Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Entwicklungsaufgaben im Lebensabschnitt Kindheit 2
2.1 Das Phasenmodell der Entwicklung 3
2.2 Das Konzept der Entwicklungsaufgaben 4
2.3 Entwicklungsaufgaben in der Kindheit 5
2.3.1 Entwicklungsaufgaben in der frühen Kindheit 7
2.3.2 Entwicklungsaufgaben in der späten Kindheit 8
3. Lern- und Bildungsprozesse in der Kindheit 9
3.1 Die Wechselwirkung zwischen Anlage und Umwelt 9
3.2 Der Aufbau kognitiver Konzepte und Denkschemata 11
3.2.1 Symbolbeherrschung 13
3.2.2 Meatkognition 14
3.2.3 Lern- und Gedächtnisfähigkeiten 15
3.2.4 Theorienbildung 18
4. Schlussbemerkung 20
5. Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung
Kinder sind wahre Entdecker und Erfinder. In der Kindheit sind Menschen sehr wissbegierige und neugierige Geschöpfe, die Stück für Stück die Welt für sich erschließen. Im Alter von sechs/ sieben Jahren erleben Kinder in der Regel den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Eine große Herausforderungvieles verändert sich und die Kinder müssen lernen mit neuen Situationen umzugehen, denn die Institution Schule stellt als neue Sozialisationsinstanz auch neue Anforderungen, und funktioniert nach bisher unbekannten Regeln, die erst erschlossen werden müssen. Auch die geistigen Fähigkeiten werden nun in der Schule gezielt gefördert und gefordert.
In meiner Arbeit werde ich mich mit der Fragestellung beschäftigen, wie sich Kinder, hauptsächlich im Vor- und im frühen Grundschulalter, Wissen aneignen. Außerdem möchte ich mich auch damit befassen, wie Lern- und Bildungsprozesse in der Kindheit von statten gehen und wodurch diese beeinflusst werden.
Ich möchte meine Arbeit damit beginnen, die Entwicklungsaufgaben im Lebensabschnitt Kindheit (Punkt 2) zu betrachten, um danach, im dritten Punkt, auf die Lern- und Bildungsprozesse in der Kindheit einzugehen. Ziel dieser Arbeit, ist es einen kleinen Einblick darüber zu geben, wie Kinder es schaffen in nur sieben Jahren so viel über ihre Umwelt zu lernen, um sich in dieser so zurecht zu finden, wie sie es tun; und danach zu fragen, warum sich dieses „Weltwissen“ von Kind zu Kind unterscheidet. Die Komplexität des Themas stellte eine Schwierigkeit bei dessen Bearbeitung da, aber auch die Theorienvielfalt von Lern- und Entwicklungsmodellen in den Lebensphasen und speziell das kindliche Lernen betreffend, hat mir die Arbeit nicht leicht gemacht.
2. Die Entwicklungsaufgaben im Lebensabschnitt Kindheit
Der Mensch lernt sein ganzes Leben lang bewusst- und auch unbewusst. Er wird vor immer neue, teils nicht vorhersehbare, Aufgaben und Anforderungen gestellt, die neue, selbstständig konstruierte Lösungen und Lösungsstrategien
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erfordern. Niemand bleibt von der Konfrontation mit neuen Situationen, in denen er sich mit dem Unbekannten auseinandersetzen muss, verschont. Um die ungewohnte Situation zu meistern, muss er sein bereits vorhandenes Wissen verwenden und dieses neu strukturieren. Im Folgenden möchte ich, nachdem ich kurz auf das Phasenmodell der psychischen Entwicklung von Hurrelmann eingegangen bin (Punkt 2.1), das Konzept der Entwicklungsaufgaben von Robert James Havighurst vorstellen (Punkt 2.2). Anschließend werde ich mich mit den spezifischen Entwicklungsaufgaben im Lebensabschnitt Kindheit (Punkt 2.3) auseinandersetzen.
2.1 Das Phasenmodell der Entwicklung
Mit dem Phasenmodell unterteilt die Entwicklungspsychologie die psychische Entwicklung des Menschen, und deren Verlauf in bestimmte Lebensabschnitte. Diese Lebensabschnitte sind durch spezifisch-charakteristische Entwicklungsbesonderheiten gekennzeichnet.
Nach Hurrelmann ist die Unterteilung in Lebensphasen, also in sozial abgrenzbare Lebensabschnitte deshalb möglich, weil jede Phase durch bestimmte biologische, psychologische und soziologische Merkmale gekennzeichnet ist (vgl. Hurrelmann/ Bründel 2003, S. 71). Da eine Phase zeitlich auf die vorhergehende aufbaut, bekommt der Lebenslauf eine prozessuale Struktur (vgl. ebd. S.71). Jeder Mensch durchläuft im Laufe seines Lebens erst das Säuglingsalter, dann die Kindheit, worauf die Adoleszenz folgt, an die das Erwachsenenalter anknüpft und danach folgt das Alter.
In jeder Lebensphase steht das Individuum vor neuen, für die jeweilige Phase charakteristischen Herausforderungen und entwickelt, in der
Auseinandersetzung mit diesen, bestimmte Handlungskompetenzen und Einstellungen. Bei dem Übergang von einer Lebensphase zur darauf folgenden müssen die bis dahin gewonnenen Kompetenzen und Einstellungen neu organisiert werden. Das ganze Gefüge der Handlungskompetenzen und der erworbenen Lebens- und Problemlösungsstrategien muss dann an die sich
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veränderten Anforderungen der sozialen und physikalischen Umwelt angepasst werden, so dass ein stimmiges Verhältnis entsteht (vgl. ebd. S.71).
