Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungssverzeichnis. V
I Notation. IX
II Einleitung. 1
0 Grundlegende Begriffe 2
0.1 Dreieck 2
0.1.1 Begrifflichkeiten am Dreieck. 3
0.2 Kreis 4
0.2.1 Begrifflichkeiten am Kreis. 4
0.2.2 Winkel im Kreis 5
0.2.3 Ähnlichkeitskreis. 6
0.3 Winkelfunktionen 7
0.4 Kongruenz und Ähnlichkeit 7
0.5 Winkelpaare 8
0.6 Zentrische Streckung 9
1 Vorbereitende Sätze. 10
1.1 Satz des Pythagoras. 10
1.2 Sinus- und Kosinussatz 10
1.3 Winkelsätze. 11
1.4 Binomische Formeln 13
1.5 Die vier Ähnlichkeitssätze am Dreieck. 13
1.6 Strahlensätze 13
1.7 Sekantensatz. 15
II
2 Kreise am Dreieck 16
2.1 Umkreis. 16
2.1.1 Satz über den Umkreisradius 16
2.2 Berührkreise. 17
2.3 Südpolsatz 20
2.3.1 Satz über Südpole. 21
2.4 Satz von Carnot. 22
2.4.1 Sonderfälle des Satzes von Carnot. 23
2.5 Johnson-Kreise. 24
2.5.1 Umkreisradius des Johnson-Dreiecks 24
2.5.2 Das Johnson-Theorem. 25
2.5.3 Der antikomplementäre Kreis 26
2.5.4 Das antikomplementäre Dreieck 27
2.6 Schmetterlingssatz 28
2.7 Taylor-Kreis 30
2.8 Malfatti-Kreise 33
2.9 Lamoen-Kreis 37
2.10 Feuerbachkreis 40
2.10.1 Der Satz über den Feuerbachkreis. 40
2.10.2 Der Radius des Feuerbachkreises. 42
2.10.3 Zusammenhang Umkreismittelpunkt, Schwerpunkt und Höhenschnittpunkt 43
2.10.4 Der Mittelpunkt des Feuerbachkreises. 44
2.10.5 Der große Satz von Feuerbach 45
2.10.6 Hilfssatz 45
3 Weitere geometrische Problemaufgaben 50
3.1 Sehnenviereck 50
III
3.1.1 Sehnensatz. 51
3.1.2 Satz über ähnliche Dreiecke im Sehnenviereck 52
3.1.3 Satz über Innenwinkel im Sehnenviereck 53
3.1.4 Satz über Mittelsenkrechten im Sehnenviereck 54
3.1.5 Satz des Ptolemäus. 55
3.2 Japanischer Satz für Sehnenvierecke 57
3.3 Höhenfußpunktdreieck. 59
3.3.1 Zusammenhang Höhenfußpunktdreieck, Inkreis und Ankreise. 59
3.3.2 Zusammenhang Umkreismittelpunkt mit Verbindungen der Lotfußpunkte. 60
3.3.3 Hilfssatz für 3.3.2 60
3.4 Satz vom asymmetrischen Propeller 62
3.4.1 Verallgemeinerung des Satzes vom asymmetrischen Propeller. 65
3.5 Das Napoleondreieck 68
3.6 Satz von Morley/Das Morleydreieck 71
3.6.1 Satz von Morley 71
3.7 Neuberg-Mineurkreis 74
3.7.1 Der Satz von Neuberg-Mineur 74
3.7.2 Hilfssatz 1 75
3.7.3 Hilfssatz 2: Satz von Steiner-Miquel 76
3.7.4 Hilfssatz 3 77
3.7.5 Hilfssatz 4 80
3.7.6 Satz über den Spezialfall des Satzes von Neuberg-Mineur 83
3.8 Sangaku - Japanische Tempelgeometrie 86
3.8.1 Zweites Problem aus dem Katayamahiko-Schrein 86
3.8.2 16. Problem aus dem Katayamahiko-Schrein 90
4 Didaktische Überlegungen 93
4.1 Bedeutung des Geometrieunterrichts in Thüringen 93
IIII
4.2 Didaktische Überlegungen zu einigen Problemen aus Kapitel 2 und 3. 96
4.2.1 Umkreis, Inkreis und Satz von Carnot 96
4.2.2 Johnson-Kreise. 98
4.2.3 Feuerbachkreis 99
4.2.4 Sätze über das Sehnenviereck 100
4.2.5 Sangaku-Aufgaben. 101
III Schlusswort. 104
Literaturverzeichnis 105
IVI
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Allgemeines Dreieck ABC mit den Seiten a, b, c
Abbildung 2: Rechtwinkliges und gleichschenkliges Dreieck
Abbildung 3: Gleichseitiges Dreieck
Abbildung 4: Begrifflichkeiten am Dreieck
Abbildung 5: Begrifflichkeiten am Kreis
Abbildung 6: Kreiswinkel
Abbildung 7: Ähnlichkeitskreis
Abbildung 8: Rechtwinkliges Dreieck
Abbildung 9: Winkelpaare.
