Umsatz sehr unzufrieden mit der Qualität ihrer Forecast-Prozesse und den dadurch verursachten Kosten." 1
Durch mein Praktikum bei einem in Hamburg ansässigen Halbleiterproduzenten habe ich Erfahrungen im Demand Management Prozess eines Zulieferers für die Automobil- und Hightech-Industrie gesammelt. Als Student der Logistik, mit großem Interesse an der IT, habe ich mich insbesondere für die Unterstützung des Demand Management Prozesses durch IT-Systeme interessiert. Hierbei kam ich zu der Erkenntnis, dass viele Forderungen des Supply Chain Managements bislang nur unzureichend umgesetzt sind. Insbesondere die ganzheitliche, unternehmensübergreifende Betrachtung der Supply Chain und die daraus resultierende genaue Prognose der Bedarfe zur besseren Produktionsplanung bietet hier noch Potenzial in der Umsetzung. 2
Mein Interesse besteht darin die Schwierigkeiten des Demand Management anhand der Hightech und insbesondere Halbleiterindustrie darzustellen und zu untersuchen welche Lösungen der Markt für betriebswirtschaftliche Softwaresysteme bietet.
1 Vgl.: http://xlurl.de/GWqMGj, Stand: 31.07.2010.
2 Vgl.: Corsten, D.; Gabriel, C.: "Supply Chain Management erfolgreich umsetzen“, S. I.
7
1.2. Problemabgrenzung
Die folgende Thesis befasst sich mit dem Thema des Demand Managements kurz-und langfristig Kundenbedarfe und darauf aufbauend Produktionskapazitäten zu planen. Das Demand Management ist Teil des Supply Chain Management aber nicht mit diesem gleichzusetzen. Gemeinsames Ziel des Supply Chain Management und des Demand Managements ist die Erhöhung der Effizienz der Lieferkette. Hauptaugenmerk wird im Rahmen dieser Thesis aber auf die Demand-Seite der Supply Chain gelegt. Moderne Lieferanten-Kundenbeziehungen beteiligen nicht nur die Lieferanten an der Produktentwicklung (Upstream-Integration) 3 sondern versuchen durch die Downstream-Integration die Kundenbedarfe frühzeitig möglichst genau zu erkennen. Als Praxisbeispiel dient ein fiktives Unternehmen aus der Halbleiterbranche.
Ein weiterer Schwerpunkt der Thesis sind die zur Unterstützung des Demand Managements eingesetzten IT-Systeme. 4 Hier muss zwischen Supply Chain Management- Systemen, ERP-, APS-Systemen und den Supply Chain Collaboration Software unterschieden werden. Beachtet werden die Bestandteile der Software-Systeme die Bedarfsprognosen, und flexible Produktionsplanung ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt bei der Bewertung der IT-Systeme ist die Möglichkeit zur unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit.
1.3. Aufbau der Arbeit
Der Aufbau der Bachelor-Thesis sieht in Gliederungspunkt 2 eine Einführung in das Demand Management, insbesondere in das Demand Management der Hightech-Branche, und einer kurzen Beschreibung verschiedener Konzepte für das Demand
3 Vgl.: Stadtler, H.; Kilger C.: Supply Chain Management and Advanced Planning, S. 25.
4 Vgl.: Lawrenz, O.; Hildebrand; K; Nenninger, M.: “Supply Chain Management", S.149.
8
Management. Zur besseren Vergleichbarkeit der Konzepte dient eine Übersichtstabelle in Gliederungspunkt 2.2.1., in der die Eigenschaften zusammengefasst. Zusätzlich lässt geht aus der Tabelle hervor welche logistischen Anforderungen diese Konzepte erfüllen müssen und für welche logistische Strategien sie nicht geeignet sind. Im dritten Gliederungspunkt werden verschiedene Arten von Betriebswirtschaftlicher Software beschrieben, die drei Generationen von Software im Demand Management darstellen. Nach der inhaltlichen Beschreibung der Software Generationen werden ausgewählte Softwareanbieter beschrieben und deren Produkte charakterisiert. Schwerpunkt des Kapitels 3 ist die Marktanalyse, hier werden die Demand Management Konzepte aus dem vorherigen Kapitel mit den Softwarelösungen der ausgewählten Anbieter zusammengebracht. Aus den Produktbeschreibungen der Softwareanbieter und weiteren Quellen, wie bspw. Fallstudien oder Informationen von Käufer der IT-Systeme, lassen sich Rückschlüsse auf die Eignung der Softwareprodukte und IT-Systeme für die zuvor beschrieben Demand Management Konzepte ziehen. Zusätzlich werden noch Web UI Schnittstellen und die Einsatzmöglichkeiten von Consignment als Kategorien aufgeführt. Im abschließenden Kapitel der Bachelor-Thesis wird anhand eines fiktiven Unternehmens aus der Halbleiterbranche exemplarisch dargestellt wie Software im Demand Management Prozess eines Zulieferers eingesetzt wird. Es sollen die Grenzen der bisher eingesetzten Software aufgezeigt werden und wie mit neuen Softwarelösungen unternehmensübergreifende Planung eingeführt bzw. verbessert werden kann. Abschließend werden die bisher erlangten Kenntnisse in einem Fazit zusammengefasst.
