Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
1.1 Der arme Heinrich. 3
1.2 Helmbrecht. 4
1.3 Fragestellung und verwendete Literatur. 5
2. Familienkonstellationen. 6
2.1 Die Familie im armen Heinrich. 6
2.2 Die Familie im Helmbrecht 6
2.3 Beide Familien im Vergleich. 7
3. Personen und ihre Bedeutung. 8
3.1 Die Tochter im armen Heinrich. 8
3.2 Der Sohn Helmbrecht in der Mære von Helmbrecht. 9
3.3 Vergleich des jungen Helmbrecht mit der Tochter.
im armen Heinrich. 10
4. Hierarchie. 11
4.1 Stellenwert im armen Heinrich. 11
4.2 Stellenwert im Helmbrecht. 12
5. Fazit. S.13
6. Literaturverzeichnis. S.15
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1. Einleitung
In der Forschung der deutschen Literatur wird sich seit Längerem mit den verschiedensten Familienmodellen und Genealogien der einzelnen Epochen beschäftigt.
In dieser Semesterarbeit soll es vor allem um die beiden Mære Der arme Heinrich von Hartmann von Aue und Helmbrecht von Wernher dem Gartenære und die darin beschriebenen familiären Situationen gehen.
1.1 Der Arme Heinrich
Der arme Heinrich ist in zwei Handschriften überliefert, in Fassung A und Fassung B (Ba und Bb), die in einigen Teilen voneinander abweichen. Im Prolog beschreibt Hartmann sich selbst oder zumindest ein Idealbild seiner selbst. Das Werk weißt immer wieder autobiographische Züge auf, sodass viele Literaten in früheren Jahren glaubten Hartmann von Aue würde sich exakt in seinen Texten wiederspiegeln. Dies kann bis heute aber nicht wirklich belegt werden, daher geht man davon aus, dass er Wirklichkeit und Fiktion vermischt hat.
Heinrich repräsentiert alle Rittertugenden und höfisches Verhalten, wozu auch der Minnesang zählt. Bis er von Gott mit Aussatz gezeichnet wird und so Ansehen verliert und sich alle von ihm abwenden. Er sucht sich Hilfe bei Ärzten und erfährt, dass ihn nur das Herzblut einer Jungfrau im heiratsfähigen Alter heilen kann, die sich freiwillig für ihn opfert. Die Tochter des Meiers will Heinrich helfen und beschließt sich für ihn zu opfern. Sie glaubt durch ihre Opferung würde sie der Sünde des Lebens entgehen und bei Gott ein ewiges Leben erhalten. Sie überzeugt mit ihren Argumenten ihre Eltern und Heinrich. Ihre Worte klingen so gewaltig, dass die Eltern glauben Gott würde selbst aus ihr sprechen. Heinrich und das Mädchen suchen einen Arzt in Salerno auf, der dem Mädchen das Herz heraus operieren soll. Als Heinrich aber das Mädchen auf dem Tisch liegen sieht, nackt und festgebunden, da will er sie nicht opfern, weil sie einfach so wunderschön ist. Er akzeptiert seinen Aussatz, was dem Mädchen die Fassung raubt. Sie beschimpft Heinrich weil er sie
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um ihr ewiges Leben gebracht hat. Als sie wieder nach Hause zurückkehren wird Heinrich durch Gottes Gnade wieder gesund und so heiraten das Mädchen und Heinrich, trotz des Standesunterschieds. Heinrich erhält seine gesellschaftliche Stellung wieder und ernennt den Meier zum Freibauern. Heinrich wie auch das Mädchen erhalten die ewige Seligkeit.