Abbildung 10: Zentrische Streckung des Dreiecks ABC um den Faktor 3 und
Abbildung 11: Kreiswinkel
Abbildung 12: Satz des Thales
Abbildung 13: Hilfszeichnung zum Beweis des Satz des Thales
Abbildung 14: 1. und 2. Strahlensatz
Abbildung 15: 3.Strahlensatz
Abbildung 16: Sekantensatz
Abbildung 17: Umkreis des Dreiecks ABC
Abbildung 18: Inkreis K i und Ankreise K 1 , K 2 , K 3
Abbildung 19: Hilfszeichnung für den Zusammenhang der Radien
Abbildung 20: Südpolsatz
Abbildung 21: Satz über Südpole
Abbildung 22: Satz von Carnot
Abbildung 23: Satz von Carnot im rechtwinkligen Dreieck
Abbildung 24: Satz von Carnot im stumpfwinkligen Dreieck
V
Abbildung 25: Johnson-Kreise und Johnson-Dreieck
Abbildung 26: Durch den Radius r gebildete Rhomben
Abbildung 27: Antikomplementärer Kreis, antikomplementäres Dreieck
Abbildung 28: Schmetterlingssatz
Abbildung 29: Beweis Schmetterlingssatz
Abbildung 30: Taylor-Kreis
Abbildung 31: Hilfszeichnung zum Taylor-Kreis
Abbildung 32: Malfatti-Kreise
Abbildung 33: Hilfskonstruktion zu den Malfatti-Kreisen.
Abbildung 34: Lamoen-Kreis
Abbildung 35: Hilfspunkte zum Beweis des Lamoen-Kreis
Abbildung 36: Hilfskonstruktion zum Beweis des Lamoen-Kreis.
Abbildung 37: Feuerbachkreis
Abbildung 38: Feuerbachkreis und Eulergerade
Abbildung 39: Großer Satz von Feuerbach
Abbildung 40: Hilfssatz 2.10.6.
Abbildung 41: Hilfskonstruktion zum Beweis des großen Satz von Feuerbach
Abbildung 42: Konvexes Sehnenviereck
Abbildung 43: Sehnenviereck mit überschlagenem Viereck
Abbildung 44: Sehnensatz
Abbildung 45: Diagonalendreiecke im Sehnenviereck
Abbildung 46: Hilfszeichnung zum Beweis des Satzes über Innenwinkel
Abbildung 47: Schnittpunkt der Mittelsenkrechten ist M
Abbildung 48: Diagonalen im Sehnenviereck
Abbildung 49: Hilfskonstruktion zum Beweis des Satzes des Ptolemäus
Abbildung 50: Japanischer Satz für Sehnenvierecke
Abbildung 51: Höhenfußpunktdreieck
VII
Abbildung 52: Senkrechte Geraden im Höhenfußpunktdreieck.
Abbildung 53: Asymmetrischer Propeller (blau) und gleichseitiges Dreieck (rot)
Abbildung 54: Hilfszeichnung 1 zum Beweis des Satzes vom asymmetrischen Propeller
Abbildung 55: Hilfszeichnung 2 zum Beweis des Satzes vom asymmetrischen Propeller
Abbildung 56: 1. Verallgemeinerung
Abbildung 57: 2. Verallgemeinerung
Abbildung 58: 3. Verallgemeinerung
Abbildung 59: 4. Verallgemeinerung
Abbildung 60: Hilfszeichnung zum Beweis der 4. Verallgemeinerung
Abbildung 61: Inneres und äußeres Napoleondreieck
Abbildung 62: Hilfszeichnung zum Beweis des äußeren Napoleondreiecks
Abbildung 63: Morley-Dreieck
Abbildung 64: Hilfszeichnung zum Beweis des Satzes von Morley
Abbildung 65: Neuberg-Mineurkreis
Abbildung 66: Darstellung zu Hilfssatz 1
Abbildung 67: Skizze zum Beweis des Hilfssatz 1
Abbildung 68: Miquelpunkt
Abbildung 69: Tangenten an Hilfskreisen
Abbildung 70: Hilfskonstruktion zum Mineurkreis
Abbildung 71: Hilfskonstruktion 2 zum Mineurkreis
Abbildung 72: Spezialfall des Satzes von Neuberg-Mineur
Abbildung 73: Hilfskonstruktion zum Beweis des Spezialfalles
Abbildung 74: Dewasanzan-Schrein
Abbildung 75: Zweites Problem aus dem Katayamahiko-Schrein.
