INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 2
2.1 Warum Gruschka eine systematische Kritik fordert 3
2.2 Die Komplexität der Vermittlungsaufgabe. 7
3. Fazit 14
4. Literaturnachweis. 15
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1. Einleitung
Aus den zahlreichen Veröffentlichungen der letzten Jahre zum Thema „Didaktik“ sticht eine hervor, die sich selbst als eine „bestimmte Negation des Didaktikkultes“ bezeichnet. Mit „Didaktik - Das Kreuz mit der Vermittlung“ (Wetzlar, 2002) beabsichtigt Autor Andreas Gruschka einen Anstoß zu einer grundlegende Kritik an der Didaktik zu geben. Gruschka erhebt dabei „Elf Einsprüche gegen den didaktischen Betrieb“, so der Titel weiter, mit denen er einen Impuls geben will zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vermittlung.
In Kapitel 0, „Einleitung - Warum eine systematische Kritik an der Didaktik notwendig ist.“, gibt Gruschka zunächst einen Überblick über die Entwicklungen in der Didaktikforschung, um anhand dessen seine Absicht bzw. die Notwendigkeit einer kritischen Betrachtung zu begründen. In den darauf folgenden elf Kapitel werden, wie der Titel schon sagt, elf so genannte Einsprüche gegen den didaktischen Status quo präsentiert. Dabei ist zu betonen, dass Gruschka keinesfalls Anspruch auf eine Vollständigkeit dieser Kritikpunkte erhebt, sondern diese vielmehr als beispielhafte Anstöße für eine gründliche Überprüfung betrachtet.
Die Titel der elf Kapitel spiegeln die Schwerpunkte der elf Einsprüche wieder: „Annäherungen an die Didaktik - die Sicht des Schülers, des Lehrers und die Erscheinungsweise des Gegenstandes“ (Kap. 1), „Sinnbilder für das Didaktische -Belehrung durch die Kunst“ (Kap. 2), „Das didaktische Dreieck - eine theoretische Reformulierung“ (Kap. 3), „Zur Vorgeschichte der Vermittlung - die Skepsis des Sokrates und die Emphase des Comenius“ (Kap. 4), „Die Verwissenschaftlichung der Vermittlung durch Aufklärungspädagogen, Neuhumanisten und Zeitgenossen“ (Kap. 5), „’Was wir in der Schule lernen’ - der soziale Sinn der Vermittlung“ (Kap. 6), „Die Überwindung der Didaktik mittels Didaktik - Fluchtversuche der Reformpädagogik aus der Vermittlung“ (Kap. 7), „Das Lehren des Lehrers durch Selbsterziehung, Selbstbildung und Professionalität der Didaktik“ (Kap. 8), „Die Verselbständigung der Vermittlung mittels Didaktisierung - avancierte Konzepte als Totengräber der Didaktik“ (Kap. 9), Der Siegeszug totalisierender Vermittlung - Entwicklungen in Kultur, Ökonomie, Politik und Recht“ (Kap. 10) sowie „Rückwege aus der Vermittlung - über die Wiedergewinnung des Bildungsvorganges“ (Kap. 11).
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Im Folgenden soll nun zunächst eine detaillierte Erläuterung der Beweggründe und Absichten Gruschkas gegeben werden, wie er sie in seiner Einleitung vorbringt. Anschließend soll der Aufbau und die Darstellung der elf Einsprüche beispielhaft am ersten Kapitel - Schüler, Lehrer, Gegenstand - aufgezeigt werden. Diese Analysen bilden schließlich die Grundlage für ein abschließendes Fazit.
2.1 Warum Gruschka eine systematische Kritik fordert
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, liegt es dem Autor fern, eine weitere didaktische Alternative zu entwickeln bzw. sie zu propagieren, was er auch nicht müde wird zu betonen. Im Gegenteil, er stellt sich sogar demonstrativ gegen diese Form der Problemlösung. Seiner Ansicht nach wird durch das Erstellen alternativer Modelle nicht nur die gründliche Aufarbeitung der bereits bestehenden Probleme vernachlässigt, sondern ein Teil dieser Schwachstellen oft sogar übernommen bzw. neue erzeugt. Somit liefert nach Gruschka jedes neue Modell eine weiteres Alibi, auf das man sich nach belieben berufen kann, ohne die Probleme beim Schopf zu ergreifen und aufzuarbeiten.
