1. Einleitung 3
2. Geschichte 3
2.1 Vorkolumbische. 3
2.2 Kolonialgeschichte. 5
2.3 Unabhängigkeit. 6
2.4 20. Jahrhundert bis zur Aktualität. 7
3. Sprachgeschichte 9
3.1 Vorkolumbische Sprachgeschichte. 10
3.2 Koloniale Sprachgeschichte 11
3.3 Unabhängigkeit -19. Jahrhundert. 12
3.4 20. Jahrhundert bis zur Aktualität. 13
3.5 Sprachsituation aktuell 15
4. Kulturelle Globalisierung. 17
4.1 Merkmale der kulturellen Globalisierung 18
4.2 Auswirkungen der kulturellen Globalisierung auf Peru 19
5. Schluß 22
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1. Einleitung
Mehrsprachigkeit wird vielfach als Makel verstanden. Die Bezeichnung multilingualer Gebilde [...] führt die Legende fort, Sprachverwirrung sei eine Strafe des Herrn für blasphemischen Übermut der Erdenkinder. (Born 2004: 136)
In einem multikulturellen und multilingualen Staat wie dem heutigen Peru stellt sich die Frage nach dem Stellenwert der Mehrsprachigkeit nach wie vor, weisen doch die letzten offiziellen Daten über die Sprachen in Peru einen starken Rückgang der indigenen Sprachen auf. In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie die Zukunft der indigenen Sprachen am Beispiel des Quechua aussehen wird. Ausgehend von der These, dass trotz des Trends eines allgemeinen Rückgangs der Anzahl der Quechua Sprecher diese Sprache in Peru nicht verschwinden wird, soll zunächst ein historischer und sprachhistorischer Überblick von den präkolumbischen Kulturen bis zur Aktualität gegeben werden. Danach wird anhand der zur Zeit aktuellsten Daten ein Überblick über die Sprachverteilung im heutigen Peru gegeben. Daran schließt sich ein kulturwissenschaftlicher Erklärungsansatz für die oben genannte These und demonstriert diese anhand einiger aktueller Beispiele.
2. Geschichte
2.1 Vorkolumbische
Auch wenn die Inka wohl die bekannteste der präkolumbischen Kulturen darstellen, so gab es bereits zahlreiche, andere Hochkulturen, deren Existenz und Lebensweise man heute nur durch archäologische Funde belegen kann, denn keine von ihnen besaß ein Schrifttum. Das Wissen über diese Kulturen stammt von Verzierungen keramischer Gegenstände oder gefundenen Textilien. Einige von ihnen sollen an dieser Stelle genannt werden: eine der frühesten Hochkulturen auf dem Gebiet des heutigen Peru waren die Chavín, deren Existenz zwischen 1000 v.Chr. bis 300 v.Chr. angesiedelt wird und die ihr kulturelles Zentrum östlich der Stadt Huáraz hatten. (Lonely Planet 2007: 462). Eine weitere, präkolumbische
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Kultur lebte von ca. 200 v.Chr. bis 850 n. Chr., vor allem in der Gegend um Trujillo. Die Moche Kultur war eine Kultur, die für ihre außergewöhnlichen Töpferarbeiten mit aus dem täglichen Leben gegriffenen Szenen bekannt wurde und die architektonisch interessante Pyramiden konstruierte (Lonely Planet 2007: 376). An der Südküste siedelten die Nazca, die durch die 500 Quadratkilometer umfassenden spektakulären Linien in der Pampa Colorada bekannt wurden. Sie lebten etwa im selben Zeitraum wie die Moche Kultur. (Lonely Planet 2007: 158). Zwischen 600 und 1000 gelangte das Volk der Huari (auch: Wari) durch kriegerische Expansion zu Ruhm. Sie scheinen die erste nach Expansion strebende Kultur in den Anden gewesen zu sein. Ihr Hauptsiedlungsgebiet befand sich in der Region um Ayacucho im Andenhochland, das sie dominierten. Eine weitere, aus der Kultur der Moche hervorgehende Kultur waren die Sicán, die dasselbe Gebiet von circa 750 bis 1375 besiedelten. Sie sind vor allem für ihre Vorliebe für Metalle bekannt, mit denen sie regen Handel entlang der Küste bis in die Gebiete des heutigen Kolumbiens trieben (Lonely Planet 2007: 377). Etwa im gleichen Zeitraum, von 850 bis 1470 lebten die Chimú, die aufgrund ihrer urbanen Kultur mit der Hauptstadt Chan Chan Wichtigkeit erlangten. Ihre zehntausend Häuser umfassende Stadt wurde aus Lehmziegeln errichtet und verziert. Sie verfügten bereits über Brunnen und Bewässerungsanlagen (Lonely Planet 2007: 377). Sie wurden 1471 von den Inka erobert.
