Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Klimawandel und Internationale Sicherheit 3
2 Reichtum und Mangel 4
2.1 Theorie des Ressourcenüberfluss 4
2.2 Theorie des Ressourcenmangel 5
3 Klimawandel und Konflikt 6
3.1 Klimawandel in Afrika 6
3.2 Konflikt in Afrika 7
4 Fazit und Ausblick 10
5 Abkürzungsverzeichnis 12
6 Literatur 13
2
1 Klimawandel und Internationale Sicherheit
In der aktuellen politischen Debatte ist eines der dominierendsten Themen mit Abstand der Klimawandel und wie die internationale Gemeinschaft am effektivsten mit ihm umgeht. Die Konferenz in Kopenhagen 2009 hat gezeigt, dass Politiker aus aller Welt sich darüber im Klaren sind, dass es den Klimawandel gibt, jedoch sich nicht darauf einigen wollen, einheitliche Maßnahmen zur Abschwächung des Besagten zu vereinbaren. Hier wird eindeutig ein schwerwiegender Fehler begangen, denn es geht bei dem Problem des Klimawandels nicht primär darum, wer hat ihn verursacht, sondern wer wird durch ihn bedroht. Und das wiederum sind nicht — im Gegensatz zur landläufigen Meinung — nur die Entwicklungsländer, sondern alle Staaten der internationalen Gemeinschaft. Klima-wandel hat längst nicht mehr nur mit Umwelt und „schlechtem Wetter“ zu tun, sondern er nimmt massiven Einfluss auf unsere gesamte Lebensgrundlage. Epidemien, Umweltkatastrophen, Flüchtlingsströme und neue Wirtschaftskrisen werden die Folge sein. Die Staatengemeinschaft muss sich darüber bewusst werden, dass ein durch menschliches Handeln verstärkter Klimawandel, der sog. anthropogene Klimawandel vermehrte Probleme und sogar eine Gefährdung der internationalen Sicherheit als Konsequenz haben wird. Insofern ist es unabdingbar, dass ein kollektives Handeln nach festgelegten Spielregeln dazu beiträgt, den natürlichen Klimawandel nicht weiter zu verstärken. Auch der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderung (WBGU) hat in seinem 2008 erschienen Bericht Welt im Wandel: Sicherheitsrisiko Kli-mawandel explizit darauf hingewiesen, dass der Klimawandel die Gefahr von Verteilungskonflikten (international, wie auch national) erhöhen könnte. Abgesehen davon, dass es diese Verteilungskonflikte z.B. in Ruanda und Burundi schon gegeben hat, was dazu führte, dass die Malthusische Bevölkerungstheorie wieder an Aufmerksamkeit gewinnen konnte. 1 Weiterhin könnte die Wahrscheinlichkeit steigen, dass die gesellschaftliche Ordnung, vor allem in instabilen Staaten, weiter unter Druck gerät. 2 „Dies hätte in beson-
ders betroffenen Regionen eine Ausbreitung von Destabilisierungsprozessen mit diffusen Konfliktstrukturen zur Folge.“ (WBGU 2008: 2) Ressourcenmangel kann ein Auslöser für Krisen sein, ganz zu schweigen von den vielen Umweltflüchtlingen die in der Lage sind, schwache Staaten weiter an ihre ökonomischen und ökologischen Grenzen zu treiben. 3
Ist diese Ressourcenknappheit auch auf den Klimawandel zurückführbar, oder ist sie die
2 (vgl. WBGU 2008: 1-4)
3 Wobei hier erwähnt werden sollte, dass der Begriff des „Umweltflüchtlings“ international nicht offiziell anerkannt ist. (vgl. Nuscheler 2005)
3
Folge von menschlicher Übernutzung natürlicher Güter. Aus dieser Problemstellung lässt sich auch die Fragestellung dieser Arbeit ableiten, lassen sich durch Ressourcenmangel ausgelöste Konflikte auf den Klimawandel zurückführen?
Da diese Frage allerdings sehr breit diskutiert werden müsste, soll die vorliegende Arbeit anhand spezifischer Ressourcenknappheit einige Konflikte im südlichen Afrika analysieren, um diese dann mit der übergeordneten Fragestellung in Verbindung zu bringen. In Afrika sind bereits bewaffnete Konflikte als Resultat knapper natürlicher Ressourcen aufgetreten, zudem wird Afrika laut verschiedener Berichte mit am stärksten von der globalen Erderwärmung betroffen sein, was zu Wassermangel und Ackerlandverlust führen wird. 4 Dazu werden anfänglich zwei Unterfragen formuliert. Zum Einen,
ob die Bodendegradierung in Afrika klimainduziert sein könnte und die gleichsam damit einhergehenden knappen Ressourcen und zum Zweiten, ob dieser Ressourcenmangel in Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten im südlichen Afrika steht. Dazu wird im ersten Teil dieser Arbeit die Klimaveränderung im Sub-Sahara Bereich Afrikas beleuchtet, um dann im zweiten Teil eine Krisenforschung anhand von drei afrikanischen Beispielen damit in Verbindung zu setzen. Anschließend werden zwei gegensätzliche Theorien der Konfliktforschung mit Bezug auf Klimawandel und gewaltsame Konflikte angeschnitten und kurz diskutiert. Schließlich kann und möchte diese Arbeit nur einen komprimierten Einblick in das vorliegende Thema gewähren. Überdies hat diese Arbeit den Anspruch einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen der Staatengemeinschaft zu geben.
