Morphologie und Syntax zu ihren Quell- oder Spendersprachen und zwar durch die offensichtliche und enorme Entwicklung ihrer eigenen Regeln. Diese wiederum geschah scheinbar ebenfalls durch die gleichen Triebkräfte, die auch für den Sprachwandel in den ‚normalen’ bzw. normierten Sprachen, wie Russisch und Norwegisch, sorgten. Mit dieser Erkenntnis scheinen Pidgins, Kreol- und andere Mischsprachen nachvollziehbare und authentische Beispiele für die Erforschung des (kontaktbedingten) Sprachwandels zu liefern. Die Prozesse der Pidginisierung und Kreolisierung wurden somit zu wichtigen Forschungsgebieten der (Historischen) Linguistik. Schließlich wurden nicht nur die Ursachen für den Sprachwandel in ein neues Licht gerückt, in dem die sozialen Faktoren wie Prestige und Identität als wichtigste treibende Kraft für Sprachveränderung ins Spiel gebracht wurden. Auch die ‚genetische’ Verwandtschaft einiger natürlicher Sprachen wurde maßgeblich in Frage gestellt und neue Forschungsperspektiven entstanden.
1. 1. Zur Entstehung des Russenorsk
Der sprachliche Kontakt zwischen Russen und Norwegern ist auf eine klimabedingte Notsituation und einer intensiven wirtschaftlichen Kooperation zwischen den an der Küste des Weißen Meeres (russ. Pomorje) lebenden Russen und den norwegischen Einwohnern der Gebiete Tromsø, Nordschweden und der Finnmark zurückzuführen. Die nördlichen russischen Gewässer waren nur wenig zum Fischen geeignet, während es den Norwegern klimabedingt an landwirtschaftlichen Produkten mangelte. Jahrhundertelang und mit einigen (politisch bedingten) Unterbrechungen tauschten die Norweger bis 1917 ihren Überschuss an Fisch mit den Russen. In den Sommermonaten, nachdem das Eis geschmolzen und die Meere mit ihren Schiffen wieder befahrbar wurden, kamen die Russen zum Handel an die norwegischen Häfen und brachten Korn, Getreide und andere lebenswichtige Waren. Besonders intensiv wurde das Handelsverhältnis in der Zeit des so genannten Pomorenabkommen aus dem Jahr 1782 zwischen Dänemark-Norwegen und Russland, welches den legalen und zollfreien Handel zwischen den beiden Ländern erlaubte. So sind auch die Ursprünge der aus dem Norwegischen und dem Russischen entstandenen Mischsprache Russennorsk (RN) in die Zeit des Pomorenhandels einzuordnen.
2
1785 erschien das erste Russenorsk-Wort
Russmann,
1.2. Ziel der Arbeit
In der folgenden Arbeit möchte ich anhand von charakteristischen Sprachbeispielen und sprachlichen Besonderheiten das Russenorsk als Pidgin untersuchen sowie einige ausgewählte Standpunkte bezüglich seiner Relevanz als Pidgin erläutern. Ferner möchte ich überprüfen, welche Ursachen eine Kreolisierung des Russenorsk vermieden bzw. zum Aussterben der Sprache führten. Sofern in dieser Arbeit deutsche Übersetzungen aus dem Russenorsk geliefert werden, handelt es sich um eigene freie Übersetzungen.
1. 3. Forschungsstand
Erst nach seiner Extinktion wurde das Russenorsk wenig, von russischer Seite gar kaum untersucht. Die größte Problematik äußert sich bereits darin, dass die Aufzeichnenden zwar „an der Sprache interessierte Leute“ waren, ihnen jedoch die nötige „linguistische, geschweige denn speziell phonologische Schulung“ fehlte 4 . So wurde beispielsweise nur zum Teil angegeben, ob ein Satz von norwegischer bzw. russischer Seite stammte. Problematisch ist weiterhin, dass die Aufzeichnungen zumeist von norwegischen Handelsleute und Zollbeamten durchgeführt wurden. Abgesehen davon, dass sie nicht die Gruppe der primären Russenorsk-Sprecher darstellten - dies waren in erster Linie die russischen und norwegischen Seefahrer - ist die Mehrzahl der Texte folglich deutlich norwegisch gefärbt. 5
2 Broch Ingrid und Ernst Håkon Jahr: Russenorsk. Et pidginspråk i Norge. zweite Ausgabe 1984. S. 43
3 Ebend. S. 52.
4 Vgl. Broch, Olaf: Russenorsk. In: Maal og Minne, „Archiv für slavische Philologie“. Bd 41, 1927. S. 213.
5 Broch/Jahr 1981:31.
3
Es wird angenommen, dass sich das Russenorsk in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zu dem Grad entwickelte, wie es im nachfolgenden Quellmaterial erscheint.
