1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Gehlens Anthropologie
2.1 Der Mensch als Mängelwesen 3
2.2 Gehlens Technikverständnis 5
2.3 Magie der Technik 7
3. Technischer Fortschritt - eine Bedrohung? 9
4. Schluss 14
5. Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit basiert auf dem im Seminar gehaltenen Referat am 27. November 2001 zu dem Thema „Die Technik in der Sichtweise der Anthropologie“ anhand des Textes „Anthropologische und sozialpsychologische Untersuchungen“ von Arnold Gehlen. Der Inhalt des Textes wird erneut aufgegriffen, darüber hinaus soll anhand weiterer Schriften ein Gesamtüberblick des
Technikverständnisses Arnold Gehlens wiedergegeben werden. Daran anschließend versucht diese Arbeit den Gedanken Gehlens an die „Dämonie der Technik“ 1 weiterzuführen; es wird diskutiert, ob und inwieweit der technische Fortschritt eine Bedrohung für den Menschen darstellt.
Arnold Karl Franz Gehlen wurde am 29.Januar 1904 in Leipzig geboren. Sein Vater war Leiter eines bekannten Verlages, seine Mutter Tochter eines Mitverfassers des Bürgerlichen Gesetzestextes. Gehlen studierte nach dem Abitur im Jahr 1923 Deutsch und Kunstgeschichte, nebenbei Physik und Zoologie an der Universität von Leipzig.
Im Mai 1933 trat er der NSDAP bei, der er bis Kriegsende angehörte. Auch wenn sein Engagement schon Mitte der Dreißiger Jahre nachließ, verhalf ihm der NS-Staat dennoch zu einer schnellen beruflichen Karriere. Nach 1945 lebte Gehlen in Westdeutschland und starb 1976 in Hamburg. Zum Nationalsozialismus sowie zu seiner
Parteiangehörigkeit hat er sich praktisch nie geäußert.
Mit seinem wohl bedeutendsten Werk „Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt“ von 1940 hat Gehlen eine Anthropologie geschaffen, die seit jeher großen Einfluss auf alle Human-, Kultur- und Sozialwissenschaften hat. 2
1 Gehlen, Arnold: Anthropologische und sozialpsychologische Untersuchungen, S.99
2 Deege, Michael: Die Technikphilosophie Arnold Gehlens, S.25
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2. Gehlens Anthropologie
2.1 Der Mensch als Mängelwesen
Gehlen behauptet, der Mensch sei ein „Sonderentwurf der Natur“, „ein äußerst unwahrscheinlicher Zufall“. 3
Für ihn ist der Mensch ein unreifes Wesen, dass dem Tier in vielem hinten an steht. Zwar nimmt ihm sein Intellekt den Zwang zur organischen Anpassung ab, sein Abstraktionsvermögen befähigt ihn zur Veränderung der vorliegenden Umweltgegebenheiten 4 , dennoch bezeichnet Gehlen den Menschen im Vergleich zum Tier als unreif. Er bezieht sich hierbei auf eine extrem lange Kindheit und Jugend des Menschen; während viele Tiere Neugier und Spielfreude nur in den ersten Jahren zeigen, bleiben sie beim Menschen bis ins hohe Alter erhalten. 5
Auch wenn die Sinne eines Neugeborenen - wie bei Nestflüchternschon empfangsbereit sind, so braucht das Kleinkind trotzdem etwa ein Jahr, bis es sich in einem Entwicklungsstadium (in Bezug auf Körperhaltung und Kommunikationsfähigkeit) befindet, das den Nestflüchtern bei der Geburt entspricht. 6
Gehlen geht noch weiter: Für ihn ist der Mensch nicht nur ein unreifes Wesen, sondern auch ein Mängelwesen.
„Wenn man unter Technik die Fähigkeiten und Mittel versteht, mit denen der Mensch sich die Natur dienstbar macht, indem er ihre Eigenschaften und Gesetze erkennt, ausnützt und gegeneinander ausspielt, so gehört sie in diesem allgemeinsten Sinne zum Wesen des Menschen.“ 7
Der Mensch ist im Gegensatz zum Tier in keine artbesondere, natürliche Umwelt eingepasst - es fehlt ihm an spezialisierten Organen und Instinkten. „Er ist ‚organisch mittellos’, ohne natürliche Waffen, ohne Angriffs- oder Schutz- oder Fluchtorgane, mit Sinnen von nicht
3 Thies, Christian: Gehlen zur Einführung, S.38
4 Gehlen, Arnold: Die Seele im technischen Zeitalter. Sozialpsychologische Probleme in der industriellen Gesellschaft, S.8
5 Thies, Christian, a.a.O., S.39
6 Thies, Christian, a.a.O., S.42
7 Gehlen, Arnold: Die Seele im technischen Zeitalter, a.a.O., S.8f.
Arbeit zitieren:
Christiane Pötter, 2002, Arnold Gehlen: Technischer Fortschritt - eine Bedrohung?, München, GRIN Verlag GmbH
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Erläuterung und Kritik: Zum Weltbild Arnold Gehlens
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