Inhaltsverzeichnis 3
INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Definition des Freundschaftsbegriffes. 4
2.1. Zeitgenössisches Verständnis und Facettenreichtum des Terminus 4
2.2. Schillers und Goethes Freundschaftsverständnis 5
3. Zwischen Antipathie und Sympathie 6
3.1. Bewunderung, Neid, Hass - Gänzlich konträre Auffassungen im Vergleich. 6
4. Zwischen Aufklärung und Romantik - die Anfänge einer Freundschaft 7
4.1. „Das glückliche Ereignis“ 7
4.1.1. Reaktion und Resonanz. 8
4.1.2. Abschließende Beurteilung des Geburtstagsbriefes. 9
5. Rezension 10
5.1. Gegenseitige Rezension ihrer Werke 10
6. Schillers Tod - Freundschaft über den Tod hinaus? 11
6.1. „Ich kann den Menschen nicht vergessen “ - Goethes Rückblick. 11
6.2. Gemeinsam klassisch. - Auch ihre Freundschaft? 12
7. Rezeption 13
7.1. Zeitgenössische Perspektive 13
7.2. Heutige Tendenzen 14
7.3. Abschließende Beurteilung und Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse 15
8. Anhang 17
8.1. Geburtstagsbrief 17
8.2. Glückliches Ereignis 19
8.3. „Goethe in der Campagna“ - ein Gemälde von Johann Heinrich Tischbein. 22
9. Endnoten 23
10. Quellen und Literaturverzeichnis 25
10.1. Primärliteratur 25
10.2. Sekundärliteratur 25
10.3. Nachschlagewerke. 25
10.4. Internetquellen 25
10.5. Bildquellen. 26
10.6. Sonstige Quellen 26
Einleitung 4
1. EINLEITUNG
Abneigung, Hass, Neid und eine atemberaubende Kehrtwende im Leben zweier deutscher Literaten, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Später eine tiefgründige und innige Teilnahme am Leben des anderen und mehr als 1000 Bögen Papier, die sie nicht nur weltweit berühmt machten, sondern ihnen zugleich auch ein lebendiges Denkmal setzten. Das alles beschreibt die Geschichte einer wahrhaft einzigartigen Dichterfreundschaft im Mittelpunkt Deutschlands während der Wende vom 18. ins 19. Jahrhundert. - Es ist die Freundschaft von Schiller und Goethe, deren Konstruktion das Ziel dieser Arbeit darstellt.
Inwiefern diese Freundschaft nach klassisch-antikem Ideal geführt worden ist und inwieweit eine Aktualität dieses Themas besteht, soll als zentrale Problemstellung überprüft werden. Daher widmet sich die folgende Ausarbeitung inhaltlich der langsamen Annäherung beider Dichter, dem Aufkommen ihres freundschaftlichen Bundes und der sich daraus ergebenen bilateralen Inspiration. Eine der wichtigsten Arbeitsgrundlagen bildet dafür der für die Nachwelt als kulturelles Gut erhaltene Briefwechsel, der einen großen Teil des regen Gedankenaustausches beinhaltet und deshalb in ausgewählten Textpassagen analysiert wird. Weiterhin im Fokus stehen die ersten Annäherungsversuche, da besonders diese von einem spannungsgeladenen Verhältnis zeugen, in dem die Dichterkollegen noch mehrmals der Meinung des Partners antithetisch gegenüberstanden - bis ein besonderes Ereignis den Umschwung brachte.
Abschließend wird das Hauptaugenmerk auf die Rezeption durch damalige Dichter und Denker als auch die fortwährende Wahrnehmung im Spiegel der Zeit gelegt, um den Gegenwartsbezug der Schiller-Goethe-Thematik und des Wertes ihrer Freundschaft herzustellen.
Methodisch aufbereitet wird die Materie in einer diachronen Fallanalyse, die von der ersten Begegnung 1779 bis in unsere heutige Zeit hineinreicht. Dazu wird im Folgenden zunächst der Freundschaftsbegriff in moderner Fassung definiert, ehe Schillers und Goethes Freundschaftsverständnis ausgearbeitet wird. Um das gewünschte Ziel der Rekonstruktion zu erhalten, werden dann in chronologischer Reihenfolge die Anfänge und das Horen-Projekt erläutert und vor dem Hintergrund von Schillers Tod wird eine erste Bilanzierung hinsichtlich der Tiefe und Produktivität der Freundschaft getroffen. Darüber hinaus soll dieses kultur- und literaturgeschichtliche Ereignis in Bezug auf die damalige und die zeitgenössische Wahrnehmung aufbereitet und nach heutigen Wertmaßstäben beurteilt werden.
