Inhalt
1 Einleitung 3
1.1 Definitionen 3
1.2 Frühere Studien 4
1.3 Allgemeine Informationen über Maurice Pardé 4
2 Regimefaktoren 5
3 Abflussregime nach Pardé 7
3.1 Prinzipien der Aufteilung 7
3.2 Einfache Regime 8
3.3 Original-Komplexe Regime 10
3.4 Wechselnd komplexe Regime 12
4 Kritik und Alternativen 14
5 Quellenverzeichnis 15
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1 Einleitung
In der Anfangszeit der Hydrogeologie, spezifischer der Potamologie, gab es keine effektiven Mittel, um Flüsse zu kategorisieren. Zwar konnte man einzelne Flüsse exemplarisch typisieren oder Vergleiche durchführen, um eine gewisse Einteilung der unterschiedlichen Flusssysteme zu erreichen, jedoch gab es keinerlei objektive oder allgemeingültige Richtlinien, welche befolgt werden konnten. Die Gründe für diesen Umstand sind unter anderem in der vergleichsweise geringen Beachtung der Hydrogeographie in dieser Periode der Geowissenschaften zu suchen. Aber auch die Tatsache, dass die Messinstrumente zur quantitativen Erhebung von Abflüssen verschiedener Flüsse noch nicht weit genug entwickelt waren machten ein solches Unterfangen schwierig bis undurchführbar, fehlten doch einfach die nötigen Messdaten um eine breit gefächerte Kategorisierung zu ermöglichen.
Die Gründe, den Abflussverlauf als eines der Kriterien zur Einteilung von Flusskategorien zu suchen liegen darin, dass jener einer relativ gleichförmigen, jährlich sich wiederholenden Abfolge von Hoch- beziehungsweise Niedrigwasserereignissen folgt. Jeder Fluss besitzt ein solches Abflussregime, welchem er Jahr für Jahr folgt. Abgesehen von „Ausreißern“, bedingt durch ungewöhnliche Umstände, lässt sich das Abflussverhalten eines Flusses anhand von früheren Beobachtungen relativ exakt vorhersagen. Die ersten bekannten Nutzungen dieses Wissens finden sich bereits in der Bronzezeit, beispielsweise im antiken Ägypten, wo die Ägypter ihre Landwirtschaft nach dem Nil ausrichteten, welcher jährlich das Nildelta überflutete (und noch heute überflutet) und fruchtbaren Schlamm
auf die Felder verbrachte. Die Ägypter waren anhand von astronomischen Kenntnissen und früheren Beobachtungen in der Lage, diese Hochwasserereignisse recht exakt vorherzusagen und das Nildelta vor Beginn der Flut zu verlassen. (Marcinek 1996)
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1.1 Definitionen
Abfluss: Der Verlauf des Niederschlagswassers. In dem Kontext dieses Referates wird nur der Abfluss in Gewässern betrachtet und der Basisabfluss im Grundwasser weitestgehend außen vor gelassen. (Goudie 1995)
Abflussregime: “Unter einem Abflußregime wird die gemittelte, regelhafte und jahreszeitliche Abfolge von Schwankungen des Abflusses verstanden[…]“ (Marcinek & Rosenkranz, 1996)
Abflusstyp: Ein mit dem Begriff Abflussregime eng verwandter Begriff, der die selben Umstände betrachtet, allerdings aus dem Blickwinkel der Auswirkungen, wären das Abflussregime eher die Ursachen betrachtet. (Goudie 1995)
Potamologie: “Flusslehre“. (Aus dem Griechischen:(Potamos): Fluss) Unterdisziplin der Hydrogeographie, welche sich mit der Geologie der Flüsse und Bäche beschäftigt. (Goudie 1995)
1.2 Frühere Studien
Bereits vor Pardé sahen Hydrogeologen die Notwendigkeit, Flüsse zu kategorisieren. Der erste bedeutende Versuch einer solchen Kategorisierung wurde von Woeikof in seiner Arbeit „Flüsse und Landseen als Produkte des Klimas“ vorgebracht. Diese Einteilung berücksichtigte vor allem die Niederschlagsmengen, den Jahresverlauf des Abflusses, die Speisung des Flusses bei Hochwasser, die Verdunstung und zuletzt auch die geographische Lage des Flusses.