Abbildung 76: Hilfskonstruktion zum Beweis des Sanganku 3.8.1
Abbildung 77: Sangaku des Katayamahiko-Schreins
Abbildung 78: Erweitertes Sangaku
VIII
Abbildung 79: Hilfskonstruktion zum Beweis des erweiterten Sangaku
Abbildung 80: 16. Sangaku im Katayamahiko-Schrein
Abbildung 81: Hilfszeichnung zur Lösung des 16. Sangaku im Katayamahiko-Schrein
Abbildung 82: Ergänzungsbeweis
VIIII
Für Punkte werden lateinische Großbuchstaben A, B, C, …. verwendet. Für Seitenlängen, Strecken und Geraden werden lateinische Kleinbuchstaben a, b, c, … verwendet.
Für Winkel werden Kleinbuchstaben des griechischen Alphabets verwendet. Dreieck ABC bedeutet, dass es sich um ein Dreieck mit den Eckpunkten A, B und C handelt. Viereck ABCD bedeutet, dass es sich um ein Viereck mit den Eckpunkten A, B, C und D handelt.
Kreis ABC bedeutet, dass es sich um den eindeutig durch die Punkte A, B und C gegebenen Kreis handelt.
Geraden durch Punkte A und B werden AB genannt. Strecken zwischen den Punkten A und B werden ABgenannt. Die gerichtete Strecke vom Punkt A zu Punkt B wird AB
Einen Kreisbogen der durch die Punkte A und B gebildet wird, wird AB genannt. Mit ABC wird der Winkel im Punkt B bezeichnet, der durch den Schnittpunkt der Strecken von AB und BC gebildet wird und ist gleichbedeutend mit der Bezeichnung (BA; BC).
II Einleitung
In dieser Staatsexamensarbeit für das erste Staatsexamen für Lehramt Gymnasium Mathematik und Wirtschaftslehre/Recht mit dem Titel „Untersuchungen zu Dreieck, Viereck und Kreis in ihrer gegenseitigen Lage“ werden verschiedene, mitunter überraschende, Zusammenhänge zwischen Dreieck, Viereck und Kreis beleuchtet. Hierbei wird nach zwei Vorkapiteln, die sich mit den nötigen mathematischen Grundlagen zum Verständnis der Arbeit beschäftigen, mit dem Thema „Kreise am Dreieck“ beschäftigt. Hierzu gibt es vielfältige Problemvarianten, so dass ein eigenes Kapitel gerechtfertigt ist. In Kapitel 3 wird sich nachfolgend mit weiteren interessanten Zusammenhängen beschäftigt, die das Viereck mit einbeziehen.
Nach diesem wissenschaftlichen Teil folgt ein didaktisches Kapitel, in dem die Geometrie im Schulunterricht näher betrachtet wird und für einige der behandelten Themen aus Kapitel 2 und 3 eine Möglichkeit aufgezeigt wird, diese in den Unterricht einzugliedern. Diese sind nur als Anregungen zu verstehen, um eine Vorstellung zu entwickeln, wie auch historische oder scheinbar komplexe Aufgaben für die Schüler motiviert werden können und ihre Kreativität herausgefordert wird.
1
0 Grundlegende Begriffe
In dieser Arbeit werden viele aus der Geometrie bekannte Begrifflichkeiten verwendet. Dieses Vorkapitel dient dazu die Leser auf einen Wissensstand zu bringen und den späteren Umgang mit den Definitionen zu erleichtern.
0.1 Dreieck
Ein Dreieck ist eine geometrische Figur, die aus drei Punkten und drei Seiten (die Verbindungslinien der Punkte) besteht. Die Innenwinkelsumme eines Dreiecks beträgt 180°. Die gebräuchliche Notation ist in Abbildung 1 dargestellt.