Linguisten schenkten den ‚abnormalen’ sprachlichen Varietäten bis in die 1950er Jahre kaum Beachtung. So schreibt selbst Olaf Broch, welcher die bis dato ausführlichste Untersuchung im Jahr 1927 vornahm, dass das Russenorsk „trotz gewisser steter Redeweisen bei weitem nicht in der Reihe normalisierter ‚Sprachen’“ stünde, sondern lediglich eine „halbwegs amorphe Masse [...]“ sei, innerhalb derer „der größte Spielraum für subjektive und augenblicksbestimmte Bildungen übrig war.“ 6 Jene Instabilität, welche zwar ein bedeutendes Merkmal für Pidgins im Allgemeinen darstellt und wiederkehrend in den Abhandlungen 7 betont wird, macht die Untersuchung seiner Eigenschaften umso schwieriger.
II. Pidgin: Einige Definitionsansätze
Pidgin-Sprachen entstehen, wenn zwei natürliche Sprachen in eine Kontaktsituation geraten, in der Sprecher mit unterschiedlichem Sprachhintergrund versuchen, sich durch Vereinfachung der eigenen Sprache und mit Hilfe von Elementen der anderen Sprache zu verständigen. Bußmann definiert Pidgin als:
„... eine aus einer sprachlichen Notsituation entstandene Mischsprache: Beim Kontakt von
Sprechern von zwei oder mehr Sprachen ohne gegenseitiges Sprachverständnis werden
Struktur und Vokabular der einzelnen muttersprachlichen Systeme durch mutual
accomodation nachhaltig reduziert, um eine Verständigung herbeizuführen...“ 8
Die Veränderung, d.h. Vereinfachung der eigenen Sprache kann in alltäglichen Situationen wie dem Handel zwischen Touristen und Straßenhändlern in Urlaubsorten beobachtet werden. Für die Pidginisierung zweier oder mehrerer Sprachen ist es jedoch wichtig, dass der Kontakt zwischen den Menschen bestehen bleibt. 9 Nur so können sie Wörter annehmen, die sie aus
6 Broch, O. 1927:221.
7 darunter vor allem Broch/Jahr 1981 und 1984
8 Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart 2002. S. 519.
9 Holm, John: An Introduction to Pidgins and creoles. Cambridge 2000. S. 5.
4
der anderen Sprache aufgegriffen haben und in einen sogenannten Handelsjargon 10 umwandeln.
Wesentliches Element für die Etablierung einer Pidgin ist also die gegenseitige Anpassung beider Sprecher an den anderen. Sie besteht zumeist darin, dass der prestigebewusstere sich den sprachlich ‚mangelden Fähigkeiten’ seines Gegenüber dauerhaft anpasst und seine Äußerungen in einer Art ‚Baby-Sprache’ verpackt.
„Speakers of a lower language may make so little progress in learning the dominant speech,
that the masters, in communicating with them, resort to ‚baby talk’... This ,baby talk’ is the
masters’ imitation of the subjects’ incorrect speech. The subjects, in turn, deprived of the
correct model, can do no better now than to acquire the simplified ‚baby talk’ version of the
upper language. The result may be a conventionalized jargon.“ 11
Gleichzeitig ist es die auf den eng bestehenden Kontakt zurückzuführende Etablierung von (mehr oder weniger) festen sprachlichen Formen, die die Pidgin von der willkürlichen ‚Baby-Sprache’ und einer „unvollendeten Ausländersprache“ unterscheidet 12 . Jene festen Formen bezeichnet Romaine als sogenannte „simple codes“:
„... there are ‚simple codes’, among them baby talk, foreigener talk, pidgins and interlanguage.
All of these are characterized by simple or virtually non-existent morphological system, a
more or less fixed word order, a simple personal pronoun system, a small number of
grammatical function words and grammatical categories, little or no use of the copula and
abscence of an article system.“ 13
Die auf diese Weise entstandene Varietät ist somit eine reine Hilfssprache, zu dem Zweck das Notwendigste ausdrücken zu können. Eine Pidgin ist demnach auf die Kommunikation in einem bestimmten Bereich wie z.B. den Handel beschränkt und keine Muttersprache für seine Sprecher. Romaine beschreibt die Pidgin als eine
„make-shift language to serve their needs, simplifying by dropping unnecessary complications
such as inflections (e.g. two knifes become two knife) and reducing the number of different
words they use, but compensating by extending their meanings or using circumlocutions.“ 14
Dieser Definition nach ist die Pidgin auf eine bestimmte Domäne, z.B. den Handel, beschränkt und ist somit auch keine Muttersprache. Dies bezeugt auch, dass Pidgins erlernt
10 Pidgin und „trade language“ wird in dieser Arbeit synonym verwendet (vgl. Romaine, Suzanne: Pidgin and
Creole Languages. London 1988. S. 35)
