Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Begriffserläuterungen 4
2.1 Das Systemmodell 4
2.1.1 soziologische Systemtheorie 4
2.1.2 personale Systemtheorie. 6
2.2 Erfahrungswissen. 7
2.3 Beratung. 8
3 Der Einfluss von Erfahrungswissen auf den Beratungsansatz 9
3.1 Personen des sozialen Systems 10
3.2 subjektive Deutungen. 10
3.3 Soziale Regeln 11
3.4. Regelkreise. 11
3.5 materielle und soziale Umwelt. 12
3.6 Entwicklung des sozialen Systems 12
3.7 Zusammenfassung 12
4 Methoden der systemischen Beratung. 13
4.1 Systemaufstellung. 13
4.2 systemische Supervision 14
4.3 Zusammenfassung 15
5 Zusammenfassung der Ausarbeitung 15
6 Fazit 15
Quellenverzeichnis 17
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1 Einleitung
Die moderne Sozialforschung bedient sich bei der Erklärung menschlichen Handelns einer Reihe von Modellen und Theorien der psychologischen
Persönlichkeitsforschung. Diese Persönlichkeitstheorien bilden gleichzeitig die Basis unterschiedlicher organisationaler Beratungskonzepte (Vgl. König & Volmer: 2008, S. 10). Die wohl älteste Persönlichkeitstheorie ordnet dem menschlichen Handeln vorsozialisierte, relativ stabile Eigenschaften zu. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus unterschied der griechische Arzt Hippokrates zwischen den Temperament bestimmenden Körpersäften eines Menschen. Andere Theorien widerrum sprechen von angeborenen Trieben, äußeren Einflussfaktoren oder aus konstruktivistischer Perspektive, von Menschen als handelnden Subjekten, welche ihr Verhalten durch eigene Gedanken und Einstellungen, also der Deutung der persönlichen Wirklichkeit, beeinflussen (Vgl. Zimbardo & Gerrig: 2004, S. 602 ff.). Seit den 1950er Jahren entwickelte sich, mit fortschreitender Einbindung von Individuen in komplexe Systeme, die Kritik darüber, menschliches Verhalten könne ausschließlich über solche linearen Kausalketten gedeutet werden: „Immer mehr aber tritt uns auf allen Gebieten, von subatomaren zu organischen und soziologischen, das Problem der organisierten Kompliziertheit gegenüber, das anscheinend neue Denkmittel erfordert - anders ausgedrückt - verglichen mit linearen Kausalketten von Ursache und Wirkung, das Problem von Wechselwirkungen in Systemen. Damit gelangen wir aber zur Systemtheorie“ (Luchte: 2005, S. 53, zit. n. Bertalanffy: 1972). In der vorliegen Arbeit beschäftige ich mich mit dem Thema der systemischen Beratung von Organisationen unter der Fragestellung: Welchen Stellenwert besitzt sowohl individuelle, als auch organisationale Erfahrung innerhalb dieses Beratungsansatzes? Um einen einheitlichen Gebrauch der Ausdrücke soziales System, Erfahrungswissen und Beratung gewährleisten zu können, werde ich im nächsten Gliederungspunkt mit der Definition von Begrifflichkeiten beginnen. Die Praxis systemischer Organisationsberatung darstellend, werden in dieser Ausarbeitung zudem noch zwei gängige Methoden, bzw. Interventionen vorgestellt, welche in besonderem Maße auf die Erfahrungen aller Beteiligten zurückgreifen. Abschließend werde ich die Ergebnisse der vorgestellten Punkte noch einmal zusammenfassen und einer eigenen Wertung unterziehen.
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2 Begriffserläuterungen
Im Folgenden werde ich die für diese Arbeit wichtigen Begrifflichkeiten Systemmodell, Erfahrungswissen und Beratung näher erläutern. Vor allem aber die hierfür unterschiedenen Systemmodelle können auf Grund ihrer Komplexität nicht in allen Bereichen tiefgreifend analysiert werden. Zu weiterführender Literatur, welche diese Thematik detaillierter behandelt, verweise ich im Literaturverzeichnis dieser Arbeit.
2.1 Das Systemmodell
Das einleitend verwendete Zitat des Systemtheoretikers Ludwig von Bertalanffy beschreibt bereits ein entscheidendes Kriterium bei der Schwierigkeit den Begriff systemisch eine eindeutige Bezeichnung zuzuweisen: Es existiert nicht eine einheitliche Systemtheorie, sondern es gibt „unterschiedliche systemtheoretische Konzepte, die sich an unterschiedlichen Systemen (…) orientieren“ (König & Volmer: 2008, S. 27). In Anbetracht der Thematik dieser Arbeit werde ich im Folgenden zwischen der soziologischen Systemtheorie von Niklas Luhmann und der personalen Systemtheorie in der Traditionslinie Gregory Batesons unterscheiden.
