gegenüber. Das Familienoberhaupt dem Chef des Familienclans (die Herrschaft in China wechselte oft zwischen unterschiedlichen Familienclans). Dieser dem Dorfvorsitzendem und wiederum dem leitenden Beamten, welcher die Verwaltung repräsentierte. Diese Literatenbeamten, welche die konfuzianischen Klassiker beherrschen mussten stellten die Klasse der Gentry dar. Die Gentry wiederum war dem Kaiserlichen Hof verantwortlich, dessen Oberhaupt bekanntlich der Kaiser war. Der Kaiser wurde als Himmelssohn bezeichnet, da er das Mandat des Himmels zur Herrschaft über das Reich erhalten hatte. Dieses Mandat war allerdings nicht Personengebunden, sondern einer Dynastie verliehen. Geriet eine Dynastie in die Krise, so sahen das die Chinesen als ein Zeichen, daß das Mandat des Himmels entzogen wurde. Häufig kam es zu Aufständen und Bürgerkriegen, bis sich wieder eine Herrschergestalt heraus kristallisieren konnte, welche dann das Mandat des Himmels erhalten sollte, und schließlich alle unter dem Himmel beherrschen konnte. Solch eine Gestalt war der Rebell Liu Bang, der die nachfolgende Dynastie der Han (206 -220 v. Chr.)gründete, welche noch heute in der Selbstbezeichnung der Chinesen als Han -Rasse zu finden ist. Aber auch dem Han - Imperium wurde das Himmelsmandat entzogen. Es folgte wiederum eine Zeit der Reichsteilung. Zunächst in die drei Reiche Wu, Shu und Wie, welche später in unterschiedliche und sehr kurzlebige Dynastien sowie sechzehn Königreiche zerfielen.
Das Himmelsmandat galt allerdings auch für diese recht kurz regierenden Dynastien - wie übrigens jede Dynastie, welche sich auf Chinesischem Boden - auch wenn der Besitz inzwischen verloren gegangen war - gründete.
Die erneute Reichseinigung fand unter der Sui / Tang - Dynastie statt (581 - 907). Diese Zeit ist für die Chinesische Geschichte erwähnenswert, weil sich das Reich weit nach Westen ins heutige Xingjiang ausbreitete - ein Grund weshalb die VR China noch heute auf diesen Besitz als integralen Bestandteil des Landes besteht. Was einmal Chinesischer Besitz war - so das Verständnis - gehört für immer zu China. Eine Ansicht die in der Tibetfrage besondere Brisanz erhält. Die Tang - Dynastie erlebte aber auch noch die Ausbreitung des Buddhismus in China, welcher von Mönchen aus Indien importiert wurde.
Die folgende Zersplitterung des Reiches stellt nun keine Überraschung mehr dar. Das Reich zerfiel in die so genannten fünf Dynastien und zehn Königreiche. Erst mit der Song -Dynastie (960 - 1227) konnte wieder ein einheitliches Reichsgebilde geschaffen werden. Die Song - Dynastie gilt als die Blütezeit in der Chinesischen Geschichte. Allerdings war der Song - Dynastie militärisch äußerst schwach, was sicher mit der traditionellen Verachtung des Militärs - besonders von Seiten der Literatenbeamten - zu tun hatte. Deshalb wird die Dynastie Jin, welche sich zur gleichen Zeit im Norden gebildet hatte (vom Stamm der Dschurchen gegründet), ebenfalls als eine Chinesische Dynastie betrachtet. Besonders daher, da sie ehemals Chinesisches Gebiet umfasst. Auch die Song - Dynastie erlebte den altbekannten Zyklus in der Entwicklung, wie er im Chinesischen Kaiserreich üblich war - ein Frühlings- und Herbstperiode.
Dann folgte allerdings eine Zäsur in der Chinesischen Geschichte - es kam zu keinem Reichszerfall - sondern der Mongolensturm erreichte das Kaiserreich. Die Mongolen sinisierten sich sehr schnell und residierten im heutigen Beijing über ihre geschaffene Yuan -Dynastie(1272 - 1368). Da sie über Chinesisches Territorium herrschten, werden die Yuan in der offiziellen Geschichtsschreibung der Chinesen wie jede andere Dynastie mit dem Himmelsmandat behandelt.
Den Mongolen folgte schließlich wieder eine rein Chinesische Dynastie - die bekannte Ming - Dynastie (1368 - 1662). Diese ist besonders durch ihre kulturelle Blüte und die Entdeckerfahrten des Eunuchen Zeng He bekannt geworden. Auch fällt in diese Zeit der erste Kontakt mit den Europäer - über See - vorher war der Kontakt nur sporadisch durch die Seidenstraße vorhanden (besonders aber im Yuan - Reich durch die pax mongolica).
Arbeit zitieren:
Marcus Aurel, 2011, Geschichte Chinas, München, GRIN Verlag GmbH
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