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A. Geld - Wertmaßstab der Freiheit?
Die persönliche Freiheit definiert jeder Mensch im modernen Zeitalter unterschiedlich. In der westlichen Welt mit ihren kapitalistischen Gesellschaftsformen lässt sich jedoch oft ein kausaler Zusammenhang zwischen Autarkie und der eigenen finanziellen Situation herstellen. Vielen bereitet allein der Besitz von Geld großen Genuss, was auch André Kostolany beobachtete: „Ich kannte einen Mann, dessen Lieblingszeitvertreib es war, auf seinen Bankauszügen die Zahlen zu addieren.“ 1 Daneben gibt es auch diejenigen, die zwar viel Teures und Schönes erwerben könnten, weil ihnen der Gedanke genügt, es tun zu können. Der für das Funktionieren der Wirtschaft relevantere Teil schätzt nicht nur, mit Geld etwas kaufen können, sondern macht das auch. „Sie begnügen sich nicht nur mit dem Studium einer Speisekarte, sondern wollen auch essen. Gäbe es diese Spezies nicht müsste man sie erfinden, denn sonst würden wir in einer permanenten Deflation leben.“ 2 Monetäre Mittel fungieren in der kapitalistischen westlichen Welt partiell auch zur Selbstdarstellung und Machtdemonstration. Menschen, die Geld als Statussymbol verwenden, sind entweder davon fasziniert oder vertuschen dadurch eigene Miseren. Konträr zur Theorie des Materialismus geben sich aber auch viele mit dem täglichen Auskommen zufrieden und legen keinen besonderen Wert auf finanziellen Überfluss. Zweifellos dient Geld als Wertmaßstab der Freiheit, jedoch hängt die Definition von Freiheit von jedem Einzelnen selbst ab. Die Möglichkeiten des Vermögensaufbaus sind vielfältig, eine schon seit Bestehen der Menschheit praktizierte ist die der Spekulation. Die von manchen Sozialisten vertretene These, erst das kapitalistische Wirtschaftssystem habe den Menschen zum gierigen Spekulanten gemacht, ist ein Missverständnis, wie bereits durch die Bibel widerlegt wird. Ein Beispiel sind die geschichtlich übermittelten Geschäfte des Joseph von Ägypten, der kein geringerer als der Finanzberater des Pharao war. Dieser zog für sich und den Pharao die richtigen Konsequenzen aus der Wetter- und Klimavariabilität, indem er während der regenreichen Monate große Getreidevorräte speicherte. Sollte daraufhin einige Zeit Dürre geherrscht haben, konnten dieses Reservoir zu hohen Preisen
1 André Kostolany, Die Kunst über Geld nachzudenken, Berlin, 2007, S. 17
2 André Kostolany, Die Kunst über Geld nachzudenken, S.17
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verkauft werden. 3 Schon mehrere Jahrhunderte v .Chr. war die Denkweise der Menschen wirtschaftlich versiert genug, um nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage Ware billig zu erwerben und sie später teuer verkaufen zu können. Solange es Menschen gibt, gibt es also die Spekulation, wie auch André Kostolany feststellt: „Wenn ich in einem Satz die Geschichte der Spekulation zusammenfassen wollte, müsste ich sagen, der ,Homo ludens‘ (spielender Mensch) wurde geboren, er hat gespielt, gewonnen oder verloren und er wird nie sterben.“ 4 Allein die Erscheinungsformen und Möglichkeiten, sich auf diese Weise als spielender Mensch zu probieren, haben sich vervielfacht. Inwieweit sich das wirtschaftliche Geschehen verändert hat, wird im nächsten Kapitel erläutert.
B. Der Weg vom Anfänger zum professionellen Trader
1. Einführung in den kurzfristigen Handel
Seit der Entwicklung der Börse haben Millionen versucht, genau wie die angesprochenen historischen Berühmtheiten durch ständigen Kauf und Verkauf reich zu werden. Die Auswahl an gehandelten Gütern hat sich seither fortlaufend entwickelt, seien es Schweinebäuche, Kaffee, Orangensaft, Pfeffer, Zucker oder heutzutage verschiedenste Arten von Wertpapieren. Durch den ständigen Fortschritt der Technik hat über das Internet mittlerweile jeder Privatspekulant die Möglichkeit, die aktuellsten Kurse einzusehen (Echtzeit) und innerhalb eines Tages mehrere Transaktionen durchzuführen (Intraday). Neben dem klassischen Börsenhandel, bei dem Wertpapiere über lange Zeiträume gehalten werden, wächst das Volumen des so genannten Daytrading rasant. Wertpapiere werden dabei nicht mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre gehalten, sondern nur wenige Stunden, Minuten oder Sekunden. Ein Daytrader kauft ein Papier bei 101, um es bei 103 bereits wieder zu verkaufen. Anschließend erwirbt er das nächste bei 90, um es bei 91,5 wieder abstoßen.
