Inhalt
1 Einleitung 3
2 Sektoraler Wandel
2.1 Drei-Sektoren-Theorie nach Jean Fourastié 3
2.2 Strukturwandel in Deutschland 5
3 Wirtschaftsstruktur von Deutschland
3.1 Aktuelle Verteilung der Sektoren 6
3.2 Primärer Sektor 7
3.3 Sekundärer Sektor
9
3.4 Tertiärer Sektor
11
4 Regionale Disparitäten
4.1 Grundmuster in Deutschland
12
4.2 Ursachen des Süd-Nord-Gefälles
13
4.3 Ursachen des West-Ost-Gefälles
14
4.4 Ursachen des Stadt-Umland-Gefälles
15
5 Zusammenfassung und Auswertung 16
Literatur 18
1
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Modell der drei Wirtschaftssektoren in Deutschland S.5
Abb. 2 Struktur der deutschen Wirtschaft S.6
Abb. 3 Exporte ausgewählter Produktionsbereiche S.9
Anteile der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz in %
Abb. 4 BIP pro Kopf in den sechs deutschen Großregionen zur S.12
Verdeutlichtung der Disparitäten in der Wirtschaftsleistung
Tabellenverzeichnis
Tab. 1 Erwerbstätige in Deutschland nach Bundesländern und S.7
Wirtschaftsbereichen im Jahr 2008
2
1 Einleitung
Aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise rückten wirtschaftspolitische als auch wirtschaftsgeographische Themen wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Traditionsreiche Unternehmen wie Quelle oder Karstadt konnten der Krise nicht standhalten oder sind nur knapp einer Insolvenz entkommen. Auch bei anderen Unternehmen und Betrieben gab es zahlreiche Diskussionen. Als Beispiel sind hierbei die Standortdebatten um die Opelwerke zu nennen, welche für Deutschlands Wirtschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Eine Schließung konnte in letzter Sekunde nun doch noch verhindert werden. Doch warum sind vor allem die Opelwerke in Deutschland von so großer Bedeutung? Gibt es auch andere Betriebe und Wirtschaftsbranchen, die eine ähnlich wichtige Rolle für Deutschlands Wirtschaft spielen? Diese aktuellen Fragen können nur beantwortet werden, wenn man sich die Struktur der Wirtschaft genauer anschaut, also die Verteilung der einzelnen Sektoren am Bruttoinlandsprodukt und im Beschäftigungsgrad. Zudem sind Betrachtungen im Exporthandel von Deutschland nötig. Man wird außerdem feststellen, dass sich Deutschland aktuell zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat. Diese Tatsache hatte bereits Jean Fourastié vor 50 Jahren in seiner Drei-Sektoren-Hypothese dargestellt. Welche Faktoren und Ursachen waren dafür verantwortlich, dass der Großteil der Erwerbstätigen heute im Dienstleistungssektor arbeitet? Wie kam es zu einem solch genannten Strukturwandel? Neben dieser Fragestellung soll die Hausarbeit aber auch noch andere Schwerpunkte zur Wirtschaftsstruktur von Deutschland untersuchen. So ist es nicht nur wichtig die Wirtschaftsstruktur von Deutschland allgemein zu analysieren, sondern dabei auch regionale Unterschiede und Disparitäten zu berücksichtigen. Es stellt sich daher die Frage, wie und wo es zu solchen Disparitäten kommen konnte und vor allem wie diese in Zukunft bekämpft werden können.
