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„Der Glaube an die emanzipatorische Kraft eines Bildungswesens, das allen Lernenden gleiche Chancen einräumt und nur nach Begabung ausliest, war
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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das deutsche Schulsystem
2.1 Die Grundschule
2.2 Die Hauptschule
2.3 Die Realschule
2.4 Das Gymnasium
3 Underachievement und Overachievement
3.1 Was ist Under- und Overachievement?
3.2 Wie lassen sich Under- und Overachievement messen?
3.3 Welche Folgen haben Under- und Overachievement?
3.4 Zahlen und Fakten zu Under- und Overachievement
3.5 Ursachen für Under- und Overachievement
3.5.1 Der Schulwechsel nach der Grundschule
3.5.2 Der Habitus
4 Fazit und Lösungsansätze
5 Quellenverzeichnis
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1 Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der sozialen Ungleichheit im deutschen Bildungssystem.
Ihre zentrale Fragestellung bezieht sich auf das Phänomen Underachievement: Was genau ist Underachievement, welche Ursachen und Folgen hat es und welche Möglichkeiten gibt es, bestehende Probleme zu lösen? Wie ist das deutsche Schulsystem aufgebaut? Inwiefern ist der soziale Status oder der Abschluss der Eltern wirklich entscheidend?
Zu Beginn dieser Arbeit wird zunächst das deutsche Schulsystem erklärt. Hierbei wird sowohl auf die Grundschule als auch auf die drei wichtigsten weiterführenden Schulformen eingegangen.
Die Basis für die weiteren Recherchen bietet die nähere Betrachtung von Under- und Overachievement. Insbesonderedie Folgen und Ursachen werden betrachtet, aber auch wie man diese Problematik messen kann und, in Zahlen und Fakten ausgedrückt, wie stark sie in unserem Schulsystem verbreitet ist. Anschließend werden Under- und Overachievement mit dem deutschen Schulsystem in Verbindung gesetzt, wobei der besondere Fokus auf dem Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I liegt.
Des Weiteren soll untersucht werden, welche Rolle das Habitus-Modell von Pierre Bourdieu in diesem Zusammenhang spielt.
Wie oben erwähnt, liegt der besondere Schwerpunkt dieser Hausarbeit auf dem Thema soziale Ungleichheit, weswegen die einzelnen Aspekte stets in Hinblick hierauf betrachtet werden.
Aus Gründen der Vereinfachung wird in der vorliegenden Arbeit durchgängig die maskuline Sprachform für Begriffe, wie zum Beispiel „Schüler“ und weitere, gewählt. Gemeint sind damit stets beide Geschlechter, es sei denn, dass ausdrücklich auf eine bestimmte weibliche oder männliche Form verwiesen werden soll.
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2 Das deutsche Schulsystem
2.1 Die Grundschule
In der Regel werden Kinder in Deutschland im Alter von sechs oder sieben Jahren eingeschult. Die Grundschule wird in vier Klassenstufen gegliedert (Berlin und Brandenburg werden als Ausnahmefälle mit sechs Grundschuljahren nicht näher betrachtet), d.h. die Kinder besuchen diese Schulform in etwa bis zu ihrem zehnten Lebensjahr.
Neben den Grundkenntnissen in mathematischen, sprachlichen und sachunterrichtlichen Fächern, wird in der Grundschule besonderer Wert auf die Entwicklung des Sozialverhaltens und verschiedener Tugenden (beispielsweise Fleiß und Pflichtbewusstsein) gelegt. Auch die Lehre verschiedener, grundlegender Lern- und Arbeitsformen und die emotionale Entwicklung gelten als Hauptziele. 1 Die Grundschule ist derzeit die einzige Schulform in Deutschland, in der alle Kinder eines Jahrgangs gemeinsam, also unabhängig von ihren bisher erbrachten Leistungen, unterrichtet werden.
Am Ende der Grundschule steht die Entscheidung, welche weiterführende Schule im Folgenden vom Kind besucht wird. Näheres zu diesem Prozess wird später erläutert.
