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Inhalt
1 Einführung 3
1.1 Begriffserklärung: Chatten 3
1.1.1 Verhaltensempfehlungen im Chatraum: Netiquette 4
2 Sprachanalyse im Internet Relay Chat 4
3 Schluss 10
4 Anhang 12
4.1 Fußnoten 12
4.2 Chatmitschnitt. 12
4.3 Emoticons 13
5 Literaturverzeichnis 14
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1 Einführung
„Oftmals nicht mehr als ein unverständliches Kauderwelsch, bestehend aus vermeintlich unzusammenhängenden Zeichenketten oder Buchstabenkürzeln“ 1 , beschreibt Peter Filinski die am mündlichen Sprachgebrauch orientierte Schriftsprache im World Wide Web. Anglizismen, Emoticons, Erikative und Sonderzeichen offenbaren einen Sprachgebrauch, welcher derart vom Ursprünglichen abweicht, dass man die Entwicklung als revolutionär bezeichnen mag. Laut Prof. Dr. Wolfram Bublitz, Sprachwissenschaftler an der Universität Augsburg, befürchten Linguisten, durch die Globalisierung der Kommunikation, einen Verlust von Individualität, Flexibilität und Kreativität der Sprache im Allgemeinen und daraus folgernd die Entstehung einer Einheitssprache. Aber existieren bereits eigenentwickelte Sprachkulturen, welche grammatische Regeln und Strukturen derart vernachlässigen? Und inwiefern bleiben die Aussagen im Internetjargon eindeutig und auch für einen Laien verständlich?
1.1 Begriffserklärung: Chatten
Wie zuvor erwähnt, handelt es sich beim Chatten um eine elektronische Kommunikation, welche den Besitz eines Computers und den Zugang zum World Wide Web voraussetzt. Es lässt sich zwischen dem synchronen und dem asynchronen Chat unterscheiden. Der asynchrone Chat, die ältere, aber dennoch existierende Variante, bezieht sich auf Internet- und Disskusionsforen. Dort werden die Beiträge der Benutzer über einen längeren Zeitraum gesammelt und allen anderen registrierten Benutzern zur Verfügung gestellt. Für gewöhnlich bezieht man sich heute, im Gespräch über das Chatten, auf die synchrone Kommunikation, welche in virtuell erstellten Räumen stattfindet und nur kurzfristig gespeichert ist. Die drei grundlegenden Formen des synchronen Chats finden entweder im IRC (Internet Relay Chat), im Webchat oder über einen Instant Messenger statt. Sie werden nur aus technischer Sichtweise unterschieden. Zum Einloggen in einen
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virtuellen Chatraum des IRC, wird eine Client-Software benötigt. In den Webchat lässt es sich von einem Webbrowser aus eintreten und der Instant Messenger setzt ebenfalls eine am Computer vorinstallierte Software voraus. Auch methodische Gemeinsamkeiten sind festzustellen. Unter anderen unterhalten sich die Benutzer des IRCs, des Webchats sowie des Instant Messengers nicht mit bürgerlichem Namen, sondern unter einem Pseudonym mit ihrem Gesprächspartner. Des weitern werden Benutzer in jedem Chat gebeten, ihr Verhalten an die Netiquette anzupassen.
1.1.1 Verhaltensempfehlungen im Chatraum: Netiquette
Das Wort Netiquette ist ein Kofferwort aus dem englischen net und etiquette. Die Netiquette ist eine nicht rechtsrelevante, unterschiedlich definierte Verhaltensempfehlung bezüglich des Aufenthalts in einem Chatraum, um den beteiligten Benutzern eine möglichst angenehme Kommunikation zu bieten. Darunter fallen die Richtigkeit der Rechtschreibung, die Achtung des anständigen Satzbaus sowie die Berücksichtigung der Groß- und Kleinschreibung. Des weitern gilt es, die permanente Großschreibung zu unterbinden, da dies laut Netiquette als Schreien interpretiert werden kann. Unhöflichkeiten oder gar Beleidigungen sind nicht gestattet. Der Großteil der Chatserver warnt im Falle mehrerer Regelverstöße mit einer dauerhaften Sperrung des Accounts.
2 Sprachanalyse im Internet Relay Chat
Der zu analysierende Mitschnitt eines Chatgesprächs (Seite 12) wurde am 02.02.2011 um 20:00 Uhr aus dem Internet Relay Chat des Münchener Servers entnommen. Die Nicknames der chattenden Personen werden im vorliegenden Auszug stets in spitzen Klammern gekennzeichnet. Meldungen, beginnend mit 3 Sternen, wurden automatisch vom Münchener Server erstellt. Bereits vor dem ersten vollständigen Lesen fällt die konsequente
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Kleinschreibung besonders ins Auge. Die Echtzeitkommunikation fordert kurze Beiträge und die Zeitknappheit setzt kontextuelle Informationen in hohem Maße voraus. Die Begrüßungssequenzen der Chatkommunikation bestehen standardmäßig aus einem Gruß und dem Namen des Adressaten. Besonders häufig zu finden ist die Begrüßung aus dem englischsprachigen Raum Hi, wie in Zeile 3 2 "hi cätzchen", in der eine Person mit dem Nickname c-cat begrüßt wird. Begriffe, welche aus dem Englischen übernommen werden, bezeichnet man als Anglizismen. Die Person c-cat selbst benutzt eine andere Schreibweise für die englische Begrüßung: "Hai @ all" (Zeile 2), welches deutlich auf die Imitation der gesprochenen Sprache hinweist. Allerdings bezieht sich "@ all" nicht auf eine bestimmte Person, sondern alle Teilnehmer der Konversation. Neben "hi cätzchen" und "Hai @ all" gibt es auch dialektale Begrüßungen wie "servus" (Zeile 4), woraus man schließen könnte, dass der Absender aus dem österreichischen Raum stammt. Das Ausmaß und die Stärke einer Begrüßung ist davon abhängig, ob und wie gut sich die Personen untereinander kennen.
Verabschiedungen hingegen finden seltener und unausgeprägter statt. Laut Monika Rothe ähneln diese telefonischen Verabschiedungsfloskeln. Seiner Meinung nach sind auch indirekte Verabschiedung, wie in Zeile 24 "ich muss essen" und in Zeile 29 "muss noch arbeite" oft üblich. Auch das Wort „cu“ kommt aus dem englischen und ist eine Wortneuschöpfung, bestehend aus (to) see und you, welches „wir sehen uns“ bedeutet. Für den Fall, dass sich eine Person ohne öffentliche Verabschiedung ausloggt, teil der Server dies automatisiert mit folgender Meldung mit: "*** buk is now offline" (Zeile 32).
Bereits während der Begrüßungssequenzen scheitern Laien in einem Chat. Bestimmte Begriffe können sie nicht einordnen oder sind ihnen gar unbekannt. Allein der Gebrauch vieler Anglizismen erschwert den Einstieg in die Chatsprache. Wenn parallel jegliche graphostilistischen Mittel verwendet und die grundlegenden Regeln der Grammatik missachtet werden, geht die Eindeutigkeit vieler Aussagen verloren und der durchschnittliche Laie verliert den Überblick. Die Verwendung eines weiteren Anglizismus „mum“ (Zeile 7) ist darauf zurückzuführen, dass es kürzer als das deutsche Wort Mutter ist. Bei dem in Zeile 15 verwendeten Begriff „handy“, handelt es nicht um einen standardmäßigen
Arbeit zitieren:
Fabian Kopka, 2011, Sprache im Internet Relay Chat, München, GRIN Verlag GmbH
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