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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Der ökonomische Modellmensch und seine Präferenzen
2.1 Darstellung des ökonomischen Modellmenschen 3
2.2 Die Rolle der Präferenzen im Rational Choice Ansatz 5
3. Die Einführung weicher Spezifikationen in den Rational Choice Ansatz
3.1 Hirschmans Theorie von Engagement und Enttäuschung 7
3.2 Die Rolle der Enttäuschung beim Präferenzwandel 9
4. Vergleich der Stellung der Präferenzen in den beiden Modellen 11
5. Schlussbemerkung 12
Literaturverzeichnis S 13
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1. Einleitung
Albert O. Hirschman, 1915 in Berlin geboren, veröffentlichte zahlreiche Werke, in welche er seine Bedenken an den herkömmlichen Denkmodellen der Ökonomie äußerte. Erstaunlich ist dies vor allem, da Hirschman bis 1975 selbst Professor für Politische Ökonomie an der Harvard University war. Seine Kritik an den Denkmodellen der Ökonomie leitete er aus der Verknüpfung von individueller Erfahrung und allgemeinen politischen Fragestellungen ab. Trotz all seiner Bedenken hält Hirschman den Ökonomischen Ansatz für fruchtbar. In seinem Buch von 1984: `Engagement und Enttäuschung` 1 untersucht Hirschman über die Fachgrenzen ökonomischer Modelle und Theorien hinaus die Motive individuellen und kollektiven Handelns und deren Veränderung. Indem er die Rolle der Enttäuschung beim Präferenzwandel untersucht, unternimmt Hirschman eine Reise in das bis dahin kaum bearbeitete Feld der sozioökonomischen Psychologie. Er zeigt auf, dass die Enttäuschung eine zentrale Rolle im Prozess des Präferenzwandels einnimmt. In der vorliegenden Hausarbeit soll untersucht werden, wie sich Hirschmans Modell des Präferenzwandels und das herkömmliche ökonomische Denkmodell zueinander verhalten. Dazu wird als Basis der Rational Choice Ansatz, unter der besonderen Berücksichtigung der Stellung der Präferenzen, dargestellt. Im Anschluss daran wird Hirschmans Modell des Präferenzwandels durch Enttäuschung rekonstruiert. Beide Modelle von Präferenzen werden nun miteinander verglichen, um vorhandene Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, beziehungsweise um aufzuzeigen an welchen Punkten Hirschmans Theorien weitreichender sind als die herkömmlichen ökonomischen Theorien. Zwar untersucht Hirschman in seinem Buch ebenfalls ausführlich den Wechsel zwischen privater und öffentlicher Handlungsebene des Engagements und dessen Motivationen, aber diese Thematik soll so weit wie möglich aus der Hausarbeit ausgeklammert werden, sodass der Schwerpunkt der Hausarbeit auf den Präferenzen liegen kann.
1 Hirschman, Albert O. 1984: Engagement und Enttäuschung. Über das Schwanken der Bürger zwischen Privatwohl und Gemeinwohl. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.
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2. Der ökonomische Modellmensch und seine Präferenzen
2.1 Darstellung des ökonomischen Modellmenschen
In der klassischen Ökonomie wird ein Individuum als Explanans modelliert, um dann mit der Hilfe der Modellierung des Individuums auf kollektive Phänomene zu schließen. Die angewandte Vorgehensweise ist also der Methodologische Individualismus und als Ergebnis führt diese Art des Vorgehens zu einem deduktivnomologischen Erklärungsmodell. Mit dem Modellindividuum des Homo Oeconomicus soll eine Übertragung der individuellen Entscheidungen eines Akteurs auf kollektive Handlungen möglich werden. Kollektives Handeln ergibt sich nach den Prämissen des methodologischen Individualismus aus der Summierung sämtlicher individueller Handlungen, auch Logik der Aggregation genannt. Der Neuen Politischen Ökonomie 2 geht es um die Erklärung der Handlungenweisen von Kollektiven. Teil der Neuen Politischen Ökonomie ist der Rational Choice Ansatz als Entscheidungstheorie. Die Rational Choice Theorie dominiert zurzeit die moderne Politikwissenschaft und mit ihrer Hilfe wird das menschliche Verhalten im Sinne rationaler Entscheidungen analysiert. Durch die Logik der Selektion zwischen möglichen Entscheidungen ergibt sich die letztendliche Entscheidung des Individuums. Rational Choice nimmt die Rolle einer Logik der Situation ein. Rational Choice meint allerdings nicht Modellierung rationaler Entscheidungen, sondern rationale, von Dritten nachvollziehbare, Rekonstruktion empirisch verbreiteter Verhaltensmuster oder Konstruktionen zum Zwecke des Modellbaus. In der Logik der Situation ist etwa zu modellieren, wie das Individuum in der jeweiligen Situation die ihm offenstehenden Handlungsalternativen wahrnimmt und von welcher Handlungsalternative es glaubt, dass ihre Durchführung mit hinreichender Erfolgswahrscheinlichkeit den erhofften Nutzen einbringen. 3 Zu Grunde liegt dem Rational Choice Ansatz das Prinzip der Nutzenmaximierung unter der Restriktion von Ressourcenknappheit. Dazu hat jedes Modellindividuum bestimmte Präferenzen und Handlungsoptionen. In Hinsicht der Inhalte ihrer Präferenzen sind die Modellindividuen unterschiedlich, das heißt jedes Individuum verfügt über subjektive
2 Vgl. Druwe, Ulrich 1995: Politische Theorie. 2. überarbeitete und erweiterte Aufl., Neuried: Ars Una, S. 305.
3 Vgl. Esser, Hartmut 1991: Rational Choice. In: Berliner Journal für Soziologie. Hefte 2 (1991), S. 234.
Arbeit zitieren:
Florian Reuther, 2003, Albert O. Hirschman und die Präferenzen im Rational Choice Modell, München, GRIN Verlag GmbH
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