Inhaltsverzeichnis
1. Hoffnungen, Erwartungen, Wünsche 3
2. Das Schulprofil 4
3. Erster Eindruck 6
4. Eine gute Unterrichtsstunde 7
5. Hospitationen 8
5.1 Zusammenfassung der Hospitationen 10
6. Hinführung zur eigenen Unterrichtsstunde 11
7. Reflexion des eigenen Unterrichtsversuchs 14
8. Forschungsarbeit: Reaktion der Lehrer auf das Störverhalten von Schülern 16
8.1 Resumé 19
9. Gesamtbilanz 19
10. Anhang 21
11. Quellenverzeichnis 21
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1.Hoffnungen, Erwartungen, Wünsche
Was erwarte ich von meinem Praktikum?
Wenn ich an mein Praktikum denke, muss ich feststellen, dass ich ziemlich aufgeregt bin. Wie wird das Praktikum verlaufen? Werden die Schüler mich akzeptieren? Bin ich in meinem Alter schon autoritär genug um eine Klasse zu unterrichten?
Es sind keine Zweifel an meiner Persönlichkeit, sondern eher, ob ich schon genug Wissen erlernt habe, um besonders im Französischunterricht den Schülern bei ihren Fehlern zu helfen und diese zu korrigieren. Jetzt, in den letzten Wochen vor Praktikumsbeginn heißt es erstmal abwarten und hoffen, dass sich die Bedenken von ganz alleine lösen werden. Nach den Gesprächen mit den ehemaligen Praktikanten wissen wir ja, dass wir in der ersten Woche nur hospitieren und uns die Möglichkeit gegeben wird, die Schüler und einige der Lehrpersonen kennen zu lernen.
Ich bin auch aufgeregt, weil ich die Schule überhaupt nicht kenne, sie ist auch viel größer als die Schule, in der ich mein Abitur gemacht habe. Ich sehe es als Herausforderung mich hier zurechtzufinden. Es ist schade, dass wir mit unserer Seminargruppe, die Schule vorher aus organisatorischen Gründen nicht besuchen konnten. Aber ich finde es gut, dass wir mit mehreren Teilnehmern in X sind. So haben wir die Möglichkeit unsere Erfahrungen und Eindrücke untereinander auszutauschen. Ich bin schon sehr gespannt, wie wir von den Lehrpersonen und vom Schulleiter aufgenommen werden.
Von meinem Praktikum erwarte ich für mich selber, dass mir der Lehrerberuf aus einer anderen Perspektive vermittelt wird. Wie ist es vor einer Klasse zu stehen und diese zu unterrichten? Wie fühle ich mich dabei? Fühle ich mich wohl? Ich möchte so viele Erfahrungen wie möglich gewinnen, um meine Entscheidung einen Lehrerberuf auszuüben weiter zu bestätigen. Es ist für mich das erste Mal, dass ich vor einer Schulklasse stehe und ich werde sicherlich sehr nervös sein. Als Ziel setze ich mir, die Nervösität zu überspielen und souverän aufzutreten. Wir haben bei unserer Videoanalyse im Seminar uns selbst gesehen und ich versuche die Kritik, die an mir und auch an den anderen geäußert wurde, umzusetzen. Außerdem bin ich sehr gespannt, wie man als Lehrkraft den Sportunterricht vorbereitet und durchführt. Ich hoffe, dass ich dabei miteinbezogen werde und selber Teile einer Stunde übernehmen kann. Meine Bedenken sind, ob ich mich mit meiner Stimmer in einer Sporthalle mit 30 kreischenden Kindern durchsetzen kann.
Im Ganzen kann ich aber sagen, dass ich mich auf das Praktikum freue. Ich werde Erfahrungen machen, die ich in meinem späteren Berufsleben sicher wieder aufgreifen kann und durch
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die Hospitationen erhoffe ich mir, von den erfahrenen Lehrern zu profitieren. Wie gehen sie in bestimmten Situationen beispielsweise mit Störfällen um? Und bei den Beobachtungen der Schüler wird man sich sicher in ein oder anderen Handlungen aus der eigenen Schulzeit wiedererkennen. Mit Spannung erwarte ich das Praktikum in einigen Wochen.
