Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Hoffnungen und Wünsche) 3
2. Vorstellung der X Schule 4
3. Die ersten Unterrichtseindrücke 5
3.1 Der erste Tag 5
3.2 Hospitationen 7
3.3 Zusammenfassung der Hospitationen 10
4. Der eigene Unterrichtsversuch 11
4.1 Hinführung zur eigenen Unterrichtsstunde 11
4.2 Durchführung des eigenen Unterrichtsversuchs 12
4.3 Reflexion der Stunde 13
5. Forschungsarbeit 14
5.1 Unterrichtsstörungen in verschiedenen Klassen 14
5.2 Resümee 17
6. Reflexion des Praktikums 18
7. Literaturverzeichnis 20
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1 Einleitung
Ich machte mir, wie auch einige meiner Kommilitonen, schon im Vorfeld einige Gedanken bezüglich meines ersten Schulpraktikums. Je näher das Praktikum rückte, desto größer wurden die Zweifel und die Ängste, aber auch die Hoffnungen und Erwartungen. Es war schon schwierig sich auszumalen, was mich in dieser Schule erwarten würde.
Mir schossen Gedanken durch den Kopf wie: „Hoffentlich sind die Lehrer kooperativ. Hoffentlich steh ich nicht alleine da. Hoffentlich gelingt mir meine Unterrichtsstunde.“ Und ich beschäftigte mich mit dem Gedanken: „Was ist, wenn mir der Lehrerberuf nicht liegt oder keinen Spass macht.“ Was wäre dann? Ich müsste meine Zukunft völlig „umkrempeln“ und mir etwas Neues suchen. Des Weiteren machte ich mir Gedanken, in welcher Jahrgangsstufe ich unterrichten wollte, ohne bis dahin überhaupt eine Unterrichtsstunde gesehen zu haben.
Mir kamen Zweifel, ob die Schüler mich überhaupt respektieren und anerkennen würden.
Die Situation war ein bisschen unangenehm, da die Schüler teilweise nur wenige Jahre jünger sind als man selbst. Ich machte mir Gedanken darüber, dass ich mich nicht durchsetzen könnte, dass ich keinerlei Autorität besitzen würde. Vor allem im Bezug auf die von der Seminarleitung beobachtete Stunde, denn aus irgendeinem Grund überkam mich ein mulmiges Gefühl, welches noch nicht einmal von der Seminarleitung verursacht wurde, sondern eher der Gedanke auf einem „Tablett serviert zu werden“.
Aber nicht nur Ängste schossen mir durch den Kopf, denn man sollte ja auch guten Mutes in etwas Neues starten. Ich hatte von der X Schule in X nur Gutes gehört. Freunde sagten mir, es herrsche ein gutes Arbeitsklima an der Schule und die Lehrer würden sich um einen kümmern. Das gab mir Mut. So war ich in gewisser Weise voller Vorfreude, da ich diesmal nicht ein Teil der Schülerschaft sein würde, sondern ein Teil der Lehrerschaft. Dies war etwas Spannendes und für mich ebenfalls etwas Zukunftsweisendes. Ohne dieses Schulpraktikum wäre es für mich recht schwierig mich mit dem Lehrerberuf zu identifizieren. Außerdem war es ebenfalls eine interessante Aussicht an einem Gymnasium zu unterrichten, da dort der Anspruch an die Schüler sicherlich höher ist als an einer Berufsschule und somit die Lehrer auch mehr leisten müssen. Ich war aber auch gespannt, ob es so genannte
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„Problemklassen“ gibt und wann die Lehrer an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßen. Das Praktikum soll ja schließlich Einblick in das gesamte Arbeitsfeld geben. In solchen Klassen könnte ich dann auch erkennen, ob ich zukünftig mit solchen Extremsituationen fertig werden würde und ein guter Lehrer sein würde oder ob ich die Nerven verlieren würde. Des Weiteren hatte ich die Hoffnung, noch enger mit den Seminarteilnehmern zusammenzuarbeiten und das Praktikum so angenehm zu gestalten. Denn alleine schien mir diese neue Situation doch etwas schwieriger. Würde die Gruppe gut funktionieren, wäre auch das Praktikum einfacher. Ein letzter positiver Aspekt, der mir den Einstieg in das Schulpraktikum erleichtern würde, wäre der, dass sich die Lehrer als freundlich und kooperativ erweisen würden. Denn stößt man gleich zu Beginn von etwas Neuem auf Ablehnung und Nicht-Beachtung, dann würden die fünf Wochen Praktikum eine harte und in sich nicht wirklich lohnende Sache werden.