2. DEFINITION DES FREUNDSCHAFTSBEGRIFFES
2.1. Zeitgenössisches Verständnis und Facettenreichtum des Terminus
Freundschaft ist ein sehr vielschichtiger Begriff. Um diesem in allen Dimensionen gerecht zu werden, wird im Folgenden unser zeitgenössisches Verständnis - unter anderem an der Brockhausdefinition - herausgestellt.
Freundschaft [ist eine] Form sozialer Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Partnern, die durch gegenseitige Anziehung und persönlichkeitsbezogene Vertrautheit und durch Achtung bestimmt ist und Hilfs- und Opferbereitschaft und freiwillige Verantwortung für den anderen einschließen kann, im Unterschied zu zweckbedingten partnerschaftlichen Verbindungen. Gegenseitige Attraktivität wird in der Sozialpsychologie aus ähnlichen Merkmalen der Personen oder aus ihren sich ergänzenden Eigenschaften erklärt. Die Freundschaft kann auftreten als ritualisierte (wie die griechische Jünglings- und Männer-Freundschaft), als institutionalisierte und sozial geschützte Freundschaft (wie die Blutsbrüderschaft), als Bund (wie der Göttinger Hainbund), in der Form der »Paargruppe«, der am engsten individualisierten und personalisierten Ich-Du-Beziehung (L. von Wiese), oder als lockerer Typ wie Bekanntschaft. Umfang und Formen der Freundschaft zeigen starke schichtspezifische Ausprägungen. In Zeiten sich auflösender Gesellschaftsstrukturen kann Freundschaft eine gesellschaftsstabilisierende Funktion haben. 1 Dieser Definition ist hinzuzufügen, dass eine freundschaftliche Beziehung ein viel tiefgreifenderes Phänomen ist, dem man sogar ein internationales, wenn nicht sogar ein globales Verständnis zu- schreiben kann, sofern sich einzelne Völker und ganze Staaten über ihre Grenzen hinweg verbinden.
Definition des Freundschaftsbegriffes 5
Dies jedoch ist ein spezieller Fall der Verbindung, der im zweckgerichteten Bund 2 definiert ist, da auf einer solchen Ebene meist ein bestimmtes Ziel verfolgt wird, das persönlichen Nutzen birgt, wie beispielsweise die Friedenssicherung zum Anlass einer staatenübergreifenden Freundschaft. Zudem stellt eine Freundschaft auch einen für den Menschen unerlässlichen und pädagogischen Prozess dar, durch den die sozialen Kompetenzen eines Individuums gefördert werden. Denn erst in der Auseinandersetzung mit dem anderen erfährt er [der Mensch] die Umrisse seiner eigenen geist-
leiblichen Gestalt, die Struktur seiner Leidenschaften, die Möglichkeiten seines Willens 3 . Demnach versucht der Mensch über die Reflexion in seinem Gegenüber eigene Neigungen und Sympathien herauszufinden und sich selbst eine Identität zuzuschreiben. Dabei sind fundamentale Aspekte wie die Zuneigung, die Treue oder auch die gegenseitige Wertschätzung - neben Achtung und Vertrauen - eine notwendige Basis. In einer Freundschaft ist es daher nicht wichtig, wie individuell man geprägt ist, sondern wie ähnlich man sich durch gemeinsame Sympathien ist. Denn aufgrund gemeinsamer oder ähnlicher Merkmale ist es Individuen möglich, gemeinsame Vorlieben zu diskutieren oder sich über bestimmte Sachverhalte auszutauschen.
2.2. Schillers und Goethes Freundschaftsverständnis
Auch Goethe und Schiller haben vor, während und nach ihrer freundschaftlichen Beziehung Äußerungen über diese getroffen, an denen das Verständnis und die Ansprüche an eine edle und reine
Freundschaft 4 rekonstruierbar sind.
