Inhaltverzeichnis
Inhaltverzeichnis
1 Einordnung des Kartenblattes ----------------------------------------------- 3
2 Physisch geographischer Überblick --------------------------------------- 4
2.1 KLIMA ---------------------------------------------------------------------------------------------- 4
2.2 GESTEIN, RELIEF UND BODEN ---------------------------------------------------------------- 6
2.3 GLETSCHER ------------------------------------------------------------------------------------- 10
2.4 HYDROLOGIE ------------------------------------------------------------------------------------ 14
2.5 VEGETATION ------------------------------------------------------------------------------------ 17
3 Kulturgeographie --------------------------------------------------------------- 19
3.1 SIEDLUNG ---------------------------------------------------------------------------------------- 19
3.2 WIRTSCHAFT UND VERKEHR ------------------------------------------------------------------ 19
4 Literaturverzeichnis ------------------------------------------------------------ 21
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1 Einordnung des Kartenblattes
Das in der folgenden Interpretation betrachtete Kartenblatt ist die topographische Karte der Region „Jungfrau“ mit der Blattnummer 264. Sie ist Teil des Topographischen Kartenwerkes der Schweiz im Maßstab 1:50000. Sie wurde im Jahr 1938 von der „Eidgenössischen Landestopographie Wabern - Bern“ (heute: Schweizer Bundesamt für Landestopographie) herausgegeben und 1961 neu bearbeitet. Einzelne Nachträge wurden im Jahr 1966 durchgeführt. Die Gletscherstände stammen aus den Jahren 1926 bis 1929, mit Ausnahme des Aletschgletschers, dessen Stand aus dem Jahr 1957 stammt.
Die Kartenblätter der angrenzenden Regionen sind im Norden und Süden „Interlaken“ (Nr. 254) bzw. „Visp“ (Nr. 274). Westlich grenzt die Region „Wildstrubel“ (Nr. 263) und im Osten „Nufenenpass“ (Nr. 265) an die betrachtete Region an. Die westliche Magnetnadelabweichung in der Blattmitte betrug im Jahr 1963, in Süd-Nord-Richtung des Kilometernetzes, 3°44’ mit einer jährlichen Abnahme von 6’.
Die Äquidistanz der Isohypsen beträgt 20 Meter. Eine Besonderheit dieser Höhenlinien in der betrachteten Karte ist, dass sie in drei verschiedenen Farben vorkommen. Der Legende, die bei dieser Karte nicht auf dem Kartenblatt eingetragen ist, kann man entnehmen, dass braune, schwarze und blaue Höhenlinien auf die unterschiedlichen Unterlagen schließen lassen. So lassen sich Erdboden, Geröll und Gletscher bzw. Seeboden unterscheiden.
Diese Karte der Schweizer Alpen zeigt die berühmte Gipfelkette mit Mönch und Jungfrau, zu der auch der Eiger gehört (außerhalb des oberen Kartenrandes). Das Bietschhorn und der Aletsch-Gletscher, sind ebenfalls auf der unteren bzw. linken Kartenseite auszumachen. Die Region gehört seit 2002 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Auf der linken Seite, etwa in der Mitte, verläuft der Petersgrad diagonal von oben rechts nach unten links zwischen Tschingelhorn und Birghorn und ist in seiner Verlängerung über Jungfrau, Mönch, Gross Fiescherhorn und Finsteraarhorn Teil der Grenzlinie zwischen dem Kanton Bern und dem Kanton Wallis.
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2 Physisch geographischer Überblick
2.1 Klima
Das Klima in der Region richtet sich allgemein nach mitteleuropäischen Verhältnissen. Jahreszeitenklimate mit Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter sind zu erwarten. Allgemein nimmt die Temperatur mit zunehmender Höhe ab. Allerdings nicht mit dem Geometrischen Temperaturgradienten, der in freier Luft herrschen würde. Da das Gebirge durch seine Masse die Temperaturabnahme bremst, kann der Gradient auf ca. 0,7 °C/100 m geschätzt werden.
Die Jahreszeiten beschränken sich mit zunehmender Höhe (ab ca. 2000 m) auf den Winter, der nur durch einen verspäteten Frühling und einen verfrühten Herbst unterbrochen wird (vgl. KLINK 1996: S. 131). Als extremes Beispiel sind in Abbildung 1 die Temperaturen für das Jungfraujoch aus der Klimanormalperiode 1961-1990 in gemittelten Monatsdurchschnittstemperaturen dargestellt. Diese gehen in keinem Monat des Jahres über 0 °C hinaus. Das liegt vor allem an der großen Höhe (Messstation 3580 m NN) und an der Permanenten Schnee- bzw. Gletscherbedeckung. Die hohe Albedo dieser Schnee- und Eisschichten verhindert eine Erwärmung des Bodens.