Ein rechtwinkliges Dreieck ist ein Dreieck mit einem Innenwinkel von 90°. Die Seite gegenüber dem rechten Winkel wird Hypotenuse, die beiden anderen Seiten werden Katheten genannt.
Ein gleichschenkliges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem zwei der drei Seiten gleich lang sind. Die Winkel die den zwei gleichlangen Seiten gegenüber liegen, heißen Basiswinkel und sind gleich groß.
Ein gleichseitiges Dreieck ist ein Dreieck bei dem alle Seiten gleich lang sind. Alle Innenwinkel betragen 60°.
0.1.1 Begrifflichkeiten am Dreieck
Seitenhalbierende: Ist die Verbindungsstrecke eines Dreieckseckpunktes zu dem Mittelpunkt der gegenüberliegenden Seite. Der Schnittpunkt aller Seitenhalbierenden ist der Dreiecksschwerpunkt S.
3
Mittelsenkrechte: Ist die Menge aller Punkte, die von zwei gegebenen Punkten den gleichen Abstand haben. In dem Dreieck ist sie umgangssprachlich gesagt die Gerade, die durch den Mittelpunkt einer Seite geht und senkrecht auf ihr steht. Winkelhalbierende: Ist die Gerade, die einen Winkel halbiert.
Mittelparallele: Ist (in einem Dreieck) die Verbindungsstrecke der Seitenmittelpunkte. Die Mittelparallele ist zu je einer Seite des Dreiecks parallel und halb so lang wie die entsprechende Seite. Die drei Mittelparallelen eines Dreiecks bilden das sogenannte Mittendreieck.
Höhe: Ist die Strecke die von einem Punkt senkrecht auf eine Gerade gefällt wird (umgangssprachlich: das Lot wird gefällt). Der Wert dieser Strecke wird ebenfalls als die Höhe bezeichnet. Der Schnittpunkt mit der Geraden wird Lotfußpunkt (hier H b , da das Lot auf b gefällt wird) genannt. Der Schnittpunkt aller Dreieckshöhen wird Höhenschnittpunkt genannt und kann sowohl innerhalb als auch außerhalb des Dreiecks liegen.
0.2 Kreis
Ein Kreis ist die Menge aller Punkte die den gleichen Abstand zu einem Mittelpunkt haben. Ein Kreis K ist durch drei Punkte eindeutig bestimmt. 0.2.1 Begrifflichkeiten am Kreis
Radius r: Ist der Abstand zwischen dem Kreismittelpunkt M und der Kreislinie. Durchmesser d: Es gilt d=2r.
Tangente t: Ist eine Gerade, die eine gegebene Kurve in einem bestimmten Punkt (hier B) berührt. In einem Kreis steht die Tangente senkrecht auf dem zu dem Berührungspunkt gehörigen Kreisradius r.
Sehne s: Ist eine Verbindungsstrecke zwischen zwei auf der Kreislinie liegenden Punkten (hier A und B). Durch eine Sehne wird der Kreis in zwei Kreisbögen b 1 und b 2 geteilt. Sekante sk: Ist eine Gerade durch zwei auf der Kreislinie liegenden Punkten (hier C und D).
0.2.2 Winkel im Kreis
Mittelpunktswinkel : Ist der Winkel BMA an dem Mittelpunkt M eines Kreisbogens AB . Umfangswinkel (auch Peripheriewinkel): Ist der Winkel BPA an einem Punkt P, der auf dem Kreisbogen liegt der den gegebenen Kreisbogen AB zu einem Kreis komplettiert.
Sehnentangentenwinkel : Er wird zu einem gegebenen Kreisbogen von der Sehne AB und der Kreistangente im Punkte A oder B begrenzt.
5
0.2.3 Ähnlichkeitskreis
Gegeben sind zwei Kreise K 1 und K 2 mit unterschiedlichen Radien, die außerhalb von einander liegen und sich nicht berühren. Die Kreise besitzen die Kreismittelpunkte M 1 beziehungsweise M 2 und die Radien r 1 beziehungsweise r 2 . Zu den beiden Kreisen existieren zwei Streckungszentren A und B, welche auf dem Schnittpunkt der äußeren beziehungsweise inneren Tangenten liegen.
Der Ähnlichkeitskreis ist der Kreis, der über den Punkten A und B mit dem Durchmesser AB gebildet wird.
