Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1
II. Klärung des Begriffes der Unternehmensberatung 2
II. 1. Definitionen innerhalb der Beratungsbranche 3
II. 2. Unterschiedliche Segmente der Unternehmensberatung 5
III. Geschichte und Struktur der Unternehmensberatung 6
III. 1. Ursprung der Unternehmensberatung in den USA 7
III. 2. Beginn der Entstehung von Beratungsgesellschaften in Deutschland 9
III. 3. Etappen der Entwicklung der Unternehmensberatung S.10
III. 3. 1. Beratungsboom „Consulting Explosion“ in den 1930er Jahren
in den USA S.10
III. 3. 2. Die 1960er Jahre: Weiterentwicklung der Unternehmensberatung
in den USA und ihre Ausweitung nach Deutschland durch den
Beginn der Internationalisierung S.14
III. 3. 3. Die Unternehmensberatung in den 1970er und 1980er Jahren:
Differenzierung des Marktes S.17
III. 3. 4. Erneute Wachstumsphase in Form eines weiteren Booms in den 1990er
Jahren bis zur Jahrtausendwende S.20
III. 3. 5. Die erste Krise der Unternehmensberatung in ihrer
Erfolgsgeschichte (2001-2004) S.22
IV. Die aktuelle Lage der Unternehmensberatung S.24
IV. 1. Die aktuelle Lage der Unternehmensberatung in den USA S.25
IV. 2. Die aktuelle Lage der Unternehmensberatung in Deutschland S.27
V. Fazit S.31
VI. Literaturverzeichnis S.34
VII. Abbildungsverzeichnis S.36
VIII. Anhang S 37
I. Einleitung
Die Branche der Unternehmensberatung spielt seit ihrer Entstehung in den USA zum Ende des 19. Jahrhunderts eine große Rolle, so dass der Zweig der Beratung noch bis heute amerikanisch dominiert ist. Seit ihrer Ausdehnung auf Europa in den 1960er Jahren ist der Beratungsbedarf in den einzelnen Unternehmen deutlich gestiegen, so dass ihre Internationalisierung weiter vorangetrieben wurde. Besonders der Beratungsboom in den USA in den 1930er Jahren hatte einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Unternehmensberatung. Auch in Deutschland entstand der Beratungsmarkt bereits ansatzweise in den 1920er Jahren, dessen größtes Wachstum hauptsächlich von den 1970er Jahren an bis heute festzustellen ist. Im deutschsprachigen Raum entstanden die meisten Beratungsorganisationen nach amerikanischen Vorbildern. Besonders während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren spielte die Unternehmensberatung eine große Rolle und mit hoher Attraktivität verschärft sich der Wettbewerb für den Beratungsmarkt immer mehr. Außerdem ist die Einbeziehung von Beratern für die Entwicklung der Organisationen notwendig, um Probleme in Organisationen zu beheben und Veränderungen vorzunehmen. Der Beratungsmarkt gehört zu den dynamischsten Wachstumsbranchen der Welt, da zur Erschließung neuer Märkte durch die beschleunigte Globalisierung Berater gebraucht werden. Doch wie ist es zur Entstehung der Unternehmensberatung gekommen und wie hat sie sich im Laufe der Zeit in den USA und in Deutschland entwickelt? Wie sieht der Beratungsmarkt heute aus?
Die folgende Arbeit geht diesen Fragen vom Ursprung der Unternehmensberatung an nach und beschreibt unter anderem wichtige Ursachen und Hintergründe. Um in den „Bericht über die Entstehung und Entwicklung der Unternehmensberatung in Deutschland und in den USA“ einzuleiten, werden zunächst wichtige Begriffe in Bezug auf die Beratung geklärt und eine Definition der Unternehmensberatung vorgestellt, sowie verschiedene Formen der Beratung und ihre Teildisziplinen in den Unternehmen dargestellt. Als nächstes werden die Geschichte und die Struktur der Unternehmensberatung beschrieben, wobei sowohl der amerikanische als auch der deutsche Beratungsmarkt von der Entstehung an betrachtet werden. Dabei wird besonders auf die Entstehung und die Etappen der Entwicklung der großen Unternehmensberatung, sowie auf die Entwicklung einzelner, für die
1
Branche wichtiger Beratungsfirmen eingegangen. In diesem Kontext werden die Internationalisierung der Beratungsunternehmen, sowie die Differenzierung dieses Marktes zum Thema gemacht und es wird auf wirtschaftliche Hintergründe eingegangen, die für die Entwicklung der Branche eine Rolle spielen. Außerdem wird die erste Krise der Unternehmensberatung in ihrer Erfolgsgeschichte dargestellt. Abschließend folgt eine Darstellung der aktuellen Situation des Marktes im amerikanischen und im deutschsprachigen Raum im 21. Jahrhundert, wobei auf die Internationalisierung von kleinen und mittleren deutschen Beratungsunternehmen eingegangen wird. Auch werden in diesem Kapitel der steigende Konkurrenzkampf und Wettbewerb auf dem Markt verdeutlicht. Ebenfalls wird die aktuelle Lage großer Berater beschrieben, die schon seit der Gründung des Marktes bestehen und bis heute wichtige Positionen auf dem Markt einnehmen.
