Inhaltsverzeichnis
1 Software as a Service 4
1.1 Motivation 4
1.2 Chancen und Risiken 5
1.3 Prognose 6
2 Google Apps 7
2.1 Google Inc. 7
2.2 Die Apps Suite 7
2.3 Chancen und Hindernisse 9
3 Salesforce.com 10
3.1 Das Unternehmen 10
3.2 Salesforce CRM 10
3.3 Ausblicke 12
4 Abschließende Einschätzung 13
2
Abstract
Das Modell „Software as a Service“ ist keine Erfindung der heutigen Generation. Schon in den 1980-Jahren begannen die ersten IT-Unternehmen ihre Software als on-demand-Service gegen Gebühr bereitzustellen. Damit eröffneten sich neue Geschäftsfelder im Bereich der Software-Distribution und IT-Services. Während das noch unausgereifte Vertriebsmodell sich zu dieser Zeit jedoch kaum durchsetzen konnte und über die Zeit unter verschiedenen Namen bekannt wurde (“Service Bureau“, später “Application Service Providing“ und jüngst “Software as a Service“ (SaaS)), gab es bis heute viele Fortschritte auf diesem Gebiet. Erweitert wurden die Software-Services um die on-demand-Bereitstellung von IT-Infrastruktur (IaaS), Programmierumgebungen (PaaS) oder schlicht alle anderen denkbaren Bereitstellungsservices in der Cloud (XaaS). Zusammengefasst wird der gesamte Ansatz der on-demand-Bereitstellung von Soft- und Hardware-Services in virtualisierten Rechenzentren und über Webservices als „Cloud Computing“ bezeichnet. Während die Idee offensichtlich nicht neu ist, ist es doch der in den vergangenen Jahren überraschend durchschlagende Erfolg des Modells, das mit Wachstumszahlen aufwartet, die die etablierten Anbieter nicht gleichgültig lassen können. Gleichzeitig bescheinigen auch Marktanalysten der Cloud-Branche gute Chancen, den Markt kräftig durcheinanderzuwirbeln. Die ersten Global Player beginnen von den Angeboten Gebrauch zu machen - es deutet sich eine Zeitenwende an.
In dieser Abhandlung geht es im Besonderen um den Service der Bereitstellung von Unternehmensanwendungen (Software as a Service) innerhalb des Cloud Computing-Ansatzes. Beginnend von einer Analyse des Cloud Computing-Marktes soll aus der Abstraktion von Chancen und Risiken des Modells zunächst eine Abschätzung der Durchsetzungsfähigkeit und Trendprognose entwickelt werden. Die Dysbalance des SaaS-Marktes und seine Dynamik werden folgend anhand zweier repräsentativer SaaS-Produkte (Google Apps und Salesforce.com) beschrieben. Abschließend wird ein zusammenfassender Ausblick auf die Zukunft der Branche gegeben.
3
1 Software as a Service
In diesem Kapitel wird das Distributionsmodell betrachtet. Ausgehend von einer Analyse der Chancen und Risiken wird eine Trendprognose abgeleitet.
1.1 Motivation
Das traditionelle Software-Lizenzgeschäft ist in jüngster Vergangenheit einigen grundlegenden Veränderungen unterworfen. Die Weiterentwicklung in vielen Bereichen der IT - wie etwa der Ausbau von Infrastrukturen oder der Einsatz verteilter Systeme - ermöglicht es, neue Wege in der kommerziellen Software-Distribution zu gehen. Die Software as a Service (SaaS) betrachtet im Kontext des Cloud Computing die Cloud Applications, sprich Anwendungen, die für Kunden zum produktiven Einsatz in der Cloud, das heißt auf fremden Servern eines Providers, betrieben und über IP-Netzwerke bereitgestellt werden. In Abbildung 1 wird diese Ansatz grob dargestellt.
Obwohl selbst ein Kenner der Branche wie etwa Richard Stallman 1 noch 2008 [Gua08] die
Idee des Cloud-Modells mit den Worten verwarf
“It’s stupidity. It’s worse than stupidity: it’s a marketing hype campaign. Somebody is saying this is inevitable - and whenever you hear somebody saying that, it’s very likely to be a set of businesses campaigning to make it true.“ und für dessen praktische Umsetzung Harry Debes 2 fälschlicher Weise einen Zusammen-
bruch in 2010 prognostizierte [ZDN08], lässt sich momentan ein deutlicher Erfolg erkennen. Dazu trugen unter anderem folgende Entwicklungen bei: Zum einen der Beginn Software online und damit permanent verfügbar zu machen und auf den Einsatz mobiler Datenträger zum Teil vollständig zu verzichten, was wiederum geographische Unabhängigkeit für sowohl Kunde als auch Anbieter ermöglicht. Zum anderen der verstärkt modulare und serviceorientierte Aufbau von Software (Service Oriented Architecture) und die zeitgleiche starke Verteilung von Client-Server-Applikation über das Netzwerk auf die Serverseite. Letztendlich benötigt der Endnutzer lediglich ein lokales Clientprogramm (etwa einen Browser), um ein Programm nutzen zu können. Dies spart dem Client das Vorhalten leistungsstarker Hardware, im Falle eines Unternehmens den Betrieb eigener Server und die aufwändige Verwaltung der Software. Gleichzeitig ermöglicht es dem Provider, sowohl eine größere
1 Gründer des GNU-Projekts und erster Präsident der Free Software Foundation
2 CEO der Lawson Software AG, St. Paul (MN)
4
Kontrolle über seine Softwarelizenzen und als auch sein Angebot praktisch jedermann und unmittelbar zugänglich zu machen.
