Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung (Hoffnungen und Wünsche) 3
2. Das Schulprofil 4
3. Die ersten Tage 6
4. Der eigene Unterrichtsversuch 7
5. Unterrichtsstörungen in verschiedenen Klassen 11
6. Unterrichtstag einer Klasse 8 14
7. Reflexion 16
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1. Einleitung
Ich machte mir, wie auch einige meiner Kommilitonen, schon im Vorfeld einige Gedanken bezüglich meines ersten Schulpraktikums. Je näher das Praktikum rückte, desto größer wurden die Zweifel und die Ängste, aber auch die Hoffnungen und Erwartungen. Es war schon schwierig sich auszumalen, was mich in dieser Schule erwarten würde.
Mir schossen Gedanken durch den Kopf wie: „Hoffentlich sind die Lehrer kooperativ. Hoffentlich steh ich nicht alleine da. Hoffentlich gelingt mir meine Unterrichtsstunde.“ Und ich beschäftigte mich mit dem Gedanken: „Was ist, wenn mir das Lehren nicht liegt oder keinen Spass macht.“ Was wäre dann? Ich müsste meine Zukunft völlig „umkrempeln“ und mir etwas Neues suchen. Des Weiteren machte ich mir Gedanken, in welcher Jahrgangsstufe ich unterrichten wollte, ohne bis dahin überhaupt eine Unterrichtsstunde gesehen zu haben.
Mir kamen Zweifel, ob die Schüler mich überhaupt respektieren und anerkennen würden.
Die Situation ist ein bisschen unangenehm, da die Schüler teilweise nur 2 Jahre jünger sind als man selbst. Ich machte mir Gedanken darüber, dass ich mich nicht durchsetzen könnte, dass ich keinerlei Autorität besitzen würde. Vor allem im Bezug auf die von der Seminarleitung beobachtete Stunde, denn aus irgendeinem Grund überkam mich ein mulmiges Gefühl, welches noch nicht einmal von der Seminarleitung verursacht wurde, sondern eher der Gedanke auf einem „Tablett serviert zu werden“.
Aber nicht nur Ängste schossen mir durch den Kopf, denn man sollte ja auch guten Mutes in etwas Neues starten. Ich hatte von der X nur Gutes gehört. Freunde sagten mir, es herrsche ein gutes Arbeitsklima an der Schule und die Lehrer würden sich um einen kümmern. Das gab mir Mut. So war ich in gewisser Weise voller Vorfreude, da ich diesmal nicht ein Teil der Schülerschaft sein würde, sondern ein Teil der Lehrerschaft. Dies ist etwas Spannendes und für mich ebenfalls etwas Zukunftsweisendes. Ohne dieses Schulpraktikum wäre es für mich recht schwierig mich mit dem Lehrerberuf zu identifizieren. Außerdem war es ebenfalles eine interessante Aussicht an einem Gymnasium zu unterrichten, da dort der Anspruch an die Schüler sicherlich höher ist als an einer Berufsschule und somit die Lehrer auch mehr leisten müssen. Ich war aber auch gespannt, ob es so genannte „Problemklassen“ gibt und wann die
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Lehrer an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßen. Das Praktikum soll ja schließlich Einblick in das gesamte Arbeitsfeld geben. In solchen Klassen könnte ich dann auch erkennen, ob ich zukünftig mit solchen Extremsituationen fertig werden würde und ein guter Lehrer sein würde oder ob ich die Nerven verlieren würde. Des Weiteren hatte ich die Hoffnung, noch enger mit den Seminarteilnehmern zusammenzuarbeiten und das Praktikum so angenehm zu gestalten. Denn alleine schien mir diese neue Situation doch etwas schwieriger. Würde die Gruppe gut funktionieren, wäre auch das Praktikum einfacher.
Ein letzter positiver Aspekt, der mir den Einstieg in das Schulpraktikum erleichtern würde, wäre der, dass sich die Lehrer als freundlich und kooperativ erweisen würden. Denn stößt man gleich zu Beginn von etwas Neuem auf Ablehnung und Nicht-Beachtung, dann würden die fünf Wochen Praktikum eine harte und in sich nicht wirklich lohnende Sache.
2. Das Schulprofil
Die X ist ein traditionelles Gymnasium mit den Jahrgangsstufen 5 bis 13. Die Schule hat ca.1300 Schüler und etwa 90 Lehrer.