3 Vgl. André Kostolany, Die Kunst über Geld nachzudenken, S.29
4 André Kostolany, Die Kunst über Geld nachzudenken, S. 32
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1.1 Daytrading - Der Weg zur Unabhängigkeit ?
War diese Form der Spekulation bis vor wenigen Jahren nur einigen Insidern bekannt, fand sie im letzten Jahrzehnt in weiten Bevölkerungsschichten Interesse. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Durch eine boomende Industrie begleitet von einer Flut an Büchern, Softwarepaketen und Börsenbriefen, wurde der Traum vom schnellen Geld nicht nur bei Möchtegernaufsteigern, sondern auch bei Arbeitslosen geweckt. Aber nicht nur aggressive Werbestrategien waren die Gründe für die Ausbreitung dieser Spekulationsform und die Spezialisierung vieler Börsenengagierten auf dieses Geschäft, sondern essentiell ist auch das sogenannte Margin-Trading. Dieses ermöglicht es Händlern, für den Kauf eines Wertpapiers nur eine Sicherheit hinterlegen zu müssen, die weitaus geringer ist als der eigentliche Wert. Die Höhe der zu hinterlegenden Sicherheitsleistung (Margin) ist von Bank zu Bank unterschiedlich, bei Anbietern des CFD-Handels (Contract-for-Difference) liegt diese durchschnittlich bei 1-5 %. 5 Da Trader demnach nur einen Bruchteil vom Kaufwert bezahlen müssen, steigt der Hebel des eingesetzten Kapitals erheblich. Der Wert eines CFD, bei welchem z.B. die Differenz des DAX gehandelt wird beträgt pro Punkt 1 Euro. Genauer wird das Angebot der verschiedenen Handelsinstrumente in Kapitel 2.2 erläutert. Angenommen ein Händler spekuliert bei einem Kurs von 6000 Punkten, der DAX werde demnächst um 50 Punkte steigen. Beim Kauf eines Differenzkontrakts hinterlegt er bei einem Kurs von 6000 Punkten im Falle von CMC-Markets, einem der größten deutschen CFD-Anbieter, eine Sicherheit von nur 1 %, also 60 Euro. Sollte der Kurs daraufhin um 50 Punkte steigen, verkauft er diesen Kontrakt wieder mit einer Differenz von 50 Punkten, macht also einen Gewinn von 50 Euro. Es bedarf keiner mathematischen Höchstleistungen, um zu erkennen, dass der prozentuale Gewinn immens ist. Dass dies aufgrund des damit intensivierten Risikos auch Nachteile hat, schreckt den Börsenneuling nicht ab, denn die Vorstellung hoher Gewinne trotz geringem Einsatz überwiegt bei den meisten Interessierten.
5 Vgl. "geld.com" Kozubek, Schaffelner & Co. OG, Hebelprodukte
URL: http://www.geld.com/hebelprodukte/cfd_broker,107.html [Abrufdatum: 07.11.2010]
6
Technischer Fortschritt und globale Verfügbarkeit des Internets führten in den letzten Jahren dazu, dass Händler in hohem Maß flexibler und mobiler agieren können. Kauf-und Verkaufsaufträge können per Mausklick dementsprechend schneller an alle Börsen der Welt weitergeleitet werden. Die unter ständigem Wettbewerbsdruck stehenden Banken verringern dazu ihre Konto- und Transaktionsgebühren, um mit dem Trend zu gehen. Diese Tatsachen erleichtern die Durchführung des kurzfristigen Handels (Daytrading) enorm.
Die theoretische Annahme, von jedem Ort der Welt an der Börse handeln zu können, verleitet auf den ersten Blick dazu, diese Art der Spekulation als den direkten Weg zur finanziellen Autonomie zu klassifizieren. Das Einhalten hierarchischer Strukturen, das Befolgen von Dienstanweisungen und auch körperlich harte Arbeit scheinen der Vergangenheit anzugehören.