Das Tahuantinsuyu, das Reich der Inka erreichte seine größte Ausdehnung und Blütezeit zwischen 1438 und 1534. Das aus dem Quechua
aus den vier Provinzen Collasuyu, Cuntisuyu, Chinchasuyu und Antisuyu (Störl 2002: 21). Anfangs war die Herrschaft der Inkas nur auf das Tal von Cusco beschränkt, die Ausbreitungsbestrebungen begannen erst mit dem neunten Inka, Pachacútec, der ab 1438 regierte. Innerhalb weniger Jahrzehnte unterwarfen die Inka die meisten Kulturen, die zwischen Südkolumbien bis Südchile und von den Andenregionen Boliviens und Nord Argentiniens siedelten. Auch wenn die Inka ein gewisses Maß an Selbstbestimmung zuließen, so wurden den eroberten Völkern die höheren Organisationsstrukturen aufoktroyiert und Quechua als Verkehrssprache eingeführt, der Inka als gottgesandter Herrscher musste als solcher anerkannt werden (Gnärig 1981: 19). Als Staatsoberhaupt galt der Inka,
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der eine gottesähnliche Funktion innehatte: auf ihm basierte das Reich und war von seiner Person als der von gegebene Herrscher abhängig (Gnärig 1981: 16). Das Inkareich begann seinen Niedergang mit der Ankunft der Spanier unter der Führung von Francisco Pizarro, die ab 1528 Lateinamerika eroberten und von dort aus in Richtung Süden vordrangen. In mehreren Etappen nahmen sie immer mehr Gebiete für sich ein. Ab 1930 erfolgte die Eroberung von Ecuador aus in Richtung Peru. 1532 gelang es den Konquistadoren, den Inka- Fürsten Atahualpa festzunehmen. Trotz der Versprechungen seitens der Spanier, Atahualpa auf freien Fuß zu setzen, sobald genug Lösegeld in Form von Gold, Silber und anderen Edelmetallen bezahlt werde, töten sie diesen im Juli des darauffolgenden Jahres 1533 (Gleich 2004: 105). Das bedeutete den Zusammenbruch des Inka Reiches, denn die hierarchisch organisierte Gesellschaftsordnung basierte auf dem Oberhaupt. Ab diesem Zeitpunkt folgten die schonungslose Ausbeutung, Unterjochung und jahrhundertelange Unterdrückung der indigenen Bevölkerung durch die Spanier.
2.2 Kolonialgeschichte
Die spanische Kolonialherrschaft in Lateinamerika, war, wie auch in Zentralamerika, zeichnete sich durch Zwangsmissionierung, Frauenraub, Zwangsarbeit, sowie möglichst komplette Vernichtung der autochtonen Kultur aus (Störl 2002: 23). Ein dieser Art und Weise sehr einträgliches System für die spanischen Konquistadoren war das System der encomiendas. Dabei leisteten die Indios persönliche Dienste für den encomendero, dem spanischen Veteran, der seinem Beitrag zur Eroberung geleistet hatte. Er sollte die ihm unterstellten Indios zum Christentum bekehren und durfte im Gegenzug dafür von den Indios Abgaben verlangen und ihre Arbeitskraft ausbeuten. In den meisten Fällen war es mit der Missionierung nicht weit her, das encomienda System bedeutete die
spanischen Siedlern so verwalteten Gebiete erblich, so dass sich in Perú die wirtschaftliche Macht in der Hand der 500 encomenderos lag. Die encomiendas wurden durch das System der reducciones ergänzt. Diese reducciones orientierten
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sich an in ihrer Organisation an spanischen Dörfern, in die die indigene Bevölkerung umgesiedelt wurde. Dabei verloren die Indios ihren eigenen Boden.s Mehrere dieser reducciones bildete ein correjimiento, das unter der Aufsicht des spanischen corregidors stand. Im 18.Jahrhundert wurde dieses System durch die haciendas, Großgüter abgelöst, die bis heute fortbestehen (Störl 2002: 24). In die Zeit der spanischen Kolonialherrschaft fallen auch die ersten Städte- und
rú ernannt und die erste
Kloster von Santo Domingo. (Gleich 2004: 111). Lima wurde zum wichtigsten