0.3 Winkelfunktionen
Winkelfunktionen (auch trigonometrische Funktionen genannt) bezeichnen den Zusammenhang zwischen Winkeln und Seitenverhältnissen. Dies galt ehemals nur für rechtwinklige Dreiecke, für die die Winkelfunktionen hier aufgezeigt werdeb.
Es gilt:
sinn =
Weiterhin ist tann =
0.4 Kongruenz und Ähnlichkeit Kongruenz
Zwei geometrische Figuren sind kongruent (deckungsgleich), wenn sie durch Parallelverschiebung, Drehung und Spiegelung (oder durch die Hintereinanderausführung derselben) ineinander überführt werden können. Die Seitenlängen und Größe der Winkel stimmen bei kongruenten Figuren überein. Ähnlichkeit
Zwei geometrische Figuren sind ähnlich, wenn eine Figur eine Verkleinerung, Vergrößerung oder eine Kopie der Anderen ist, so dass beide Figuren die gleiche Gestalt haben und das Verhältnis der entsprechenden Seitenlängen zueinander gleich ist. Der Ähnlichkeit der Ursprungsfigur und das Ergebnis nach einer Spiegelung wird als ungleichsinnig ähnlich bezeichnet, während es nach einer Drehung oder Verschiebung mit gleichsinnig ähnlich benannt wird.
7
0.5 Winkelpaare
In der Geometrie gibt es besondere Winkelpaare, die vor allem bei der Untersuchung der nachfolgenden Probleme hilfreich sind.
Nebenwinkel: Wenn sich zwei Geraden schneiden, so heißen die benachbarten Winkel Nebenwinkel. Sie ergänzen sich zu 180° (hier: + = 180°). Der Nebenwinkel eines Innenwinkels ist der Außenwinkel. Der Außenwinkel eines Dreiecksinnenwinkels ist genauso groß wie die Summe der beiden anderen Innenwinkel. Scheitelwinkel: Wenn sich zwei Geraden schneiden, so heißen die gegenüberliegenden Winkel Scheitelwinkel. Die Scheitelwinkel sind immer gleich groß (hier: = ). Wechselwinkel: Schneidet eine Gerade g zwei weitere Graden l und k, so heißen die Winkel, die auf den unterschiedlichen Seiten von g und auf den unterschiedlichen Seiten von k und l liegen, Wechselwinkel. Sind k und l parallel zueinander so sind die Wechselwinkel gleich groß (hier: und , wobei aufgrund der Parallelität von k und l gilt: = ).
Stufenwinkel: Schneidet eine Gerade g zwei weitere Graden l und k, so heißen die Winkel, die auf der gleichen Seite von g und auf den gleichen Seiten von k und l liegen, Stufenwinkel. Sind k und l parallel zueinander, so sind die Stufenwinkel gleich groß (hier: und , wobei aufgrund der Parallelität von k und l gilt: = ). Nachbarwinkel: Schneidet eine Gerade g zwei parallele Graden l und k, so heißen die Winkel, die auf der gleichen Seite von g und auf den unterschiedlichen Seiten von k und l liegen Nachbarwinkel. Sie ergänzen sich zu 180° (hier: + = 180°).
8
0.6 Zentrische Streckung
Eine zentrische Streckung ist eine Abbildung, die alle Strecken in einem gegebenen Verhältnis (dem Streckungsfaktor) aus einem Streckungszentrum in ihrer Größe verändert. Die abgebildeten Strecken bleiben jedoch zu den Ursprungsstrecken parallel und die Winkel und Streckenverhältnisse bleiben ebenfalls gleich.
In der Abbildung 10 werden zwei zentrische Streckungen um das Streckungszentrum S
was das Dreieck A’B’C‘ ergibt und dann ein zweites Mal um den Faktor 3 gestreckt, was das Dreieck A‘‘B‘‘C‘‘ ergibt.
9
1 Vorbereitende Sätze
In diesem Kapitel werden ein paar häufig in den späteren Beweisen genutzte Sätze präsentiert. Zu einigen wird kein Beweis gegeben, da diese bereits aus der Schulzeit bekannt sein sollten.
