Lexikalische Kategorien: Interjektionen und Onomatopoetika
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Interjektionen im Spiegel der Zeit 3
2.1. Grammatikgeschichte 3
2.2. Die Betrachtung von Interjektionen aus heutiger Sicht 4
3. Kategorisierungsmöglichkeiten von Interjektionen 4
3.1. nach Burkhardt und Schwitalla 4
3.2. nach Ehlich und Zifonun et al. 5
3.2.1. Die Interjektion HM 6
3.2.2. Die Interjektion AH/A 9
3.2.3. Die Interjektion NA 10
3.2.4. Weitere gebräuchliche Interjektionen 13
4. Systematische Zusammenfassung der Interjektionen 17
5. Onomatopoetika 18
6. Transkript 19
7. Literaturnachweis 22
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Lexikalische Kategorien: Interjektionen und Onomatopoetika
1. Einleitung
Interjektionen werden in der deutschen Sprache nahezu ununterbrochen genutzt. Ihre Funktion ist es, die Gesprächspartner zu lenken und sich so gegenseitig durch eine Unterhaltung zu leiten. Die Interjektionen sind hierbei für eine gegenseitige Kooperation notwendig und sorgen für Optimierung des Gesprächs. In den meisten Fällen sind Interjektionen den einzelnen Aussagen vorgeschaltet, jedoch gibt es auch Interjektionen, die eine Nachschaltung erlauben. Außerdem sind viele der unterschiedlichen Interjektionen untereinander und mit unflektierbaren Ausdrücken kombinierbar. Eine genauere Beschreibung der Funktionen von Interjektionen wird in den nachfolgenden Kapiteln (hauptsächlich in Kapitel 3) vorgenommen.
2. Interjektionen im Spiegel der Zeit
2.1. Grammatikgeschichte
Die Interjektionen haben während der Grammatikgeschichte eine große Wandlung erfahren. Ehlich behandelt in seinem Buch Interjektionen ab der Seite 162 die Interjektionen auch unter grammatikgeschichtlichen Gesichtspunkten: Zu Beginn der deutschen Nationalgrammatik werden Grammatiken noch in lateinischer Sprache abgefasst und sind auch stark an die lateinischen Grammatiken ge-bunden. Interjektionen werden in diesem Zusammenhang als Unterklasse der Adverbien gesehen. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wird die Interjektion nun als „eigenständiger Redeteil“ (Ehlich 1986:163) betrachtet und wird zum „Zwischenwort“ oder auch „Bewegewort“ weiterentwickelt. Mitte 18. Jhd. versuchte man die Interjektionen von verwandten Erscheinungen abzugrenzen, was jedoch zu dieser Zeit noch nicht abgeschlossen werden konnte. Während der 2. Hälfte des 18. Jhd konnten dann jedoch endlich Bestimmungen erarbeitet werden, die eine Systematisierung möglich machten und verschiedene Einteilungsmöglichkeiten wurden entwickelt. Jedoch ist es nicht möglich, zu einer einheitlichen Auffassung zu kommen. Die Interjektionen bekommen aber trotzdem eine Sonderstellung. Im 19. Jhd. ist die Systematisierung der Interjektionen bereits so weit fortgeschritten, dass sie in Empfindungswörter und Onomaopoetika gegliedert werden können und letztlich im 20. Jhd. mit „Dazwischenwerfen“ übersetzt werden. Funktionen und Rollen von Interjektionen
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können jetzt zusätzlich bestimmt und weiter eingeteilt werden, wie z.B. in Ausdrücke der Aufforderung
2.2. Die Betrachtung von Interjektionen aus heutiger Sicht
„Interjektion [lat. interiectio >Dazwischenwerfen<, >Einschub<. -Auch: Empfin-dungswort]. Gruppe von Wörtern, die zum Ausdruck von Empfindungen, Flüchen und Verwünschungen sowie zur Kontaktaufnahme dienen (Au!, Verflixt!, Hallo!). Ihr Status als → Wortart ist ebenso umstritten wie ihre syntaktische Funktion, da I. sich morphologisch, syntaktisch und semantisch auffällig verhalten: Sie sind formal unveränderlich, stehen syntaktisch außerhalb des Satzzusammenhanges und haben (im strengen Sinne) keine lexikalische Bedeutung. Häufig haben I. lautmalenden Charakter, wie z.B. Brr! Hoppla! Peng! Papperlapapp!“ (Bußmann 2002:314)
