- 2 -
Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Sophistik und die Sophisten S. 3 - 7
2.1. Ursprung der Sophistik 4
2.2. Hegel: Sophistik in Griechenland S. 4 / 5
2.3. Hegel zur Kritik an der Sophistik S. 5 / 6
2.2. Bedeutende Sophisten S. 6 / 7
3. Protagoras S. 7 - 13
3.1. Die historische Person Protagoras S. 8 / 9
3.2. Thema und Ablauf des Dialogs Protagoras S. 9 - 12
3.3. Der Mythos im Dialog Protagoras S. 12 / 13
4. Schluss S. 14 / 15
4.1. Resumé der Arbeit 14
4.2. Persönliches Fazit S. 14 / 15
5. Literatur- und Quellenverzeichnis S 16
- 3 - 1.Einleitung
Diese wissenschaftliche Arbeit thematisiert die Lehre der Sophisten. Neben einer grundsätzlichen Darstellung der Sophistik und ihrer Ursprünge und Vertreter, setzt Platons Dialog Protagoras, sowie die historische Person Protagoras einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit. Die Bereiche werden vor allem aus der Sicht des deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel näher analysiert. Sekundär fließen zudem die Ausarbeitungen anderer Autoren, die sich mit dem Thema Sophistik befasst haben, mit ein.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit folgenden Fragen: Wer waren die Sophisten und wie sah der Inhalt ihrer Lehre aus? Was ist überhaupt Sophistik? Wie entstand das negative Bild der Sophisten, das vor allem Platons Werke prägten? Was ist die Intention von Hegels Ausführungen und wie versucht er die Sophistik zu verteidigen und in ein positives Licht zu rücken?
In Punkt 3. folgen Antworten auf die Fragen: Wer war die historische Person Protagoras? Wie sieht die Abhandlung des Dialogs Protagoras aus? Wie wird Protagoras dargestellt? Welche Argumentation verfolgt Hegel zu dem von Platon verfassten Dialog? Wo liegen die Besonderheiten in dem von Protagoras erzählten Mythos? Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der oben aufgeführten Fragen.
2. Sophistik und die Sophisten
In diesem Abschnitt werden grundlegende Aussagen zur Sophistik und den Anhängern dieser Lehre dargestellt und näher erörtert. Erst soll der Ursprung der Sophisten beleuchtet werden. Anschließend wird diese Darstellung mit einer näheren Definition der Lehre und ihrer Kritik im alten Griechenland aus der Sicht Hegels verknüpft.
- 4 - 2.1.Ursprung der Sophistik
Um den Ursprung der Sophistik zu finden, ist eine ungefähre zeitliche Eingrenzung erforderlich. Die Hochphase der Sophisten begann im Griechenland des „5. Jahrhunderts v. Chr.“ 1 und reichte zirka bis zum „frühen 4. Jahrhundert v. Chr.“ 2 . Mit der Entwicklung der Demokratie wuchs die Bedeutung der rhetorischen und argumentativen Fähigkeiten bei den Bürgern in der Polis. Im Zusammenhang mit dem neuen politischen Umfeld traten erstmals Sophisten auf 3 .
Der Begriff selbst wurde anfänglich für einen „kundigen, weisen Mann“ 4 gebraucht, der nicht unbedingt ein redegewandter Philosoph sein musste, sondern dessen Fähigkeiten durchaus auch technisch oder handwerklich hervorzuheben war. Erst mit der Zeit „verlagerte sich das Begriffszentrum auf das Gebiet geistiger, philosophischer Betätigung“ 5 .
2.2. Hegel: Sophistik in Griechenland
Die Bedeutung der Bildung war in Griechenland immer größer geworden und die Bestimmung der Sophisten lag in der Lehre. Nach Hegel sind die Sophisten „die Lehrer Griechenlands, durch welche die Bildung überhaupt in Griechenland zur Existenz kam“ 6 . Sie „hatten Amt der Bildung“ 7 , gaben dem Volk als Lehrer Unterricht in Weisheit, aber auch in den Wissenschaften, der Musik oder der Mathematik. Hegel bezeichnet die Sophisten als einen eigenen Stand, dessen Aufgabe es war, die Menschen in ihren Vorstellungen zu bilden. Sie nahmen eine neue Position neben den Priestern, den Dichtern und den Rhapsoden ein 8 .
1 Roßner, Christian: „Recht und Moral bei den griechischen Sophisten“, S.1, unten
2 wie Anm. 1, S.1, unten
3 wie Anm. 1, vgl. S.3 ff.
4 wie Anm. 1, S.5, Mitte
5 wie Anm. 1., S.5, unten
6 Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: „Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie I“, S.
409/410
7 wie Anm. 6, S.410, Mitte
8 wie Anm. 6, vgl. S.410
- 5 - DieSophistik war ein eigenes Gewerbe, das dem Volk von Nutzen sein sollte, denn Zweck der gelehrten Bildung war es, einen Menschen zu schaffen, der in der Beredsamkeit und der Philosophie gebildet, oder, anders ausgedrückt, weise war 9 .
Hegel, der ein positives Licht auf die Sophistik wirft, sagt, dass „ein gebildeter Mensch […] über jeden Gegenstand [etwas] zu sagen [und] Gesichtspunkte daran aufzufinden“ 10 weiß. Und diese spezielle Bildung habe Griechenland „den Sophisten zu verdanken“ 11 . Der Lehre der Sophisten lag ein ganz anderer Schwerpunkt zu Grunde als der vorherrschenden „Gelehrsamkeit, welche nur auf Kenntnisse geht und aufsucht, was ist und was gewesen ist“ 12 . In der Sophistik gibt es für den Begriff „nichts Niet- und Nagelfestes“ 13 . Das ist der entscheidende Unterschied.
2.3. Hegel zur Kritik an der Sophistik
Immer wieder nimmt Hegel Bezug zur kritischen Darstellung der Sophisten in der Literatur. Vor allem die konträre Sichtweise von Platon und Sokrates wird betrachtet.
Während der Standpunkt der Bildung für Sokrates „das Schöne, Gute, Wahre, Rechte als Zweck, Bestimmung des Individuums“ 14 war, fehlte bei den Sophisten eine nähere Definition des letzten Zwecks der Bildung, weshalb sie nach Hegel mit einem „üble[n] Ruf“ 15 belastet sind. Der deutsche Philosoph sieht in diesem Punkt den Mangel der Sophisten, verteidigt aber auch deren „Räsonieren aus Gründen“ 16 , also den Schritt weg von festen Grundsätzen, hin zu einem allgemeinen Betrachtungsvorgang, bei dem, „wenn es auf Gründe ankommt, man durch Gründe alles beweisen […], für alles Gründe und Gegengründe
9 wie Anm. 6, vgl. S.410 f.
10 wie Anm. 6, S. 411, Mitte
11 wie Anm. 6, S. 411, Mitte
12 wie Anm. 6, S. 406, unten
13 wie Anm. 6, S. 406, Mitte
14 wie Anm. 6, S. 422, oben
15 wie Anm. 6, S. 422, Mitte
16 wie Anm. 6, S. 423, oben
Arbeit zitieren:
Falk Plücker, 2008, Sophistik und die Sophisten & Platons Dialog "Protagoras", München, GRIN Verlag GmbH
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