Neben den Stadtgründungen wurde die Ausbeute der reichen Erdschätze voran getrieben. Am bekanntesten ist das unzählige Menschenleben fordernde Silberbergwerk Potosí, auf dem Gebiet des heutigen Bolivien, wohin die Indios zur Zwangsarbeit gebracht wurden und unter unvorstellbaren Bedingungen arbeiten mussten. Über die Jahrhunderte hinweg geht diese Art und Weise der Exploitation weiter. Die indigene Bevölkerung sehen Lösung im bewaffneten Widerstand: der größte Indianeraufstand unter Tupac Amaru II. (mit bürgerlichem Namen José Gabriel Condorcanqui) fand 1780 statt, der in einer Niederlage der Indios und der Tötung ihres Führers Tupac Amaru II endete. Die Kolonialzeit lässt sich mit den Worten Burkhard Gnärigs am treffendsten zusammenfassen:
Dieser Widerspruch zwischen dem Programm, den Besiegten zum Menschen erziehen zu wollen und der Praxis der Zerstörung des tatsächlich vorhandenen Menschen ist wohl der augenfälligste Zug des Kulturenkontaktes zwischen den Spaniern und Indios. (Gnärig 1981: 21)
2.3 Unabhängigkeit
Perú selbst hat sich nie befreit, es wurde vielmehr von zwei Seiten befreit. Zunächst proklamierte 1821 José de San Martín, der zuvor schon Argentinien Unabhängigkeitskampf unterstützt hatte, Peru unabhängig von der spanischen Krone. Aber erst als es den Armeen von Simon Bolívar gelang, 1824 einen entscheidenden Sieg gegen die Spanier bei Ayacucho zu erlangen, wurde Peru endgültig unabhängig (Gnärig 1981: 37). Zu diesem Zeitpunkt war die
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Bevölkerungsstruktur bereits durch rassische Unterschiede stark geprägt. Auf der einen Seite existierte eine zahlenmäßig kleine, privilegierte und weiße Oberschicht (criollos), auf der anderen Seite bestand der größte Bevölkerungsanteil aus Indios und Mestizen, die beide sozial benachteiligt waren (Gnärig 1981: 45). Im Gegensatz der angestrebten Unabhängigkeit durch Tupac Amarú II., die im Geiste der sozial-revolutionären Bewegung handelte, brachte die erreichte Unabhängigkeit Perus kaum Verbesserungen, oder auch nur Veränderungen für den sozial benachteiligten Teil der Bevölkerung. Doch auch mit der nach französischem Vorbild konzipierten Verfassung erfolgten die Änderungen nur auf dem Papier.
Von Beginn an ist er unabhängige Staat Peru das Werk Weniger für Wenige. Die breite Masse der Bevölkerung, Indios und die Mehrzahl der Mestizen, verspürt den Wechsel der Machthaber allenfalls in einem Wechsel von Namen; an ihrer tatsächlichen Lage ändert sich nichts. (Gnärig 1981: 40)
Zwischen 1879 und 1883 kommt es zu einem Grenzkrieg zwischen dem Nachbarstaat Chile und Peru, dessen Auslöser ein Streit um die nitratreichen Gebiete im Norden der Atacama Wüste waren. Am Ende des Krieges besetzt Chile die Südküste Perus.
2.4 20. Jahrhundert bis zur Aktualität
Wie auch in der überwiegenden Mehrheit der lateinamerikanischen Länder ist das 20. Jahrhundert in Peru durch Militärdiktaturen und Staatsstreiche, besonders in den 1960/1970er Jahren, gekennzeichnet. Genannt sei hier nur Militärherrschaft unter General Velasco Alvarado, der vor allem die wirtschaftlichen Strukturen durch sozialistische Landreformen stark verändert. Die erste zivile Regierung unter Fernando Belaúnde Terry, der 1980 sein Amt antrat war gekennzeichnet durch Inflation und Terrorismus im Land. 1985 wird Alan García Präsident, dessen große Beliebtheit bei den Peruanern ihn in sein Amt verhilft. Seine Regierungszeit hat wirtschaftlich fatale Konsequenzen: die Inflation steigerte sich um ein Vielfaches, was mit einer extremen Abwertung des Soles, der peruanischen Währung einherging. Wegen der Veruntreuung von Millionen Dollar endete seine Amtszeit wenig glorreich und er musste ins Exil gehen. Eine weitere Belastung und Herausforderung für jedes Staatsoberhaupt und
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Arbeit zitieren:
M.A. Cornelia Trefflich, 2008, Die Bedeutung und Entwicklung der indigenen Sprachen in Peru am Beispiel des Quechua, München, GRIN Verlag GmbH
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