- Verlagsmanagement-
WS 2001/2002
Hausarbeit zum Thema:
»Total vernetzt. Lehren und Lernen mit neuen Medien an der Hochschule«
Verfasser:
Büchner, Katja
Datum:
22.02.2002
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
Total vernetzt. Lehren und Lernen mit neuen Medien an der Hochschule
Einleitung
...
Ausgangslage
...
2.1 Lebenslanges Lernen...
2.2 Multimedia und Medienkompetenz ...
Die neuen Medien und ihre Nützlichkeit für das Studium
...
3.1 Der Einfluss neuer Medien auf den Wissenserwerb ...
3.2 Der Einfluss neuer Medien auf die Motivation zum Lernen ... ................
Die Entwicklung neuer Lehr- und Lernkonzepte
...
4.5 Vernetzung durch Internet und Intranet ...
4.6 Lernsoftware und Lehrsoftware ...
Konsequenzen für Bildungseinrichtungen
...
Schlussbemerkungen
...
Anhang
Literaturverzeichnis
Quellennachweis
1
2
3
4
5
6
3
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5/6
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9
9
9
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12/13
1 Einleitung
Immer wenn ich das Wort ,,Lernen" höre, denke ich automatisch an Schule.
Dies mag wohl unter anderem daran liegen, dass ich nicht der jüngsten
Generation angehöre, die den Zugang zum Internet und den Umgang mit den
neuen Medien, in die Wiege gelegt bekommen haben. Dennoch dürfte an
den, mit der Verbreitung des Computers aufgekommenen kreativen
Wortneuschöpfungen Datenhighway, Digitalisierung oder virtuelle Realität,
niemand mehr vorbeikommen. Sie bilden das Fundament dessen, was seit
geraumer Zeit unter dem Schlagwort ,,Informationsgesellschaft" kursiert.
Es ist jedoch nicht nur die internationale Wirtschaft, die sich mit dem
Aufkommen der neuen Informationstechnologien drastisch verändert hat.
Auch Bildung und Wissenschaft befinden sich längst in einem revolutionären
Umwandlungsprozess. Dieser erfordert ein grundlegendes Überdenken der
Vermittlung und Nutzung von Wissen. Er stellt die Hochschulen und alle
Bildungseinrichtungen unseres Landes vor eine neue Herausforderung.
,,Lernen in der Welt von heute heißt zudem ,,Lebenslanges Lernen", selbstge-
steuert, problemorientiert, kooperativ und ,,on demand", so heißt es in einer
Studie der Bund-Länder-Komission (BLK) zum Thema ,,Multimedia an der
Hochschule".
1
Es reicht nicht mehr aus, nach dem Studium die
Entwicklungen spezieller Fachgebiete so gut es geht zu verfolgen. Die ,,New
Economy" erfordert ein lebensbegleitendes Lernen und Aneignen von
Wissen, um erfolgreich zu sein.
Vor diesem Hintergrund möchte ich mich in meiner Arbeit auf drei wesentli-
che Punkte konzentrieren. Hierzu gehören die neuen Medien und ihre
Nützlichkeit für das Studium, die Entwicklung neuer Lehr-und Lernkonzepte,
sowie Perspektiven für die Entwicklung neuer Medien.
2. Ausgangslage
Dass sich die neuen Informations- und Kommunikationsstrukturen rasant ver-
ändern, habe ich bereits erwähnt. Doch wie schnell dieser Prozess vor sich
geht, läßt sich nur anhand von Zahlen belegen. So geht aus der 16.
Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW)
2
hervor , dass nahe-
zu 97% der befragten Studierenden über die Möglichkeit verfügen, einen
Computer für private oder studienorientierte Zwecke zu nutzen. Lediglich
2,9 % der Studierenden im Erststudium wurden als Nichtnutzer registriert.
In der Gruppe der Nichtnutzer befinden sich anteilig mehr Frauen, als
Männer (3,3% vs. 2,5%). Hierbei wird davon ausgegangen, dass sich der nie-
drigere Anteil weiblicher Nichtnutzer aus dem Altersunterschied beider
Gruppen erklären lässt. So gäbe es bis zu einem Alter von 27 Jahren anteil-
mäßig mehr Frauen als Männer unter den Studierenden, die keinen PC benut-
zen. Eine Ursache hierfür könnte in der geschlechtsspezifischen Fächerwahl
liegen.
neue Generation
Veränderung
der internationlen
Wirtschaft
,,Herausforderung"
H.-Ehlers-Str. 10
53113 Bonn
www.blk-bonn.de
wesentliche Punkte
www.bmbf.de
www.his.de
Nichtnutzer
-->Bild 2.1
-->Tabelle 2.1
Total vernetzt. Lehren und Lernen mit neuen Medien an der Hochschule
-2-
Total vernetzt. Lehren und Lernen mit neuen Medien an der Hochschule
-3-
Bild 2.1: Zusammensetzung der Altersgruppen nach Geschlecht
Vergleich Insgesamt und PC Nichtnutzer
in %
Bild 2.2: Studierende, die keinen PC nutzen
in %3
Studierende, die keinen
Fächergruppe
PC nutzen (%)
Elektrotechnik
1,0
Mathematik, Informatik
1,3
Geowiss., Physik
1,9
Pädagogik
2,1
Architektur, Bauwesen
2,3
Biologie, Chemie
2,4
Maschinenbau
2,5
Agrarwissenschaften
2,7
Wirtschaftswissenschaften
2,9
Psychologie
3,1
Sprach-, Kulturwissenschaften
3,3
Medizin
3,4
Sozialwiss., Sozialwesen
3,5
Rechtswissenschaften
3,7
Kunst, Kunstwissenschaften
5,4
Gesamt
2,9
Merkmale, wie soziale Herkunft, Einkommen und Abschluss der Eltern,
Familienstand der Studierenden, Art und Bundesland der Hochschule, bzw.
