Gliederung
1. Einleitung 3
2. Kulturgeschichte 4
3. Botanische Einordnung 6
4. Anwendung in der Medizin 7
4.1. Wirkungen 8
4.2. Wirkstoffe 9
4.3. Wirkungsweise 10
4.4. Anwendungsgebiete. 11
4.4.1. Krebs und AIDS 11
4.4.2. Spastik. 12
4.4.3. Schmerzzustände 13
4.4.4. Glaukom 14
4.5. Unerwünschte Wirkungen 14
4.6. Art der Anwendung. 15
5. Pro Contra: Einsatz von Cannabis als Medikament. 16
6. Literatur 19
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1. Einleitung
Der schlechte Ruf des Cannabis sativa ist wohl auf den Mißbrauch der aus ihm gewonnenen Suchtgifte Haschisch und Marihuana zurückzuführen. Leider bleiben deswegen oft die guten Eigenschaften unberücksichtigt. Im folgenden sollen nach der botanischen Einordnung und Beschreibung der Pflanze die vielfältigen medizinischen Einsatzmöglichkeiten des Cannabis und die mit diesen verbundenen Probleme aufgezeigt werden.
Cannabis und die daraus erzeugten Produkte haben aufgrund ihrer Geschichte verschiedene Bezeichnungen. Der botanische Name der Pflanze lautet Cannabis sativa L.. Sie ist in unseren Breiten auch als Hanf bekannt. Es wird dabei zwischen Drogen- und Faserhanf unterschieden. Im Folgenden ist mit Hanf oder Cannabis grundsätzlich der Drogenhanf gemeint.
Die getrockneten Blüten und die oberen Blätter der weiblichen Pflanze werden als Marihuana bezeichnet. Das wohl bekannteste umgangssprachliche Synonym im deutschsprachigen Raum ist die Bezeichnung „Gras“. Das Sekret aus den Drüsenhaaren der weiblichen Pflanze nennt man Haschisch. THC ist die Kurzform für Delta-9-Hydrocannabinol, welches im Wesentlichen für die bekannten psychischen Auswirkungen aber auch für die Mehrzahl der weniger bekannten physischen Wirkungen verantwortlich ist. Diese Verbindung ist In der folgenden Ausarbeitung werden die Begriffe Cannabis, Hanf und THC oft synonym verwendet. Dies ist damit begründet, dass die Wirkungen der Pflanze auf denen des wichtigsten Wirkstoffs -dem THC- beruhen.
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2. Kulturgeschichte
Der Anbau von Hanf ist in vielen Ländern verboten, wurde jedoch in neuerer Zeit in mehreren europäischen Ländern wieder zugelassen, weil Hanf als Rohstoff (u. a. für die Papierherstellung) und für medizinische Zwecke verwendet wird. Sowohl Marihuana als auch Haschisch haben in der Volksmedizin ihrer berauschenden Wirkung wegen seit Jahrtausenden Anwendung gefunden.
Cannabis und das aus ihm gewonnene Marihuana ist in Zentralasien und China seit 3000 v. Chr. bekannt und wurde dort sowohl als wichtige Körnerfrucht als auch als Medikament in der traditionellen Medizin eingesetzt. Bereits einige Jahrhunderte v. Chr. wurde das erste (Hanf-)Papier in China erfunden. 1 Zwischen dem 15. Und 12. Jhd. V. Chr. entstand in Indien die vierte Sammlung der Veeden, die Zeugnis über die Nutzung von Hanf als magische und heilende Pflanze ablegt.
Aufgrund der vielfältigen Kontakte zwischen Indien und den arabischen Ländern gelangten indische Ärzte und ihr Wissen um Hanf nach Bagdad, um dort Krankenhäuser und eine Medizinschule zu errichten. Desgleichen war Cannabis in Ägypten und Assyrien als Medikament bekannt. In Persien kannte man Cannabis vermutlich eher als rauscherzeugende Droge denn als Arznei. Römer und Griechen der Antike kannten zwar Hanf, nicht aber seine psychotropen Effekte. So wurde es vor allem äußerlich in Form von Pflanzensaft oder -brei und Wurzelabkochungen verabreicht. Erst zu Beginn der neuen Zeitrechnung wurde Cannabis in Griechenland als Medikament eingeführt. Hanf wurde im Europa des frühen Mittelalters als Nahrungsmittel und zur Fasergewinnung genutzt.
Im deutschsprachigen Raum wurde es erstmals schriftlich um 800 n. Chr. im Capitulare von Karl dem Großen erwähnt. Hildegard von Bingen (geb 1099) schrieb ihm schmerzlindernde Eigenschaften zu. Ab dem 14. Jhd. wurden in Europa auch weitere medizinische Anwendungsmöglichkeiten bekannt. Der Arzt und Wissenschaftler Sir William Brooke O’Shaughnessy veröffentlichte 1839 eine Zusammenfassung der Erfahrungen, die er in Indien mit Cannabis als Therapeutikum gemacht hatte. Er führte darüberhinaus Studien an Menschen und Tieren durch, um das Nebenwirkungspotential der Droge besser abschätzen zu
1 „Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie“, Stichwort „Marihuana“
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können. Durch die Berichte O’Shaughnessys wurde Cannabis vor allem in den englischsprachigen Ländern zu einem akzeptierten Medikament. Allein die Dosierung stellte die Ärzte vor ein großes Problem, da die Zusammensetzung des Naturproduktes äußerst variabel war (und ist). Bis 1971 war Cannabis im britischen Arzneibuch aufgelistet.