II. Klärung des Begriffes der Unternehmensberatung
Der Begriff „Beratung“ ist schon relativ früh entstanden und besitzt einen politischen Hintergrund. Bereits im 16. Jahrhundert wurde er durch Macchiavellis Werk Il principe als erstes Handbuch für die Beratungspraxis geprägt. Aufgrund dessen wurden Berater als Minister institutionalisiert. Der heutige Begriff Managementberatung entwickelte sich erst im ausgehenden letzten Jahrhundert auf der Grundlage des scientific management (deutsch: Wissenschaftliche Betriebsführung nach Taylor). 1 Zunächst entstand der Begriff des Consulting als Beratung für die Unternehmensleitung, woraus sich das Managementconsulting ableitete. Im Deutschen grenzte es sich unter dem Begriff Unternehmensberatung von der Personalberatung ab. 2 Der Begriff der Unternehmensberatung ist relativ jungen Datums. Erst 1954 wurde in Deutschland der Bund Deutscher
Unternehmensberater (BDU) gegründet, um die fachliche und Menschliche Qualifikation der Unternehmensberater sicherzustellen. 3 Aufgrund der spät
1 Schwan, Konrad/Seipel, Kurt G.: Erfolgreich beraten. Grundlagen der Unternehmensberatung. München
1999. S.1
2 Leciejewski, Klaus: Guter Rat von Beratern. Handbuch für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit
Consultants, Personalberatern und PR-Agenturen. Frankfurt/Main, New York 1996. S.123.
3 Schott, Gernhard: Unternehmensprobleme, Unternehmensberatung. Ein Brevier für Auftraggeber und
Berater. Stuttgart-Degerloch, 1969. S.157-158.
2
entstandenen Begrifflichkeit und des unklaren Berufsprofils existiert keine eindeutige Definition dieses Berufszweiges. 4
II.1. Definitionen innerhalb der Beratungsbranche
Der Begriff der Unternehmensberatung deckt sich mit dem amerikanischen Begriff des Management - Consultings. 5 Das lässt sich dadurch erklären, dass der Empfänger der Beratung nicht das Unternehmen selbst ist, sondern das Management, wenn es Hilfe der Berater benötigt. Somit wird Unternehmensberatung auch Managementberatung genannt. 6 „ Unternehmensberatung wird definiert als höherwertige, persönliche Dienstleistung, die durch eine oder mehrere unabhängige und qualifizierte Person(en) erbracht wird. Sie hat zum Inhalt, Probleme zu identifizieren, zu definieren und zu analysieren, welche die Kultur, Strategie, Organisation, Prozesse, Verfahren und Methoden des Unternehmens des Auftraggebers betreffen. Es sind Problemlösungen (Sollkonzepte) zu erarbeiten, zu planen und in Unternehmen umzusetzen. Dabei bringt der Berater seine branchenübergreifende Erfahrung und sein Expertenwissen ein.“ 7
Auf der Ebene des Beratungsprozesses existieren zwei Formen einer Beratung: Interne-Beratung und externe Beratung.
„ Somit läßt sich internes Consulting als professionelle Dienstleistung definieren als ein Prozess, in dem zwischen dem Beratersystem (das Teil des Klientensystems ist) und diesem Klientensystem (das dem Beratersystem hierarchisch vorgeordnet ist) die vom Klientensystem erwünschte Veränderung in Form der Führung einer helfenden Beziehung als problemorientierter Interaktionsprozess ermöglicht wird.“ 8
4 Krebs, Detlev: Unternehmensberatung in der Bundesrepublik Deutschland: E.Statist. Unters. unter bes.
Berücks. d. Entstehung d. Struktur, sowie d. Wirtschaftsverständnisses u.d. Selbsteinschätzung e.
betriebswirtschaftl. Funktionsträgers. Bochum 1980. S. 54-86.
