- Inhaltsverzeichnis-
Einleitung 1
1.1 Systemtheoretischer Aufbau formaler Organisationen 2
1.2 Mitglieder und Rangfolgen 3
1.3 Die unternehmensinterne Zukunft 5
2.1 Interaktionsregeln und Rituale im Bezug auf Unternehmensstrukturen- 6
2.2 Imagepolitik und Imagepflege 6
2.2.1 Anhang: Kritik an Goffmann 8
2.3 Distanz und Hierarchie unter Mitarbeitern 8
3.1 Alkohol, die sozial anerkannte Droge 9
3.2 Alkohol aus medizinischer Perspektive 10
3.3 Nomunication und der Vergleich zu europäischen Kulturen 10
Schlusswort 13
Bibliographie 14
-Einleitung- Seies ein Hollywood Blockbuster, eine neue Windkraftanlage vor der Nordküste Japans oder einfach ein nur eine Flasche mit Wasser. Das fertige Produkt und dessen Vermarktung, das ist es, was ein Unternehmen kennzeichnet und wodurch es definiert wird, wodurch sich das Image eines Unternehmens bildet. Nun soll in dieser Arbeit allerdings ein Blick hinter die Kulissen, hinein in den Kosmos aus Strategien und Regeln von Unternehmen gemacht werden. Der Fokus liegt dabei zum einen auf dem formalen Aufbau von Unternehmen mit einer systemtheoretischen Grundlage. Zum anderen soll spezifisch die Unternehmensinterne Interaktion von Mitarbeitern betrachtet werden. Alkoholkonsum als Sozialisierungsimpuls, das ist die der leitende Gedanke der auf den beiden ersten Kapiteln aufbauend darstellen soll, welchen Effekt Alkohol auf das soziale Verhalten von Menschen hat. Medizinischen Grundlagen und gesellschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge entsteht durch Alkohol eine neue Ebene des Vertrauens. Hemmung oder Ehrfurcht Vorgesetzten gegenüber ist oft tief in den Verhaltensroutinen verankert - es ist die „Furcht“ die Persönlichkeit des Gegenüber zu verletzten. Betrachtet werden sollen besonders Mitarbeiter in Großunternehmen, da sich, so die Hypothese, die Karrierechancen durch Effizienz und Diskretion mit dem Arbeitsumfeld auszeichnen und verbessern. Oder doch nicht?
Diese Arbeit soll das Verhalten derer betrachten, die durch den Konsum von Alkohol diese Hemmungen überwinden können, wollen oder auch müssen. Dies gilt vor allem für die Beziehung von Mitgliedern eines Unternehmens in rangunterschiedlichen Positionen. Sei es nun das Verhältnis der Teilzeithilfskraft zum Chef oder auch andersherum. Einige Beispiele sollen die Theorien von Sozialwissenschaftlern wie Erving Goffmann und Niklas Luhmann veranschaulichen und mit dem aktuellen Arbeitskosmos in Verbindung bringen.
-1.1 Systemtheoretischer Aufbau formaler Organisationen- „JedeSozialordnung, eine Familie, eine Behörde, eine Reisegesellschaft, eine primitive Stammeskultur oder eine Gewerkschaft kann als ein System von Handlungen aufgefasst und analysiert werden“.
(Luhmann 1999, 23)
Mit diesem systemtheoretischen Ansatz soll im folgenden Kapitel der Aufbau formaler Organisationen betrachtet werden. Hierbei soll sich nicht nur auf die Betrachtung der formalen Strukturen beschränkt werden, es soll vielmehr die formale Struktur bzw. die Organisation als Teil eines natürlichen Handlungssystems gesehen werden (vgl. 1999, 27). Kurz, wir betrachten Organisationen¹ aus einer soziologischen, luhmannschen Perspektive.
„Luhmann versucht, soziale Handlungen und soziale Strukturen anhand der Funktion zu erklären, die sie für die Reproduktion sozialer Systeme erfüllen. Der Sinn einer Handlung oder einer Struktur erschließt sich aus systemtheoretischer Sicht nicht dadurch, dass man sie auf intendierende Individuen zurückführt, sondern dadurch, dass man sie auf die Reproduktionserfordernisse des jeweiligen sozialen Systems bezieht“.