1.1 Satz des Pythagoras
Der Satz des Pythagoras ist einer der fundamentalsten Sätze der euklidischen Geometrie (die Geometrie der Ebene und des Raumes wie sie in dieser Arbeit behandelt wird) und ist nach dem griechischen Philosoph Pythagoras von Samos (etwa 570 v. Chr. - 510 v. Chr.) benannt. Er besagt, dass das Hypotenusenquadrat gleich der Summe der Kathetenquadrate ist. Sei c die Hypotenuse und a und b die Katheten so gilt: a 2 + b 2 = c 2 . Eine Verallgemeinerung des Satzes des Pythagoras ist der Kosinussatz.
1.2 Sinus- und Kosinussatz
Sinussatz
Es seien a, b und c die Seiten eines Dreiecks ABC, r der Umkreisradius des Dreiecks und ,
und die jeweils den Seiten gegenüberliegenden Winkel. Dann gilt:
Kosinussatz
Es seien a, b und c die Seiten eines Dreiecks ABC und , und die jeweils den Seiten
gegenüberliegenden Winkel. Dann gilt
10
1.3 Winkelsätze
Kreiswinkelsatz
Der Mittelpunktswinkel eines Kreisbogens ist doppelt so groß wie der dazugehörige Umfangswinkel . 2 Umfangswinkelsatz
Alle Umfangswinkel über einem Kreisbogen sind gleich groß. Spezialfall: Satz des Thales
Konstruiert man ein Dreieck aus den beiden Endpunkten des Durchmessers eines Halbkreises (Thaleskreis) und einem weiteren Punkt auf diesem Halbkreis, so erhält man ein rechtwinkliges Dreieck (Alle Winkel im Halbkreisbogen sind rechte Winkel.).
11
Beweis:
Der Durchmesser (hier AB) kann halbiert werden, so dass man von dem Mittelpunkt M aus zu jedem Punkt des Halbkreises den Abstand r (Radius) hat. Bildet man mit einem beliebigen Punkt C auf dem Halbkreisbogen (der ungleich der Eckpunkte ist) ein Dreieck mit den beiden Halbkreiseckpunkten, so kann man mit dem Mittelpunkt zwei gleichschenklige Dreiecke MAC und MCB bilden.
Da in einem gleichschenkligen Dreieck die Basiswinkel immer gleich groß sind und die Winkelsumme in einem Dreieck 180° beträgt, gilt für MAC=CMA, MAC=ACM und =BMC 180° = + ( + +) + + = 2 + 2.
Hieraus folgt die gesuchte Beziehung 90° = + und somit ist die Behauptung bewiesen.
Sehnentangentenwinkelsatz
Die beiden Sehnentangentenwinkel eines Kreisbogens sind so groß wie die dazugehörigen Umfangswinkel und damit halb so groß wie der dazugehörige Mittelpunktswinkel.
12
1.4 Binomische Formeln
Allgemein gilt:
Insbesondere gelten die Beziehungen:
(a + b)² = a² + 2ab + b²; (a a b)² = a² ² 2ab + b²; a² b² = (a + b)(a b)
1.5 Die vier Ähnlichkeitssätze für Dreiecke:
Die Ähnlichkeitssätze geben hinreichende Bedingungen dafür an, dass zwei Dreiecke ähnlich sind. 1. Satz (ww-Satz)
Zwei Dreiecke sind zueinander ähnlich, wenn sie in zwei Winkeln (und damit nach der Innenwinkelsumme für Dreiecke - die Summe der drei Innenwinkel eines Dreiecks ergibt 180° - auch im Dritten) übereinstimmen. 2. Satz (SSS-Satz)
Zwei Dreiecke sind zueinander ähnlich, wenn sie in allen Verhältnissen entsprechender Seiten übereinstimmen. 3. Satz (SwS-Satz)
Zwei Dreiecke sind zueinander ähnlich, wenn sie in einem Winkel und im Verhältnis der anliegenden Seiten übereinstimmen. 4. Satz (SSw-Satz)
Zwei Dreiecke sind zueinander ähnlich, wenn sie im Verhältnis zweier Seiten und im Gegenwinkel der größeren Seite übereinstimmen.
1.6 Strahlensätze
Wenn sich zwei Halbgraden (Geraden die an einer Seite begrenzt sind, auch Strahl genannt) in einem Punkt und anschließend zwei parallele Geraden schneiden so gelten folgende Aussagen (die Punkte sind entsprechend der Abbildungen 14-16 angeordnet):
13
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Christine Hopp, 2010, Untersuchungen zu Dreieck, Viereck und Kreis in ihrer gegenseitigen Lage, München, GRIN Verlag GmbH
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