Sie ist das einzigste Gymnasium X. Das Einzugsgebiet erstreckt sich bis über das ehemalige Kreisgebiet hinaus. Weitere Gymnasien befinden sich nicht im direkten Umkreis.
Die X liegt im Stadtzentrum direkt neben einer weiteren Schule. Das Areal der Schule ist ziemlich weitläufig. Unter- und Mittelstufen sind in einem Gebäude, die Oberstufen und Naturwissenschaften in verschiedenen anderen Gebäuden untergebracht. Dieser Aspekt macht es für einen Fremden schwierig, sich zu orientieren. Zudem befinden sich eine kleine und eine große Sporthalle sowie ein Fußballplatz mit Laufbahn herum auf dem Gelände der Schule.
Die Schule teilt sich in einen Neu- und einen Altbau auf. Der Altbau, in dem sich Unter- und Mittelstufen befinden, wurde 1903/1904 erbaut und 1957 erweitert. Der Neubau, in dem sich Naturwissenschaften und Oberstufe befinden, wurde 1971 erbaut. Viele meiner Kommilitonen waren begeistert von der alten Bauweise der Schule. Ich war weniger begeistert vom Baustil, denn ich mag eher modernere Schulen. Vielleicht bin ich durch die Schule, an der ich mein Abitur gemacht habe, etwas verwöhnt, da alle Räume, alle Jahrgangsstufen sowie die Naturwissenschaften sehr neu und in einem Gebäude waren.
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Die Schule hat in den Jahren 2001-2004 so genannte G8 - Klassen eingeführt, in der leistungsstarke Schüler zusammengefasst sind, für die sich die Schulzeit um ein Jahr verkürzt. Diesen Aspekt finde ich sehr außergewöhnlich, da ich dies von meiner früheren Schule her nicht kannte. Zu dem hatte ich die Möglichkeit eine G10 und eine „normale“ 10. Klasse zu unterrichten bzw. zu beobachten. Ausserdem legt die X einen Schwerpunkt in die Ausbildung Musik. Ich habe mir zum Beispiel mit einigen meiner Kommilitonen die Orchesterklasse (6.Klasse) angesehen, in der sich nur Schüler befinden, die schon ein Instrument spielen können und seitdem sie auf der X sind, noch ein weiters Instrument dazu lernen. Des Weiteren gibt es die Big-Band, Theater, Rock-AG usw.
Da ich mich sehr für die Musik interessiere, fand ich diesen Schwerpunkt natürlich sehr interessant. Einzig könnte man anprangern, dass es bei einer Schule die einen Schwerpunkt Musik hat, keinen Musik Leistungskurs in der Oberstufe gibt. Die X bietet für die Schüler verschiedene Beratungsangebote. Eine Beratungslehrerin für Suchtprävention ist Ansprechpartnerin für Lehrer, Schüler und Eltern. Ihre Aufgaben sind die Beratung der Schüler bei unterrichtlichen Vorhaben zur Suchtprävention. Ebenfalls bietet sie Beratung an für Schüler in schwierigen Lebenssituationen an.
Die Schule bietet den Schülern regelmäßige Veranstaltungen an, in denen sie sich über Berufe und den Arbeitsmarkt informieren können. In den Klassen 10 werden Versicherungsträger eingeladen, die informieren. In der Jahrgangsstufe 12 können die Schüler an einem Schnupperkurs an der Universität teilnehmen. Zudem versucht die X, Freiwilligen der Stufe 12 Praktikumsplätze zu vermitteln. Im Jahr 1999 unterzeichnete die Schule einen Kooperationsvertrag mit der Firma Viessmann. Diese Zusammenarbeit soll den Schülern einen Einblick in das Funktionieren eines Industriebetriebes geben. Dazu werden verschieden Projekte durchgeführt, auf die ich aber hier nicht weiter eingehen möchte. Wie zu Beginn des Kapitels beschrieben ist die X ein reines Gymnasium. Schüler kommen zum Start des 5. Schuljahres an die Schule. Nach erfolgreichem Abschluss der Klasse 10 hat man die Mittlere Reife. Zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 ist es möglich, von einer Realschule zur X zu kommen. Vorraussetzungen ist jedoch, dass man Französisch in der Realschule belegt hat.. Mit einem erfolgreichen Abschluss des 13.Schuljahres, hat man das Abitur erlangt, Deutschlands höchste Schulausbildung.
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Arbeit zitieren:
Saskia Leissling, 2006, Praktikumsbericht mit eigenem Unterrichtsversuch an einem Gymnasium in Hessen, München, GRIN Verlag GmbH
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