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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
1.1. Abstrakt. 2
1.2. Problemstellung 3
1.3. Aufbau der Hausarbeit 3
2. Charles de Brosses 5
2.1. Reise durch Italien 5
2.2. Beschreibung von Neapel. 6
3. Johann Wolfgang von Goethe 12
3.1. Reise durch Italien 12
3.2. Beschreibung von Neapel. 13
4. Kritischer Diskurs. 18
5. Zusammenfassung 22
6. Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
Der Grund des Reisens veränderte sich signifikant in den letzten beiden Jahrhunderten. Dabei transformierten sich politische und ökonomische (Handels-)Reisen zunehmend in modernen Tourismus 1 , das Reisen aus Vergnügen und als Lerneffekt. Eine Übergangsform in diesem Transformationsprozess stellt die „Grand Tour“ 2 des 18. Jahrhunderts dar, in der junge Männer aus gutem Hause Erfahrungen sammeln sollten. Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Schilderung zweier Vertreter einer solchen Reise.
1.1. Abstrakt
Die Studienarbeit thematisiert die Italienreisen im 18. Jahrhundert. Dabei werden zunächst allgemeine Aspekte der Reisetätigkeit beschrieben und besonders der Kontrast zur „heutigen Reise“ (im Sinne von Tourismus) dargestellt. Basierend auf diesen Informationen zieht die Arbeit zwei bedeutende Vertreter des 18. Jahrhunderts als Vergleich heran. Zum einen wird Charles de Brosses 3 , ein französischer Rechtsgelehrter und Freund des Vaters von Goethe betrachtet, der seinerzeit eine „Grand Tour“ durch Italien beschreitete. Zum anderen wird im Kontrast dazu Johann Wolfgang von Goethe 4 betrachtet, der einige Jahre später eine ähnliche Reise, auf den Spuren seines Vaters, unternahm. Beide Unternehmungen unterscheiden sich in ihrer Beschreibung und ihrer Wahrnehmung durch die Akteure. In der vorliegenden Arbeit werden die Unterschiede aufgezeigt und sowohl anhand kultureller, epochaler, als auch persönlicher Unterschiede skizziert.
Als Themenschwerpunkt nutzt die Arbeit dabei den Vergleich anhand einer der wichtigsten Städte des 18ten Jahrhunderts, die von beiden Autoren bereist wurden: Neapel.
1 Vergleiche diesbezüglich Hachtmann (2007, S. 42 ff.) oder Fuchs und Harden (1995)
2 Siehe auch Chaney (1998, S. 102 ff.)
3 Vergleiche auch Harder (1984, S. 1-19)
4 Für eine ausführliche Kommentierung siehe auch Beyer und Miller (1992)
Diese wird unter Berücksichtigung der beiden Reiseberichte beschrieben, Differenzen werden interpretiert und auf epochale und persönliche Eigenschaften zurückgeführt.
1.2. Problemstellung
Als Leitfrage für den Vergleich beider Autoren dient die These, dass Goethe aufgrund verschiedener Faktoren eine deutlich reflektiertere Perspektive 5 gegenüber Neapel eingenommen hat. Dies wird anhand von Textpassagen und Sekundärliteratur belegt.
Das Ziel der Arbeit ist dabei ein Vergleich der reflektierenden Perspektive beider Autoren entlang ihrer kulturellen Hintergründe. Sowohl die deutsche versus französische als auch literarische versus rechtswissenschaftliche Perspektive stehen hierbei im Fokus. Die so aufgezeigten Unterschiede dienen der Illustration individueller Wahrnehmungen der Autoren, zusätzlich wird der Einfluss des 18. Jahrhunderts deutlich gekennzeichnet. Um die Kernthese einer reflektierteren Perspektive Goethes abzuwägen, werden die genannten Faktoren gegeneinander gestellt und interpretiert. Die Erarbeitung der beiden Beschreibungen von Neapel findet entlang der Primärtexte statt. Der Vergleich innerhalb des kritischen Diskurses (Kapitel 4) zieht zusätzlich Sekundärliteratur in die Betrachtung mit ein. In der Zusammenfassung werden die Resultate tabellarisch aufbereitet und die Kernthese entweder bestätigt oder verworfen.
