Zusammenfassung
Im folgenden Konzept soll ein Ansatz zur Intervention an der Schnittstelle Schule -Einstieg in das Beruf-/Studienleben vorgestellt werden. Dieser richtet sich an Schülerinnen der gymnasialen Überstufe die aktiv ihre beruflichen oder weiterbildenden Möglichkeiten explorieren möchten. Dies soll von Studentinnen oder jungen Berufstätigen welche als Mentorinnen fungieren, unterstützt werden. Das Hauptanliegen dieser Intervention ist das Wecken eines
naturwissenschaftlich/technischen Interesses bei Schülerinnen, mit dem mittelfristigen Ziel einen Beruf oder ein Studium in diesem Bereich aufzunehmen. Um die Frauenquoten in den so genannten „starken Wissenschaften“ zu erhöhen und einem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Durch den intensiven Kontakt zu einem repräsentativen Rollenvorbild, soll sowohl Unterstützung bei der Berufswahlentscheidung, als auch im psychosozialen Bereich stattfinden. Eine abschließende Fragebogen - Evaluation mit drei Erhebungszeitpunkten, soll die Effekte des Mentoringprogramms erfassen und dessen Durchführung auch im Vergleich mit anderen Interventionsmaßnahmen rechtfertigen.
2
Gliederung
1. Darstellung der Ausgangssituation
2. Theoretischer Hintergrund
3. Zielstellung
4. Zielgruppe
5. Allgemeiner Ablauf
6. Mint s in Bausteine
7. Wirksamkeitsüberprüfung
8. Quellenverzeichnis
3
1. Darstellung der Ausgangssituation
An den Thüringer Universitäten sind 2008 von 6032 Studenten im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften nur rund 1/3 Frauen (Thüringer Landesamt für Statistik, 2008). Betrachtet man die Frauenquote in einer Vorlesung der
Ingenieurwissenschaften, so ist sogar nur jeder fünfte Student eine Frau (TLS, 2008), wohingegen in den Sprach- und Kulturwissenschaften von 11322 Studenten 7931 weiblich sind (TLS, 2008). Ähnliche Bilder zeichnen sich an Fachhochschulen und anderen Hochschulen in Thüringen ab.
Obwohl 24487 von insgesamt 50267 Studenten in Thüringen weiblich sind (TLS, 2008), konnte ihr Potenzial in den sogenannten „starken Wissenschaften“ bisher kaum genutzt werden. Der steigende Bedarf der Wissenschaft und Wirtschaft an Fach- und Führungskräften in diesen Bereichen, verlangt jedoch ein Umdenken und entsprechende Handlungsschritte.
Um aufzuzeigen, dass ein Mentoringprogramm für Schülerinnen im Übergang von Schule in Studium oder Beruf mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaft und Technik umsetzbar ist, möchte ich im Folgenden eine Konzeptidee vorstellen.
2. Theoretischer Hintergrund
Mentor war ein Edelmann in Homers Odyssey. Er war ein treuer und weiser Berater seines Freundes Odysseus, der mit der Aufgabe beraut war, dessen Sohn Telemachus ein Lehrmeister und Beschützer zu sein (Johnson, 2002, S. 88). Diese grundlegenden Aufgaben eines Mentors sind bis in das 21. Jahrhundert erhalten geblieben. So gilt ein Mentor immer noch traditionell als ein älterer „Experte“, welcher ein persönliches Interesse an der Entwicklung eines jüngeren Menschen, dem Mentee, hat (Chao, 2009, S. 314). Auch Kram definierte bereits 1985 einen Mentor als Unterstützer, Führer und Berater eines jüngeren Menschen, der den Eintritt in die Erwachsenen- oder Arbeitswelt erfolgreich meistern möchte (Johnson, 2002, S. 88).
Die klassischerweise dyadische Form der Mentoring Beziehung wurde durch innovative Ergänzungen wie das Team-Mentoring, bei dem ein Mentor mehrere Mentees betreut oder das Multiple Mentoring, bei dem ein Mentee mehrere Mentoren
4
konsultiert, erweitert (Scandura & Pellegrini, 2007, S. 78). Der Grundgedanke aus dem antiken Griechenland blieb jedoch bestehen. Im Vergleich mit anderen Entwicklungsbeziehungen wie Anleitung und Beaufsichtigung grenzt sich das Mentoring durch intensiven Kontakt zum Mentor, die gerichtete Aufmerksamkeit der erfahrenen Person und die emotionale Eingebundenheit beider Parteien ab (Chao, 2009, S. 314; Scandura & Pellegrini, 2007, S. 72).
Die Funktionen von Mentoring wurden bereits vor rund 35 Jahren in einem theoretischen Rahmen von Kram in einer der ersten Arbeiten zu diesem Thema treffend definiert. Dabei werden zwei Hauptfunktionen differenziert: Erstens, die Karriereentwicklung und -definition, die durch die generelle Unterstützung des Mentors, das Sichtbar machen von Möglichkeiten, das Kreieren von Herausforderungen an den Mentee, durch Coaching in spezifischen Situationen, aber auch den Schutz durch den Mentor, gefördert werden soll (Scandura & Pellegrini, 2007, S. 72). Zweitens, die psychosoziale Unterstützung, welche sich durch die
Selbstwertsteigerung des Mentees, seine Identitätsfindung, das Kennenlernen eines Rollenvorbildes und der Freundschaft zum Mentor definiert (Scandura & Pellegrini, 2007, S. 72). Diese zweidimensionale Annahme wurde in den folgenden Jahren weitgehend empirisch belegt, auch wenn Autoren wie Burke (1984) beispielsweise das Rollenvorbild als dritte Funktion und nicht als Teil der psychosozialen Unterstützung postulierten (Scandura & Pellegrini, 2007, S. 72). Die maßgeblichen Erfolgskriterien einer funktionierenden Mentoringpartnerschaft auf Individuumsebene sind Symphatie, Identifikation und Attraktivität der Partizipierenden (Allen, Eby & Lentz, 2006, S. 568).
Auf institutioneller Ebene sind transparente und eindeutige Rahmenbedingungen wie klar definierte Programmziele, Verantwortungsbereiche der Teilnehmenden und übereinstimmende Erwartungshaltungen bedeutsam für den Erfolg eines formalen Programms (Allen, Eby & Lentz, 2006, S. 568).
Die folgende grafische Darstellung fasst zusätzlich relevante Faktoren zusammen, die zur Zufriedenheit des Mentees führen.
5
Arbeit zitieren:
Marianne Stein, 2010, Mentoring in Naturwissenschaft und Technik für Schülerinnen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik - Schulpädagogik: Mentoring in Naturwissenschaft und Technik für Schülerinnen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik - Schulpädagogik: neuer Titel erschienen: Mentoring in Naturwissenschaft und Technik für Schülerinnen
Marianne Stein hat einen neuen Text hochgeladen
Langenscheidt Fachwörterbuch Kompakt Technik Französisch
Französisch-Deutsch / Deutsch-...
Aribert Schlegelmilch
Handwörterbuch Technik. Deutsch - Englisch / Englisch - Deutsch
Karl-Heinz Seidel, Ekkehard Richter
Wörterbuch der Kfz-Technik. Deutsch-Englisch / Englisch-Deutsch
Montage, Mess- und Prüfanlagen
Oswalda Ludwig
0 Kommentare