So schreibt der dreißigjährige Schiller 1789 an seinen Freund Huber in Weimar: Freundschaft ist
sehr kennbar an ihrer wohltätigen Wirkungen auf Herz und Geist. 5 Mit dieser Aussage stellt er das Wohlbefinden der eigenen Person uneigennützig in den Vordergrund und verbindet mit einer Freundschaft anregende Gespräche, die in ihm - bedingt durch die Ansicht des Freundes - neue Ideen für Konzepte, Vorhaben und Bestrebungen aufleben lassen, welche nur darauf warten, umge-
setzt zu werden. Dazu muss seiner Meinung nach eine Harmonie der Neigungen 6 vorherrschen, denn erst durch gemeinsame Ambitionen und Interessen und die Anteilnahme an Bedürfnissen des anderen ist die Grundlage für anregende Gespräche über gemeinsame Sympathien gegeben. Während dieser Dialoge nutzt Schiller gekonnt das Mittel der Reflexion, da er die glückselige Verwech-selung seiner selbst mit anderen 6 erfahren will; der persönliche Nutzen, der sich daraus ergibt, ist, dass er seine eigenen Stärken erkunden kann und eine Kompensation seiner Schwächen durch den Partner erfolgt, wenn dieser ihn gut genug kennt. Wichtig für ihn ist hierbei, dass ein Freund kein Konkurrenzpartner ist, den es um jede Möglichkeit zu überbieten gilt, sondern dass die Eigenschaf-ten eines anderen zu schätzen und zu empfinden sind 6 .
Eine nahezu kongruente Ansicht über Freundschaft hat auch der zehn Jahre ältere Goethe: Dieser stellt für sich fest, dass Freundschaft sich bloß praktisch erzeugen lässt und praktisch Dauer gewin-
nen kann 7 . Demnach kann man eine Freundschaft nicht erzwingen, sondern diese muss sich ergeben und erst die Zeit zeigt, wie sich eine Freundschaft entwickeln kann und ob sie in der gegenseitigen Auseinandersetzung auch Bestand hat. Allerdings geht Goethe in seinen Auslegungen noch einen Schritt weiter als der Verfasser der „Räuber“, indem er behauptet:
Neigung, ja sogar Liebe hilft alles nichts zur Freundschaft. [Da] die wahre, die tätige, die produktive [Freundschaft] darin besteht, daß wir gleichen Schritt im Leben halten, daß er meine Zwecke billigt, ich die seinigen und daß wir
so unverrückt zusammen fortgehen, wie auch sonst die Differenzen unserer Denk- und Lebensweise sein mögen. 7 Goethe spricht demnach von einer Affinität, die nicht auf Basis gleicher Charakterzüge oder Eigenschaften beruht, sondern von einer Anziehung auf Grundlage von Anerkennung und Toleranz des Partners, bei denen beide sich mit gegenseitigem Respekt und wechselseitiger Achtung begegnen.
Zwischen Antipathie und Sympathie 6
3. ZWISCHEN ANTIPATHIE UND SYMPATHIE
3.1. Bewunderung, Neid, Hass! - Gänzlich konträre Auffassungen im Vergleich An keine Vereinigung war zu denken 8 , schreibt der eine, ich zweifle, ob wir einander sehr nahe rücken werden 9 , der andere - Aussagen, die sich strikt gegen eine gemeinsame Allianz aussprechen. Sie waren ein gemeinsamer Trugschluss, der sich durch die von unterschiedlichsten Faktoren geprägte und zum Teil verhärtete Meinung über den jeweils anderen ergeben hatte. Während Goethe in Schiller einen ernsthaften Konkurrenten sah, der seine in Italien überwundenen „Sturm und Drang Ideale“ verkörperte, sah Schiller im Zwiespalt einen verschlossenen Egoisten und ein zu be-
wunderndes Genie 10 in Goethe.
Bei ihrem ersten Zusammentreffen, in der Stuttgarter Karlsschule 1779, nahm der um ein Jahrzehnt jüngere Schiller die Position des Werbenden ein, der sich bei Goethe während der zeremoniellen Feierlichkeiten um jeden Preis bemerkbar machen wollte; wohingegen Goethe mit Rang und Na-
men die Rolle des Umworbenen einnahm, der sich würdevoll und steif 10 neben Herzog Karl Eugen zeigte. Diese Begegnung war ein Abschnitt in Schillers Leben, in dem auch er, als einer von vielen
jungen literaturbegeisterten Studenten, Goethe mit einer Art von Anbetung genannt 11 hat. Es ist daher selbstverständlich, dass Schillers Meinung über den durch den „Werther“ und den „Götz“ berühmt gewordenen Schriftsteller sehr hoch gestimmt war und von seiner Umwelt beeinflusst wurde - denn wie sich ein Kommilitone Schillers erinnert, haben sie Goethe sogar als ihren Gott ver-ehrt 12 .