11 Bloomfield 1933:472-3 in Romaine 1988:73.
12 Vgl. Holm 2000:5
13 Romaine 1988:77.
14 Holm 2000:5.
5
werden müssen und eine zusätzliche Varietät zu der Muttersprache darstellen. So entstand auch unter Zeitzeugen die weit verbreitete Annahme, dass die Sprecher des Russenorsk versucht hätten, die Sprache des anderen zu benutzen. 15
„The reports on RN from the 19th century claim that [...] each of the parties used as many
words from the other language as he could, whereby the Russians thought he was speaking
Norwegian and the Norwegian that he was speaking Russian.“ (Broch/Jahr 1980:244)
Obgleich man das Russenorsk zum „konstruktionsloseste[n] Mitteilungsmittel, welches man sich vorstellen kann“ 16 erklärte, stellten jene Zeitzeugen häufig fest, dass „dies Kauderwelsch“ 17 ihnen nicht ohne weiteres verständlich war. Blom beschrieb die Sprache als „a kind of Norwegian, understood and spoken by those who deal frequently with the Russians; but anyone who is uninitiated in this jargon suffers to understand it“ 18 .
Zusammenfassend sind die wesentlichen Merkmale einer Pidgin: Erstens, das Fehlen eines gegenseitigen Sprachverständnisses, womit auch eine engere Verwandtschaft der Spendersprachen ausgeschlossen ist. Zweitens muss die Pidgin als zweite Sprache erlernt werden, sie ist also keine willkürliche Sprachvereinfachung, sondern unterliegt ihren sprachlichen Normen. Drittens ist die Pidgin somit keine Muttersprache für ihre Sprecher. Das Russenorsk zählt Romaine zu den sogenannten „stable Pidgins“ 19 , da sie komplexere Satzstrukturen aufweist und zu einem geringen Teil auch für die Kommunikation im privaten Bereich gebraucht wird. Auch Holm bestätigt diese Annahme und meint, dass stabile Pidgins und dazu tendieren, ihre Lexeme aus beiden Spendersprachen gleichermaßen zu beziehen (auf diese Eigenschaft wird näher in Punkt 2.5. eingegangen) 20 .
III. Eigenschaften des Russenorsk
Formal sind Pidgins gekennzeichnet durch (im Vergleich mit der Ausgangssprache) vereinfachte phonologische, morphologische und syntaktische Strukturen, einen stark
15 Vgl. Broch 1927:210.
16 Lund 1842 in Broch 1927:212.
17 Daa in Broch 1927:211.
18 Blom 1830:298 in Broch/Jahr 1980:243.
19 vgl. Romaine 1988:124.
20 vgl. Holm 2000:6.
6
reduzierten Wortschatz sowie eine Tendenz zur Umschreibung und Metaphorik. Inwiefern dies für das Russenorsk zutrifft, soll anhand der folgenden Darstellung der linguistischen Eigenschaften untersucht werden. Die aufgeführten Beispiele stammen zumeist aus O. Brochs
Abhandlung 1927 und den Untersuchungen Broch/Jahr aus den Jahren 1981 und 1984.
Grundsätzlich wird das phonologische System einer Pidgin gegenüber ihren Spendersprachen vereinfacht, d.h. an die Phonologie der Muttersprache angeglichen. Eine in den Pidgins übliche Tendenz ist das Wegfallen bzw. der Ersatz von Phonemen, welche nur in einer der Spendersprachen vorkommen. 21 Die nachfolgenden Beispiele zeigen die phonologische Assimilation des eines norwegischen Lautes an die russische Aussprache (1) und 2)) und umgekehrt (3) und 4)): 1) Norw. [h] und dem Russ.[g] in RN gav/gaf < Norw. hav
2) Norw. [t h ] und das unaspirierte russische [t], in RN damosna < Russ. tamoznja 3) Russ. [X] < RN [k] < dem Norw.[k] in klæba < Russ. chleb; 4) Russ. [X] < RN [k] RN koroso < Russ. xoroso
Die Vereinfachung bestimmter Konsonantkluster ist ebenfalls charakteristisch. Im Russenorsk geschieht dies zumeist mit den komplexeren russischen: 5) Russ. [mn] in mnogo li < RN [n] nogoli/nogli bzw. mangeli < Norw. mange + Russ. li.