1.3. Aufbau der Hausarbeit
Die Hausarbeit strukturiert sich wie folgt:
Kapitel 2 beschreibt die Reise von Charles de Brosses. Dazu wird zunächst auf die Person und seine Reise eingegangen, um den Kontext der Betrachtung zu skizzieren. Anschließend folgt seine Beschreibung der Stadt Neapel.
Kapitel 3 stellt im Kontrast die Reise von Johann Wolfgang von Goethe dar. Die Struktur lehnt sich an das Konzept des zweiten Kapitels an, sie
5 Vergleiche dazu Fischer (1997) und Dieterle (2010), Reflektiert in diesem Kontext genutzt als Darstellung von der Fähigkeit eine nicht rein subjektive Perspektive einzunehmen.
beschreibt zunächst die Kontextinformationen und thematisiert danach Goethes Beschreibungen von Neapel.
Kapitel 4 wägt im kritischen Diskurs die Kernthese einer reflektierteren Perspektive Goethes über Neapel ab und argumentiert entlang von Textpassagen und Sekundärliteratur.
Kapitel 5 enthält eine Zusammenfassung der Haupterkenntnisse und einen Ausblick auf weitere Betrachtungen. Kapitel 6 gibt eine Liste der verwendeten Literatur wieder.
2. Charles de Brosses
Dieses Kapitel beinhaltet zunächst eine knappe Einführung zur Person Charles de Brosses und den Hintergründen seiner Reise nach Neapel. Im zweiten Teil thematisiert es seine Beschreibung von Neapel anhand von Textbeispielen.
2.1. Reise durch Italien
Charles de Brosses, ein Rechtsgelehrter aus Frankreich, lebte zwischen 1709 und 1777 und bekleidete ab 1741 das Amt des Präsidenten des Parlaments am Obergerichtshof in Dijon. Seine Arbeiten an der historischen Interpretation von Sallust beinhalten Quellen, deren Wahrheitsgehalt er durch eine eigene Reise prüfen wollte. Während seiner Reise, die er mit Freunden antrat, besucht er Marseille, Genua, Florenz, Rom und, was für diese Arbeit entscheidend ist, hielt sich unter anderem in Neapel 6 auf. Diese Stadt stellte aus der Perspektive des 18. Jahrhunderts mit über 400.000 Einwohnern die größte Metropole des Landes dar.
Seine Reiseberichte verfasste er in Briefform, die zunächst nicht zur Publikation freigegeben waren, da sie offenbar nicht in den sonst wissenschaftlichen Hintergrund von de Brosses Arbeiten passten. Erst nach seinem Tod wurden diese in verschiedenen Versionen publiziert und vervollständigt. Ebenfalls konnte nachgewiesen werden, dass ein Großteil seiner Briefe nicht während der Reise, sondern im Nachgang zur Reise verfasst wurden. Sie stellen somit in großen Teilen eine ex-post Betrachtung seiner Eindrücke Italiens dar.
Durch die Stilform der Briefe konnte de Brosses seine Inhalte selektiv filtern, indem er diese adressatengerecht verfasste und die Personen, an die er schrieb, wechselte. Der Schreibstil ist dabei nicht sachlich, Humor und lebendige Eindrücke prägen über große Strecken sein Werk 7 .
6 Siehe auch Fitzon (2003, S. 138 ff.) für eine historische Darstellung der Stadt Neapel im 18. Jahrhundert und für Hintergründe
7 Vergleiche dazu Darstellung von Dieterle (2010) oder die Originalübersetzung von de Brosses (1922)
Arbeit zitieren:
Dr. Tobias Fritsch, 2010, Ein Vergleich zwischen Goethe und de Brosses, München, GRIN Verlag GmbH
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