1.2 Auswahl geeigneter Instrumente für den „Intraday-Handel“
Bewegungen an der Börse, die sich innerhalb eines Tages abzeichnen, sind dementsprechend kleiner als solche im Zeitraum mehrerer Monate oder Jahre. Die klassischen Anlagemöglichkeiten wie beispielsweise Aktien, Anleihen oder Investmentfonds sind für die Partizipation an den relativ kleinen Veränderungen ungeeignet. Die Transaktionsgebühren für jeden Kauf bzw. Verkauf überwiegen in der Summe die kleinen Gewinnen, was die Performance des Handelskontos deutlich schmälert. Um auch die kleinsten Kursauf- und -abschläge effizient ausnutzen zu können, hat sich die Anlageklasse der Derivate entwickelt. Dies sind Finanzinstrumente, deren Preise sich nach den Kursschwankungen anderer Investments richten (lat. „derivare“ - ableiten). Derivate sind so konstruiert, dass die Kursveränderungen der Anlageobjekte überproportional nachvollzogen werden. Aufgrund der Ausbreitung des kurzfristigen Handels ist auch der Markt dieser gehebelten Investments bis zum Ausbruch der Finanzkrise immens angewachsen. Nicht nur in den Investmentabteilungen der Banken, sondern auch bei Privatanlegern wuchs das Interesse. Der Hauptgrund: Das Streben der Anleger nach einer Art ,Überrendite‘ und der starke Druck auf Bankberater in Ban-
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ken und Sparkassen, den Verkauf von provisionsträchtigen Finanzprodukten zu fördern. 6
Eine spekulative Anlageform stellen die sogenannten CFDs (Contracts-for-Difference) dar. Mit der Positionierung durch CFDs schließt der Händler, wie schon aus dem Namen hervorgeht, einen Vertrag mit der Bank, der die Kursdifferenzen regelt. Genau genommen gibt ein CFD dem Trader das Recht, die positiven wie auch negativen Kursdifferenzen aus Kauf und Verkauf des Basiswerts, dem sogenannten Underlying für sich zu beanspruchen. Diese Art von Derivat bildet die Bewegungen des jeweiligen Basiswerts 1:1 ab, was für die Transparenz dieses Produkts durchaus vorteilhaft ist. Die Wertigkeit eines CFD ist bei jedem Underlying unterschiedlich, bei einem Kurs des EuroStoxx von 2600 Punkten etwa kostet ein selbiger CFD 2600 Euro. Entschließt man sich einen solchen Kontrakt zu erwerben, und diesen später bei einem Kurs von 2650 Punkten zu verkaufen, wird diese Differenz in Euro dem Konto gutgeschrieben. Einer der bedeutendsten Unterschiede gegenüber Aktien und Investmentfonds ist der Um-stand, dass nicht nur von steigenden Kursen (Long), sondern auch von Fallenden (Short) profitiert werden kann. Zwar sind Leerverkäufe auch mit Aktien direkt möglich, die Auswahl an Underlyings ist beim CFD-Handel dagegen deutlich differenzierter. Neben Rohstoffen, internationalen Aktien und Indizes können auch Kursänderungen von Devisen gehandelt werden. Die Popularität dieser Anlageform begründet zum einen auf der unbegrenzten Laufzeit und geringen Handelsgebühren, zum anderen auf der Möglichkeit des im Kapitel 1.1 erläuterten Margin-Trading. Bezogen auf das Beispiel des EuroStoxx muss der Trader beim Kaufkurs von 2600 nur einen geringen Prozentsatz, z.B. 1 % wirklich an die Bank zahlen. In vorliegenden Fall sind es lediglich 26 Euro. Pro Punkt, den der Kurs nun fällt, verliert der Käufer 1 Euro und umgekehrt gewinnt er 1 Euro mit jedem Punkt um den der Kurs steigt. Diese Tatsache führt in vielen Fällen zur Verdopplung des eingesetzten Kapitals in Rekordzeit oder aber auch ebenso schnell zum „Kontosuizid.“
Eine zur Durchführung des Daytrading mögliche Form ist der Handel mit Zertifikaten. Die Emission dieser Wertpapiere durch Banken nahm in den letzten Jahren enorm zu. An der Euwax in Stuttgart, der führenden Börse für Zertifikatehandel wurde im Monat
6 Vgl. Zertifikate - Grundlagen dieser Schuldverschreibungen, finanztip.de
URL:http://www.finanztip.de/recht/bank/zertifikate-grundlagen.htm [Abrufdatum: 05.11.2010]
8
Juni 2010 täglich ein Handelsvolumen von durchschnittlich 377 Millionen erzielt. 7 Das große Angebot dieser Finanzprodukte lässt sich grundsätzlich zielgruppenbezogen trennen in Zertifikate für den konservativen Investor und Hebelprodukte für den Spekulativeren.