2.2 Die Hauptschule
Die Hauptschule ist eine weiterführende Schule, welche die Klassenstufen 5 bis 9 bzw. 10 umfasst und eine grundlegende allgemeine Bildung vermitteln soll. Unterrichtet wird im Klassenverband und in Kursen, welche die Schüler individuell nach ihren Leistungen oder Neigungen wählen und somit einen Schwerpunkt in ihrer Ausbildung setzen können. 2
Manche Bundesländer fassen inzwischen Real- und Hauptschule pädagogisch und organisatorisch zusammen. 3
Die Hauptschulen haben auf Grund einiger Belastungsfaktoren mit einem schlechten Ruf zu kämpfen: das nachgesagte niedrige Fähigkeits- und Leistungsniveau rührt vielleicht daher, dass Hauptschulen zu Ballungszentren für ausländische Kinder und/oder Kinder aus Familien mit sozialen, privaten oder
1 Verband Bildung und Erziehung (Hrsg): Grundschule http://vbe.de/index.php?id=74 [21.05.2010]
2 Schulgesetz NRW (2.Teil: Aufbau und Gliederung des Schulwesens; 1.Abschnitt: Schulstruktur; §14: Hauptschule): http://www.schulministerium.nrw.de/Schulgesetz/paragraph.jsp?paragraph=14 [21.05.2010]
3 Kultusminister Konferenz (Hrsg): Bildungseinrichtungen in der Sekundarstufe I http://www.kmk.org/bildung-schule/allgemeine-bildung/sekundarstufe-i.html [21.05.2010]
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finanziellen Problemen geworden sind. 4
Wegen dieser Schwierigkeiten werden Angebote zur Gewaltprävention, Streitschlichtung oder Suchtprävention an Hauptschulen immer häufiger. 5 Der Hauptschulabschluss wird auch als Berufsschulreife bezeichnet, was die praktische Orientierung dieser Schulform verdeutlicht und hervorhebt, dass für die meisten Schüler nach dem Abschluss eine Berufsausbildung oder ein Berufsgrundschuljahr folgt.
Im Jahr 2002 erlangen 29,4% der Schüler (oder der gleichaltrigen Bevölkerung) einen Hauptschulabschluss. 6
2.3 Die Realschule
Die Realschule ist eine weiterführende Schule, welche die Klassenstufen 5 bis 10 umfasst und eine erweiterte allgemeine Bildung vermitteln soll. Als Abschluss steht am Ende der Realschule die Mittlere Reife (auch bezeichnet als Mittlerer Schulabschluss oder Fachoberschulreife), wenn am Ende der 10.Klasse in allen Fächern mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. Mit diesem Abschluss kann man beispielweise Berufsfachschulen und Fachoberschulen besuchen. 7
Manche Bundesländer fassen inzwischen Real- und Hauptschule pädagogisch und organisatorisch zusammen. 8
2002 war der Realschulabschluss mit Abstand der häufigste in Deutschland: 49,4 % der Schüler (oder der gleichaltrigen Bevölkerung) erreichten ihn. 9
2.4 Das Gymnasium
Das Gymnasium ist eine weiterführende Schule, welche die Klassenstufen 5 bis 13
4 TRAUTWEIN, Ulrich; BAUMERT, Jürgen; MAAZ, Kai: Hauptschulen = Problemschulen? 2007 http://www.bpb.de/publikationen/LO3MTT,2,0,Hauptschulen_Problemschulen.html#art2 [21.05.2010]
5 Bildung für Deutschland (Hrsg): Problemzone Hauptschule? http://www.bildung-fuer-deutschland.de/hauptschule.html [21.05.2010]
6 Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg): „Schule in Deutschland - Zahlen, Fakten, Analysen“ Bonn 2002 : http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2002/2002_07_01-Schule-in-Deutschland.pdf [21.05.2010]
7 Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg): „Vereinbarung über die Schularten und Bildungsgänge im Sekundarbereich I“ http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/1993/1993_12_03-VB-SekI_01.pdf [21.05.2010]
8 Kultusminister Konferenz (Hrsg): Bildungseinrichtungen in der Sekundarstufe I http://www.kmk.org/bildung-schule/allgemeine-bildung/sekundarstufe-i.html [21.05.2010]
9 Vgl. Fußnote 6
Arbeit zitieren:
Katrin Klingschat, 2010, Soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem, München, GRIN Verlag GmbH
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