„Warum eine systematische Kritik an der Didaktik notwendig ist“, heißt es schon in der Überschrift der Einleitung bzw. Kapitel 0, und dementsprechend ist es Gruschkas Absicht dem Leser die Notwendigkeit bzw. Dringlichkeit einer solchen Kritik aufzuzeigen. Gruschka blickt dabei zunächst auf die Entwicklung der Didaktikforschung bis heute, um die Grundlage für seine folgende Argumentation zu schaffen. Er verweist gleich zu Beginn auf das Standardwerk „Theorien und Modelle der Didaktik“ (München, 1969) von Herwig Blankertz, auf das er sich im Verlaufe seiner Ausführungen immer wieder bezieht bzw. an dem er seine Argumentation entwickelt. Zunächst wird der Leser über den historischen Kontext aufgeklärt, in dem das Buch entstanden ist, nämlich der Konfrontation zwischen den unterschiedlichen Ausbildungstraditionen. Dem bildungstheoretischen „Stratossphärendenken“ auf der einen sowie der methodenorientierten „Hintertreppenliteratur“ auf der anderen Seite. Wer eine didaktische Position bezog, beschränkte sich damit auf eine der beiden Sichtweisen, ohne „die Didaktik als Problem von Inhalt und Methode der Vermittlung theoretisch gefasst haben zu müssen“, so Gruschka (Gruschka, Didaktik, S. 9). Deshalb wertet er es als Blankertz’ Verdienst, das die heute bekannten Konzepte
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einen „weitgehend kompatiblen Fragerahmen“ (a.a.O., S. 9) aufweisen, da dessen Modellbildung die Schwächen der beiden Konzepte aufzeigte und so zu einer Annäherung der beiden Positionen führte. Dennoch, so Gruschka einschränkend, fehlte es der Didaktik nach wie vor an einer einheitlichen praxisbezogenen Fragestellung, um ein klares Profil als eine Subdisziplin der Pädagogik zu gewinnen. Obwohl in der Vergangenheit seiner Meinung nach weitgehend überlesen, sieht Gruschka in Blankertz’ explizit geäußerter Bereitschaft zur (Selbst-)Kritik einen besonders wichtigen Ansatz. „Auf jeden Fall aber muß eingeräumt werden, daß der Tatbestand der Kritik berechtigt ist: der Praxis gegenüber insofern, als sie nicht hinreichend leistet was sie soll. […] Der Theorie gegenüber ist die Kritik berechtigt, insofern diese Theorie von den Mängeln der Praxis ablenkt“, heißt es bei Blankertz, und weiter, „für den Bereich der Didaktik soll diese Komplexität hier durchsichtig gemacht werden, nicht um ihn der Kritik zu entziehen, sondern im diese zu erleichtern.“ (Blankertz, Theorien und Modelle, S. 11). Diese Aufforderung zur Selbstkritik vermisst Gruschka in der heutigen Einführungsliteratur. Ebenso vermisst er in Blankertz’ Werk eine konsequente Ausführung dieser Kritik und bemängelt, dass Blankertz stattdessen ebenfalls einen eigenen Konzeptentwurf vorlegt. Daher formuliert Gruschka als eine seiner Absichten die „Tendenzen der Entsorgung der didaktischen Probleme durch die Liquidierung des Problems der Vermittlung von Bildungsinhalten“ zu belegen. In seinen Augen ist Vermittlung derart in den Hintergrund gedrängt worden, dass Unterricht heute eher „Kommunikationstraining, psychotechnische Einstimmung und Sinnesstimulation, Moderation von Meinungen und Diskussion“ darstellt (Didaktik, S. 11).
Er sieht ein kontinuierliches Problem darin, dass eine Kritik an der Didaktik oft nur halbherzig vorgetragen wird und letztendlich in einer alternativen Didaktik mündet bzw. durch diese ersetzt wird. Durch diese „neuen Versprechen“, wie er sie mit dem Verweis auf Comenius’ Versprechen von der „Großen Didaktik“ bezeichnet, müssten die Gründe für das Scheitern der alten nicht mehr aufgeklärt werden. So würden „didaktische Modelle zu einem Teil der didaktischen Rhetorik“ (a.a.O., S. 12). Blankertz’ Vorwurf, die Didaktik befördere „häufig das Verkehrte dessen, was sie will, indem sie die vorgegebenen Verhältnisse festigt und in die Zukunft hinein verlängert“ (Theorien und Modelle, S. 11), teilt Gruschka. Der organisierte Unterricht produziere demnach unmündige Schüler, deren Abhängigkeit von Fremdbestimmung eine Behinderung des produktiven Lernens darstelle. Als Beispiel für die Ausprägung
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Arbeit zitieren:
Jan Micha Hoekstra, 2006, "Didaktik - Das Kreuz mit der Vermittlung" - Eine Vorstellung und Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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