6) Russ [zdr-] und [-vstv-] in zdravstvujte < RN [-dr-] und [-sv-] in drasvi
Eine für das Russenorsk typische Tendenz ist die -a-Suffigierung von Substantiven und Adjektiven.
21 vgl. Bakker, Peter: Pidgins. In: Ahrens, J., Pieter Muysken und Norval Smith: „Pidgins and Creoles an
introduction.“ Amsterdam 1994. S. 35.
7
7) fiska < Nor. fisk
Ob dies eine Anpassung an den russischen maskulinen bzw. neutralen Genitivsuffix -a zurückzuführen ist oder auf den Einfluss des Samischen, Finnischen und Schwedischen, welche stark zum -a-Auslaut neigen, ist ungeklärt. 22 In jedem Falle sollte auch hier die bestehende Form, vor allem für den norwegischen Muttersprachler, „ausländischer“ klingen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Parteien im Wesentlichen ihre Einzellaute, ihren Silbenakzent, ihr Längensystem und ihre Betonungsweise beibehalten und bestimmte Worte an die Aussprache des anderen anpassen. Viel stärker werden die Eigenschaften des Russenorsk als Pidgin im nachfolgenden Abschnitt deutlich, in welchem es um die morphosynaktischen und lexikalischen Merkmale geht. Hierbei soll vor allem geklärt werden, inwiefern sich das Russenorsk von seinen Spendersprachen unterscheidet und dabei weitere innersprachliche Entwicklungen zeigt.
Eine Pidgin weist hauptsächlich eine Vereinfachung bzw. die Abwesenheit grundlegender morphologischer Strukturen gegenüber ihren Spendersprachen auf. Die Flexion ist also so stark reduziert, dass Genus, Numerus, Kasus, Tempus als auch Aspekt kaum vorhanden ist bzw. jene Kategorien inhaltlich über den Kontext ausgedrückt werden. „With regard to reduction, we can say, following Gilbert (1981:209), that there has been a
tendency to define pidgins in terms of what they lack, e.g. copula, articles, inflectional
morpohology, etc. Moreover, this comparison tends to be carried out between present-day
standard varieties of the lexifier languages and the pidgin without regard for the fact that both
would have changed considerably.“ 23
22 vgl. Broch 1927:213.
23 Romaine 2000:45.
8
So kann man zunächst feststellen, dass lokale (11)), temporale (12)) und possessive Kasusverhältnisse (13)) im Russenorsk prinzipiell mit Hilfe der homophonen Universalpräposition
på
bzw.
po
ausgedrückt werden, welche im Russischen als auch Norwegischen
Typisch für Pidgin-Verben ist, dass Tempus, Modus als auch Person mit Hilfe einer einzigen flektierten Form und/oder durch den Verbstamm mithilfe einer Pidgin-bestimmten Verbmarkierung ausgedrückt werden. 24
Letzteres zeigen vor allem die Verben norwegischer Herkunft (14)), jedoch auch einige Verben russischen Ursprungs (15)):
Hier wird der RN-typische Verbmarker -om ersichtlich, über dessen Ursprung verschiedene Vermutungen existieren. Zum einen könnte es sich um die Übernahme des russischen Instrumentalsuffixes handeln. Andererseits, so Broch, deute die norwegische Transkription -om mit der Aussprache -um, eher auf seinen Ursprung im schwedischen Hortativ-Suffix. 25 Zum anderen existiert eine Vielzahl flektierter Verben ohne -om-Suffix. Diese sind unterschiedlichen, d.h. norwegischen (16)), russischen (17)) aber auch niederdeutschen (18)) Ursprungs:
24 vgl. Bakker in Ahrends 1994:31.
25 vgl. Broch 1927:249.
9
Wie für eine Pidgin charakteristisch, kommen im Russenorsk keine natürlichen Kopula vor. In einigen Aufzeichnungen ist eine Modalkonstruktion mit på + Verb zu finden (19)). Viele Beispiele deuten jedoch darauf hin, dass diese möglicherweise eher von russischen Muttersprachlern zur Hortativmarkierung (mit dem Aspektsuffix po-) verwendet wurde. Bestätigt wird dies durch die häufige Einleitung solcher Konstruktionen mit dem russischen Wort davaj (20)). 26
19)
kanske litt på skaffom?
Die Kategorie des Aspektes existiert im Russenorsk wie in allen anderen Pidgins nicht, obwohl sie eine wichtige grammatische Kategorie im Russischen darstellt, gänzlich.