Zertifikate sind Teil der Derivate und beziehen sich auf einen Basiswert, der für die Wertentwicklung demnach von hoher Bedeutung ist. Die Bedingungen für den jeweiligen Schein werden festgelegt durch den Emittenten, also die Bank. Unterscheiden lassen sich diese hinsichtlich der Laufzeit, die meist einige Jahre beträgt, durch Kündigungsrechte des Emittenten oder durch spezielle Arten der Rückzahlung. Individuelle Besonderheiten lassen sich daran festmachen, wie stark das jeweilige Papier auf Volatilität, Währungsänderungen oder mögliche Dividenden reagiert. 8 Sollte ein Anleger pessimistisch im Bezug auf die Zukunft gestimmt sein, können eventuelle Aktienpositionen durch den Kauf von Short-Zertifikaten abgesichert werden. Dessen Gewinne decken die Verluste der Aktien, die durch mögliche Kursabschläge entstehen, z.B. durch Wirtschaftskrisen. Um wie beim Daytrading kurzfristige Kursänderungen zu handeln, ist die Ausstattung des Zertifikats mit einem Hebel erforderlich, da die Partizipation an der kleinen Bewegung sonst nicht möglich ist. Die Notwendigkeit dessen birgt jedoch die Gefahr, Papiere auszuwählen, die das Maß des „gesunden“ Risikos deutlich übersteigen. Die Folge ist der bereits erwähnte „Kontosuizid.“ Hebelprodukte sind sowohl für die Spekulation auf steigende Kurse, als auch für die auf fallende Kurse konzipiert. Neben den gesteigerten Chancen auf überproportionale Partizipation, beinhalten diese Scheine aber auch das Risiko des sogenannten Knock-Outs. Bei Erreichen einer bestimmten Kursmarke (Strike), die vom Emittenten bei der Ausgabe bekannt gegeben wird, verfallen die Zertifikate wertlos. 9 Aufgrund dieser Tatsache ist eine solche Anlageform unerfahrenen Händlern nicht zu empfehlen, denn ein Absichern durch einen Stop-Loss ist zwingend notwendig. Bei einem Stop-Loss wird die Position automatisch glattgestellt, wenn sie um einen bestimmten Wert gefallen ist.
7 Vgl. Börsenplatz Stuttgart, « Die Börse Stuttgart - führende Privatanlegerbörse »
URL : https://www.boerse-stuttgart.de/de/boersenplatzstuttgart/boersenplatzstuttgart.html
[Abrufdatum 07.11.2010]
8 Vgl. http://www.finanztip.de/recht/bank/zertifikate-grundlagen.htm
9 Vgl. Focus Money, Knock-Out-Zertifikat für Zocker
URL: http://www.focus.de/finanzen/boerse/zertifikate/tid-5414/zertifikate_aid_53259.html
[Abrufdatum: 07.11.2010]
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Auf diese Weise kann der Knock-Out, also das ruinöse Verfallen der Anlage umgangen werden.
