Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: Einleitung Seite: 3-4
Kapitel 2: Making of an Icon Seite: 5-6
Kapitel 3: Barbies Geschichte Seite: 7-9
Kapitel 4: Barbies Welt
4.1 Weiblichkeit Seite: 10-14
4.2 Sex Seite: 15
4.3 Rasse Seite: 16-18
Kapitel 5: Barbie und Konsum Seite: 19-20
Kapitel 6: Zusammenfassung und Beurteilung Seite: 21-23
Literaturverzeichnis : Seite: 24
2
Darf ich vorstellen? Barbara Millicent Rogers. Ihre Freunde nennen sie Barbie. Geboren 1959 und seit dem keinen Tag gealtert.
Sie ist groß, blond, hat riesige, blaue Augen, ist schlank, hat Beine bis zum Himmel und sie ist eine Puppe von 29 Zentimeter. Schade, sagen jetzt viele Männer, die hätte ich schon genommen.
Aber Barbie hat mehr zu bieten als nur gutes Aussehen:
Barbie ist eine kulturelle Ikone. Was dies bedeutet und warum gerade Barbie zu einer geworden ist, soll in dieser Arbeit gezeigt werden.
Kultur ist der konstante Prozess, unserer sozialen Erfahrung Bedeutungen zuzuschreiben und aus ihr Bedeutungen zu produzieren, und solche Bedeutungen zu schaffen notwendigerweise eine soziale Identität für die Betroffenen.“ (Fiske 2000:14) schreibt Fiske. Im Folgenden sollnatürlich exemplarisch - gezeigt werden, inwiefern Barbie als kulturelles Objekt eine Bedeutung angenommen hat und es soll auch erläutert werden, dass diese Bedeutung nicht einheitlich ist, sondern je nach Anhänger- bzw. Kritikergruppe variiert. Es wird sich zeigen, dass Barbie nicht nur ein Kinderspielzeug ist, sondern entgegen der Vermutung vieler, die Barbie nur als solches kennen, auch etwas mit der Weiblichkeit an sich, Sexualität - obwohl Spielzeuge dies eigentlich tunlichst vermeiden sollte - und Rasse zu tun hat.
Fiske beschreibt Popularkultur als eine Kultur des Konflikts, die immer auch einen Kampf beinhaltet und soziale Bedeutungen erzeugen will (Fiske 2000), das heißt wenn Barbie dieser Kultur angehören möchte, und das tut sie wie sich im Folgenden zeigen wird, muss sie auch einen Kampf führen. Wie aber sieht dieser Kampf aus und was kann eine 29Zentimeter große Plastikdame schon ausrichten?
Um die verschiedenen Bedeutungen Barbies erläutern zu können, muss zunächst einmal beschrieben werden, wie eine Ikone entsteht und wie Barbie dazu kommt, eine solche zu sein. Dieses „Making of an Icon“ wird im nächsten Kapitel beschrieben. In Kapitel 3 wird Barbies Geschichte von ihrer Geburt an bis heute ausführlich dargestellt, damit auch Nichtkenner sich ein Bild von ihr machen können und ihre tatsächliche Popularität überblicken können. Schließlich brauchen sogar Sammler Kataloge, um den Überblick über Barbies Welt zu haben oder vielleicht eher den Durchblick sicher zu stellen.
3
Daran anschließend soll in Kapitel 4 ein Einblick in das Bedeutungsspektrum, das Barbie Interpreten und Kritikern bietet, gegeben werden. Anhand der Themen Weiblichkeit, Sexualität und Rasse soll gezeigt werden, wie unterschiedlich eine Ikone wahrgenommen wird, wie sie einerseits als Errungenschaft gefeiert und andererseits als Gefahr verteufelt wird. In einem weiteren Kapitel wird schließlich das Thema Konsum behandelt, das, wie schon in Kapitel 2 deutlich werden wird, eng mit Barbie als Konsumobjekt, aber auch mit Barbie als Konsumentin verbunden ist. Wie sich zeigen wird, weist Barbie sogar über sich hinaus auf grundsätzlich gesellschaftliche Phänomene hin, die aber nicht unabhängig von Barbie vertieft werden. Am Schluss steht eine kurze Zusammenfassung mit kritischen Bemerkungen zu den von verschiedenen Interpreten gelieferten Bedeutungsansätzen. Letztlich muss der Leser sich seine Meinung zu der kleinen Plastikikone aber selbst bilden, da sich die dargestellten Ansätze nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen, was Fiskes Ansicht über die Popkultur schließlich stützt.
4
Um die Barbie Kultur zu verstehen, muss man zunächst einmal verstehen, was eine Ikone ist und wie sie entsteht.
Was also ist eine Ikone und was macht gerade Barbie zu einer solchen? Rogers beschreibt eine Ikone als kulturelles Objekt, das Werte, Glauben und Normen einer Gesellschaft beinhaltet. Sie sagt: „A cultural icon gets enmeshed in people’s everyday life and social relations” und erklärt weiterhin, dieses Objekt sei nicht länger nur eine Idee der Gesellschaft. (Rogers 1999:6) Rogers sieht also ein Icon als einen Teil der Gesellschaft mit einem festen Platz im alltäglichen Leben ihrer Mitglieder.