2 Vorstellung der X Schule
Die X ist ein ländliches Gymnasium mit den Jahrgangsstufen 5 bis 13. Die Schule hat ca.1200 Schüler und etwa 90 Lehrer. Sie hat eine breite Leistungspalette mit vielen geselligen Schulfesten, die Gemeinschaft und Zusammenhalt fördern. Am 8. Januar 1861 wurde in X eine Realschule eröffnet, aus der sich die heutige X entwickelte. Das Bemühen, in X neben den Volkshochschulen eine weiterführende Schule zu erhalten, geht bis in das Jahr 1840 zurück. Ab der Jahrhundertwende wurde, durch Direktor X und seinen Nachfolger X zusammen mit den Stadtvätern von X, die X Realschule in eine Oberrealschule umgewandelt, an der die Reifeprüfung (Abitur) abgenommen werden durfte. Man wollte den ca. 60 Oberstufenschülern ersparen, täglich von Montag bis Samstag mit dem Zug nach X zu fahren oder sich eine Pensionsstelle zu suchen. In X existierte zu jener Zeit auch noch keine Oberstufe, diese wurde erst 1941 eingerichtet.
Die Umwandlung zur Oberrealschule erfolgte durch die Regierung in X in den Jahren 1907/1908, so dass am 11. März 1909 die erste Reifeprüfung in X stattfand. Inzwischen war Direktor X (1902) zum Leiter des LehrerInnenseminars in Darmstadt ernannt worden und sein Nachfolger X zum Schulleiter berufen worden. Die großherzogliche Regierung hatte die Genehmigung zur Erweiterung der X
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Realschule zur Vollanstalt an die Bedingung geknüpft, dass die Stadt X je ein neues Schulhaus für die Realschüler und die Volksschüler baute. So entstanden in den Jahren 1907-1910 in X die Stadtschule in der Volkmarstraße und die Oberrealschule in der Schillerstraße.
X übernahm die Schulleitung im Frühjahr 1978. Sein Name ist verbunden mit der Umsetzung der Oberstufenreform (Kurssystem) und der Einweihung des neuen Oberstufengebäudes in der Krebsbach im Jahre 1981. So großzügig und weitläufig das neue Gebäude auch ist, für die Schule brachte es das Problem der Verteilung auf zwei Standorte. Für die SchülerInnen weniger beschwerlich, für die LehrerInnen ausgesprochen strapaziös. 1988 wurde X als Schulleiterin ernannt. Nach 140 Jahren Schulgeschichte ist sie die erste Frau Direktorin.
Musik spielt eine große Rolle an der X. Es gibt insgesamt drei Chöre, ein Orchester, eine Big Band und eine Schulband, die mit ihren Auftritten die Schulgemeinde und die Öffentlichkeit erfreuen. Ab 1982/83 kam Sport als Leistungskurs hinzu. Bei den 5. Klassen gibt es eine Sportklasse und eine Musikklasse, diese Klassen haben jeweils eine Stunde mehr Unterricht in ihren Spezialisierungen.
3 Die ersten Unterrichtseindrücke
3.1 Der erste Tag
Am 27. September trafen wir Praktikanten uns alle um 6:45 Uhr am Marburger Hauptbahnhof, um nach einer dreiviertelstündigen Autofahrt an der X Schule anzukommen. Da wir den Weg nach X und zur X noch nicht kannten, planten wir ein wenig mehr Fahrtzeit ein, um pünktlich zur ersten Stunde in der Schule anzukommen.
