Inhalt
1. Legende des Ahasverus 4
2. Vampir und Jude als soziokultureller und politischer Begriff 6
2.1. Ritualmordlegenden 6
2.2. Kant 10
2.3. Der Jude als Medium: „Jud Süß“ und „Der ewige Jude“ 12
2.4. Vampir und Jude in Wirtschaft und Politik 13
3. Wes Craven präsentiert Dracula 2000 14
3.1. Die historische Vorlage: Judas Iskariot 14
3.2. Filmanalyse 14
3.3. Gemeinsamkeiten mit dem Roman „Dracula“ 18
3.4. Deutung 18
4. Zusammenfassung und Gemeinsamkeiten 19
5. Literaturverzeichnis 20
6. Anhang 22
6.1. Kurtze Beschreibung vnd Erzehlung von einem Juden 22
mit Namen Ahaßverus
Ich wil stehen vnd ruhen / du aber solt gehen. 7
Jesu Verurteilung und Verspottung
[…] Zum Fest aber hatte der Statthalter die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten. Sie hatten aber zu der Zeit einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Jesus Barabbas. Und als sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen soll ich euch losgeben, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen. Aber die Hohepriester und Ältesten überredeten das Volk, dass sie um Barabbas bitten, Jesus aber umbringen sollten. Da fing der Statthalter an und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen von den beiden soll ich euch losgeben? Sie sprachen: Barabbas! Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen! Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen! Als aber Pilatus sah, dass er nichts
ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an seinem Blut; seht ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt werde. 8 […]
Als Begründung für die verschiedenen Legenden über geheime Riten des jüdischen Volkes dienen oft die Figuren des „ewigen Juden“ (siehe Abschnitt 1: Legende des Ahasverus) oder die des Judas Iskariot (siehe Abschnitt 3.1.: Die historische Vorlage: Judas Iskariot). Diese beiden Juden treten dann stellvertretend für das gesamte
Judentum auf, da sich alle denkbaren negativen Eigenschaften auf sie übertragen lassen. Gemäß der Folgerung, wer den Sohn Gottes Jesus Christus ans Kreuz bringt, der entführt auch kleine Kinder um sie zu töten, wird auf diesem Wege ein bestimmtes Vorurteil systematisch aufgebaut und verbreitet.
Dieses Bild wird bis in die heutige Zeit verwendet, so erfreuen sich Karikaturen, auf denen israelische Soldaten palästinensische Kinder quälen, großer Beliebtheit im arabischen Raum. 18
„In Verbindung mit dem Motiv des Ritualmordvorwurfes taucht der Jude auch als 19 blutsaugender Vampir auf.“
Aus diesem Grund ist eine Untersuchung dieser Legenden unerlässlich.
Eine dieser immer wieder auftauchenden Legenden ist die, der geheimen Riten und Ritualmorde, die der Erzählung zu Folge begangen werden um dem Teufel ein Opfer zu erbringen oder mithilfe von geheimem Wissen eine unheilvolle Magie anzuwenden. Hierzu wird oft ein Ritus beschrieben, bei dem menschliches Blut benötigt wird. Das Blut soll der alchemistischen Lehre nach die geheime Lebenskraft, die vis vitalis, enthalten, weswegen die Entnahme und Verwendung sich dafür geradezu anbieten. Das Blut gilt schließlich bis heute als lebensspendend, da es immerhin essentiell für den menschlichen Organismus ist. Diese Tatsachen ermöglichen eine unbegrenzte Anzahl an möglichen Verwendungen, die den Juden vorgeworfen werden könnte. Hierbei handelt es sich also wiederum um eine wandel-und übertragbare Eigenschaft. Es finden sich zahlreiche Darstellungen, welche diesen Ritus abbilden, der den verschiedensten Zwecken folgen könnte. So zeigt die nachfolgende Karikatur, zwei Juden, zu erkennen durch ihr äußeres Erscheinungsbild, wie sie ihren Opfern das Blut, wohlgemerkt durch den Hals, entnehmen um es in einer Schale aufzufangen:
Arbeit zitieren:
Patrick Frühwirt, 2011, Der Jude als Vampir und Blutsauger, München, GRIN Verlag GmbH
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