Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Wirtschaftsordnung. 1
2.1. Zentralverwaltungswirtschaft 1
2.2. Marktwirtschaft 2
2.2.1 Freie Marktwirtschaft. 2
2.2.2 Der Weg zur Sozialen Marktwirtschaft 3
2.2.3 Einführung der Sozialen Marktwirtschaft. 5
2.3. Abgrenzung der Wirtschaftsordnungen 5
3. Phasen der „Sozialen Marktwirtschaft“ 7
3.1. Ordoliberalismus (1948 - 1966/67) 7
3.2. Freiheitlicher Sozialismus (1966/67 - 1980) 7
3.3. Wiederentdeckung der Ordnungspolitik (1980 - 1990) 8
3.4. Integration der ehemaligen DDR (seit 1990) 8
3.5. Start der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft (seit 1995) 8
4. Wirtschaftspraxis 9
4.1. Aktuelle Probleme 9
4.2. Ursachen 10
5. Fazit. 11
Abk ürzungsverzeichnis
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands
CSU Christlich-Soziale Union
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands
DDR Deutsche Demokratische Republik
BRD Bundesrepublik Deutschland
ii
1. Einleitung
„Erhard hält was er verspricht: Wohlstand für alle durch die Soziale Marktwirtschaft“. 1 Diesen Titel trug ein Wahlplakat der CDU/CSU 1957 und machte damit Werbung für eine neue Form der Wirtschaftsordnung. Mittlerweile ist die Soziale Marktwirtschaft in die Jahre gekommen. Auf dem Weg bis heute hat sie dabei aber bereits unterschiedlichste Ausprägungen erfahren. Aufgrund der aktuellen Finanzmarktkrise, wird das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft intensiv diskutiert. Wie stark soll bzw. darf der Staat in Wirtschaft eingreifen?
Dieses Assignment wird auf diese Fragestellung eingehen. Zunächst werden jedoch einige Grundlagen erläutert. Dazu gehört die Diskussion der unterschiedlichen Wirtschaftsordnungen inklusive ihrer Prinzipien und Entstehungsgeschichte. Anschließend wird historische Entwicklung der „Sozialen Marktwirtschaft“ beleuchtet und auf die aktuelle Diskussion eingegangen.
2. Wirtschaftsordnung
In diesem Kapitel sollen zunächst unterschiedliche Arten der wirtschaftlichen Lenkung beschrieben werden. Hierbei wird auf die zentrale Lenkung des Staates eingegangen (Zentralverwaltungswirtschaft), sowie auf die dezentrale Lenkung durch den Markt (Marktwirtschaft). Hierbei sei erwähnt, dass es sich bei der zentralen und dezentralen Lenkung um Extreme handelt. In der Realität sind immer Abweichungen von einer rein zentralen bzw. dezentralen Lenkung zu finden. 2
2.1. Zentralverwaltungswirtschaft
Im Allgemeinen wird für die Zentralverwaltungswirtschaft auch der Begriff der Planwirtschaft verwendet. Dieses System ist dadurch charakterisiert, dass wichtige Entscheidungen durch eine Planungsinstanz getroffen werden. Diese Instanz ist eine
1 Erhard L. (1957);
2 Vgl. Woll A. (1984); Seite 77
1
Steuerungszentrale, die zur Aufgabe hat, die gesamte Volkswirtschaft zu lenken. 3 Hierzu gehören Aktivitäten wie z.B. Ermittlung von Bedarfen, Zeitvorgaben für gewisse Produktionen oder Festlegung der Produktionsbetriebe. Diese Betriebe befinden sich im Eigentum der Planungsinstanz, in der Regel der Staat. Voraussetzung für die vollständige Planbarkeit einer Volkswirtschaft ist ein perfektes Informationssystem, welches in der Praxis kaum umzusetzen ist. Alle erforderlichen Informationen sind nicht immer verfügbar. Die Folge ist eine nicht vollständige Planbarkeit, die z.B. zu Engpässen führen kann. Weiterhin fehlt durch nicht vorhandenen Wettbewerb ein gewisser Anreiz zur Effizienzsteigerung. Beispiele wie z.B. die ehemalige DDR zeigen, dass ein System der Zentralverwaltungswirtschaft aus ökonomischer Sicht nicht zielführend ist. 4