Zu einem erneuten Treffen, das Schillers Meinung beinahe vollständig revidierte, kam es erst neun Jahre später. - Es ist die Zeit nach Goethes Italienreise und Schillers Umzug an den Hof nach Weimar. Enttäuscht, dass der bewunderte Literat auf ihn nicht den herausragenden Eindruck machteder Schiller von allen Direktionen berichtet wurde - schilderte dieser nach der erneuten Begegnung unmittelbar nach Goethes Ankunft in Weimar:
Sein erster Anblick stimmte die hohe Meinung ziemlich tief herunter, die man mir von dieser anziehenden und schönen Figur beigebracht hatte. Er ist von mittlerer Größe, trägt sich steif und geht auch so. Sein Gesicht ist verschlossen, aber sein Auge sehr ausdrucksvoll, lebhaft, und man hängt mit Vergnügen an seinem Blicke. […] er ist brünett und schien mir älter auszusehen, als er meiner Berechnung nach wirklich sein kann. […] Ich zweifle, ob wir einander je sehr nahe rücken werden. Vieles, was mir jetzt noch interessant ist […] hat seine Epoche bei ihm durchlebt. Er ist mir […] so weit voraus, daß wir unterwegs nie mehr zusammenkommen werden. […] Unsere Vorstellungsarten scheinen wesentlich verschieden. 13
Auch Goethe bekannte: Niemand konnte leugnen, daß zwischen zwei Geistesantipoden mehr als ein Erddiameter die Scheidung mache, da sie denn beiderseits als Pole gelten mögen, aber eben des-wegen in eins nicht zusammenfallen können. 14 - In der Tat, er übertrieb nicht, als er dies 1817 niederschrieb, denn in Schiller und ihm verkörperten sich zwei gegensätzliche Polaritäten, die in Weimar aufeinander prallten. Sie unterschieden sich in ihrer Denk- und Handelsweise, in ihrer Auslegung des Ästhetischen und in ihren unvereinbaren Interessen. Während sich Goethe mit der Natur und ihrer Anschauung beschäftigte, rückten für Schiller die Philosophie und die Geschichte in den Vordergrund.
Mit der Ablehnung von Schillers Lebens- und Arbeitsweise und seiner Ausrichtung zum Idealismus stand für den Empiriker Goethe fest: Der junge aufstrebende Literat ist ihm nicht nur unsympa-
thisch und in seinen Grundfesten verhaßt 15 , sondern stellte auch einen ernstzunehmenden literarischen Gegner für ihn dar, der seine in Italien gewonnenen Anschauungen angriff und ihn in seiner Existenz als Schriftsteller bedrohte. Zwar war der Ruhm, den Goethe durch seine zwei großen Werke „Götz von Berlichingen“ und „Die Leiden des jungen Werther“ erlangt hatte, nicht vollständig verloren, aber dennoch stark abgeebbt, da die Erscheinungsdaten nun bereits über 14 Jahre zurücklagen. Daher wurden seine Hoffnungen, die in Italien gewonnene Klarheit von Formen fortzuführen und mitzuteilen, durch die in seiner Abwesenheit entstandenen Werke, wie Schillers „Räuber“, so- fort zerschlagen. Obwohl es grade während Schillers Weimaraufenthalt an Möglichkeiten nicht ge-
Zwischen Aufklärung und Romantik - die Anfänge einer Freundschaft 7
mangelt hatte, die sporadischen Begegnungen in erste Annäherungsversuche umzuwandeln, waren dies für Goethe genügend Gründe sich gegenüber Schiller zu distanzieren.