2.2 Das Konzept der Entwicklungsaufgaben
Der Begriff „Entwicklungsaufgaben“ stellt ein analytisches Konzept da, und wurde 1948 durch den amerikanischen Psychologen Robert James Havighurst geprägt. Dieses Konzept beschreibt, dass der Mensch in jeder Lebensphase mit bestimmten Problemen, Aufgaben und Anforderungen konfrontiert wird und daher individuell Strategien entwickeln muss, um diese neuen Herausforderungen, im Sinne eines Lernprozesses, zu bewältigen. „Entwicklungsaufgaben definieren den Zuschnitt von individuellen
Handlungskompetenzen, die für eine bestimmte Lebensspanne in unserem Kulturkreis charakteristisch sind.“ (ebd.S.71) Die Entwicklungsaufgaben bauen aufeinander auf,
„[…] wobei die Bewältigung der früheren Aufgabe die Voraussetzung für die Bewältigung
der nachfolgenden Aufgabe bildet. […] Eine weitere Grundannahme dieses Konzeptes liegt
darin, dass das Vorhandensein der notwendigen Voraussetzungen die Erfolgschancen für
die Bewältigung der aktuellen Anforderungen erhöht, aber den Erfolg nicht sicherstellt. Jede
neue Aufgabe zeichnet sich eben dadurch aus, dass sie bislang unbekannte Probleme
bereit stellt, für die neue Lösungen erarbeitet werden müssen.“ (Mannhaupt 2005)
Unter verschiedenen Entwicklungsaufgaben besteht eine wechselseitige Verbindung. Das soll heißen, dass die Bewältigung einer Entwicklungsaufgabe die Art und Weise, wie sich das Individuum mit anderen Entwicklungsaufgaben beschäftigt, beeinflusst (vgl. Hurrelmann/ Bründel 2003, S. 72). Es liegen dann neue Möglichkeiten bereit und es wird möglich die Dinge neu zu betrachten und zu bewerten. Somit besteht die Chance manch andere, bisher noch nicht bewältigte Aufgaben besser lösen zu können.
Bei dem eben vorgestellten Konzept unterscheidet man verschiedene Typen von Entwicklungsaufgaben. Zum einen gibt es da die Universalen, die sich in allen Kulturen gleichen. Als Beispiel ist hier der Spracherwerb zu nennen. Egal in welchen Kulturkreis oder in welches Gesellschaftssystem ein Mensch geboren wird, auf der ganzen Welt muss der Mensch sprechen lernen, um mit seiner Umwelt in Kontakt treten und kommunizieren zu können und um sich in ihr zurechtfinden zu können. Natürlich gelten in den verschiedensten Bereichen
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der Erde unterschiedliche Sprachen als Muttersprache, aber jede Sprache ist ein festes System, das bestimmten Regeln folgt, aus Symbolen besteht und zur Kommunikation dient.
Weiter entstehen bestimmte Entwicklungsaufgaben laut Hurrelmann […] „nur in bestimmten Gesellschaften, oder innerhalb bestimmter Subkulturen und Religionen einer Gesellschaft.“ (ebd. S.72) Hierzu kommen mir spontan spezifische Normen des Sozialverhaltens in verschiedenen Kulturen in den Sinn.
Außerdem gibt es noch die zeitlich begrenzten Entwicklungsaufgaben. Diese können nur in einem bestimmten Zeitfenster der Entwicklung vollkommen bewältigt werden, wie beispielsweise die sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Wieder andere Entwicklungsaufgaben ziehen sich über mehrere Lebensabschnitte und in verschiedenen Dimensionen hin. Als Beispiel soll hier der Aufbau einer angemessenen Beziehung zum anderen Geschlecht genannt werden. (vgl. ebd. S.72)
„Eine Entwicklungsaufgabe gilt als bewältigt, wenn sich ein Kind soweit entwickelt hat, dass es nun über erweiterte, differenziertere und verlässlichere Vorstellungen über sich und seine Umwelt verfügt.“ (Haug-Schnabel/ Bensel 2005, S.11)
Um eine solche Aufgabe altersgerecht und erfolgreich bewältigen zu können, werden wiederum eigene Potentiale des Individuums, wie z. B. kognitive, soziale und emotionale Kompetenzen benötigt. Aber das allein genügt nicht. Es werden neben den eigenen Potentialen auch entsprechende Gelegenheiten benötigt, die durch eine entsprechend fördernde und Selbstbildung ermöglichende Umwelt geboten werden (vgl. ebd.S.11). Auf das Wechselspiel zwischen Anlage und Umwelt komme ich später noch einmal genauer zu sprechen.
2.3 Entwicklungsaufgaben in der Kindheit
Man sollte vorsichtig sein die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und auch Entwicklungsverläufe systematisch an bestimmten Altersstufen festzumachen, denn die inter- und intraindividuellen Unterschiede der Kinder dürfen bei solchen Überlegungen nicht vergessen werden.
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Arbeit zitieren:
Claudia Krauß, 2009, "Weltwissen der Siebenjährigen" , München, GRIN Verlag GmbH
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