2. Das Schulprofil
Unsere Praktikumsschule, das Gymnasium X in X, hat eine lange Tradition. Gegründet wurde sie bereits 1579 von dem Grafen von X als höhere Schule für die Kinder der Region. Die mehr als 425 Jahre alte Lehranstalt hat das geistige und kulturelle Leben der Stadt X und des gesamten Waldecker Raumes mitgeprägt.
Zunächst in der X Innenstadt gelegen, bezog die Schulgemeinde 1971 einen Neubau, der den aktuellen Anforderungen an das Raumangebot auf lange Sicht gewachsen sein sollte. Tatsächlich wurde zwischenzeitlich zwar angebaut, das damals entstandene Gebäude hat sich aber bis heute bewährt.
Doch auch zusammen mit dem neuesten Anbau aus den Jahren 2002/2003, worin sechs neue Klassenräume entstanden waren und damit die größte Raumnot gemildert werden konnte, sind die Gebäude den heutigen Anforderungen und Entwicklungen mittlerweile nicht mehr gewachsen. Durch die Einrichtung der Ganztagsschule und Ausweitung des Unterrichts auf den Nachmittag ist an der X ein weiterer Anbau nötig geworden. Ein neuer Gebäudekomplex soll weitere Räume für den naturwissenschaftlichen Unterricht bieten und vor allen Dingen die Essenssituation entspannen, indem eine große Mensa entsteht, die auch als Aula und Aufenthaltsmöglichkeit Verwendung finden wird. Die Pläne dazu sind fertig gestellt und werden wohl in den kommenden Jahren in die Tat umgesetzt. Dabei soll auch das nunmehr 35 Jahre alte Hauptgebäude einer grundlegenden Renovierung unterzogen werden. Im Schuljahr 2006/2007 besuchen nun 1510 Schülerinnen und Schüler die X, die sich auf 59 Klassen in den Jahrgangsstufen 5-13 aufteilen. Hiervon stellen mit 57,4% die Schülerinnen den größeren Anteil der Schulgemeinde dar. Im Gegensatz dazu lag dieser Anteil noch vor 25 Jahren bei nur 33,4%. Wie an vielen anderen Schulen wandelte sich diese Geschlechterverteilung seither grundlegend. Während 1978/79 nur 30 Abiturientinnen unter 92 Absolventen waren, sind es 2003/04 schon 69 von 104 Absolventen gewesen. Seit dem Jahr 2005 ist die Gymnasialzeit in Hessen um ein Jahr verkürzt. Mit der Verkürzung von bisher neun auf acht Schuljahre wird die heutige Klasse 10 gestrichen, die Lerninhalte und Stunden werden auf Mittelstufe und Grundschule verteilt. Seit 2005 heißt es für die Stundenpläne an der X: Zu den bisher 160 Nachmittagsstunden sind 80 Pflichtsunden hinzu gekommen.
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Aktuell arbeitet an der Schule ein Lehrerkollegium von insgesamt 101 Lehrerinnen und Lehrern. Hinzu kommen noch die Referendare und Praktikanten aus Marburg, Gießen, Kassel und von anderen Hochschulen. Außerdem hat sich das Kollegium neuestens durch die hessische „Unterrichtsgarantie Plus“ eher unübersichtlich vergrößert.
Das außerschulische Angebot für die Schülerinnen und Schüler ist äußerst vielseitig und bietet eine sehr große Auswahl aus vielen Interessensgebieten. So gibt es insgesamt etwa 30 AGs: schulinterne, von Lehrkräften geleitete, wie zum Beispiel die Fair Trade AG, die auch im Schulgebäude einen Verkaufsstand von fair gehandelten Waren betreibt. Außerdem gibt es weitere schulexterne Arbeitsgemeinschaften, die von der Volkshochschule in Korbach angeboten werden, so etwa Chinesisch oder Leichtathletik.
Der Sport wird an der X jedoch auch intern groß geschrieben. 1992 wurde sie zum Schul-sportzentrum für den Landkreis X. Somit verpflichtete sich die X jedes Jahr einen Leistungskurs im Fach Sport anzubieten. Die Schwerpunktsportarten liegen dabei im Handball, Badminton und in Leichtathletik.
Die Schule beteiligt sich regelmäßig an den Wettkämpfen mit anderen Schulen, z.B. im Fußball, Tennis oder auch der Leichtathletik.