3.2.2. Wortbildung
Alle bis zum heutigen Tag bekannten Pidgins weisen zumindest einige ‘eigene‘ Wortableitungen auf. Die Verbendung
-om
(siehe Punkt 2.3.1.) sowie Wörter mit dem gebundenen Morphem
-man
(21)), zur Nationalitätenmarkierung, zählen zu solchen Derivationen.
21)
russman
Des Weiteren liegen Beispiele für Komposita, wie sie vor allem für das Norwegische typisch sind (22)) vor. Genauso enthält das Russenorsk die für Pidgins charakteristischen Reduplikationen (23)) und Relexifikation 30):
Reduplikationen erweisen sich als eher untypisch und selten anzutreffende Wortbildungsverfahren in den Pidginsprachen. Wiederum sind sie besonders verbreitet in den Kreolsprachen. Solche sprachlich internen Weiterentwicklungen zeigen einmal mehr, dass das
26 vgl. Broch/Jahr 1981:45.
10
Russenorsk zu den stabilen bzw. zu den „extended“ Pidgins gehört. 27 Auch werden Regelhaftigkeiten für Satzelemente deutlich, die wiederkehrend sind und im nächsten Abschnitt beleuchtet werden sollen.
3.3. Syntax
Pidgins sind vor allem durch eine so genannte „minimale Satzstruktur“ d.h. ohne morphosyntaktische Kategorien wie Modalkonstruktionen, Relativsätze oder Tema-Rema-Struktur gekennzeichnet. Das Subjekt bildet konsequenterweise den Kern des Satzes 28 , wobei die Wortstellung im Allgemeinen relativ frei ist.
Aussagen, Interrogationen und Imperative wurden durch Intonation (25)) oder, bei Wahrscheinlichkeiten (26)), mit Hilfe der Russischen Fragepartikel
-li
ausgedrückt. Hortativformen wurden (vor allem von russischen Muttersprachlern) häufig mit dem Wort
kanske
eingeleitet (27)):
25)
tvoja fisk kopom?
27)
kanske lite tjaj drikkom?
<(Möchtest du) ein wenig Tee trinken?>
Die Satzstrukturen wurden ohne jegliche Konjunktion, sondern mit Juxtapunktion (28)) oder Subordination (29)) wie bsp.
i < Russ.
28)
Kristus grot vrei, tvoja ljugom
27 vgl. Bakker in Ahrends 1994:30.
28 Romaine 2000:47.
11
Die Wortfolge des Russenorsk unterlag demnach zwar keinen besonders augenscheinlichen Regeln, variierte jedoch aufgrund der morphologischen Einschränkungen meist zwischen Subjekt-Objekt-Verb und Subjekt-Verb-Objekt. 29
3.4. Lexik
Die Angaben zum Wortschatz des Russenorsk beruhen größtenteils auf den Aufzeichnungen von O. Broch (1927) und wurden später durch weitere Quellen ergänzt, sodass insgesamt 390 verschiedene Russenorsk-Wörter gezählt werden konnten. Der Grundwortschatz des Russenorsk bestand aus etwa 150-200 Einzellexemen und liegt somit im Rahmen einer typischen Pidgin 30 .
Die meisten Lexeme, darunter vor allem die Bezeichnungen der Handelswaren richteten sich meistens nach dem Herkunftsland. So leiteten sich die Namen für russische Waren aus dem Russischen und norwegische aus dem Norwegischen ab 31 :
30)
mokka
Hieraus entstand das für das Russenorsk typische Verhältnis der Lexeme von 39% russischen, 47% norwegischen und 14% Wörtern aus anderen Sprachen. Der folgende Dialog ist entnommen aus der monatlichen Zeitschrift „Norlands Trumpet“ aus dem Jahr 1881 32 und verdeutlicht das Verhältnis 33 :
. !
. ?
. . . < x . .>
29 vgl. Broch/Jahr 1980:243.
30 Broch/Jahr 1981:30.
31 vgl. Broch, Ingrid: Davai po skip kom, brat! Russenorsk. In: Niemi, E. (Hg.): „Pomor - Nord-Norge og Nord-
Russland gjennom tusen år“. Oslo. 1992.
32 , .. .. : v . - 2004. . 141.
33 Russisch, Norwegisch und andere Sprachen (darunter auch die homonyme Präposition po)
12
. ? < ?>
. . ? < . ?>
. < .>
. . ? < . ?>
. .