Wir trafen also zur ersten Stunde um 8:00 Uhr ein. Da es zwei Standorte der Schule gibt, waren wir uns nicht sicher wo wir uns mit unseren Betreuungslehrerinnen treffen wollten. Wir beschlossen erst einmal in das Unter- und Mittelstufengebäude zu gehen. Nach einer kurzen Suche und Nachfrage bei einigen Lehrpersonen wurde uns mitgeteilt, dass sich unsere Betreuungslehrerinnen an dem zweiten Standort in der X befinden. Wir machten uns also auf den Weg zu dem Oberstufentrakt
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der Schule, der ca. fünf Minuten mit dem Auto entfernt lag. Da wir diesen Standort bis dahin nur von außen gesehen hatten, mussten wir uns erst einmal etwas orientieren. Nach einer kurzen Suche des Lehrerzimmers wurden wir auch schon von unseren Betreuungslehrerinnen empfangen. Wir gingen zusammen in einen Seminarraum, wo Kaffee und Süßigkeiten für uns bereitstanden. Die Runde setzte sich aus fünf Studenten und Studentinnen aus Marburg, einem Studenten aus Mainz und unseren zwei Betreuungslehrerinnen zusammen. Nach einer kurzen Vorstellung jedes Einzelnen bekamen wir zwei Zettel und einen Edding in die Hand und sollten darauf unsere Erwartungen und Befürchtungen an das Praktikum formulieren. Nachdem wir diese aufgeschrieben hatten, legten wir alle Zettel in die Mitte des Tisches und gingen die einzelnen Punkte durch und diskutierten sie. Es herrschte eine lockere und angenehme Atmosphäre. Dies kam sehr wahrscheinlich durch unsere sehr netten und freundlichen Betreuungslehrerinnen, die uns sagten „Lehrer wären auch nur ganz normale Menschen wie jeder andere auch“, was uns ein leichtes Schmunzeln ins Gesicht zog. Nach der Diskussionsrunde bekamen wir noch einige Informationen zur Schule und zu diesem Standort in der X. Uns wurde gesagt, wo sich die Toiletten für das Lehrpersonal, die Cafeteria und die Unterrichtsräume befinden. Wir vereinbarten ein Treffen pro Woche um die eventuell auftretende Probleme und die gemachten Erfahrungen zu besprechen. Anschließend bekamen wir von unseren Betreuungslehrerinnen einen vorgefertigten Hospitationsplan für die ersten drei Tage. Dies sollte uns den Einstieg etwas erleichtern, bis wir selbst einige Lehrer und Lehrerinnen angesprochen und kennen gelernt hatten. Es gestaltete sich nämlich nicht als einfach die einzelnen Lehrkräfte für seine eigenen Fächer zu erwischen, da sie oft während der Pausen damit beschäftigt waren die Standorte zu wechseln. Danach gingen wir in das Lehrerzimmer und wurden den Kolleginnen und Kollegen, die dort waren, vorgestellt. Diese waren größtenteils sehr freundlich und aufgeschlossen gegenüber uns neuen Praktikanten, manche hingegen warfen uns einen eher skeptischen Blick herüber, nach dem Motto „Schon wieder neue Praktikanten“. Aber das war nur ein kleiner Teil der Lehrkräfte, die anderen Lehrer kamen direkt zu uns, stellten sich vor und boten uns direkt an, ihren Unterricht zu besuchen. Diese Fülle von Namen konnten wir uns jedoch auf Anhieb nicht direkt merken.
Nachdem wir einige Kontakte geknüpft hatten, gingen wir in unsere erste Hospitationsstunde, eine Doppelstunde Stunde Latein in einer 11. Klasse. Neugierig
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Arbeit zitieren:
Saskia Leissling, 2007, Erfahrungsbericht nach dem fünfwöchigen Praktikum an einem hessischen Gymnasium, München, GRIN Verlag GmbH
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