2. Demand Management Konzepte in der Hightech-Industrie
Die Auswahl der Demand Management Konzepte erfolgte nach ihrer Relevanz in der Praxisanwendung der Hightech-Industrie. Die Hightech-Industrie wird definiert durch eine hohe Dynamik der technologischen Entwicklung und wachsende Märkte. Für die
9
Unternehmen in der Hightech-Industrie ist es ein entscheidender Erfolgsfaktor Innovation schnell auf den Markt zu bringen oder aber die Kostenführerschaft durch große Produktionsmengen zu übernehmen. 5 Die schnelle technologische Entwicklung führen zu rasanten Veränderungen der in den Produkten verwendeten Materialien und Bauteilen. Aus diesem Grund ist technologische Planbarkeit schwierig und das unternehmerische Risiko hoch. Durch das hohe Entwicklungstempo sind die Forschungskosten (F&E Kosten) für die Unternehmen der Hightech-industrie entsprechend hoch. Deshalb kommt es zwischen den beteiligten Unternehmen in der Supply Chain zu Forschungs- und Entwicklungskooperationen, die die Kosten und das Risiko gleichmäßig verteilen.
Die Demand Management Konzepte müssen demnach den Besonderheiten der Hightech-Industrie angepasst sein und den schnellen technologischen Wandel in der Produktionsplanung abbilden können. Eine starke Vernetzung der Unternehmen und eine enge Zusammenarbeit zeichnet eine unternehmensübergreifende Supply Chain aus.
Kennzeichen der Hightech-Industrie
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2.1. Grundlagen des Demand Managements
Das Demand Management dient dem Erkennen und dem Prognostizieren der Nachfrage. Nachfolgend werden die Planung des Unternehmen auf diese Prognosedaten abgestimmt. Hierbei gilt es die verschiedenen Teilziele der einzelnen Abteilungen und Anwender auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Teil des Demand Management ist das Demand Planning (Absatzplanung) mit dessen Hilfe die Marktnachfrage der Produkte prognostiziert wird. Hierbei sollten die Geschäftsprozesse weitestgehend Automatisiert erfasst werden um die Demand Manager in ihrer täglichen Routinearbeit zu unterstützen und ihnen zielgerichtete Informationen zur aktuellen und zukünftigen Marktsituation bereitzustellen. 6 Das Demand Management umfasst folgende Bestandteile des Supply Chain Management:
Datenanalyse: Durch den Einsatz der EDV ist es möglich sehr fein detaillierte
Daten (z.B. einzelne Kassendaten aus Verkaufsstellen) in die Prognose der Marktnachfrage einfließe zu lassen. So ist es möglich die Daten auf Tagesbasis, Artikel-, Segment- oder Marktebene zu analysieren. Um diese Datenflut zu strukturieren ist der Einsatz eines OLAP Datenbanksystems zur automatisierten Auswertung notwendig.
Produktlebenszyklen analysieren: Prognostizierung des Absatzes neuer
Produkte auf Grundlage historischer Daten von Vorgängerprodukten. Anhand von Artikelattributen und Marktsegmentierungen lassen sich spezifische Anlaufmuster vorhersagen und durch spätere Absatzdaten können diese Prognosen verifiziert werden.
6 Vgl.: Crum, C.; Palmatier, G.E.: "Demand Management Best Practices: Process, Principles and
Collaboration (Integrated Business Management)", S. 9.
11
Event- und Promotion Planung: Verkaufsfördernde Maßnahmen von
Promotion Aktionen und Events können in Dauer und Größenordnung definiert werden. Die Effizienz der einzelnen Aktionen kann überwacht und das erwartete Umsatzwachstum prognostiziert werden. Mittels Datenaggregation könne die Ergebnisse in auf gesplittet werden und für die einzelnen Produkte sind Einflüsse und Effekte wie bspw. Kannibalisierung und Mitnahmeeffekte erkennbar.
Demandanalyse der Supply Chain: Das Demand Management sorgt für eine
Kommunikation zwischen den Teilnehmer der Supply Chain, den Kunden, Lieferanten und Partnern. Die Absatzprognosen von Kunden und Großhändlern und deren Kunden werden für die eigene Analyse verwendet. Das verwendete IT-System kann die Daten speichern, verarbeiten und bei Bedarf vollständig oder selektiv den eigenen Lieferanten oder Kunden zur Verfügung gestellt werden. Durch diese wechselseitige Beziehung des erstellten Forecasts können genauere Information zu einer Verbesserung der Prognosegenauigkeit führen. Das Demand Management dient auch dazu über einen längeren Zeitraum Angebot und Nachfrage miteinander zu vergleichen und bei Abweichungen rechtzeitig zu warnen.