. ? < ?>
. < .>
. , o. . < , . .>
Auffällig werden hierbei auch die gängigsten Personalpronomen des Russenorsk
moja
Typisch für das Russenorsk sind parallel vorhandene Lexeme. Die gängigsten nebeneinander existierenden Formen ist der Negator
ikke-njet
sowie etliche Adjektivformen wie
staragammel
Das Fragepronomen
kak
(32)) aus dem Russischen
33) Kak ju vil skaffom ja drikke te, davaj på sjib tvoja ligge ne jes på slipom
Das Russenorsk gehört damit nicht nur zu den wenigen Pidgins, die eine solche Lexemverteilung zeigen, sondern liefert ebenfalls den Beweis dafür, dass die Entstehung von
34 vgl. Broch/Jahr 1984:41.
13
Pidgins zumeist auf einem Substrat-Superstrat Verhältnis beruht. Für die meisten bekannten Pidgins ist somit die Wahrung einer gewissen sozialen Distanz zwischen den Sprechern der Quellsprache (der Unterdrückenden) und der Sprache der Unterdrückten zu verzeichnen. Dabei fungiert die Sprache der Unterdrückenden meistens als „lexifier language“, d.h. dass von ihr der Großteil der Lexeme abgeleitet wird. Pidgins weisen demnach eher selten ein 50-50 Mischungsverhältnis auf. Es ist also auch jenes Mischverhältnis, das zeigt, dass es keinen bedeutenden sozialen Unterschied zwischen den Sprechern des Russenorsk gab.
„...P[idgin]s sind hauptsächlich in den überseeischen Gebieten der europäischen Staaten
während der kolonialistischen Expansionsphase entstanden, wobei die prestigebesetzteren
europäischen Sprachen in der jeweiligen Sprachkontakt-Situation die Rolle der dominanten
Spendersprachen (engl. superstrate languages) übernahmen.“ 35
V. Entwicklung und die Ursachen für das Aussterben
Im Gegensatz zu Pidgins sind Kreolsprachen aus einer sprachlichen Kontaksituation entstandene Mischsprachen, die hauptsächlich in Gebieten anzutreffen sind, in denen die einheimische Bevölkerung von europäischen Kolonialherren versklavt bzw. in starke Abhängigkeit gebracht wurde. Meistens entwickeln sich Kreolsprachen aus ehemaligen Pidginsprachen. Die Sklaven kreieren eine neue Sprache, indem sie vor allem syntaktische und semantische Elemente ihrer (ursprünglichen) Muttersprache, des Substrats, mit lexikalischen Elementen der sozial dominanten Varietät, des Superstrats, verbinden. 36
Gleichzeitig bedeutet dies, dass Pidgins, die nicht nur zu Handelszwecken gebraucht werden, sondern als ein wesentliches Kommunikationsmittel zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften fungieren, sich potenziell zu Kreolsprachen entwickeln können. Dies geschieht dann, wenn Kinder in der Umgebung aufwachsen und sie die Pidgin als eine „eigene Sprache“ auffassen, gebrauchen und auf diese Weise immer weiter ausbauen 37 . Mit der Zeit fallen die funktionalen und grammatischen Beschränkungen einer Pidgin weg. Grammatische und syntaktische Vereinfachungen und Reduktionen werden immer mehr ausgebaut und können so als primäre Kommunikationssprache in allen Lebensbereichen fungieren. 38 Mit dem Erscheinen ihrer ersten Muttersprachler, würde eine Pidgin somit kreolisiert. Vor allem führte der soziale Anpassungsdruck an die prestigehöhere
35 Bußmann 2002:519.
36 Vgl. Bußmann 2002:384.
37 Trask, L.: Historical Linguistics. Zweite überarbeitete Auflage von R. M. Miller. London 2007. S. 407.
38 Bußmann 2002:384.
14
Spendersprache vom ursprünglichen Bilingualismus der einheimischen Sprache und der Pidgin über den Pidgin-Monolingualismus hin zur Etablierung einer Kreolsprache. Doch wie in Punkt erläutert wurde, bestand kein bedeutender sozialer Unterschied zwischen den beiden Spendersprachen Russisch und Norwegisch. Dennoch waren es die sozialen Umstände, die eine tragende Rolle in der Entstehung, Entwicklung und dem Aussterben von Russenorsk spielten. Doch welche sozialen Ursachen waren es genau, die das Russenorsk außer Gebrauch kommen ließen?
„Pidgins will naturally disappear when contacts cease to exist, often without leaving trace. Pidgins can but need not disappear when there is sufficient billingualism.“ 39 Das Russenorsk wurde über eine Zeitspanne von ungefähr 140 Jahren gesprochen und dennoch traf keine Kreolisierung ein 40 . Dies kann zum einen darauf zurückgeführt werden, dass Russisch als auch Norwegisch als gleichwertige und fest etablierte Sprachen der jeweils anderen Sprache keine Konkurrenz bieten konnten und die jeweilige Muttersprache nicht ersetzen konnten.