3. Kategorisierungsmöglichkeiten von Interjektionen
3.1. nach Burkhardt und Schwitalla
Es gibt verschiedene Autoren, die die Interjektionen auch auf verschiedene Weisen kategorisieren. Burkhardt beispielsweise kategorisiert nach „Empfindungswörter“ (ach, hurra, ätsch), „Schallwörter“ (hui, plumps, peng) und „ikonische Empfindungswörter“ (pfui, puff) (vgl. Schwitalla 2003:156)
Schwitalla gibt zwar die Meinungen der unterschiedlichen Autoren wieder, dennoch versucht er seine eigenen Eindrücke über die Funktionen von Interjektionen nicht unberücksichtigt zu lassen. Er teilt die Funktionen von Interjektionen in neun Gruppen ein:
1) Zur Kontaktherstellung (z.B. hallo, he, kst)
2) Zur Aufmerksamkeitssicherung (z.B. hör mal) 3) Zur Gesprächsbeendigung einleiten (z.B. gut, okay) 4) Zur Gliederung von thematischen und interaktiven Gesprächsteilen (z.B. gut, so)
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5) Zur Sicherung der Sprecherrolle: gefüllte Pause (z.B. äh)
6) Zur Markierung eines plötzlichen Einfalls (z.B. ach, ach SO) 7) Als Korrektursignale (z.B. äh) 8) Als Rückversicherungssignale (z.B. ne?, nich?, gell?) 9) Als Rezeptionssignale wie z.B. bei : na JA? = Widerspiegelung von Zweifel und Wiederstreben, tja = Aufkommen von Ratlosigkeit, ach SO = plötzliches Verstehen von ehemals unverständlichen Dingen (vgl. Schwitalla 2003:157)
3.2. nach Ehlich und Zifonun et al.
Ehlich versuchte die Interjektionen durch eine Untersuchungsreihe besser beleuchten zu können. Er beauftragte dazu 3 Sprecherinnen, die die Aufgabe bekamen, bestimmte Interjektionen unter den Strukturen
1. fallender Ton = \
2. steigender Ton = /
3. ebener Ton = -4. fallend-steigender Ton = v
5. steigend-fallender Ton = ^
zu untersuchen und außerdem verschiedene Formen zu berücksichtigen:
1. eine einfache Form
2. eine kurze Form
3. eine reduplizierte Form.
wobei sie die Möglichkeit hatten sich individuell lange mit den Interjektionen zu beschäftigen. Es ergaben sich dabei verschiedene Realisierungsmöglichkeiten, die auch durch Zifonun et all. aufgegriffen und erläutert wurden, die nun in den nachfolgenden Kapiteln erläutert werden sollen.
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3.2.1. Die Interjektion HM
„HM“ ist eine Interjektion der Konvergenz und Divergenz und zur Sicherung des Verständigungsprozesses notwendig, wobei diese Interjektion ein „ökonomisches Lenkungsmittel“ (Zifonun et all 1997: 369) darstellt. Sprecherwechsel sind bei diesen Einwürfen nicht notwendig, da der Sprecher durch das Wahrnehmen der Interjektionen die Möglichkeit hat, direkt auf die Divergenzen oder Konvergenzen zu reagieren. Um ein deutlicheres Bild über diese Interjektion zu bekommen ist es notwendig, die einzelnen Ausdrücke näher zu beleuchten:
Abbildung 1: Realisierungsformen von HM (Synonyme sind in Anführungszeichen gesetzt) (vgl. Ehlich 1986:75)
Zunächst möchte ich den Formtyp „einfach“ erläutern. Die Grundform h`m erscheint als eine Äußerungseinheit, die vom Hörer ausgeht und darauf hindeutet, dass die Äußerungen des Sprechers nicht klar sind. Der Hörer möchte darauf hinweisen, dass er eine Klärung der divergenten oder diffusen Aussagen erwartet. Ein synonymer Satz für diese Bekundung könnte „Das verstehe ich nicht!“ sein. Eine Beispielsituation, in welcher eine solche tonal fallend gesprochene Interjektion auftreten könnte, liefert Zifonun et al. (1997: 368): EBE Ich bewunder da immer meine älteste Tochter Elvira EBE wie die des mit ihrer Tochter macht die lässt das ein-BEK hˇm
EBE fach laufen ich mein der/der Endeffekt is der dass...
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Arbeit zitieren:
Nadine Wrocklage, 2005, Lexikalische Kategorien: Interjektionen und Onomatopoetika, München, GRIN Verlag GmbH
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