So blieb auch Schiller nichts anderes übrig, als zunächst auf Distanz zu Goethe zu bleiben und sich gedanklich mit seiner Person auseinanderzusetzen, was den realen Kontakt mit ihm, bis zur frucht-
baren 16 Begegnung im Juli 1794, ersetzen musste. Diese Auseinandersetzung verschärfte sein Urteil: Durch eigene Beobachtungen und die eher zufälligen kurzen Zusammentreffen mit Goethe bemerkte auch Schiller die entschiedenen Disparitäten zwischen ihren beiden Charakteren: Er stellte
damals für sich heraus, dass Goethe ein Egoist in ungewöhnlichem Grade 17 wäre, der nur eine gewisse kindliche Einfalt der Vernunft 18 besitzen würde. Förmlich angewidert von dessen Angewohnheit, sich in der Öffentlichkeit wie ein Gott 19 zu präsentieren, führte dies 1789 schließlich zu einer durch Hass angetriebenen Ansicht: Ich betrachte ihn wie eine stolze Prüde, der man ein Kind ma-chen muß, um sie vor der Welt zu demütigen 19 ; so urteilte Schiller mit harten Worten über Goethe, den er vor knapp zehn Jahren noch stark verehrt hatte. Es ist ein Bekenntnis, das Schillers Zustand nur schleierhaft erahnen lässt, denn zur gleichen Zeit sprach er sich immer wieder für Goethe und dessen Bewunderung aus. Zeugnis dessen ist der Brief vom 1. November 1790 an seinen Dresdener
Freund Körner, in dem er von Goethes geistiger Leistung, seiner Universalität 20 im Bereich der Geistes- und Naturwissenschaften sowie seinen Bestrebungen schwärmte und die Faszination der erneuten Bewunderung wicht. In Unklarheit über eine einheitliche Reflexion Goethes schlussfolger-
te Schiller: Die Zeit wird alles Weitere lehren. 21 - Und das tat sie, wenn auch in einem sehr stockenden und anstrengenden Prozess. Das Minenfeld zwischen Goethes und Schillers Interessen hat sich auch in den folgenden Jahren noch mehrmals sehr ausgeprägt als Hindernis herausgestellt, so-dass die beiden Schriftsteller eine ganze Weile nebeneinander fortlebten 22 , ohne sich auch nur im Mindesten näher zu kommen oder die ungeheure Kluft 23 , die zwischen ihren Denkweisen herrschte, zu schließen. - Daran, dass es aber genau diese Verschiedenheit ihrer Naturen 24 war, welche die gemeinsame Allianz im Sommer 1794 ermöglichte, dachte zu diesem Zeitpunkt noch keiner der beiden.
4. ZWISCHEN AUFKLÄRUNG UND ROMANTIK - DIE ANFÄNGE EINER FREUNDSCHAFT
4.1. „Das glückliche Ereignis“
Für mich insbesondere war es ein neuer Frühling, in welchem alles froh nebeneinander keimte 25 , so umschrieb Goethe rückblickend in seinem autobiographischen Aufsatz „Glückliches Ereignis“ die Anfänge der gemeinsamen Dichterfreundschaft und das sich entwickelnde Verhältnis zu Schiller.
Doch damit es zu dieser glücklichen Zusammenkunft der beiden kommen konnte, musste das Konkurrenzdenken, dem sich beide Schriftsteller hingaben, aufgehoben werden. Dazu gehörte für Goethe die Überwindung des eigenen Stolzes und die Anerkennung Schillers als ebenbürtigen Mitstreiter sowie Kollegen und für Schiller, die Bereitschaft Goethes Meinung und dessen Verschiedenartigkeit von der eigenen Person zu respektieren. - Und genau das geschah im Zeitraum vom 20. bis 22. Juli 1794, wobei beide Schriftsteller andere Angaben bezüglich des Termins und des Themenschwerpunktes machten.
Auf der einen Seite berichtete Goethe, dass das zündende Gespräch nach einer Sitzung der Natur-forschenden Gesellschaft in Jena am 20. Juli über die „Urpflanze“ zufällig stattgefunden hatte. -Wobei die Zufälligkeit durch Schillers planmäßiges und gezieltes Hinarbeiten auf diese Verbindung widerlegt wird. - Auf der anderen Seite schrieb Schiller an seinen Dresdener Freund Christian Gottfried Körner im September desselben Jahres:
Wir hatten vor sechs Wochen über Kunst und Kunsttheorie ein langes und breites gesprochen und uns die Hauptideen mitgeteilt, zu denen wir auf ganz verschiedenen Wegen gekommen waren. Zwischen diesen Ideen fand sich eine unerwartete Übereinstimmung, die um so interessanter war, weil sie wirklich aus der größten Verschiedenheit
Arbeit zitieren:
Denise Burkhard, 2010, Schiller und Goethe, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen: Schiller und Goethe ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen: neuer Titel erschienen: Schiller und Goethe
Denise Burkhard hat einen neuen Text hochgeladen
German Aesthetic and Literary Criticism: Winckelmann, Lessing, Hamann,...
H. B. Nisbet, Hugh Barr Nisbet
Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe - 2 Bde
Briefwechsel in den Jahren 179...
Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich von Schiller, Manfred Beetz
Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe
Friedrich von Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Emil Staiger, Hans-Georg Dewitz
0 Kommentare