(Jens Henning Fischer 2009, 27)
Mit der Erkenntnis, gemäß der Systemtheorie Luhmanns, dass es also auf die Reproduktion ankommt und das wir soziale Systeme gleichwertig mit formalen Organisationen betrachten können (da es im Endeffekt das Gleiche ist) halten wir fest, dass ein Unternehmen aus nichts anderem besteht, als aus Handlungen. Handlungen (oder auch Kommunikationen), die von verschiedenen Mitarbeiten ausgeführt werden. Organisationen schließen sich, gleich wie alle sozialen Systeme operativ;
Entscheidungskommunikation ist dabei die Essenz der Unternehmensorganisation. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jeder Kommunikation immer schon einer Entscheidung vorgeschaltet ist. Die Entscheidung über die Mitgliedschaft, denn nur Mitglieder können in Organisationen kommunizieren (vgl. Henning Fischer 2009, 40). Und genau an diese Mitgliedschaft ist nun eine Kette von Verhaltenserwartungen geknüpft. Was bedeutet, Mitglieder, gleich welcher Rangordnung sie sind,
¹Organisationen sind soziale Gebilde, die für bestimmte Zwecke auf relative Dauer etabliert werden. In ihnen wird zielgerichtet und in der Regel arbeitsteilig gehandelt. Als Organisationen gelten Gruppen, Verbände, Unternehmungen, Behörden, Institutionen, Staaten und andere soziale Kollektivität (vgl. Jarren 2001, 143). Wird im Folgenden von Organisationen gesprochen, so richtet sich der Fokus allerdings auf Unternehmen.
etablieren sich in Unternehmen mit einer bestimmten Aufgabe und nehmen so Teil an Entscheidungsprozessen. Diese Pflicht geht mit der Mitgliedschaft einher und betitelt Mitarbeiter als Teil des autopoietischen Systems.
Halten wir fest, der Kern einer Organisation liegt in den Entscheidungen. Luhmann spricht zugleich auch von einer „Mitgliedschaftsregel“ (2000, 135) welche genau dasselbe besagt. Nur wer gemäß der Entscheidung eines Unternehmens (bzw. deren Instanzen) Mitglied ist, kann auch im System interagieren und entscheiden.
Gleichzeitig spielt aber auch die Formalisierung in einem Unternehmen eine wichtige Rolle: „Formalisierung besagt, dass die Anerkennung bestimmter Erwartungen zur Mitgliedschaftspflicht gemacht werden“ (Luhmann 1999, 38). Dabei können dies formelle schriftliche, ebenso wie (formelle oder informelle) mündliche Regeln sein. Beispielhaft für eine formell schriftliche Regel ist, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz oder der Diebstahl von Firmeneigentum. Mündlich ausgesprochene Regeln dagegen können auch Mahnungen sein. Dass man nicht jeden Tag nach einer durchzechten Nacht mit einem Kater und zerrissenem Hemd zur Arbeit erscheinen sollte sei ein Beispiel dafür. Kurz, verstößt man gegen formelle Regeln, so riskiert man seinen Arbeitsplatz da formelle Regeln als Erwartungen an jeden Mitarbeiter vorab gestellt sind.
Fassen wir nun einmal kurz zusammen, ein Unternehmen charakterisiert sich als ein soziales System bestehend aus Handlungen bzw. aus Kommunikation. Entscheidungen, mit der Mitgliedschaft als Voraussetzung, bestätigen die aktive Teilhabe am Unternehmensgeschehen und gelten als Schlüsselrolle, wobei diese Entscheidungen formellen Regeln zugrunde liegen.
1.2 Mitglieder und Rangfolgen
Im folgenden Abschnitt soll der Fokus darauf gelegt werden, wie Mitglieder in einem Unternehmen aufgestellt sind. Es geht nicht in erster Linie darum zu betrachten wer was tut, sondern wie sich Mitglieder eines Unternehmens in einer Hierarchie bzw. Rangordnung gliedern. Anarchie und totale Gleichheit wurden in der jungen Geschichte des Zivilisationsprozesses schon oft versucht und ebenso oft sind diese Versuche gescheitert. Dass Menschen gesellschaftlich denselben Stellenwert besitzen ist Tatbestand und in der modernen Gesellschaft gilt dies als selbstverständlich. Kein Mensch wird als minderwertiger Sklave von der Gesellschaft animalisch misshandelt ohne dabei einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, das ist zumindest die Idee der modernen westlichen Weltordnung. Betrachten wir nun aber nicht das Individuum an sich, sondern das Handeln im beruflichen Wettbewerb. Es gilt als selbstverständlich, dass ein höher qualifizierter Bewerber bei der Bewerbung um eine Stelle Vorrang erhält. Wir befinden uns in einem kontinuierlichen Wettbewerb
Arbeit zitieren:
Tristan Hahn, 2010, Regeln und Rituale in Unternehmen und Alkohol als Sozialisierungsimpuls, München, GRIN Verlag GmbH
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