Diese Studie stellte zwar ein Pionierwerk in diesem Feld da, vor allem weil sich bis zu diesem Zeitpunkt niemand ausführlich mit Abflussregimen beschäftigt hatte (Dieser Begriff war bis Pardé noch gar nicht geprägt). Allerdings hatte sie auch eine Reihe von Schwachpunkten, welche sie für wissenschaftliche Zwecke disqualifizierte. Vor allem die Tatsache, dass zu jener Zeit (1881) immer noch die Menge an Daten bestenfalls lückenhaft war, ließen die Kate-gorien in die Woeikof die Flüsse einteilte schwammig oder nicht allgemeingültig zurück. Nichtsdestotrotz war diese Studie ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Potamologie, und vielen von Pardés Konzepten beruhten auf Konzepten, die bereits in Woeikofs Arbeit vorhanden waren. (Marcinek 1996)
1.3 Allgemeine Informationen über Maurice Pardé
Maurice Pardé wurde 1883 in Senlis geboren. Er gilt als einer der Erfinder der modernen Po-
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tamologie. Sein Lebenswerk besteht zum überwiegenden Teil aus Artikeln für diverse Zeitschriften, welche sich mit diversen Aspekten der Potamologie beschäftigten. Sein bedeutendstes Werk ist das Buch „Fluves et Riviers“, veröffentlicht 1947, in welchem er auch sein System der Abflussregime das erste Mal darlegt. Dieses Buch prägte unter anderem den Begriff „Abflussregime“ und wird bis heute als ein Standartwerk der Hydrogeologie betrachtet. Pardé erhielt eine Ehrenprofessur an der Universität von Grenoble und starb 1973 in Nancys.
2 Regimefaktoren
Unter dem Begriff der Regimefaktoren versteht man die Gesamtheit aller Faktoren, welche auf den Abflussgang eines Flusses einwirken. Um diese Regimefaktoren im Einzelnen zu verstehen, muss man zuerst eine Reihe von Grundsätzen begreifen, welchen diese Faktoren folgen.
Zum Ersten wirken manche Regimefaktoren nur indirekt oder teilweise kaum noch erkennbar auf das Abflussverhalten eines Flusses ein. Wenn in höheren Berglagen starke Niederschläge als Schneefall niedergehen, hat dies auf den Abfluss des Gewässers keine Auswirkungen, jedenfalls nicht bevor dieser Schnee schmilzt, was je nach den Umständen mehrere Monate nach dem Niederschlagsereignis selbst geschehen kann. (Marcinek 1996) Zum Zweiten wirken manche Regimefaktoren für sich alleine genommen kaum oder gar nicht auf das Abflussverhalten ein, haben jedoch im Zusammenhang mit anderen Regimefak-toren einen sichtbaren Einfluss. Ein Beispiel hierfür wäre die Interzeption, also der Rückhalt von Niederschlagswasser in Bäumen o. ä, was für sich allein genommen das Wasser maximal für einige Stunden zurück hält, eine für statistische Maße wenig relevante Dauer. Betrachtet man die Interzeption jedoch in Verbindung mit der Verdunstung des zurückgehaltenen Wassers, welches sich auf einer großen Oberfläche befindet, so hat die Interzeption durchaus einen Einfluss auf den Abflussgang eines Flusses. Diese Art von Verdunstung wird übrigends praktischerweise Interzeptionsverdunstung genannt. (Marcinek 1996) Zum Dritten kann man von einer Abflussverlaufskurve nicht auf die einzelnen Regimefaktoren schließen, da sie nicht unbedingt charakteristische Merkmale in der Statistik hinterlassen, sondern eher als eine Gesamtheit auf den Abflussgang einwirken. Die Regimefaktoren werden in folgende Kategorien unterteilt: Meteorologische Faktoren
Diese Faktoren beinhalten sämtliche meteorologischen Ereignisse, welche auf den Abflussgang eines Flusses Einfluss nehmen. Dies ist selbstverständlich vor allen Dingen Nieder- 5
Arbeit zitieren:
Saskia Leissling, 2007, Abflussregime nach Pardé, München, GRIN Verlag GmbH
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