Ein weiterer Nachteil dieser Wertpapierart ist, dass für jede Transaktion eine in der Höhe von der Bank abhängigen Gebühr verlangt wird. Im Fall von Online-Brokern, wie z.B. Cortal Consors, einem Anbieter des Zertifikatehandels liegt diese bei 4,95 Euro. 10 Neben den üblichen Depot- und Transaktionsgebühren muss der Händler noch Verkaufsprovisionen in Form des Spreads, der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs zahlen. Wie beim Daytrading üblich, wird durch mehrere Käufe und Verkäufe innerhalb eines Tages ein Betrag fällig, der mögliche Gewinne schmälert. Rechtlich gesehen handelt es sich bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen. Auf-grund dieser Tatsache tragen sie das Risiko in sich, dass bei Zahlungsausfall des Emittenten im Extremfall der Totalverlust eintreten kann. Wie einige Anleger nach der Pleite von Lehman Brothers im Jahre 2008 schmerzlich zu spüren bekamen, springt auch der Einlagensicherungsfonds bei den Schuldverschreibungen nicht ein. 11 Eine besonders bei erfahrenen Händlern weit verbreitete Form der Geldanlage ist die des Future-Handels. Dabei handelt es sich wie bei den CFDs um Verträge, die allerdings an den internationalen Börsen gehandelt werden. Die größte Börse in Europa, an der Futures gehandelt werden, ist die Eurex in Frankfurt/Main. Die jeweiligen Charakteristika dieser Verträge werden von der Börse bestimmt. Eine der wichtigsten Eigenschaften ist das Underlying, es gibt Futures auf Rohstoffe, Devisen, Aktienindizes, Staatsanleihen usw. Der Wert eines Punkts des Dax-Future beträgt im Gegensatz zu den CFDs an der Eurex 25 Euro. Sollte man ein Dax-Future beim Kurs von 6000 Punkten erworben haben, und veräußert diesen wieder bei 6050 Punkten, resultiert daraus ein Gewinn von 1250 Euro. Genau wie beim CFD-Kauf, ist für den Kauf eines Future-Vertrags nur ein kleiner Teil des eigentlichen Positionswerts zu hinterlegen. Die von der jeweiligen Terminbörse an die aktuellen Marktverhältnisse angepasste Margin, beträgt für ein Dax-Future beispielsweise 7000 Euro. Gemessen an der Größe der offenen Position
10 Vgl. Trader Konto (Kondotionen), CortalConsors Bank
URL:https://www.cortalconsors.de/Produkte-und-Beratung/Konten/Trader-Konto,
[Abrufdatum: 07.11.2010]
11 Vgl. Michael Fabricius, Zertifikate-Kunden gehen bei Lehman leer aus
URL: http://www.welt.de/finanzen/article2640163/Zertifikate-Kunden-gehen-bei-Lehman-leer-
aus.html [Abrufdatum: 07.11.2010]
10
ergibt dies beim pauschalen Kurs von 6000 Punkten ca. 4,67 % (7000/(6000*25). 12 Deutlich zu unterscheiden von den Contracts-for-Difference sind Future-Verträge bezüglich der Tatsache, dass sie nicht unbegrenzt weiterlaufen, sondern nach 3 Monaten abgerechnet werden (Terminhandel).
Die Popularität des Future-Handels basiert zum einen auf der Möglichkeit, sowohl Long als auch Short zu handeln. Somit profitiert der Trader von fallenden ebenso wie von steigenden Kursen. Zum anderen sind Terminmärkte extrem liquide. Konsequenterweise ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs sehr gering, was Futures zu einem kostengünstigen Anlageobjekt macht. Kauf- und Verkaufsanträge (Orders) werden auf dem Terminmarkt heutzutage vollelektronisch und ohne zwischengeschaltete Stellen sekundenschnell ausgeführt. Jeder Future wird an nur einem einzigen Terminmarkt gehandelt. Demnach werden alle Orders der Welt gebündelt und an die jeweilige Terminbörse geschickt, wo diese dann zusammen mit den Ausführpreisen in Echtzeit aufgeführt werden. Diese Daten werden als Times & Sales bezeichnet, die Offenlegung dieser macht den Terminmarkt sehr transparent. Im Hinblick auf die Transaktionsgebühren, ist der Future-Handel gemessen am gehandelten Wert der Positionen kostengünstig. Pro Order auf den Dax-Future wird eine Kommission von 2,20 Euro fällig, daneben fällt eine Börsengebühr von 0,50 Euro pro Future-Kontrakt an. 13
Der Hebeleffekt ist wie bei den anderen für das Daytrading relevanten Spekulations- formenimmens, was das Risiko des „Kontosuizids“ steigert. Diese Tatsache macht die Erfahrung im Hinblick auf Risiko- und Geldmanagement zum wertvollsten Gut beim Future-, genauso wie beim Hebelzertifikate- und CFD-Handel. Diese Kenntnise gewinnt man keineswegs aus Büchern oder Börsenbriefen, das richtige Verhalten an der Börse ist außerdem keinem Menschen der Welt angeboren. Der Empirismus findet an der Börse im Bezug auf das richtige Verhalten genauso Anwendung wie im alltäglichen Leben. In diesem Metier erwächst die Theorie also aus der Praxis.
12 Vgl. futureshandeln.de, Futures in Kürze
URL: http://www.futureshandeln.de/futures_wat.php [Abrufdatum: 07.11.2010]
13 Vgl. futureshandeln.de, Warum aktive Trader Futures handeln
URL:http://www.futureshandeln.de/futures_daytrading_information.php [Abrufdatum: 01.11.2010]
Arbeit zitieren:
Christian Bannasch, 2010, Daytrading - Der Weg zum dauerhaft erfolgreichen Händler, München, GRIN Verlag GmbH
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