ob die Studenten ein Vollzeit- oder Teilzeitstudium absolvierten, wurden bei
der Erhebung zur PC-Nutzungsquote nicht berücksichtigt.
Download auch unter
www.studentenwerke.de
Vergleich
Alter / Geschlecht
Download
unter www.his.de
Fächer
Nichtnutzer gesamt
DSW/HIS 16. Sozialerhebung
DSW/HIS 16. Sozialerhebung
männl. insgesamt
weibl. insgesamt
PC Nichtnutzer
Alter in Jahren
-4-
Total vernetzt. Lehren und Lernen mit neuen Medien an der Hochschule
2.1 Lebenslanges Lernen
Noch bis vor drei Jahrzehnten war unser Leben eingeteilt in eine Phase des
Lernens und eine Phase des Arbeitens. Grundlegendes Wissen und bestimmte
Fähigkeiten erwarb man in der Schule oder der Universität. Praktische
Erfahrungen dagegen sammelte man im späteren Berufsleben. Diese ,,alte"
Wirtschaft hat längst ausgedient. Sie wurde von der neuen, digitalisierten
Wirtschaft abgelöst. Somit hat sich auch der Weg der Karriereplanung grund-
legend geändert. Wer heute erfolgreich sein will, muss sein Grundwissen
ständig erneuern, um der Herausforderung der sich rasant wandelnden
Gesellschaftsstrukturen gerecht zu werden.
,,Akademiker nehmen fälschlicher Weise an, dass sie mit ihrem
Hochschulabschluss für das nächste Jahrzehnt ausgelernt haben.
Wenn überhaupt, ist ihr Wissen höchstens in den nächsten zehn
Sekunden aktuell. Nach dem Abschluss eines vier Jahre dauernden
naturwissenschaftlichen oder technischen Universitätsstudiums ist
bereits die Hälfte des Gelernten überholt."
(Richard Soderberg, Technological University)
4
In meinem Studium der Verlagsherstellung konnte ich am eigenen Leib erfah-
ren, wie wahr diese These von Soderberg ist. Im Fach Informatik galt es, als
Semesterabschlussleistung ein Programm mit der Programmiersprache Turbo
Pascal zu erstellen. Längst verwendete zu diesem Zeitpunkt kaum mehr ein
Programmierer dieses, zu jener Zeit schon fossile, Programm. Java, C++ und
HTML hatten das alte Pascal abgelöst. In diesem Beispiel liegt für mich
zugleich auch die Schwierigkeit der Umsetzung einer fortwährend aktuellen
Hochschulbildung. Hier bedarf es eines Umdenkes nicht nur aus Sicht der
Professoren, sondern vor allem auch aus Sicht der Lernenden.
In den folgenden Kapiteln meiner Abhandlung werde ich auf dieses Thema
noch näher eingehen.
Die neue Wirtschaft erfordert ein lebensbegleitendes Lernen und eine gesun-
de Mischung aus formellem und informellem Lernen innerhalb und außerhalb
des Bildungssystems. Hierbei spricht man auch von fremdgesteuertem Lernen
durch Professoren, Lehrern u.ä. und selbstgesteuertem Lernen in der Freizeit,
in virtuellen Lernumgebungen oder ähnlichem.
Das oberste Ziel der Reform unseres Bildungssystems sollte es sein, in den
Lernenden den Willen zum eigenverantwortlichen Erwerb von Wissen freizu-
setzen und zu verstärken. Hierfür ist es jedoch notwendig, dass auch
Professoren und Lehrer ihre Sichtweise über Qualität und Gestaltung der
Wissensvermittlung modifizieren, wenn nicht gar grundlegend erneuern.
In der Studie der BLK zum lebenslangen Lernen werden die Anforderungen
zur Verwirklichung dieses Zieles folgendermaßen formuliert:
,,Selbstgesteuertes Lernen erfordert Anleitung und Unterstützung,
erfordert Coaching sowie Beratung und Ermutigung. Unterstützung
ist abhängig davon notwendig, in welchem Lernort - Schule, Betrieb,
Hochschule, Weiterbildungseinrichtung oder Privatleben - und in wel-
cher Lernphase sich die Lernenden befinden. Die Aufforderung zum
lebenslangen Lernen beinhaltet die Verpflichtung, hierfür geeignete
Rahmenbedingungen und Systemvoraussetzungen zu entwickeln und
bereitzustellen."
5
die ,,alte"
Wirtschaft
überholtes
Wissen nach
dem Abschluss
www.htwk-leipzig.de
formelles und
informelles Wissen
selbstgesteuertes
Lernen
oberstes Ziel
der Bildungsreform
Anforderungen
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