1.2 Helmbrecht
Auch von diesem Werk gibt es zwei verschiedene überlieferte Handschriften. Es existiert einmal die Handschrift A, das sogenannte Ambraser Heldenbuch, welches Anfang des 16. Jahrhunderts für Kaiser Maximilian von dem Zollschreiber Hans Ried verfasst wird. Die Handschrift B, der Berliner Kodex, wird Mitte des 15. Jahrhunderts geschrieben. Man vermutet, dass es aus dem österreichischen Traungau stammt. Mit dem Helmbrecht haben sich schon eine ganze Reihe von
Literaturwissenschaftlern beschäftigt. Wernher der Gartenære bringt in seinem Werk mit gekonnter Satire immer wieder zum Ausdruck, wie schlecht es den Bauern zu dieser Zeit geht.
Helmbrecht, ein Bauernsohn, der Protagonist des Werkes, hat von einer Nonne eine wunderschöne Kappe geschenkt bekommen und so fängt Helmbrecht an vom höfischen Leben zu träumen. Er möchte ein Ritter werden und ein leichtes, unbeschwertes Leben bei Hofe führen. Die Mutter näht ihm aus teuren Stoffen, die sie mit Mühe erwerben kann, Kleidung, damit er auch aussieht wie ein Adliger. Der Vater versucht ihn vergeblich davon abzuhalten und so zieht Helmbrecht aus um sein Glück bei Hofe zu finden.
Er schließt sich, unter dem Namen Schlingsland, einer Truppe Raubrittern an und überfällt Bauerndörfer. Nach einer Weile kehrt er nach Hause zurück, spricht jeden in einer anderen Sprache an und tut so, als wäre er etwas Besseres. Seiner Schwester verspricht er Reichtum, schöne Kleider und nie mehr harte Arbeit, wenn sie mit ihm kommt und einen seiner
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Raubritter-Kumpane heiratet. 1 Kurz nach dieser Hochzeit werden alle Raubritter von der Obrigkeit umgebracht, bloß Helmbrecht wird nach altem Brauch begnadigt, weil er der Zehnte war. Ihm werden die Augen ausgestochen, ein Fuß und eine Hand abgehackt und so lässt man ihn laufen. Er kehrt zurück zu seines Vaters Haus und erfährt dort nur Hohn und Spott. Er wird nicht lange danach von Bauern, die er einmal beraubt hat, im Wald aufgeknüpft.
Wernher der Gartenære spricht diese Geschichte als Warnung aus, damit andere, die so denken wie Helmbrecht nicht den gleichen Fehler machen.
1.3 Fragestellung und verwendete Literatur
„Das Mittelalter kannte den Begriff ‚Familie’ in der uns geläufigen Bedeutung nicht. Lateinische Quellen sprechen zwar von „familia“, meinen damit aber die ‚Haushaltsfamilie’. Sie setzt sich zusammen aus allen in einem Haus lebenden Personen: Ehegatten, Kindern, Verwandten, aber auch Dienerschaft, Gesellen, Handwerkern usw.“ 2 In dieser Semesterarbeit werden die Familienmodelle und einzelne Personen des Helmbrechts und des armen Heinrichs miteinander verglichen und gegebenenfalls Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede aufgezeigt. Hierfür wird vor allem das Werk Zeitkritik im Helmbrecht von Wernher dem Gärtner und ihre sozialgeschichtlichen Hintergründe eine große Rolle spielen. Dieses Werk wurde von Günter Lange geschrieben und ist 2009 im Schneider Verlag erschienen. Das Werk von Jürgen Wolf mit dem Titel Einführung in das Werk Hartmann von Aue ist ebenfalls sehr wichtig. Und natürlich die beiden Quellen, die da wären Der arme Heinrich von Hartmann von Aue, hg. von S. Grosse und U. Rautenberg. Und Helmbrecht von Wernher dem Gartenære, hg. von F. Tschirch. Außerdem wurde Literatur von Petra Menke, Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde,
Arbeit zitieren:
Tamara Bretthauer, 2011, Die Familienmodelle in Hartmann von Aues "armen Heinrich" im Vergleich zu Wernhers der Gartenære "Helmbrecht", München, GRIN Verlag GmbH
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