Abb. 1: Monatsdurchschnittstemperaturen Jungfraujoch (3580 m NN) und durchschnittliche monatliche Niederschlagshöhe kleine Scheidegg (2061 m NN) 1961-1990 gemittelt
Quelle: Daten nach Schweizer BUNDESAMT FÜR METEOROLOGIE UND KLIMATOLOGIE (2009a & 2009 b) 4
Mittelt man die Höhenwerte des Übergangs von Nähr- und Zehrgebiet verschiedener Gletscher auf der Karte, so erhält man eine Höhe von etwa 2800 m. Diese Höhe kann als klimatische Schneegrenze betrachtet werden. In den Alpen entspricht diese einer Jahresmitteltemperatur von -5 °C (FEZER 1974: S. 42 f). In Abbildung 2 sind als weiteres Beispiel die Frost- und Eistage auf dem Jungfraujoch in Anzahl und Anteil aufgetragen. Das verdeutlicht das arktische Klima, das in den höchsten Höhenstufen Herrscht. An den Gletschertälern kann man Außerdem erkennen, dass die Gletscher immer weiter Zurückgehen. Dies ist auf einen generellen Erwärmungstrend zurückzuführen, der wahrscheinlich zu einem weiteren, extremen Rückgang der Gletscher führen wird.
Die zahlreichen Skilifte und Seilbahnen im Rhone- und im Lauterbrunnental zeigen, dass selbst in den Tieferen Lagen der Taler im Winter noch genügend Schnee fällt, um hier Skigebiete zu Unterhalten.
Abb. 2: Eis- bzw. Frosttage Jungfraujoch 1961-1990 gemittelt
Quelle: Daten nach Schweizer BUNDESAMT FÜR METEOROLOGIE UND KLIMATOLOGIE (2009c & 2009 d)
Zu den allgemeinen Klimatischen Beobachtungen kommen zusätzlich noch Erwartungen über Witterungserscheinungen. In diesem Relief sind sowohl Fönwetterlagen und Kaltluftseen in Verbindung mit Inversionswetterlagen in den Tal-
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gründen zu erwarten. Außerdem dürften Steigungsniederschläge und Nebel keine seltenen Erscheinungen sein.
2.2 Gestein, Relief, Boden
Durch die Kollision zweier Kontinentalplatten von Süden nach Norden in der Zeit des Tertiärs sind die Alpen entstanden. Die Kollision hatte zur Folge, dass sich zwei Kontinentalplatten als Faltung und Decke übereinander geschoben haben 1 . Da das Ausgangsgestein jedoch deutlich älter ist, lässt dies auf zwei Gebirgsbildungen schließen. Einerseits die Entstehung methamorphoser Gesteine des Altkristallins 2 vor ca. 450 Millionen Jahren im Zuge der kaledonischen Gebirgsbildung und andererseits der Magmatismus im Karbon, die variszische Gebirgsbildung. Das daraus entstandene variszische Gebirge wurde in der Zeit des Perms eingeebnet. Im Mesozoikum wurde der europäische Kontinent abgesenkt und brach anschließend auseinander. Die Überflutung vom Meer folgte und durch Ablagerungen wurde der europäische Kontinent überdeckt. Diese sedimentären Ablagerungen werden als helvetisch bezeichnet.
Helvetische Sedimente unterscheidet man in autochthon, parautochthon und allochthon. Autochthon nennt man Sedimente, die an Ort und Stelle entstanden sind und dort auf einem kristallinen Gestein gelagert sind. Für in Richtung Nordseite verschobene, noch in unmittelbarer Verbindung zu ihrem Bildungsort stehende Sedimente benutzt man den Begriff parautochthon. Dagegen besteht bei allochthonen Sedimenten kein Bezug mehr zum Herkunftsort. 3
Das vorliegende Kartenblatt ist einzuordnen in das Aarmassiv und wurde während der alpinen Gebirgsbildung gefaltet. Im Norden wurden bei der Faltung helvitisch autochthone Sedimente in den Kristallingestein eingemuldet und ebenfalls stark gefaltet. Beispiele hierfür sind Eiger, Mönch, Jungfrau, Sielberhorn, Wetterhorn und
1 vgl. LABHART 1992, S. 53
2 Bezeichnung für alle metamorphen Gesteine (Gneise, Schiefer und Amphibolite), die älter sind als die variszischen Granite im Aarmassiv
3 vgl. LABHART 2007, S. 25f 6
Arbeit zitieren:
Saskia Leissling, 2008, Karteninterpretation - Kartenblatt Jungfrau 1:50.000, München, GRIN Verlag GmbH
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