5 Dahl, Edgar: Die Unternehmensberatung. Eine Untersuchung ausgewählter Aspekte beratender Tätigkeiten
der Bundesrepublik Deutschland. In: König, René/Scheuch, Erwin K. (Hrsg.): Kölner Beiträge zur
Sozialforschung und angewandten Soziologie. Bd.4. Meisenheim am Glan 1967.S.19.
6 Sommerlatte, Tom/Mirow, Michael/Niedereichholz, Christel/G.von Windau, Peter: Handbuch der
Unternehmensberatung. Organisationen führen und entwickeln. Berlin 2004. S.9 in „Ethik in der
Unternehmensberatung“ (7610).
7 Niedereichholz, Christel: Unternehmensberatung. Bd.1. 3. Aufl. Oldenburg 2001.S.1.
8 Sertl, Walter/ Zapotoczky, Klaus: Neue Leistungsinhalte und internationale Entwicklung der
Unternehmensberatung. Stuttgart, Berlin, Köln 1989.S.71.
3
Demnach stellt die interne Beratung eine, in das Gesamtsystem eines Unternehmens integrierte Beratung dar, in welcher Berater und Klient Mitglied derselben Gesamtorganisation sind. Wenn in diesem Unternehmen Dienstleistungsstellen existieren, die sich auf diese Beratungstätigkeit innerhalb des eigenen Unternehmens spezialisiert haben, dann liegt eine Institutionalisierung dieser internen Beratung vor. 9 Externe Unternehmensberatung hingegen lässt sich folgend definieren: „Externe Unternehmensberatung ist eine auf bestimmte Zeit gekaufte zusätzliche Managementkapazität, die im Unternehmen nicht zur Verfügung steht, sei es aus qualitativen oder quantitativen Gründen. Der externe Unternehmensberater steht außerhalb des
unternehmerischen Gesamtsystems, er ist der Entscheidungsinstanz nicht unterstellt und kann eine neutrale Position annehmen.“ 10 Infolgedessen wird die externe Beratung außerhalb des ratsuchenden Unternehmens konsultiert. Der externen Beratung gehören somit Berater an, die als Experten mehr wissen als die Ratsuchenden und das schon vorhandene Wissen Know-how 11 ersetzen oder ergänzen, um Probleme zu bewältigen und bestimmte Ziele zu erreichen.
Die Mitglieder des Unternehmens können in den jeweiligen Problemsituationen durch Abwägen von Vor- und Nachteilen entscheiden, welche dieser beiden Beratungsformen sie wählen. Ein Hauptargument für die Inanspruchnahme der externen Beratung ist die Betriebsblindheit des internen Beraters, so dass dieser zu sehr in die Probleme des Unternehmens eingebunden ist und nicht neutral oder objektiv sein kann. Die Problemnähe kann auch als Vorteil betrachtet werden, da der interne Berater sich mit den Prozessen, Normen und Problemen der Organisation besser auskennt. 12 Ein weiteres Argument für den externen Berater ist seine Vergleichserfahrung, die er in verschiedenen Unternehmen gemacht hat. Gegen den externen Berater sprechen die hohen Kosten.
9 Hummel, Thomas R./ Zander, Ernst: Erfolgsfaktor Unternehmensberatung. Auswahl-Zusammenarbeit
Kosten. Köln 1998.S.46-47.
10 Hoffmann, Michael/Sertl, Walter: Ausgewählte Probleme und Entwicklungstendenzen der
Unternehmensberatung. 2.Aufl. Stuttgart 1989. S.129.
11 Ebd.: S.125-126.
12 Sertl, Walter/ Zapotoczky, Klaus: Neue Leistungsinhalte und internationale Entwicklung der
Unternehmensberatung. Stuttgart, Berlin, Köln 1989.S.71.