Zum anderen wird im Zusammenhang mit dem Russenorsk oftmals von einer „saisonalen Pidgin“ gesprochen. Die hier genannten Quellen belegen, dass Russenorsk zunächst nur in den Sommermonaten gesprochen wurde 41 . Im Gegensatz dazu wird dennoch angenommen, dass es nur über fünf Sprechergenerationen Bestand haben konnte, da es auch in der Zeit, in der kein aktiver Handel betrieben wurde, weiterhin von den in Norwegen gebliebenen Russen im Winter zur täglichen Konversation verwendet wurde 42 .
„With regard to the social characteristics and functions of Russenorsk, there is some evidence
to indicate that the language was more than a trade jargon.[...] This makes it likely that the
language was used for communication about topics other than trade, even though the majority
of the transactions recorded in texts deal with trade.“ 43
Einige überlieferte Gespräche deuten beispielsweise darauf hin, dass norwegische Kinder Kontakt zu russischen Seefahrern und deren Kindern besaßen und deshalb in der Lage waren
39 Bakker in Ahrens 1994:30.
40 vgl. Broch/Jahr 1981:22.
41 vgl. Broch 1927:243
42 Broch/Jahr 1981:248.
43 Romaine 2000:129.
15
auf „Russisch“ zu kommunizieren. 44 Romaine meint dennoch, dass Kinder wohl kaum die Fähigkeit gehabt hätten zwischen Russenorsk und „echtem“ Russisch zu unterscheiden. Womöglich fand die Kommunikation überwiegend in Russenorsk statt und erklärt somit auch die Langlebigkeit dieses „saisonalen“ Pidgins. 45
Eine weitere Ursache für die zeitweilige Etablierung des Russenorsk als Pidgin liegt vermutlich darin, dass sich zu Beginn der Handelsverhältnisse weder norwegische noch russische Seefahrer lange genug in dem jeweils anderen Land aufhielten, um die Sprache „korrekt“ zu erlernen. Bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Russenorsk auf der norwegischen Seite von Fischern und Kaufleuten beherrscht und galt in allen sozialen Kreisen als vollwertiges Kommunikationsmittel. Ab 1850 änderte sich die sprachliche Situationviele der Norwegischen Handelspartner begaben sich des Öfteren zu längeren Aufenthalten nach Russland, vor allem nach Archangelsk, und begannen allmählich Russisch zu lernen. 46 Das Russenorsk verlor auf diese Weise sein soziales Ansehen, indem es nur noch von ‚einfachen Fischern’ in Norwegen verwendet wurde und höher gestellte Kaufleute die ‚höhere Form’, die sie mit ‚echtem’ Russisch vergleichen konnten, bevorzugten. Des Weiteren kamen politisch-ökonomische Gründe für die Veränderung der Sprachsituation hinzu. Das Handelsvolumen variierte stark von Jahr zu Jahr. Anstelle des sogenannten Barter-Trade, einer Art ‚Tauschabkommen’ trat der reine Cash-Trade und die großen Handelsgesellschaften gewannen die Kontrolle über die Handelsbeziehungen. „It increased both in volume and value for both sides until the 1870s, when Russian exports
stagnated before dropping slightly just before the First World War. The drop applied
especially to oatmeal, which decreased sharply in volume in the 1890s.“ 47
Außerdem veränderten sich die internen und externen Wirtschaftsbeziehungen beiderseits, da sich beide Seiten immer mehr den neu entstandenen Märkten fügten. Norwegen sah einen sicheren und günstigeren Getreideimport im Westen. Russlands politische und wirtschaftliche Aufmerksamkeit wandte sich immer mehr dem eigenen Binnenmarkt zu. Auf diese Weise bereiteten die politischen Verhältnisse zwischen Norwegen und Russland im Zuge der Revolution 1917 den Handelsbeziehungen im Norden ein Ende.