Aber auch das sprachliche Angebot ist sehr vielfältig. Ab der 5. Klasse wird Englisch unterrichtet, ab der 6. Klasse haben die Schüler die Wahl zwischen Französisch und Latein als zweiter Fremdsprache. Zusätzlich können die Schüler in der neunten Klasse Spanisch hinzu wählen.
Sinnvolle Anwendung findet dieses Sprachangebot in den zahlreichen Kontakten zu Schulen im Ausland. Frankreich, England, Polen, Tschechien und Russland sind Ziele regelmäßiger Austauschprogramme, durch die Freundschaft und Verständnis zwischen Völkern geschaffen werden.
Die sich selbst gestellte Verpflichtung, ihren Schülerinnen und Schülern diejenigen Fertigkeiten und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie dazu befähigen erfolgreich ihr Leben zu meistern, bewältigt die X mit ihrem Gesamtangebot also sehr erfolgreich.
Es ist ihr gelungen, von einer einseitigen Schwerpunktbildung Abstand zu halten, so dass die Schülerinnen und Schüler hervorragende Leistungen auf vielen Gebieten zeigen: musischkünstlerisch, mathematisch-naturwissenschaftlich, sprachlich und sportlich.
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3. Die ersten Eindrücke
Nachdem ich den Weg zur X gefunden hatte, traf ich mich mit den anderen Praktikanten um uns zusammen im Sekretariat anzumelden. Wir wurden in das Büro des Schulleiters geleitet und von ihm mit ein paar netten Worten begrüßt.
Wir gingen zunächst ins Lehrerzimmer, wo wir nähere Informationen über die Schule und deren Konzept sowie über die große Anzahl der Schüler und den Aufbau der Schule erhielten. Dann wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Meine zugeteilte Betreuerin gab mir meinen Stundenplan für die nächste Woche. Es war vorgesehen die ersten Tage immer eine Klasse zu begleiten und am Freitag eine Lehrkraft, die mindestens eins unser Fächer unterrichtet. Dabei konnten wir schon einmal Kontakte knüpfen und fragen, ob es möglich wäre in der nächsten Woche noch einmal dort zu hospitieren. Unsere Betreuer gaben uns kurze Einweisungen wie man sich mit den Lehrplänen und den Kürzeln zurechtfindet. Auf dem Flur gibt es auch eine riesige Bilderwand, an Hand derer gezielte Lehrpersonen ausfindig gemacht und im Lehrerzimmer gesucht werden konnten.
In dieser Woche sollten wir einen ersten Eindruck in die Lehrerrolle bekommen und uns vom Schülersein endgültig verabschieden.
Ab der zweiten Stunde gingen wir dann mit den Lehrern, die uns zugeteilt worden waren, in den Unterricht. Wir warteten alle auf den Fluren vor den Klassenzimmern und fragten die Lehrpersonen, ob wir bei ihnen hospitieren dürften.
In der ersten Stunde war ich im Matheunterricht und war überrascht welches Interesse die Kinder an meiner Person hatten. Der Lehrer stellte mich auch gleich der Klasse vor und ich musste ein paar Sätze über mich sagen. Anschließend stellten mir die Kinder eine Vielzahl an Fragen, z.B. über das Studium an einer Universität und über die Art und Dauer unseres Praktikums. Die Kinder haben mich auf Anhieb gesiezt, was ich nicht erwartet habe, da ich nicht viel älter war als sie selbst.
Ich empfand diese Stunde als einen guten Einstieg und sah den folgenden Wochen nun etwas gelassener entgegen. Die Nervosität des Morgens war hiermit verflogen. Auch die nächsten Tage unseres Praktikums verliefen im Ganzen gut. Da uns die Lehrer noch nicht bekannt waren, konnten wir vorher nicht fragen, ob wir mit in den Unterricht konnten und einige Lehrer waren sehr überrascht uns vor der Tür zu sehen und fanden das zu spontan. Wir akzeptierten natürlich die Entscheidung und versuchten dann woanders unser Glück. In den meisten Fällen stellte sich unsere Anwesenheit auch nicht als Problem dar. Am Ende der ersten Woche hatten wir auch schon genug Lehrer kennen gelernt, um unseren Stundenplan für die nächste Woche zu füllen und einige von den Lehrern boten uns schon an,
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Arbeit zitieren:
Saskia Leissling, 2006, Bericht zu einem Schulpraktikum an einem Gymnasium in Hessen, München, GRIN Verlag GmbH
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