2 Reichtum und Mangel
2.1 Theorie des Ressourcenüberfluss
Wenn es um das Thema Konflikte in Bezug auf den Klimawandel geht, gibt es in der Konfliktforschung zwei gegensätzliche Theorien. Zum Einen die Theorie, dass es zu steigender Konfliktzahl in Zusammenhang mit Ressourcenüberschuss kommen kann, zum Anderen im Gegensatz dazu, wenn ein Ressourcenmangel vorherrscht. Die erste Theorie besagt, dass Staaten die mit vielen natürlichen Ressourcen ausgestattet sind, eher gefährdet sind von Konflikten heimgesucht zu werden. Da höhere Ressourcenvorkommen auch bedeuten, dass konfliktorientierte Akteure sich leichter finanzieren und motivieren können. Gleichzeitig begünstigen reichlich natürliche Ressourcen auch die Verwundbarkeit von Staaten, da diese eventuell nicht mehr in der Lage sind Konflikte friedlich zulösen,
4 vgl. hierzu Kurukulasuriya et al. (2006) und Swatuk (2007)
4
2.2 Theorie des Ressourcenmangel 2 REICHTUM UND MANGEL
aufgrund einer starken Oppositionsmacht. 5 Es klingt einleuchtend, wenn man davon
ausgeht, dass neu erschlossene Ressourcen in einem Entwicklungsland dazu führen, dass jeder Akteur der in diesem Staat Macht hat oder Macht erlangen möchte, versuchen wird, sich dieser neuen Kapazitäten habhaft zu machen. Insofern ist hier das Konfliktpotential höher und die Instabilität einer Region wahrscheinlicher. Man muss weiterhin auch bedenken, dass ein Akteur, der mit neuen Ressourcen ausgestattet ist, sich einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern verschaffen kann und somit ist seine Hemmschwelle einen bewaffneten Konflikt auszulösen niedriger. Der hier beginnende Teufelskreis ist leider eindeutig, da innerstaatliche Akteure neue Finanzierungsmöglichkeiten suchen um ihre Macht ausbauen zu können und diese werden zuverlässig durch natürliche Ressourcen geboten. Ein etwas anderer Aspekt ist, wenn man vom Machtfaktor absieht, dass Regionen in denen Ressourcen knapp sind, bei Entdeckung neuer Ressourcen sicherlich damit zu kämpfen haben, wie die Ressourcen unter der Bevölkerung verteilt werden. Hieraus ergeben sich schnell neue Verteilungskonflikte, die oftmals durch andere sozio-ökonomische Faktoren verwischt werden. 6 Diese Theorie ist naheliegend, da Mas-
senmigration und daraus resultierende Überbevölkerung Regionen in denen natürliche Ressourcen knapp sind, zusätzlich einem „environmental stress“ aussetzen und den Mangel damit verschärfen. Insofern kommt in Staaten die an sich ausreichend Ressourcen hätten, doch zu Knappheit, da sie die Defizite ihrer Nachbarländer indirekt ausgleichen müssen.
2.2 Theorie des Ressourcenmangel
Die zweite Theorie, die sich mit Konflikt und Ressourcen beschäftigt, geht eher davon aus, dass Konflikte dort entstehen, wo Ressourcen knapp sind. Diese Sichtweise ist intuitiver, jedoch muss sie sich nicht bewahrheiten. In Staaten, in denen es zu Bodendegradation und den zugehörigen Mangelerscheinungen, wie Wassermangel und Schwund von Ackerland kommt, sind die Bewohner gezwungen — im Evolutionssinne — um ihr Überleben zu kämpfen. Jedoch, wird die Bevölkerung eher in Gebiete ausweichen, in denen der Mangel nicht mehr vorherrscht oder geringer ist, anstatt sich im bewaffneten Konflikte darum zu streiten. Auch Salehyan (2008) sieht die gewaltsame Auseinandersetzung um Ressourcen als Verschwendung und verlässt sich auf die Vernunft des Menschen, die effektivere Alternative zu wählen. „[. . .] we can see that violence is generally a poor
5 (vgl. Billon 2001)
6 Es handelt sich oftmals bei ethnischen, religiösen oder ökonomischen Konflikten um Verteilungskonflikte, auch wenn sich dies erst nicht so äußert.
5
Arbeit zitieren:
Timo Philip Burmeister, 2009, Klimainduzierte Bodendegradierung als Ursache für bewaffnete Konflikte im südlichen Afrika, München, GRIN Verlag GmbH
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