4
II.2. Unterschiedliche Segmente der Unternehmensberatung
Aufgrund der schnellen Entwicklung des Dienstleistungsangebotes ist es schwer die einzelnen Beratungsfelder exakt voneinander abzugrenzen. Innerhalb der Unternehmensberatung gibt es eine Dreiteilung des Marktes, nämlich Managementberatung, Informationstechnologieberatung (IT-Beratung) und Human-Resource-Beratung. Die Managementberatung unterteilt sich in zwei weitere Felder: Organisations- oder Prozessberatung und Strategieberatung. Im Bereich der Human-Resource-Beratung gibt es drei weitere Felder, nämlich Personalberatung und Personalmanagementberatung. Managementberatung schließt im Allgemeinen jede Beratung von Management mit ein. Sie beschäftigt sich mit der Verbesserung der Leistungen der Organisationen und analysiert die Geschäftsprozesse in Unternehmen. Einer ihrer Untersegmente, nämlich die Organisationsberatung als Gestaltungsprozess ist sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung tätig. In ihr Beratungsfeld gehören sowohl die Rationalisierung als auch die Kostenreduzierung und die Prozessoptimierung in den einzelnen zu beratenden Unternehmen. Die Umsätze nahmen im Jahr 2002 erheblich zu. 13 Die Strategieberatung hingegen als zweites Untersegment der
Managementberatung hat zum Ziel die Positionierung des Unternehmens auf dem Markt zu analysieren und Strategien zu erarbeiten, um die Sortimentsgestaltung vorzunehmen oder die Absatzchancen auf neuen Märkten vorzunehmen (Marketingberatung). Bei der Strategieberatung handelt es sich also um die Planung. Außerdem kümmert sie sich um die Stellung des jeweiligen Unternehmens auf dem Markt. 14
Das Beratungsfeld der Informationstechnologieberatung (IT-Beratung) stellt das jüngste Feld der Beratungsdisziplinen dar und ist dafür zuständig passende Informationstechnologiesysteme für das jeweilige Unternehmen zu wählen und diese Systeme in das Unternehmen einzubinden, sowie die Mitarbeiter im Bereich dieser neuen Software zu schulen, so dass sie mit dieser umgehen können. Erst zu Beginn der 80er Jahre erschien diese Disziplin und war innerhalb kurzer Zeit auf dem gesamten Beratungsmarkt tätig. Prozentual konnten zwischenzeitlich 50%
13 Sommerlatte, Tom/Mirow, Michael/Niedereichholz, Christel/G.von Windau, Peter: Handbuch der
Unternehmensberatung. Organisationen führen und entwickeln. Berlin 2004. S.10-12 in „Warum, wann und
wie ist Beratung von Nutzen?“ (1420).
14 Ebd.
5
des Umsatzes IT-Beratung am gesamten Beratungsmarkt festgestellt werden. Demnach kam die Hälfte des Einkommens der Beratung durch diesen Beratungszweig zustande. Im Jahre 2002 verlor die IT-Beratung jedoch wieder 20% an Umsatz. 15
Das Personalmanagement indessen nahm um 13% an Umsatz zu. Ihr Ziel ist die Personalentwicklung, in welchen Bereich die Weiterbildung und Schulung des Personals gehören. Die Personalmanagementberater entwickeln ebenfalls die sogenannten „Change-Projekte“ für die jeweiligen zu beratenden Unternehmen. 16 2002 sahen die prozentualen Anteile der drei Felder des Beratungsmarktes demnach folgend aus:
III. Geschichte und Struktur der Unternehmensberatung
Um die Entstehung und die Entwicklung der Unternehmensberatung aufzuzeigen, ist es zunächst wichtig, die 6 wesentlichen Entwicklungsstadien der Beratungsbranche zu nennen. Es sind Initialisierung, Professionalisierung, Internationalisierung, Differenzierung, Konsolidierung und Revitalisierung. 18 Die Ursprünge des Beratungsmarktes gehen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück (Beginn der Initialisierungsphase). Seine Wurzeln lassen sich in den USA auffinden, wo die ersten Unternehmensberatungen entstanden. Eine besondere Bedeutung kommt der Unternehmensberatung von Arthur D. Little zu, welche
15 Ebd.
16 Ebd.
17 Ebd.: S.12
18 Ebd.
6
Arbeit zitieren:
Mareike Gemballa, Aneta Budzilek, 2010, Bericht über die Entstehung und Entwicklung der Unternehmensberatung in Deutschland und in den USA, München, GRIN Verlag GmbH
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