44 Ebd. S 129.
45 Ebd. S. 129.
46 Vgl. Fox in Romaine S. 130
47 Niemi 2002:32
16
Zusammenfassung
Das Russenorsk entwickelte sich während der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts von einer in Not entstandenen Kontaktsprache zu einer deutlich klassifizierbaren „stabilen“ Pidgin. Als stabil kann man sie deshalb bezeichnen, weil ihre morphosyntaktischen Eigenschaften bestimmten Regelhaftigkeiten unterlagen und sie von den Sprechern über viele Jahre hinweg parallel zu ihren Muttersprachen gebraucht und weiterentwickelt wurden. Zu dem kommt, dass die Anzahl der Lexeme zu annähernd gleichen Teilen aus den beiden Spendersprachen Russisch und Norwegisch stammte. Somit gab es keine dominante Varietät, die die andere hätte beiseite drängen können. Weiterhin zeigte sich im Aussterben der Handelssprache, welche äußeren Bedingungen für Sprachen im Allgemeinen und für Pidgins im Besonderen eine entscheidende Rolle spielen: Soziale Faktoren bestimmen ihre Lebensdauer. Im Zuge von politischen Veränderungen schwanden nach der Jahrhundertwende auch die sozioökonomischen Bedingungen für das Russenorsk. Die Orientierung Norwegens auf die westlichen Märkte und die Gründung der Sowjetunion schafften neue Rahmenbedingen, womit das Russenorsk außer Gebrauch kam. Obgleich die Handelsbeziehungen zwischen Russland und Norwegen später wieder aufgenommen wurden, so verdrängten Norwegisch und Russisch den Gebrauch der Pidgin, indem die prestigebewussten, d.h. „gebildeten“ Sprecher die jeweils andere Sprache erlernten. Doch jene Bedingungen sorgten nicht nur für den sprachlichen Schwund des Russenorsk, sie bremsten auch kulturell die langgehegten russisch-norwegischen Beziehungen an der Weißmeerküste.
17
Literaturnachweis Primärliteratur:
1. Bakker, Peter: Pidgins. In: Ahrens, J., Pieter Muysken und Norval Smith: „Pidgins and
Creoles an introduction.“ Amsterdam 1994.
2. , .. .. : v . -
2004.
3. Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2. Auflage. Stuttgart 2002.
4. Broch Ingrid und Ernst Håkon Jahr: Russenorsk. Et pidginspråk i Norge. Oslo 1981
(zweite Ausgabe 1984).
5. Broch, Olaf: Russenorsk. In: Maal og Minne, „Archiv für slavische Philologie“. Bd 41,
Oslo 1927.
6. Holm, John.: An introduction to Pidgins and Creoles. Cambridge 2000.
7. Niemi E.: The Pomor trade from a Norwegian perspective. In: Bjørklund, Ivar [Hrsg.]:
„Way North. The Barents region“. Oslo 1995.
8. Niemi, E. (Hg.): Pomor - Nord-Norge og Nord-Russland gjennom tusen år. Oslo 1992.
9. Romaine, Suzanne: Pidgin and creole languages. London 1997.
10. Trask, L.: Historical Linguistics. Zweite überarbeitete Auflage von R. M. Miller. London
2007.
Sekundärliteratur:
1. Einarsson, J.: Språksociologi. Stockholm 2007.
2. Hovdhaugen, Even (Hg.): The nordic languages and modern linguistics. „Interational
Conference of Nordic and General Linguistics.“, Bd. 4 . Oslo, 1980.
3. Lefebvre, Claire: Issues in the study of Pidgin and Creole languages. „Studies in language
companion series“, Bd. 70. Amsterdam 2004.
4. Lunden S.: Tracing the ancestry of Russenorsk. In „Slavia orientalis“, Bd. 27 Nr. 2 . Oslo
1978.
5. Ljubimov, V.A. [Hg.]: Voprosy toponimiki Podvin'ja i Pomor'ja : sbornik statej /
Geografieskoe Obšestvo SSSR, Archangel'skij Filial. Archangel'sk, 1991.
18
6. McWhorter, John. Language change and language contact in Pidgins and Creoles
Amsterdam 2000.
7. Peterson, R.E.. Russenorsk: A little known aspect of Russian-Norwegian relations in:
Verhaar, John W. M. [Hg.]: „Studies in language. Internattional journal sponsored by the
foundation ‚Foundations of Language’. Amsterdam 1980.
8. Ureland, Per Sture. (Hrsg.): Scandinavian language contacts. London 1984.
19
Arbeit zitieren:
Julia Okschewskaja, 2009, Russenorsk als Pidgin, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Skandinavistik: neuer Titel erschienen: Russenorsk als Pidgin
Julia Okschewskaja hat einen neuen Text hochgeladen
U-Bahnen in Skandinavien / Metros in Scandinavia
Stockholm, Oslo, Helsinki und ...
Robert Schwandl
Türkisch, Russisch, Fachenglisch für Hebammen und Geburtshelfer
Katja Stahl, Neslisah Terzioglu, Maja Melamed
0 Kommentare