2.1.1 soziologische Systemtheorie
Abgrenzend von allen anderen Systemtheorien beschreibt Luhmann ein soziales System nicht anhand der enthaltenen Elemente, sondern erstens durch die Möglichkeit einen Prozess der Selbstselektion und Grenzziehung innerhalb des Systems, also der Trennung von System und Umwelt, vollziehen zu können. „Von sozialen Systemen kann man immer dann sprechen, wenn Handlungen mehrerer Personen sinnhaft aufeinander bezogen werden und dadurch in ihrem Zusammenhang abgrenzbar sind von einer nicht dazugehörigen Umwelt“ (Luhmann: 2005, S. 10). Ein weiteres Merkmal sozialer Systeme ist neben der äußerlichen Trennung von System und Umwelt, die Differenzierung innerhalb der Systeme selbst. „Systemdifferenzierung ist nichts weiter als Wiederholung der Systembildung in Systemen. Innerhalb von Systemen kann es zur Ausdifferenzierung weiterer System/Umwelt-Differenzen kommen. Das Gesamtsystem gewinnt damit die
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Funktion einer ‚internen Umwelt‘ für die Teilsysteme, und zwar für jedes Teilsystem in je spezifischer Weise“ (Luhmann: 1984, S.37). Jedoch nicht menschliche Handlungen an sich, sondern die Kommunikation der Teilnehmenden sind die Grundlage für die Entstehung aber auch für das Fortbestehen von sozialen System. „Sobald überhaupt Kommunikation unter Menschen stattfindet, entstehen soziale Systeme; denn mit jeder Kommunikation beginnt eine Geschichte, die durch aufeinander bezogene Selektion sich ausdifferenziert, indem sie nur einige von vielen Möglichkeiten realisiert“ (Luhmann: 2005, S. 10). Weiterführend bedeudet dieser wichtige Aspekt der Theorie sozialer Systeme nach Luhmann, dass die teilnehmenden Elemete sozialer Systeme nicht durch die Personen selbst, sondern ausschließlich durch die stattfindete Kommunikation dargestellt wird. „Die Elemente sozialer Systeme, also ihre nicht weiter auflösbaren Letzteinheiten, bezeichnet Luhmann als Kommunikationen. (…) Und ferner werden Menschen nicht als Urheber von Kommunikationen betrachtet. Kommunikation ist, so Luhmann, kein Ergebnis menschlichen Handeln, sondern ein Produkt sozialer Systeme!“ (Kneer & Nassehi: 2000, S. 65). „Der Mensch kann nicht kommunizieren, nur die Kommunikation kann kommunizieren“ (Luhmann: 1990, S. 32). Der Mensch steht in der Systemtheorie nur als Adressat für Kommuniktation zur Verfügung. Kommunikation entspricht dabei jedoch nicht Unterhaltungen, Absprachen etc., sondern beschreibt eine Operation, einen Vorgang innerhalb eines Systems. „Die Kommunikation teilt die Welt nicht mit, sie teilt sie ein in das, was sie mitteilt, und das, was sie nicht mitteilt” (ebd. S. 27). Auch beeinflusst durch diese operativen Vorgänge hat ein System die Möglichkeit eigene Elemente zu erzeugen. Soziale Systeme werden daher als autopoietisch bezeichnet. „Als autopoietisch wollen wir Systeme bezeichnen, die die Elemente, aus denen sie bestehen, durch die Elemente, aus denen sie bestehen, selbst produzieren und reproduzieren. Alles, was solche Systeme als Einheit verwenden, ihre Elemente, ihre Prozesse, ihre Strukturen und sich selbst, wird durch eben solche Einheiten im System erst bestimmt“ (König & Volmer: 2008, S. 35, zit. n. Luhmann: 1985). Zudem erlangen komplexe Systeme durch die Möglichkeit der Autopoiese, der Produktion und Reproduktion neuer Elemente aus den vorhandenen Elementen, eine operative Geschlossenheit. Dies bedeutet, dass die auftretenden Kommunikationsereignisse, die Operationen
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innerhalb des Systems, allein durch das System bestimmt werden. Die äußeren Umwelteinflüsse werden so durch das soziale System unterbrochen. Dies verdeutlicht ebenfalls die Trennung zwischen den Umwelteinwirkungen und dem System selbst.
Als weiteres Kennzeichen sozialer Systeme bezeichnet Luhmann das Vorhandensein von Komplexität und Sinn in Kommunikationsereignissen. Die Erhaltung sozialer Systeme erfordere nämlich eine Verringerung von Komplexität (Vgl. Luhmann: 1984, S. 45 f.). „Das heißt, es sind nur bestimmte Verbindungen von Kommunikationsereignissen in einem sozialen System zugelassen (…)“ (König & Volmer: 2008, S. 36). Um die Komplexität von Kommunikation reduzieren zu können und gleichzeitig eine nachvollziehbare Struktur zu erhalten, spricht Luhmann von der nötigen Sinngrundlage, welcher man einer Kommunikation innerhalb eines Systems zuschreiben muss. An einem Beispiel verdeutlicht: „Wenn ich in einer Seminarveranstaltung plötzlich ein Skatblatt auf den Tisch knalle und ein Bier bestelle, weil ich mich in Gedanken schon bei der abendlichen Skatrunde wähne, dann wird dies ein gewisses Erstaunen hervorrufen: was im Systemzusammenhang Skatrunde durchaus sinnvoll ist, gilt im Systemkontext Seminarveranstaltung als sinnlos“ (ebd. S. 37, zit. n. Wilke: 2006).
Die Transferierung dieser Systemtheorie auf die Organisationsberatung jedoch erweißt sich als überaus schwierig: zwar sollen Organisationen durchaus als Kommunikationssysteme verstanden werden, gekennzeichnet durch die gerade vorgestellten Merkmale, doch die Nichtbeachtung der einzelnen Personen, deren Wünsche und Erfahrungen, würden aber einen möglichen Beratungsansatz unterbinden.
2.1.2 personale Systemtheorie
„Um die Kommunikation in einem Unternehmen zu verändern, muss Beratung die dahinterstehenden Personen und ihre Einschätzungen und Ziele mit berücksichtigen. Sie muss sich an Personen wenden, wenn sie nicht eine unpersönliche Veränderung der Organisation aus einer Beobachterperspektive sein will“ (König & Volmer: 2008, S. 38). Auf Grundlage dieser Problematik kam es zu der Entwicklung eines neuen,
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Arbeit zitieren:
Martin Steinert, 2010, Systemische Organisationsberatung, München, GRIN Verlag GmbH
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