Performance Management: Die Qualität der errechneten Daten lässt sich
anhand von Key Performance Indicators (KPI) überprüfen. Die ständige Überprüfung der Daten ist sehr wichtig um die hinterlegten mathematischen Modelle zu überprüfen und zu verbessern. Die KPIs umfassen statistische Kennzahlen zur Prognosegenauigkeit und Maßnahmen zur Prognoseausrichtung. Zu dieser Methode werden im Demand Management ebenfalls Reports zur Ausnahmebenachrichtigung erstellt. Werden die gewonnen Daten einander gegenüber (z.B. ein Vergleich Demand vs. Supply) 7 lassen sich daraus Maßnahmen zur Optimierung ableiten, die im nächsten Zyklus ebenfalls überprüft werden.
7 Vgl.: http://www.hoffmanmarcom.com/docs/supply_chain_automation.pdf, Stand: 03.08.2010.
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Große Vorteile des Supply Chain Management sind auf die Reduzierung der Bestände, insbesondere der Sicherheitsbestände zurückzuführen. Diese Sicherheitsbestände sollen Schwankungen der Absatzmenge und der Produktion ausgleichen, darum ist das Hauptaugenmerk auf die Reduzierung dieser Schwankungen zu legen. Im Supply Chain Management sind zwei Ursachen von Schwankungen bekannt 8 :
Produktionsschwankungen (neue / unbekannte Produktionsprozesse,
schwankende Durchlaufzeiten, etc.)
Bedarfsschwankungen (Bedarfe abweichend von Prognosedaten,
unvorhergesehene Verkäufe)
Das Demand Management hat als Hauptaufgaben die Vorhersage der zukünftigen Absatzmenge. Berücksichtigt werden hierfür zahlreiche interne und externe gewonnene Informationen: historische Nachfrageverläufe, Marketinginformationen, Verhalten von Konkurrenzunternehmen, Pläne und Prognosen von Kundenunternehmen, globale Wirtschaftsentwicklung. Die Vorhersage des Demand Management hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens da die folgenden Planungsschritte, wie bspw. Die Produktionsplanung auf der Absatzprognose basieren. Eine zu hohe Absatzprognose kann zum Aufbau von zu hohen Produktionskapazitäten und diese führen bei schlechtem Auslastungsgrad zu hohen Leerkosten. Die Qualität der erstellen Absatzprognose wirkt sich auch über die Sicherheitsbestände (Safety Stocks), Optimierung von Produktionslosen (Batches), Personalplanung und Constraints und Allokationen bzw. Lieferbedingungen aus direkt auf Kosten und Servicegrad aus. Das Ausgleichen von Nachfrageschwankungen innerhalb der Supply Chain kann ein Wettbewerbsvorteil von allen beteiligten Unternehmen der Supply Chain sein. Gelingt es den Unternehmen einer Supply Chain schneller als der Wettbewerb auf Schwankungen
8 Vgl.: Stadtler, H.; Kilger C.: Supply Chain Management and Advanced Planning, S. 97.
13
zu reagieren oder die Absatzmenge genauer vorauszusagen kann dies als Kosten-oder Servicevorteil auf dem Markt angeboten werden. Die Kunden können davon durch niedrigere Preise oder kürzere Lieferzeiten davon profitieren 9 . Zur Veranschaulichung der Stellung eines Kunden oder Lieferanten Unternehmens in der Supply Chain soll folgende Abbildung dienen:
Zuliefererkette:
Abbildung 1: “Zuliefererkette“, Eigene Darstellung
9 Vgl.: Zeier, A.: “Ausdifferenzierung von SCM-Standardsoftware”, S. 11.
14
2.1.1.Planungs- und Forecast Prozess (Absatzplanung)
Absatzplanung (Demand Planning) wird zur Erstellung der Absatzprognose von Produkten eines Unternehmens auf dem Markt verwendet. 10 Zahlreiche Einflüsse auf den Absatz gilt es zu berücksichtigen und werden als Faktoren in die Analyse einbezogen. Eine idealtypische und vereinfachte Darstellung des Demand Planning Prozesses soll im Folgeneden die einzelnen Schritte des Demand Planning Prozesses aufzeigen. Da sich die Prozesse bei verschiedenen Branchen und Unternehmen unterscheiden sollen in einem einfachen Modell die Grundzüge des Demand Planning Prozesses dargestellt werden.
10 Vgl.: Lawrenz, O.; Hildebrand; K; Nenninger, M.: “Supply Chain Management", S.150.
15
Demand Management-Prozess:
2000
Prognoseverfahren: Da verschiedene Marktsituationen unterschiedliche
Prognoseverfahren erfordern sollen im Folgenden die wichtigsten Verfahren kurz vorgestellt werden:
Gleitender Mittelwert
Exponentielle Glättung erster und zweiter Ordnung Trend-Saison-Modell
Arbeit zitieren:
Jan von dem Knesebeck, 2010, Demand Management Konzepte und deren IT-Unterstützung am Beispiel der Hightech-Industrie, München, GRIN Verlag GmbH
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