2 Sektoraler Wandel
2.1 Drei-Sektoren-Theorie nach Jean Fourastié
In der Wirtschaft unterscheidet man heute zwischen drei Wirtschaftssektoren: den primären Sektor zu dem die Land- & Forstwirtschaft zählt, den sekundären Sektor mit dem produzierenden Gewerbe und der Industrie, sowie den tertiären Sektor mit den Dienstleistungen (u.a. Verkehr und Einzelhandel) (KULKE 2010:6). Um die aktuelle Verteilung der Wirtschaftssektoren in Deutschland nachvollziehen zu können, sollte man zunächst den Blickwinkel auf den sektoralen Wandel bzw. Strukturwandel richten. Dieser
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Prozess ist in Deutschland bereits seit Jahrzehnten im Gange und hält aktuell auch noch an. Unter dem Strukturwandel versteht man „Veränderungen in der technologischen und ökonomischen Entwicklung einzelner Branchen und ihrer Stellung in der Welt- & Volkswirtschaft“ (ECKART 2001:107). Bereits im Jahre 1954 hat Jean Fourastié den Verlauf des Strukturwandels in seiner Drei-Sektoren-Theorie dargestellt. Fourastié postuliert einen direkten Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft und der Verlagerung der Tätigkeiten in den nächsthöheren Sektor (SCHÄTZL 1978:174). Dabei beginnt er seine Betrachtung in einer klassischen Agrargesellschaft, in der zum größten Teil die Erwerbstätigkeit im primären Sektor überwiegt und es nur vereinzelt Industrie und Dienstleistungen gibt. Im Laufe der wirtschaftlichen Entwicklung gewinnt dann der sekundäre Sektor stark an Bedeutung und es entsteht eine Industriegesellschaft, in der ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in diesem Sektor arbeiten. Mit weiterer fortschreitender Entwicklung kommt es dann zur Expansion des tertiären Sektors, welcher zunehmend stark mit rund zwei Drittel aller Erwerbstätigen dominiert. (KULKE 2010:6)
Jean Fourastié erklärte auch die Ursachen, die zu einem derartigen Strukturwandel führen. Dabei unterscheidet er zwischen der Angebotsseite und der Nachfrageseite. Auf der Angebotsseite werden mit Hilfe von neuen technischen Innovationen und Automatisierungen, welche durch eine fortschreitende Wirtschaftsentwicklung zum Einsatz kommen, weniger Arbeitskräfte benötigt. Trotzdem können aufgrund der effizienten Maschinen die gleichen Produktionsmengen hergestellt werden. Im primären Sektor gehören dazu u.a. neue Pflug- & Erntemaschinen die nur noch jeweils von einer Arbeitskraft bedient werden müssen. Im sekundären Sektor sind hierbei vor allem Fließbänder und Robotereinsätze zu nennen, die dort den Arbeitsplatzbedarf herabgesenkt haben. Auf der Nachfrageseite sieht Fourastié eine höhere Kaufkraft der Menschen mit der steigenden Wirtschaftsentwicklung und dem daraus verbundenen Wohlstand. Der Bedarf an Luxusartikeln wie z.B. Fernseher oder Autos steigt, was die Produktion und Nachfrage im sekundären Sektor begünstigt. Auch steigt die Nachfrage an Dienstleistungen im Form von Service- & Beratungsangeboten an. Dabei hat der primäre Sektor allerdings einen geringeren Produktivitätszuwachs, da er einkommensunelastisch ist. (KULKE 2010:6, KULKE 1998:199, SCHÄTZL 1978:174) Neben dieser angesprochenen Theorie gibt es noch andere Ergänzungen, die vor allem den Bedeutungsgewinn der Dienstleistungen in den letzten 20 Jahren erklären. Die Externalisierungsthese geht davon aus, dass Dienstleistungen, welche vorher von den Produktionsbetrieben selber erbracht wurden, an spezialisierte Anbieter ausgelagert werden. Als Beispiel wäre hier u.a. der Reparaturservice zu nennen, der früher noch direkt von den
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Automobilwerken angeboten wurde. Eine zweite Ergänzung ist die Interaktionsthese. Diese erklärt vor allem den Zuwachs an Service- & Beratungsangeboten im Dienstleistungsbereich, weil die Konkurrenz aufgrund der Globalisierung für viele Betriebe stärker geworden ist. Deshalb greifen mehr Unternehmen auf ein solches Dienstleistungsangebot zurück. Die letzte These ist die Parallelitätsthese, die besagt, dass es in hoch entwickelten Ländern sogar zur Entstehung gänzlich neuer Dienstleistungen gekommen ist, wie zum Beispiel das Angebot von Sonnenstudios. (KULKE 2010:6)
2.2 Strukturwandel in Deutschland
Abb. 1: Modell der drei Wirtschaftssektoren in Deutschland (aus KULKE 2010:7)
Nachdem nun der idealtypische Ablauf des sektoralen Wandels erklärt wurde, soll nun der historische Verlauf in Deutschland näher betrachtet werden. Die Abbildung 1 verdeutlicht den Strukturwandel in Deutschland, welcher zum größten Teil auch dem Ablauf nach der Drei-Sektoren-Theorie entspricht. Die Abbildung beginnt im Jahr 1880, in dem in Deutschland der Industrialisierungsprozess bereits eingesetzt hatte. Bis ungefähr zum Jahr 1890 dominierte dennoch der Beschäftigtenanteil in der Landwirtschaft, wie es bereits vor der Industrialisierung auch schon der Fall war. Ab dem Jahr 1890 arbeiteten dann erstmals mehr Menschen im sekundären Sektor als im primären Sektor (KULKE 2010:7). Deutschland entwickelte sich zu einer klassischen Industriegesellschaft. Der sekundäre Sektor expandierte dann noch bis zum Jahr 1970, wo ein Höchststand von ca. 50% Beschäftigtenanteil zu
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Arbeit zitieren:
Tom Witt, 2010, Die Wirtschaftsstruktur der Bundesrepublik Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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