2.2. Marktwirtschaft
2.2.1 Freie Marktwirtschaft
Im Gegensatz zur Zentralverwaltungswirtschaft rückt der Staat bei der Marktwirtschaft in den Hintergrund. Das Instrument welches z.B. Bedarfe regelt ist hier der Markt selbst. Adam Smith (1723 - 1790) bezeichnet das Steuerungselement als die „unsichtbare Hand“ des Marktes. Weiterhin ist er davon überzeugt, dass jeder Teilnehmer des Marktes implizit zum Gemeinwohl der Gesellschaft beiträgt. Dies ist auch der Fall, wenn er nur im Eigeninteresse handelt. Der Staat hat nach Ansicht Smith nur die Aufgabe öffentliche Güter, sowie eine Rechtsordnung zur Verfügung zu stellen. Probleme die in diesem Zusammenhang diskutiert werden liegen in der ungleichmäßigen Verteilung des Wohlstandes. Die Ursache wird darin gesehen, dass das Privatinteresse vor dem Gemeinwohl der Gesellschaft steht. Konkret bedeutet dies, dass die Macht, die z.B. Unternehmer erlangen und ausbauen, missbraucht wird, welches der gleichmäßigen Verteilung des Wohlstandes entgegen steht. Die soziale und ethische Verantwortung von z.B. Unternehmern gegenüber der Gesellschaft wird in der freien Marktwirtschaft vom Staat nicht explizit vorgegeben.
3 Frantzke A. (2004); Seite 56
4 Mussel G., Pätzhold J. (2000); Seite 1
2
2.2.2 Der Weg zur Sozialen Marktwirtschaft
Den Nachteilen der freien Marktwirtschaft entgegnete Walter Eucken (1891 - 1950) mit dem Prinzip des Ordoliberalismus und schaffte damit eine theoretische Grundlage für die Soziale Marktwirtschaft. Ein wesentlicher Punkt in seiner Theorie ist die ständige Aufrechterhaltung des Wettbewerbs, der es unmöglich machen soll, eine zu große Macht einzelner Marktteilnehmer zu entwickeln. Der Staat hat die Aufgabe den ordnungspolitischen Rahmen zur Verfügung zu stellen. Konkretisiert hat Eucken dies in konstituierenden und regulierenden Prinzipien. 5 Im Folgenden werden diese aufgeführt und kurz erläutert. Die konstituierenden Prinzipien:
- Funktionsfähiges Preissystem: Es hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass eine vollständige Konkurrenz gewährleistet ist. Monopole, Kartelle, Preisstopps und Einfuhrverbote sind zu vermeiden. 6
- Primat der Währungspolitik: Eine stabile Währung gilt laut Eucken als Lenkungsinstrument und trägt zu einem funktionierenden Wirtschaftprozess bei. Dies ist dann gegeben, wenn übermäßige Inflation und Deflation vermieden werden und die Währung „automatisch“ funktioniert. 7
- Offene Märkte: Dieser Punkt verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie das Prinzip des funktionsfähigen Preissystem. Abgeschlossene Märkte können in sich zwar auch funktionieren, behindern aber die vollständige Konkurrenz. 8
- Privateigentum an Produktionsmitteln: Das Prinzip des Privateigentums setzt ebenfalls eine starke Konkurrenz auf dem Markt voraus. Ist dies nicht der Fall, kann Privateigentum in monopolitischen Marktformen schwere Schäden anrichten. Eucken hält für den Ordoliberalismus ein kontrolliertes Privateigentum für erforderlich. 9
5 Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 150-151
6 Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 152
7 Vgl. Eucken W. (1952/1990); Seite 254-291
8 Vgl. Eucken W. (1952/1990); Seite 254-291
9 Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 152
3
Arbeit zitieren:
Gregor Sueck, 2010, „Soziale Marktwirtschaft“ - Leitbild und Wirtschaftspraxis, München, GRIN Verlag GmbH
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