Auch in Deutschland setzte man Cannabis sativa als Medikament ein, jedoch wurde ihm nicht das Wirkspektrum zugeschrieben, welches man in England zu erkennen glaubte.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde einerseits ein Krieg gegen Drogen, darunter auch Cannabis sativa, geführt und die Entwicklung synthetischer, schnell wirksamer Medikamente forciert. Andererseits konnten in der chemischen Forschung Fortschritte erzielt werden, die auch zur Herstellung erster synthetischer Cannabinoide und ihrem therapeutischen Einsatz führten. 1925 wurde auf einen Vorschlag Ägyptens, der Türkei und Südamerikas hin Cannabis in das „1. Internationale Opium Abkommen“ von Den Haag aufgenommen und somit als gefährliche Droge geächtet.
1938 wurde vom New Yorker Bürgermeister La Guardia eine wissenschaftliche Kommission eingesetzt, die 1944 einen Bericht veröffentlichte, der „...die öffentliche Publizität hinsichtlich der katastrophalen Effekte des Marihuana-Rauchens in New York City...“ als unbegründet beurteilte.
Der deutsche Professor für Pharmakologie Walter Siegfried Loewe begann 1936 seine Marihuana-Forschung in den USA. 1942 wiesen er und seine Mitarbeiter die chemische Struktur des aktivsten Wirkstoffes Charas-Tetrahydrocannabinol (kurz:THC) bis auf die Lage einer Doppelbindung nach. Neben der Herstellung synthetischer Cannabinoide wurde THC auch zur Therapie (u.a. Behandlung von Entzugserscheinungen und von Depressionen) eingesetzt. Ein neues Interesse an der Cannabisforschung erwachte, als 1964 die exakte Identifizierung des Delta-9-Tetrahydrocannabinols durch Raphael Mechoulam gelang.
Natürlich gab es auch ein nicht-wissenschaftliches Interesse an Marihuana. Besonders in den sechziger und siebziger Jahren des 20sten Jahrhunderts war Marihuana unter anderem in Studentenkreisen als Modedroge beliebt. 2
2 „Hanf als Medizin“, S. 26 ff
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Die immer wieder aufkeimenden Diskussionen um die Legalisierung von Cannabisprodukten zeigen, dass auch heute noch ein Interesse an der Verwendung dieser sehr alten Pflanze besteht. Sei es nun wissenschaftlich oder nicht.
3. Botanische Einordnung
Cannabis sativa L. gehört zur Familie der Hanfgewächse, zu der auch der Hopfen gezählt wird. Zugeordnet wird diese Pflanzenfamilie zur Ordnung Urticales, die der Unterklasse Hamamelididae(=Amentiferae), den Kätzchenblütlern, angehört. Diese sind der Klasse der Dicotyledoneae, den zweikeimblättrigen Pflanzen, zugeordnet und gehören somit zu den Angiospermae, den Bedecktsamern. 3 Es gibt nur eine Spezies der Gattung Cannabis. Die frühere Einteilung in mehrere Arten gilt aufgrund der hohen Variabilität der zur Arteneinteilung nutzbaren Merkmale und der uneingeschränkten Möglichkeit der Kreuzung innerhalb der Gattung als überholt.
Es gibt jedoch eine Untergliederung in die Unterarten Faser- und Drogenhanf bei der eine chemotypische Unterscheidung vorgenommen wird. Während der Faserhanf im oberen Pflanzendrittel nur zu etwa 0,3 % der Trockenmasse aus psychoaktiven Cannabinoiden besteht, sind es beim Drogenhanf 10 % der Trockenmasse. Cannabis sativa L. wächst als Staude deren Blattspreite gefingert und deren Blätter gesägt sind. Die Blüten, die entweder keine oder nur eine unscheinbare Blütenhülle besitzen, werden windbestäubt. Die Samen sind in Fruchtknoten eingeschlossen.Die Blüten sind zweihäusig. Die Pflanzen sind meist eingeschlechtig, nur selten gibt es Zwitter.
Die weiblichen Hanfpflanzen sind größer und dichter belaubt als die männlichen. Ihre kompakten Blüten entspringen den Blattachseln und an den Blütenständen wachsen Blätter.
Die männlichen Pflanzen haben einen stark verzweigten Blütentrieb, der über das Blätterdach hinauswachsen kann und an dem sich nur wenige Blätter befinden.
3 „Flora von Deutschland“, S.220
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Arbeit zitieren:
2003, Nutzungsmöglichkeiten von cannabis sativa L. in der Medizin, München, GRIN Verlag GmbH
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