Nun stellt sich die Frage, ob dieses zukunftsweisende Modell sich langfristig und flächendeckend durchsetzen kann. Denn genau diese Entscheidung fällt beim Kunden, welcher bereit sein muss, die Veränderungen mitzutragen. Um dahingehende Aussagen machen zu können bedarf es einer praxisgerechten Analyse der Vor- und Nachteile, die über die letzendliche Akzeptanz und den langfristigen Trend entscheiden. Das wird im sich anschließenden Abschnitt Chancen und Risiken geschehen.
1.2 Chancen und Risiken
Sieht man einmal von einigen wenigen Stimmen, wie derer Richard Stallmans und Larry Debes’ ab, zeichnet die überwiegende Mehrheit der Branchenkenner ein positives Bild für die Entwicklungschancen des Cloud Computing-Marktes, welcher nur schwer zu trennen
ist von den Angeboten im SaaS. Jim Swartz 3 konstatiert Einsparungen bei Sybase in der
Größenordnung von 2 Millionen USD seit 2006 allein durch das Teilen von Rechenleistung und Speicherplatz über Servergrenzen hinweg [DC09]. Ähnlich äußert sich die Investmentbank Merill Lynch, die für 2011 ein Marktvolumen von 160 Milliarden USD für den Cloud Computing-Markt prognostiziert [Jou08]. Diese Aussichten verlocken auch andere große Softwareunternehmen, sich ebenfalls als Cloud-Provider zu positionieren. Eine Marktstudie der Experton Group [hei10] von 2010, für die das Unternehmen eigens ein Benchmark zur Messung des Cloud Computing-Anteils am Unternehmensgeschäft entwickelte, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: In Deutschland gesellen sich zu den ursprünglichen on-demand-Anbietern Amazon, Google und Salesforce.com mittlerweile auch immer mehr etablierte IT-Dienstleister, wie etwa Microsoft, die IBM oder T-Systems. Allein die Mehrzahl der Kunden will noch nicht so recht nachziehen. Nach einer Studie des Marktanalysten Trovarit [Com10c] haben 70 Prozent der Befragten nur eine ungefähre Vorstellung vom SaaS-Begriff. Zudem wurde deutlich, dass die Skepsis gegenüber dem Konzept bei Personen mit wenig SaaS-Kenntnis überwog. Um den Markt umfassend zu erreichen ist also noch viel Aufklärungsarbeit von Nöten.
Dabei liegen die Vorteile des Betriebs von Unternehmensapplikationen in der Cloud klar auf der Hand. Zuvorderst steht die Kosteneinsparung im laufenden Betrieb. Der Aufwand für das Vorhalten eigener Server und Personal zur Administration wird teils reduziert oder fällt ganz weg. Diesen Part übernimmt künftig der Provider. Das Ausmaß der Anfangsinvestition sinkt ebenfalls deutlich. So kosten ein Salesforce CRM Professional-Account 70 Euro/Nutzer/Monat (Enterprise: 135 Euro) [Sal10b], ein Google Apps-Konto 40 Euro/Nutzer/Jahr [Goo10] und 1GB Cloud-Speicher bei Amazon S3 (Simple Storage Service) gestaffelt nach Umfang des Gesamtbedarfs von 15 bis 5,5 Cent [Ama10]. Durch das nutzungsabhängige oder pauschale Zahlungsmodell reduziert sich das Risiko der Investition und des Betriebs für den Cloud-Kunden. Das Firmencontrolling dürfte diese Aussicht in Verzückung versetzen. Zudem erhöht sich die Kostentransparenz und die individuelle Zurechenbarkeit. Ebenfalls reduziert wird der Aufwand der Instandhaltung. Updates und neue Releases setzen sich in der Cloud viel schneller durch. Ein weiterer großer Vorteil liegt in der Stärkung von Mobilität und Ortsunabhängigkeit im Zugriff auf die eigenen Anwendungen. Betriebseigene Server sind gerade bei kleinen Unternehmen meist nicht in der Lage dies anforderungsgerecht zu gewährleisten. Der ansteigende Trend der Nachfrage in diesem Punkt wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit in Zukunft noch weiter verstärken. Was hält nun Kunden davon ab angesichts dieser Reihe gewichtiger Zusatznutzen, die sich sogar langfristig zu einem Wettbewerbs entwickeln können, bei SaaS-Angeboten zuzugreifen? Das hat im Wesentlichen mit genau einem Effekt zu tun. Es mangelt den Unternehmen
3 CIO der Sybase Inc., Dublin (CA)
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Arbeit zitieren:
Christian Ludwig, 2010, Google Apps und Salesforce.com, München, GRIN Verlag GmbH
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