Wie aber kann ein Produkt, wie in unserem Fall Barbie, eine solche Bedeutung gewinnen? Rogers beantwortet diese Frage anhand unseres Sprachgebrauchs. So übernehmen Ikonen ein eigenes Leben. Sie sind nicht länger unbelebte Gegenstände, sondern schaffen sich eine eigene Geschichte und eine eigene Welt. Im englischen Sprachgebrauch bedeutet dies laut Rogers, „that it becomes difficult to referto them with neuter pronouns reserved in English for mere objects. The Statue of Liberty becomes Lady Liberty, just as Barbie becomes „she“ instead of „it“. (Rogers 1999:4) Ikonen werden durch die Erfahrungen, Erinnerungen und Fantasien von vielen Individuen belebt. Die Summe dieser, dem Objekt zugeschriebenen, Eigenschaften schafft seinen Charakter und die ihm zugeschriebenen Fähigkeiten seine Welt und sein vermeintliches handeln.
Nicht zuletzt wird diese Welt aber auch von den Herstellern des Objekts, in diesem Fall von Mattel, geprägt und die Fantasien des Einzelnen gelenkt. So kann Barbie beispielsweise nicht verheiratet sein, solange Mattel ihr keinen Ehemann zur Seite stellt. Warum aber wurde gerade Barbie eine Ikone?
Wie kommt es, dass in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Satz zu lesen ist, wie: „Barbie lebt, und die Träume vom Sieg der Schönheit und der Wahrheit unserer Kultur waren nicht umsonst.“? (FAZ 1995)
„Die Firma Mattel sieht den Grund für den großen anhaltenden Erfolg Barbies darin, dass sie optisch immer im Trend der Zeit lag.“ (Götze 1999) Tatsächlich wurde Barbies Aussehen immer den Gegebenheiten der jeweiligen Zeit angepasst. So wurde im Laufe der Zeit ihr Augenabstand vergrößert, ihr Mund zu einem Lächeln geformt und wieder geschlossen, ihre Taille verbreitert und ihr Brustumfang verkleinert.
5
Weiterhin macht aber auch Barbies ständige Präsenz im Zusammenhang mit anderen aus dem alltäglichen Leben nicht wegzudenkenden Marken ihren Kultstatus aus. So tritt sie zum Beispiel gemeinsam mit Coca-Cola, Pepsi, Mc Donald’s, Pizza Hut und Disney World auf. Barbie ist nicht einfach nur eine Puppe, mit der Mädchen sich im Alter zwischen drei und zehn Jahren ihre Zeit vertreiben. Sie hat auch eine Vielzahl erwachsener Anhänger, die sich in zahlreichen Fanclubs organisieren. Die größte Zahl erwachsener Fans bilden aber die Sammler. Das Barbie Magazin „Barbie Bazaar“, ein Forum für Fans aus aller Welt, hat über 20.000 Abonnenten in 25 Ländern, (Rogers 1999:5) was aufgrund der Tatsache, dass Barbie in 140 Ländern vermarktet wird schon fast wenig erscheint.
Eine kulturelle Ikone wird folglich auch durch die Anzahl ihrer Anhänger geprägt. Erst viele Anhänger beleben ein Kultobjekt. Letztlich erlangt Barbie aber ihren Kultstatus durch ihre vielfältigen
Interpretationsmöglichkeiten. So gilt sie beispielsweise einerseits als emanzipiert und dient als Vorbild im Kampf gegen das Patriarchat, andererseits aber kritisieren Feministinnen Barbie als Abbildung aller Vorurteile, die Frauen in ihrer Geschichte jemals entgegengebracht wurden. Ähnlich verhält es sich in allen Bedeutungsbereichen, die man in Barbie hineininterpretieren kann. Wahrscheinlich ist es auch die Kontroverse, die vielen Ikonen zu Eigen ist und ihre Beliebtheit unterstützt, da diese öffentliches Interesse weckt und den Bekanntheitsgrad erhöht.
Barbie soll wie bereits erwähnt, exemplarisch für andere Ikonen dargestellt werden. Um sie verstehen zu können, sollen, nachdem ihre Geschichte dargestellt wurde, ihre vielfältigen Bedeutungen und Kritikpunkte näher betrachtet werden.
6
Arbeit zitieren:
Nicole Neuberger, 2000, Barbie Kultur, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter: Barbie Kultur ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Dach für Luzern. Schweizer Ikone. Europäisches Haus
live@KKL Luzern
Elisabeth Dalucas, Daniel Buchmüller
Barbie: All Dolled Up: Celebrating 50 Years of Barbie
Celebrating 50 Years of Barbie
Jennie D'Amato
The Complete and Unauthorized Guide to Vintage Barbie Dolls: With Barb...
Hillary Shilkitus James
Kunst und künstlerisches Feld ...
Pierre Bourdieu, Michael Tillmann, Bernd Schwibs, Hella Beister, Wolfgang Fietkau, Bernhard Dieckmann
Barbie Talks!: An Expose' of the First Talking Barbie Doll. the Humoro...
Gwen Florea, Glenda Phinney
0 Kommentare