Gliederung
1. Definition Freundschaft
2. Freundschaftsverständnis in verschiedenen Altersstufen
2.1 Freundschaften im Kleinkindalter
2.2 Freundschaften im Kindergartenalter
2.3 Freundschaften im Schulalter
3. Selektionsmerkmale für die Wahl des geeigneten Freundschaftspartners
4. Jungen- und Mädchenfreundschaften
5. Dauer und Beendigung von Freundschaften
5.1 Die Dauer von Kinderfreundschaften
5.2 Die Beendigung einer Freundschaft durch den Konflikt
6. Eigene Beobachtungen in verschiedenen Altersgruppen
6.1 Kleinkinder
6.2 Kindergartenkinder
6.3 Schulkinder
Interviewer: Why is Caleb your friend? Tony: I like him. Interviewer: And why do you like him? Tony: Because he`s my friend. (Rubin, 1980) Aus: The company they keep, (1998), Cambridge University Press, USA 1 Was ist Freundschaft?
Die Freundschaft bezeichnet eine freiwillige, positive Beziehung und zugleich eine Empfindung zwischen zwei Menschen allen Lebensaltern und allen sozialen Schichten. Diese zeichnet sich sowohl als Vertrauen und als Sympathie aus. Eine Freundschaft kann jeder Zeit beendet werden. (Wikipedia)
Reisman definiert eine Beziehung unter Freunden so: ,,A friend is a person who likes and wishes to do well for someone else and who believes that these feelings and good intentions are reciprocated by the other party.” (Reisman, J.M. Anatomy of friendship, New York: Irvington, 1979)
Freundschaften haben eine große Bedeutung für die soziale Entwicklung eines Kindes, sie unterstützt eine Vielzahl von Entwicklungsbereichen. Dies sind zum Beispiel: die Kontrolle von Aggressionen, Erlernen von Vertrauen und moralisches Urteilen und Handeln. Eine Freundschaft stellt soziale Kontakte her, erleichtert die emotionale Anpassung und ist außerdem Vorläufer für spätere Beziehungen. (vgl. Wagner)
2 Freundschaftsverständnis bei Kindern
Bei einer Befragung von Kindern über ihr Freundschaftsverständnis fand man in den folgenden Altersstufen unterschiedliche Aussagen zu dem o.g. Begriff. Zum Beispiel im Kindergartenalter (3-6 Jahre) waren Äußerungen wie: ,,spielt mit mir“, „haut mich nicht“, „ ist so lieb“ oder ,, sie hat rosa Sachen an“ von den Kleinkindern zu hören. Dahingegen konnte man bei Grundschulkindern Argumente wie: ,,wir sind oft zusammen“, ,, das er manchmal zu mir hält“, ,, der leiht mir was aus“ oder ,,groß, stark und nett ist“ aufzeichnen.( vgl. Freundschaften Herr Wolf) Zusammenfassend lässt sich sagen, das diese Auswertung zeigt, das Kinder den Freundschaftsbegriff nicht einfach übernehmen, sondern ihn selbst bilden und verändern. (s.23/ Wagner)
2.1 Freundschaften im Kleinkindalter
Bereits Säuglinge können mit zwei Monaten auf das Schreien eines gleichaltrigen Kindes reagieren, sie können jedoch nicht den körperlichen Kontakt zu dem anderen Kind aufnehmen, wegen ihres motorischen Entwicklungsstands. Ab Mitte des ersten Lebensjahres lässt sich feststellen, das Kleinkinder sich einander berühren und lachen können, sowie Blicke untereinander austauschen. Vermehrt wird Kontakt mit
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zum Beispiel Spielzeug aufgebaut, indem sie dem anderen Kind das Spielzeug zeigen oder anbieten, auch wenn sie es nicht immer hergeben. Noch bevor sie laufen lernen, sind Kleinkinder im Stande auf ein anderes Kind einzugehen, wenn auch etwas unbeholfen und nur für kurze Zeit.
Mit 9-10 Monaten sind Kinder in der Lage mit ein und demselben Kind über einen langen Zeitraum hinweg Erfahrungen zumachen, die ihm den Umgang mit einem anderen Kind erleichtert. Allerdings ist vielen Kindern zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern meist nicht immer geboten und damit wird ihnen die Möglichkeit verwehrt soziale Erfahrungen zusammeln und mit anderen auszutauschen.
Im ersten Lebensjahr versuchen Kleinkinder häufig ihre Wünsche durchzusetzen, was eine Kontaktaufnahme erschwert.
Im zweiten Lebensjahr nehmen Verhaltensweisen für die Kontaktinitiative zu einem anderen Kind zu, es kommt daher zu gemeinsamen Tätigkeiten. (z. Bsp. spielen mit nur einem Spielzeugauto)
Ab dem dritten Lebensjahr, mit wachsender sprachlicher Kommunikation, verlieren Gegenstände die Funktion als eine Art ,,Vermittler“ für den Kontakt. Diese neue soziale Verhaltensweise zeigt deutliche individuelle Unterschiede unter den Kindern. Beispielsweise zeigen Kinder lebhaftes Interesse für das zweite Kind und suchen den Kontakt zu ihm und andere Kinder wiederum meiden den Kontakt aufgrund ihrer Gehemmtheit.
2.2 Freundschaften im Kindergartenalter
Im Unterschied zum Kleinkindalter ist ein Kindergartenkind durch seine verbale Artikulation in der Lage auf materielle Kontaktaufnahme zu verzichten. In dieser Altersgruppe wird die Kontaktherstellung mit sehr individuellen Strategien verfolgt. Meistens sind diese nonverbal und treffen dadurch auf Ablehnung und Zurückweisung durch die anderen Spielkameraden.
Dies zeigt sich deutlich mit dem Eintritt in den Kindergarten. Die ,,Neulinge“ sind zu Beginn sehr schüchtern und gehemmt und benötigen eine verschieden lange Eingewöhnungszeit um sich an die veränderte soziale Umgebung zugewöhnen (das Haus ist anders, Bezugspersonen, fremde Kinder) . Die etablierte Gruppe, eine Verbindung von Kindern die bereits die Einrichtung besuchen, kümmern sich nicht um das neue Kind und versuchen auch keinen Kontakt herzustellen. Da aber auch das neue Kind aufgrund seiner Unsicherheit nicht den direkten Kontakt sucht, kommen Annäherungen zwischen den Kindern zufällig zu Stande. Ist eine Beziehung zwischen dem ,,Neuling“ und der bereits existierenden Gruppe hergestellt, so ist es für einen Außenstehenden nicht mehr nachvollziehbar welches Kind, das vorher Fremde war. (Wagner, kinderfreundschaften)
Ein besonderes Merkmal dieser Zeit ist es, das Kinder als Druckmittel für die Durchsetzung ihrer Wünsche in vielen Fällen mit der Kündigung der Freundschaft
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Arbeit zitieren:
Patrick Ziehm, 2007, Freundschaften im Kindesalter, München, GRIN Verlag GmbH
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